Phytopharmaka-Markt

Bionorica plant bis zu 500 Phytotheken

Berlin - 06.03.2012, 16:56 Uhr


Der süddeutsche Arzneimittelhersteller Bionorica hat Anfang März mit der deutschlandweiten Vermarktung der „Phytothek“ begonnen. Es handelt sich dabei um ein neuartiges Konzept, das die Apotheken als Kompetenz-Zentren für pflanzliche Arzneimittel positionieren soll, so Dr. Michael Popp, Vorstandschef von Bionorica.

Für das Einstiegsmodul einer Phytothek zahlt eine Apotheke anfangs eine Pauschale von 500 Euro, anschließend ein monatliches Entgelt von 125 Euro. In einem speziellen Bereich der Offizin, der Phytothek, werden in einem Regal der Sichtwahl pflanzliche Arzneimittel gesondert angeboten. Eine entsprechende Beratungs- und Verkaufsschulung des Apothekenteams vermittelt das nötige Wissen für die Abgabe der Phytopharmaka. Die Apotheken sollen sich als „Kompetenz-Zentren“ für pflanzliche Arzneimittel positionieren, so Dr. Michael Popp, Vorstandschef von Bionorica.

Das Shop-in-Shop-Konzept der Phytothek scheint sich in der Evaluation eines Pilotprojekt mit rund 20 Apotheken bewährt zu haben, denn Bionorica plant für das laufende Jahr 2012 deutschlandweit die Einrichtung von 400 bis 500 Phytotheken in Apotheken und sieht darüber hinaus insgesamt ein Potential für 3000 Apotheken. 

Bionorica-Vorstandschef Dr. Michael Popp, der das Familienunternehmen in dritter Generation führt, hat weiterhin ehrgeizige Ziele: 100 neue Mitarbeiter sollen 2012 eingestellt werden. Außerdem wird geprüft, ob weitere Verkaufsmärkte in Nord- und Südamerika sowie in Europa erschlossen werden können. In europäischen Ländern, in denen das Unternehmen bereits Arzneimittel auf den Markt bringt, soll der Anteil durch Präparate aus dem deutschen Bionorica-Portfolio erweitert werden.

Insgesamt war das Jahr 2011 „das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Bionorica-Geschichte“ wie das Unternehmen bekannt gab: In Deutschland wuchs der Apothekenmarkt insgesamt zwar nur um 2,1 Prozent, doch Bionorica hat im Jahr 2011 den Rekordumsatz von 172 Millionen Euro erwirtschaftet und damit seinen Umsatz um 4,8 Prozent gesteigert – nicht zuletzt wegen der Marktführungsposition von Sinupret® bei den Erkältungsmitteln. Auch im internationalen Geschäft konnte man im Vergleich zum Vorjahr deutlich zulegen und ist nicht nur in Deutschland Marktführer bei Phyto-Arzneimitteln, sondern auch durch massives wirtschaftliches Wachstum in Russland (+43,6 Prozent), Kasachstan (+42,5 Prozent), der Ukraine (+31,1 Prozent) und weiteren osteuropäischen Ländern. 


Almuth Schmidt