Zukunftskongress Nordrhein

Mehr Honorar? Nur für mehr Beratung

Bonn - 31.01.2015, 18:33 Uhr


Klare Ansage von der CDU: Mehr Honorar für die Apotheken gibt’s nur, wenn mehr Beratungsleistungen erbracht werden. Für eine jährliche Überprüfung und Dynamisierung des Honorars sei derzeit kein Spielraum, so der CDU-Vertreter Erwin Rüddel in der gesundheitspolitischen Diskussionsrunde auf dem 7. Zukunftskongress des Apothekerverbands Nordrhein in Bonn. Aber immerhin: Die Apotheker werden im Gesundheitswesen zukünftig eine stärkere Rolle spielen, zeigte sich Rüddel zuversichtlich.

Der CDU-Politiker Rüddel, der für den aus terminlichen Gründen verhinderten gesundheitspolitischen Sprecher der CDU/CSU, Jens Spahn, eingesprungen war, ist Mitglied des Bundesfachausschusses „Gesundheit und Pflege“. Auch den Hinweis von Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein, dass das Apothekenhonorar von 8,35 im Jahr 2015 nur noch einer Kaufkraft von 7,16 Euro entspreche, ignorierte Rüddel: „Im Moment, so sind wir uns einig, ist es nicht an der Zeit, über eine Honorarerhöhung zu diskutieren.“ Dagegen hatte die Opposition in Person von Kathrin Vogler, Die Linke, durchaus Verständnis für den Dynamisierungswunsch der Apotheker, während die Grünen-Politikerin Maria Klein-Schmeink für die Entwicklung neuer Honorierungsstrukturen, vor allem wegen neuer Beratungsaufgaben, plädierte.

Auch der Hinweis von Preis, dass selbst der Notdienstfonds den Apotheken nicht in der zugesagten Höhe zur Verfügung stehe, änderte am CDU-Kurs nichts. Aber, so Rüddel: „Wir brauchen mehr Beratung im System, Apotheker stehen da an vorderster Front.“ Und so zeigte er sich wiederholt zuversichtlich, dass neue Gesetze, von der Pflegereform bis zum eHealth-Gesetz, Veränderungen im Gesundheitswesen bringen werden und damit mehr Beratungsbedarf. Auch die ärztliche Versorgung sehe in Deutschland in fünf bis zehn Jahren anders aus. Die Ärzte würden das alles nicht mehr alleine bewerkstelligen können, so Rüddel, die Beratungsleistungen der Apotheker werden in Zukunft stärker nachgefragt werden.

Einigkeit beim Thema Retaxation

Immerhin beim Thema Retaxationen waren sich die Diskutanten einig: Hier seien eindeutige Regelungen notwendig. Formfehler müssten nachgebessert werden können, und die erbrachte Leistung müsste bezahlt werden, wenn der Krankenkasse kein Schaden entstanden sei, so Vogler.

Und zur „Pille danach“: „Das war keine Glanzleistung der CDU“, bekannte Rüddel freimütig, er sei froh, „dass das Thema nun abgehakt ist: Wir sind jetzt wieder sprachfähig“, so der CDU-Politiker. Klein-Schmeink fügte hinzu, es sei bemerkenswert, dass die Koalition wenig Vertrauen in die Beratung der Apotheken zur „Pille danach“ gehabt hatte. Und Vogler zeigte sich zufrieden, dass nun endlich die Gesetzesänderung dazu auf dem Weg sei, „Oppositionsarbeit lohnt sich“.


Peter Ditzel


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