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(Foto: Bayer)

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Indisches Patent

Bayer verliert Patent auf Krebsmittel

Leverkusen - Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat die Entscheidung in Indien zur Weitergabe eines Patents für das Krebsmittel Nexavar an heimische Hersteller mit Enttäuschung aufgenommen. „Wir prüfen im Augenblick unsere rechtlichen Möglichkeiten, um unser geistiges Eigentum weiter zu verteidigen“, sagte ein Sprecher.

Das indische Patentamt hatte am Montag entschieden, dass Bayer das Patent an den indischen Generikahersteller Natco weitergeben muss. Im Gegenzug soll Bayer eine vergleichsweise geringe umsatzabhängige Lizenzabgabe erhalten. Durch diese Maßnahme soll das Mittel in Indien künftig deutlich billiger werden und für Patienten erschwinglich werden.
 
 Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) begrüßte unterdessen die Entscheidung des indischen Patentamts, erstmals einem Generikahersteller eine Zwangslizenz für ein patentiertes Medikament zuzusprechen. Diese Entscheidung beende faktisch das Monopol des Pharmakonzerns Bayer auf das Krebsmedikament Sorafenib Tosylate in Indien. Die Behandlungskosten könnten nun voraussichtlich von mehr als 5.500 Dollar pro Monat auf ungefähr 175 Dollar sinken, erklärte die Organisation. „Mit dieser Entscheidung hat das Patentamt in Indien klar gemacht, dass Patentmonopole kein Freifahrtschein für überhöhte Preise sind“, sagt Philipp Frisch von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Berlin.

 

dpa-AFX / 13.03.2012, 16:52 Uhr

Kommentare:

Ein Engagierter sagt:
03.10.2013 07:36

Wie wärs denn damit, wenn man erst einmal Markenmonopole in der Lebensmittelbranche, überteuerte Genussmittel (Champagner)oder überteuerte Modeartikel gleich miteinbeziehen würde und deren Markenschutz auch aufheben würde. Hinter diesen Artikeln steht sicherlich kein, wenn überhaupt aufwendiger Forschungsbedarf, der nur von einzelnen hochengagierten sonderbegabten Wissenschaftlern nach aufwendigem Studium in den "harten" Fächern mit Selbstdiziplin unter Verzicht auf die angeblich schönen Dinge im Leben geleistet wird. Der Diebstahl des geistigen Eigentums, d.h. der Ergebnisse dieser Forschung, sollte nicht möglich sein um einer Entmutigung jener Menschen die solches vollbringen können vorzubeugen. Sich für ein Forscherleben zu entscheiden ist eben etwas anderes als mehr...

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