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Bionorica legt kräftig zu

BERLIN (ks). Während der OTC-Markt im letzten Jahr nahezu stagnierte, läuft das Geschäft des Phytopharmaka-Herstellers Bionorica bestens. Wie das Unternehmen vergangene Woche meldete, stieg der Netto-Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent auf 149 Mio. Euro. Vor allem der Bionorica-Klassiker Sinupret® lässt die Kasse klingeln. Zahlen zum Gewinn gab das Unternehmen nicht bekannt – es hieß aber, er sei überproportional zum Umsatz gestiegen.

Das mittelständische Unternehmen aus Neumarkt bei Nürnberg erreicht im Bereich pflanzlicher Arzneimittel eigenen Angaben zufolge inzwischen einen Marktanteil von 10,4 Prozent nach Absatz. Alleine Sinupret® sei trotz der schwachen Erkältungs- und Grippesaison im letzten Jahr 8,2 Millionen mal in Deutschland verkauft worden. Mit einem Marktanteil von 18,3 Prozent sei es das umsatzstärkste OTC-Präparat im deutschen Erkältungsmarkt. Neben Sinupret® habe auch das Präparat Canephron® (Harnwegsinfekte) eine "überaus hohe Dynamik" entwickelt.

Für Bionorica-Vorstandschef Prof. Dr. Michael Popp ist das Wachstum "ein klarer Beweis dafür, dass pflanzliche Arzneimittel mit wissenschaftlich bestätigter Wirkung und Nebenwirkungsarmut eine immer wichtigere Alternative zu chemisch-synthetischen Medikamenten werden". Und so denkt Popp darüber nach, die Angebotspalette seines Unternehmens durch Zukäufe zu erweitern. "Wir sondieren den Markt sowohl nach Produkten als auch Unternehmen, die zu uns passen könnten", sagte er dem "Handelsblatt". Zukäufe könne er sich in der Größenordnung eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrages vorstellen.

In Deutschland arbeitet Bionorica derweil an der Etablierung eines Shop-in-Shop-Systems: Die sogenannte Phytothek soll mittelfristig in rund 1000 Apotheken einziehen. Dabei handele es sich um ein individuell anpassbares Einrichtungskonzept, in dem sich ausschließlich nach Indikationen getrennte pflanzliche Arzneimittel befinden – die Kosten sollen der jeweilige Apotheker und Bionorica gemeinsam tragen. Ziel ist es, Verwendern von Naturarzneien zu vermitteln, dass es qualitativ hochwertige Phytopharmaka in Verbindung mit einer fachkompetenten Beratung nur in Apotheken gibt. Das Konzept werde derzeit mit mehreren Piloten in Deutschland getestet, weitere Informationen sollen ab Mitte des Jahres erfolgen.

Nicht nur in Deutschland erfreuen sich pflanzliche Arzneimittel zunehmender Beliebtheit. Mittlerweile ist Bionorica in 49 Ländern aktiv. Bereits 56 Prozent des Umsatzes werde im Ausland erzielt. 2010 sei man unter anderem Marktführer für Phytopharmaka in Russland, Weißrussland und Usbekistan gewesen, so das Unternehmen. Auch in Polen habe man sich zwei Jahre nach dem Aufbau einer eigenen Organisation weitaus besser als der Markt entwickelt. In England brachte Bionorica vor wenigen Wochen vier Präparate auf den Markt. Andere Markteintritte in der EU seien in Vorbereitung.



DAZ 2011, Nr. 10, S. 26

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