TK-Zahlen

Immer weniger junge Frauen verhüten mit der „Pille“

Stuttgart - 16.08.2019, 12:45 Uhr

Der Anteil der Frauen zwischen 16 und 19 Jahren, die mit der Antibabypille verhüten, geht immer weiter zurück. ( r / Foto:  khwaneigq / stock.adobe.com)                              

Der Anteil der Frauen zwischen 16 und 19 Jahren, die mit der Antibabypille verhüten, geht immer weiter zurück. ( r / Foto:  khwaneigq / stock.adobe.com)                              


TK kritisierte bereits 2015 Verordnung von „Lifestyle-Pillen“

Bei anderen Gestagenen der dritten und vierten Generation war die Kritik vielleicht weniger öffentlich und medienwirksam, aber durchaus vorhanden. Bereits 2015 hatte die TK kritisiert, dass die Pillen der neueren Generation mit einem gewissen Lifestyle in Verbindung gebracht und vermeintliche Effekte für Haut und Haare in den Vordergrund gerückt wurden. „Auch wenn die Kampagnen mittlerweile angepasst sind, zeigen die neuen Zahlen, dass das Thema noch lange nicht vom Tisch ist. Weil neu nicht immer auch besser heißt, sollte die gesellschaftliche Diskussion weitergehen“, sagt TK-Chef Dr. Jens Baas. Und Tim Steimle ergänzt: „Die Pille verhütet sicher vor einer ungewollten Schwangerschaft, ist aber auch ein Medikament mit Nebenwirkungen und kein Lifestyle-Präparat. Deshalb ist uns wichtig, dass junge Frauen gemeinsam mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin Risiken besprechen und abwägen."

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Ende 2018 gab es einen Rote-Hand-Brief zu Dienogest

Während Drospirenon, aber auch Desogestrel und Gestoden schon lange mit einem höheren Risiko für Embolien und Thrombosen in Verbindung gebracht werden, konnte bei neueren Gestagenen wie Dienogest (zum Beispiel in Valette® und Maxim®) das Langzeitrisiko erst Ende 2018 abschließend bewertet werden. Bis dahin galt es als unklar. Hersteller Jenapharm teilte dann im Dezember per Rote-Hand-Brief mit, dass nun neue Erkenntnisse vorliegen. Eine Metaanalyse, die vier Beobachtungsstudien umfasste, kam zu dem Ergebnis, dass Pillen mit Dienogest und Ethinylestradiol mit einem leicht erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) im Vergleich zu Präparaten mit Levonorgestrel als Gestagenkomponente in Zusammenhang gebracht werden. Dieses „leicht erhöhte“ Risiko wurde auch beziffert, nämlich mit 1,6-fach. Ob sich das in den Verordnungszahlen 2019 widerspiegelt, bleibt abzuwarten.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ
jborsch@daz.online


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