Telematikinfrastruktur

Pharmatechnik: TI-Pakete lieber früh als zu spät bestellen

Stuttgart - 20.12.2019, 16:00 Uhr

Der Apotheken-Software-Anbieter Pharmatechnik (hier der Exopopharm-Stand) empfiehlt den Apothekern, mit der TI-Anbindung nicht zu lange zu warten. ( r / Foto: Schelbert)

Der Apotheken-Software-Anbieter Pharmatechnik (hier der Exopopharm-Stand) empfiehlt den Apothekern, mit der TI-Anbindung nicht zu lange zu warten. ( r / Foto: Schelbert)


Bis Ende September 2020 sollen alle Apotheken in Deutschland an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden sein. Dafür benötigen die Betriebe spezielle Hardware und elektronische Karten. Die Apothekerverbände haben ihre Mitglieder kürzlich davor gewarnt, zum jetzigen Zeitpunkt entsprechende TI-Pakete zu bestellen, weil diese über keine endgültige Zulassung verfügen und nicht unter die Refinanzierungsvereinbarung fallen würden. Dagegen argumentiert nun der Starnberger Apothekensoftwareanbieter Pharmatechnik in einem Schreiben, das der DAZ vorliegt.

Daten sollen im deutschen Gesundheitswesen in Zukunft vor allem digital zwischen Apotheken, Praxen, Krankenhäusern und Kassen ausgetauscht werden. Diese Vision stammt nicht vom amtierenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), sondern entstand schon viele Jahre zuvor, als es Überlegungen hinsichtlich einer elektronischen Gesundheitskarte gab. Die dafür gegründete Gematik GmbH beschäftigt sich seit rund 15 Jahren mit der Schaffung einer riesigen Datenautobahn, der sogenannten Telematikinfrastruktur (TI). Damit die einzelnen Institutionen am Datenverkehr teilnehmen können, benötigen sie spezielle Software, Hardware und elektronische Authentifizierungskarten. Im Fall der Apotheken geht es um Konnektoren, die technisch mit einem Router vergleichbar sind, sowie um Institutionenkarten (SMC-B) und Heilberufsausweise (HBA).

Apothekerverbände warnen vor voreiligen Bestellungen

In Rundschreiben einiger Apothekerverbände, beispielsweise in Hamburg und Schleswig-Holstein, wurden die Mitglieder kürzlich davor gewarnt, zum jetzigen Zeitpunkt die benötigte Hardware voreilig zu bestellen. Demnach sollen die am Markt befindlichen Konnektoren nur eine eingeschränkte Zulassung besitzen, u.a. für einen Feldtest, der in NRW stattfinden soll. Erst danach erwarten die Verbände eine endgültige Zulassung der Geräte als E-Health-Konnektor. Das soll zum Ende des ersten Quartals 2020 sein. Davon abhängig sei auch, ob die Refinanzierungsvereinbarung zwischen ABDA und GKV-Spitzenverband für die betroffenen Geräte gelte. Wenn dies nicht der Fall ist, müssten die Kosten allein von den Apotheken getragen werden.

Im November hatte DAZ.online über den ersten zugelassenen E-Health-Konnektor berichtet – die „KoCoBox MED+“ von der Compugroup, die über ein Software-Update zum E-Health-Konnektor wird.



Dr. Armin Edalat, Apotheker, Chefredakteur DAZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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1 Kommentar

Vorbestellung: Analog zu ärztlichen Verordnungen

von Carsten Goebel am 21.12.2019 um 22:46 Uhr

„ Späte Bestellung führt zu logistischen Problemen.“

Analog ärztlicher Verordnungen:
Wenn ich nicht mindestens 9 Monate im voraus weiß, wer dann ein Venlafaxin oder Shingrix oder Sartan oder was auch immer benötigt, führt das häufig zu logistischen Problemen in Deutschland.

Ich setze hier auf Dauerverordnungen, sofern die dahinterstehenden Verträge realitätsnah ausgearbeitet werden.
Wir Apotheken haben damit die Möglichkeit einem Patienten den benötigten Jahresbedarf im voraus zu bestellen. Die erhöht deutlich die Chance, dass der Patient nicht von einem Versorgungsausfall betroffen ist.

Andernfalls hilft den Patienten natürlich das sogenannte „Bunkern“ oder „Hamstern“.

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