Pharmazie
Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Vitamin-D-Tabletten für Säuglinge nur in Wasser auflösen
Nur in Wasser zerfallen lassen, nur vollständig zerfallene Vitamin-D-Tabletten verabreichen und keine Tablette in der Wangentasche platzieren – dazu sollten Apotheker bei der Abgabe von Arzneimitteln zur Rachitis- und Kariesprophylaxe wie Zymafluor, D-Fluoretten, Vigantol zwingend beraten.Show moreUnter Antihypertensiva Harnsäurespiegel kontrollieren!
Viele Patienten mit einer arteriellen Hypertonie leiden gleichzeitig an einem erhöhten Harnsäurespiegel, einer Hyperurikämie, die als Risikofaktor für eine akute und/oder Gicht gilt. Dabei ist das Risiko für eine Gichterkrankung umso höher, je stärker die Harnsäure-Werte ansteigen. Eine Megastudie, die die Daten von nahezu 25.000 Patienten mit Bluthochdruck auswertete, zeigt einen Zusammenhang zwischen dem Gichtrisiko und der Medikation mit verschiedenen Antihypertensiva auf. Bei Diuretika, Betablockern, ACE-Hemmern und anderen AT-II-Blockern war das Risiko signifikant erhöht.Show moreTriptane in der Selbstmedikation
Sorgfältige Beratung von Migränepatienten ein Muss
Mit Naratriptan und Almotriptan stehen derzeit zwei Triptane für die Selbstmedikation der Migräne zur Verfügung. Sie sind hochwirksam und im Allgemeinen gut verträglich. Doch es gibt Fallstricke. Deshalb erfordern sie eine sorgfältige Beratung, die Kontraindikationen, Nebenwirkungen und Interaktionen ebenso umfasst wie den richtigen Einnahmezeitpunkt. Doch zuallererst muss die Frage geklärt werden: Hat der Patient tatsächlich eine Migräne?Show moreVorteil für den oralen Gerinnungshemmer Rivaroxaban
Der orale Gerinnungshemmer Rivaroxaban (Xarelto®) zeigte sich bei der Behandlung von Patienten mit einer akuten symptomatischen Lungenembolie als genauso sicher und wirksam wie die derzeitige Standardtherapie. Möglicherweise steht in Zukunft mit Rivaroxaban eine einfachere Alternative zur Verfügung.Show more2. Publikation zur Herstellung hochinfektiöser Viren
Was die Natur bislang noch nicht geschafft hat, ist in Laborversuchen gelungen: die "Herstellung" von hochinfektiösen humanpathogenen H5N1-Influenza-Viren. Dabei haben sich zwei Forschergruppen ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert, auch in den umstrittenen Publikationen der "Bauanleitungen". Das erste Paper wurde vor wenigen Wochen in der Wissenschaftszeitschrift Nature veröffentlicht, das zweite soeben in Science.Show moreFimH-Inhibitor verhindert Andocken von Erregern
Zu den häufigsten Infektionen des menschlichen Organismus gehören Harnwegsinfektionen. Etwa 70% der Erkrankungen sind auf eine Infektion mit Escherichia coli zurückzuführen. Eine Therapie mit Antibiotika ist zwar recht effektiv, kann aber auch verschiedene Probleme verursachen wie Resistenzentwicklung oder Schädigung der körpereigenen Darmflora. Schweizer Wissenschaftler haben jetzt eine neue Gruppe von Wirkstoffen erfolgreich im Tiermodell getestet, die die Adhäsion der Bakterien an Zellen des Harntrakts verhindern.Show moreAufrecht im Alter
Stürze vermeiden, Knochengesundheit fördern
Elisabeth Thesing-Bleck, Iris Hinneburg | Sturz, Fraktur, Pflegeheim – für viele Senioren endet so abrupt die Lebensphase, in der sie selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben. Wenn Apotheker geriatrische Patienten zu Fragen der Sturzvermeidung und Knochengesundheit beraten, tragen sie auch dazu bei, die Lebensqualität von älteren Menschen zu erhalten.Show moreErfolgreiche Studien zur Hypersensibilisierung
Das Wiener Biopharma-Unternehmen Biomay AG entwickelt eine neue Immuntherapie oder auch Desensibilisierung gegen Gräserpollen-Allergien. Jetzt teilte die Firma mit, dass diese "Impfung" den Zustand betroffener Patienten in einer Studie der Phase IIa in signifikanter Weise verbessert habe. Die Behandlung mit BM32 erfordert nur drei bis vier Injektionen pro Jahr.Show moreMalnutrition vermeiden
Ernährungstherapie bei chronischer Niereninsuffizienz (Ernährungs-Update 2012)
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Personen mit chronischer Niereninsuffizienz angestiegen. Bei der Therapie der Betroffenen spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Durch eine geeignete Lebensmittelauswahl sollen eine Malnutrition vermieden sowie die Lebensqualität der Patienten verbessert werden. Worauf es dabei ankommt, können Sie im folgenden Beitrag aus unserer Reihe Ernährungs-Update nachlesen.Show moreStatintherapie: Cholesterinsenker als Energiesauger
Geringe Dosen führen zu Ermüdung und Energieverlust
Über Müdigkeit oder Abgeschlagenheit hatten Patienten, die eine Therapie mit Statinen erhielten, bereits früher geklagt. US-amerikanische Wissenschaftler haben jetzt in einer placebo-kontrollierten Studie untersucht, wie häufig dieser Effekt unter körperlicher Belastung und bei welcher Dosierung auftreten kann. Da Patienten bereits unter relativ niedrigen Dosen der Cholesterinsenker bei körperlicher Belastung sehr häufig schnell ermüdeten, halten sie es für notwendig, diese Nebenwirkung bei der Verordnung zu bedenken. Dies gelte ganz besonders für die Anwendung zur Primärprävention.Show more
Eine Hypertonie-Patientin
Die Patientin – in diesem Fall 38 Jahre alt – kommt mit einem Rezept über Fluticason-Nasenspray in die Apotheke. Sie leidet unter saisonaler allergischer Rhinitis und hat mit diesem Medikament in den vorherigen Jahren gute Erfolge gehabt. | Von Andreas Niclas Förster, Hartmut Derendorf und Robert HermannShow more
Vitamin D3 reduziert Schmerz bei einer Brustkrebstherapie
Verbesserte Lebensqualität unter Letrozoltherapie
Ein hoher Vitamin-D3 -Spiegel im Serum kann bei Frauen mit Brustkrebs bei einer Therapie mit Aromatasehemmern lokale Entzündungen, muskuloskeletale Schmerzen und Fatigue reduzieren. Die Supplementierung von 30.000 IU Vitamin D3 pro Woche zu einer Letrozol-Therapie führte in einer Studie mit 147 Frauen im Vergleich zu Placebo zu weniger muskuloskeletalen Schmerzen. Das war das Ergebnis der sogenannten VITAL Studie, die Anfang Juni während der 48. Jahrestagung der US-amerikanischen Onkologen (ASCO) vorgestellt wurde.Show more
Mit Tieren verreisen
Neue Einreisebestimmungen und Reisetipps
Sabine Wanderburg | Die Urlaubszeit naht – und damit auch die Frage, ob und unter welchen Bedingungen das eigene Haustier mitgenommen werden kann. Seit dem 1. Januar 2012 ist die Einfuhr von Hunden, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und Ländern mit EU-Bedingungen weiter vereinheitlicht und insbesondere nach Großbritannien, Irland, Malta, Schweden und Norwegen deutlich erleichtert worden. Kommt das Tier mit, stellen sich weitere Fragen: Wie übersteht es die Autofahrt am besten? Was ist bei Flugreisen zu bedenken? Wie kann Reiseübelkeit vorgebeugt werden und was ist am Urlaubsort zu beachten?Show moreTyp-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen nimmt zu
Kooperation ermöglicht effektive Blutzuckerkontrolle
Immer mehr Kinder erkranken immer früher an einem Typ-1-Diabetes, manche schon vor dem fünften Lebensjahr. Zur Blutzuckerkontrolle setzen die Diabetologen auf eine intensivierte Insulintherapie, gerade bei kleineren Kindern häufig als kontinuierliche subkutane Insulininfusion mittels Insulinpumpe. Besonders problematisch ist die Diabetestherapie während Pubertät und Adoleszenz. Die Jugendlichen müssen in dieser Lebensphase lernen ihre Krankheit zu akzeptieren und selbst Verantwortung dafür zu übernehmen.Show moreGelatinase-Inhibitor im Tiermodell erfolgreich
Ausbreitung von Blutungen im Gehirn verhindert
Durch einen Schlaganfall (Apoplex) kommt es zu einer plötzlichen Minderversorgung des Gehirns mit Blut, Gehirnzellen werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bei einem ischämischen Schlaganfall sind die Blutgefäße durch Arteriosklerose oder ein verschlepptes Blutgerinnsel verstopft, der hämorrhagische Apoplex wird durch eine Gehirnblutung verursacht. Im Mausmodell zeigten US-Wissenschaftler die Therapieoption mit einem neuen Wirkstoff auf, der die Ausbreitung der Blutungen im Gehirn verhindert.Show moreErnüchterndes Ergebnis der ORIGIN-Studie
Insulin glargin und Omega-3-Fettsäuren schützen Typ-2-Diabetiker nicht vor kardiovaskulären Risiken
Kardiovaskuläre Ereignisse zu reduzieren muss das Ziel jeder Diabetestherapie sein. Mit Spannung erwartet wurden deshalb die Ergebnisse der Origin-Studie, die am 11. Juni 2012 auf dem Kongress der ADA in Philadelphia präsentiert wurden. Doch sie waren enttäuschend: Weder die frühe Therapie mit dem Basalinsulin Insulin glargin noch die Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren konnten Patienten mit Typ-2-Diabetes oder dessen Vorstufen vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen.Show moreOrale Therapie der multiplen Sklerose
Immunmodulator Laquinimod verringert Schubrate
Die zweijährige Einnahme von Laquinimod führte bei Patienten mit einer schubförmigen multiplen Sklerose zu einer Verringerung der Schubhäufigkeit und einem verlangsamten Fortschreiten der Behinderung. Langzeitergebnisse fehlen noch, dem jetzigen Kenntnisstand zufolge ist die Therapie mit keinen schweren Nebenwirkungen behaftet.Show more
Auch auf das Auge achten!
Bei Diabetes regelmäßig zum Augenarzt gehen
Diabetische Retinopathie und Makulopathie gehören zu den mikrovaskulären Komplikationen des Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Das Risiko lässt sich durch eine möglichst gute Blutzuckereinstellung reduzieren. Um Netzhautveränderungen möglichst früh zu erkennen, werden regelmäßige augenärztliche Kontrollen empfohlen. Die Therapie stützt sich im Wesentlichen auf die Laserkoagulation und, bei Visusbeeinträchtigungen durch ein diabetisches Makulaödem, auf die intravitreale Applikation eines VGF-Inhibitors.Show more
Erhöhtes Blasenkrebsrisiko unter Pioglitazon
Verdacht gegen das orale Antidiabetikum bestätigt
Die aktuelle Auswertung der britischen General Practice Research Database (GPRD) zum Blasenkrebsrisiko unter einer Therapie mit Pioglitazon wird sicherlich erneut für Diskussionen sorgen. Bereits seit längerem steht das Antidiabetikum im Verdacht, die Entstehung von Blasenkrebs deutlich zu begünstigen. Frühere Studien hatten zu unterschiedlichen Entscheidungen einzelner Arzneibehörden geführt, die später zum Teil auch wieder rückgängig gemacht wurden. In Deutschland sind Pioglitazon-haltige Arzneimittel bei strenger Indikationsstellung weiter als Reservemedikament zugelassen.Show moreGliflozine als neue antidiabetische Hoffnungsträger?
Sie senken den Blutzucker – sind sie auch sicher?
Der erste Vertreter der antidiabetischen Gliflozine, Dapagliflozin (Forxiga®), steht in Europa vor der Zulassung. Gliflozine hemmen selektiv den Glucosetransporter SGLT-2, sie senken den Blutzucker durch vermehrte renale Glucoseausscheidung. Dies führt auch zu Kalorien- und Gewichtsverlust, und dies ohne Gefahr der Unterzuckerung. Das positive Bild trüben Berichte über Infektionen und gravierendere Nebenwirkungen. Der Stellenwert der Gliflozine wurde kontrovers diskutiert beim diesjährigen Hauptkongress der Deutschen Diabetes-Gesellschaft.Show more
Osteoporose
Osteoporose verändert die Knochen und damit die Körpergestalt, sie führt zu Frakturen und Schmerzen mit dramatischen Folgen wie Pflegebedürftigkeit bis hin zum Tod. Ein frühzeitiger Eingriff in den bei Osteoporose gesteigerten Knochenabbau kann helfen, solche Folgen in Grenzen zu halten. Medikamentös werden hierzu eine Basismedikation bestehend aus Calcium und Vitamin D sowie Anti-Osteoporotika – vor allem Bisphosphonate – eingesetzt.
Von Thomas Herdegen
Show moreKlassifizierung der COPD wird komplexer: Körperliche Belastbarkeit und Exazerbationen werden berücksichtigt
Entscheidend bei der GOLD-Klassifikation der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) war bislang die Einschränkung der Lungenfunktion. Das Komitee der "Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease" (GOLD) hat nun ein Update mit neuen Kriterien der Klassifizierung vorgelegt. Diese tragen, so hieß es beim Pneumologenkongress in Nürnberg, der Komplexität der Erkrankung weit besser Rechnung als die bisherige Einteilung.Show moreRechtliches
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