Mecklenburg-Vorpommern

Cannabis zu Genusszwecken: FDP will Modellprojekt

Remagen/Berlin - 08.08.2019, 11:30 Uhr

FDP und Linke in Mecklenburg-Vorpommern setzen sich derzeit für eine Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken ein. ( r / Foto: imago images / STPP)

FDP und Linke in Mecklenburg-Vorpommern setzen sich derzeit für eine Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken ein. ( r / Foto: imago images / STPP)


 Modellprojekte für die kontrollierte Freigabe von Cannabis zu Genusszwecken sind bis dato regelmäßig an Gesundheitsbedenken gescheitert. Nun wagen FDP und Linke in Mecklenburg-Vorpommern einen Vorstoß und treffen erneut auf Widerstände. Dabei spielen auch die Apotheken eine Rolle.

Die FDP und die Linke in Mecklenburg-Vorpommern machen sich für die versuchsweise Freigabe des Cannabiskonsums zu Genusszwecken stark. Dies berichten verschiedene regionale Medien. Die FDP-MV wolle den Nordosten zu einer Modellregion für die kontrollierte Freigabe machen, schreibt der Nordkurier. Schon im Februar 2018 war der FDP-Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold mit diesem Anliegen vorstellig geworden. Seiner Meinung nach würde sich das nord-östliche Bundesland aufgrund seiner sehr ländlich geprägten Regionen ohne große urbane Zentren als Modellregion anbieten. Untersucht werden solle dabei, ob sich eine Legalisierung in städtischen und ländlichen Regionen unterschiedlich auswirken würde.

„Privatkonsum in geringen Mengen ist in der Gesellschaft längst akzeptiert“, sagt der Generalsekretär der Landes-FDP David Wulff jetzt im Nordkurier. „Dann könnte man die Droge auch legalisieren, Konsumenten damit nicht länger zu Kriminellen abstempeln und zugleich die Polizei entlasten“. Wulff stellt sich vor, dass Cannabis in geringen Mengen beispielsweise in Apotheken verkauft werden könnte. Die Idee mit den Apotheken als Bezugsstelle für Cannabis kursiert schon länger in der FDP: Die Bundestagsfraktion der Liberalen wirbt derzeit dafür und auch im Wahlkampf hatte sich die FDP dafür stark gemacht.

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Unterstützung bekommen die Freien Demokraten in MV bei ihrem Vorstoß von den Linken. Der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion Torsten Koplin, der sich für eine kontrollierte Freigabe von Cannabis an Erwachsene ausspricht, hält die die restriktive Verbotspolitik für „grandios gescheitert”. Für ihn geht es „mitnichten darum, Drogenkonsum zu verharmlosen”. Drogenabhängige seien aber in erster Linie krank und nicht kriminell, betont Koplin. Er will deshalb mehr Geld in Präventionsmaßnahmen und Hilfsangebote investieren, statt in Ermittlungen und Strafverfahren, denn diese seien zu teuer und lohnten sich nicht. Eine Kleine Anfrage seiner Partei zum „Arbeits- und Kostenaufwand bei der Verfolgung von Cannabis-Delikten” hatte ergeben, dass die jährliche Zahl der Cannabis-Delikte in Mecklenburg-Vorpommern seit 2015 kontinuierlich steigt. Im letzten Jahr lag sie mit knapp 3.900 Anzeigen um mehr als 1.000 höher als 2015. Nach Rostock (911 Fälle) soll die Mecklenburgische Seenplatte mit 660 Fällen zuletzt besonders betroffen gewesen sein.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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5 Kommentare

Wahnsinn...

von Michael am 08.08.2019 um 19:48 Uhr

Was ein Wirbel um so ein Pflänzchen gemacht wird! Legalisieren und endlich Ruhe erzeugen! Bei anderen kriminellen Machenschaften wie zb. Unterstützung des Waffenexports wird doch von seitens der Regierung auch nicht so ein Geschiss gemacht.

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Genuss-Cannabis aus Apotheken: Schlechte Idee!

von Andreas P. Schenkel am 08.08.2019 um 18:45 Uhr

Apotheken sind für die Versorgung mit Medizinal-Cannabis zuständig. Die Medizinalhanf-Sorten sind auf sehr hohen Wirkstoff-Gehalt und für spezifische Zwecke gezüchtet. Ihre Verschreibung, Zubereitung, Abgabe und Anwendung erfolgt aus medizinisch-therapeutischen Gründen.

Cannabis-Konsum zum Zwecke des Genusses ist eine ganz andere Ebene der Verwendung. Falls über Legalisierung nachgedacht wird: Die Apotheken sind der falsche Ort dafür. Stattdessen böten sich Cannabis-Clubs an, in deren Räumen der Konsum legalisiert werden könnte. Wäre für den Genusshanf-Käufer auch günstiger als in den Apotheken, weil das ganze Analytik- und BtM-Bestand-Prozedere entfiele und somit nicht in den Abgabepreis mit einfließen würde. Dort erhielten die Konsumenten dann auch die entsprechenden Utensilien, Gebrauchstips und auch rasche Hilfe, falls sie ihr Kräutlein nicht vertragen sollten.

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AW: Genuss-Cannabis aus Apotheken: Schlechte

von Mirko am 20.08.2019 um 11:25 Uhr

Apotheke finde ich selber auch schlechte idee. Coffe schops wie in Holland sind da glaube ich auch die bessere Wahl. Auch wegen ältere mit menschen die ihre Medikamente aus der Apotheke beziehen. Ich habe selber Epilepsie muss Medikamente nehmen, hab ich mal Kopfschmerzen ist es oft ein zeichen das ein anfall kommt . Dann rauch ich ein joint Kopfschmerzen gehen weg und mir geht es gut . Ich nimm keine schmerz Tabletten ein. Mein neurologe sagt mir es hilft mir und wahrscheinlich müsste ich hör eingestellt werden würde ich es nicht tun. Eigenanbau ist strafbar die Beschaffung auch . Der preis ist auch nicht günstig und die Qualität ist auch nicht immer das . Der Gesellschaft würde geholfen werden den Staat auch steuer knast ist für mörder kinder ficker und nicht für raucher. An jeder ecke oder Bus haus sitzt typ der sich nee flasche am hals hält . 16 jährige torkeln auf den Straßen rum stinken nach alk , das ja auch in Ordnung . Null Toleranz grenze was Cannabis angeht aber 0,5 Promille grenze beim Autofahren. Das ist ehrlich gesagt lach haft und absolut bescheuert meiner Meinung nach .

FDP Lügner

von Herbert am 08.08.2019 um 11:58 Uhr

Die FDP ist eine pseudo Legalisierungspartei sie wollen zwar Modellprojekte aber trotzdem weiterhin Millionen Konsumenten strafverfolgen. Prohibitonsschäden in zig facher Milliardenhöhe fortsetzen, verunreinigte Ware, kein Jugendschutz.... die Frage für was Modellprojekte sinnvoll sein sollen versteht sowieso keiner die Niederlande haben ihr Projekt sozusagen seit über 40 Jahren aber Holländer sind in den Augen der FDP keine Menschen sondern Aliens so hat es zumindest den Anschein.

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Modellprojekt Haschisch

von Roland Mückschel am 08.08.2019 um 11:49 Uhr

Denke wir brauchen dazu kein Modellprojekt.
Die FDP soll einfach mit ihren eigenen Erfahrungen
aufwarten.
Ob die empfehlenswert sind?

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