Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Eine Patientin mit zahlreichen Beschwerden nach einem Sturz
Im aktuellen Fall der „Medikation unter der Lupe“ geht es um eine ältere Patientin, die zwei Wochen zuvor gestürzt war. Neben einer Wunde an der Hand und Schmerzen aufgrund ihrer Prellungen leidet die Dame seitdem auch an Schwindel und Übelkeit. Ob das von ihr berichtete „Kribbelgefühl in den Beinen“ etwas mit dem Sturz zu tun haben könnte oder doch die Diabetes-Therapie dahinter steckt und wie die Medikation angepasst werden könnte, um die Lebensqualität der Patientin wieder zu steigern, sind Fragen, die im Webinar diskutiert werden.Show moreBorderline-Störungen: Wenn sich Angst und Wut gegen den eigenen Körper richten
Borderline-Erkrankungen zählen zu den häufigsten und auffälligsten Persönlichkeitsstörungen. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu beherrschen und sind sehr labil in sozialen Beziehungen, im Selbstbild und ihrer Stimmung. Sie haben massive Wutausbrüche und sind oft unfähig, Spannungen abzubauen und richten diese gegen sich selbst. Ein wichtiger Therapiebestandteil Ų neben psychoanalytischen Therapien Ų sind Medikamente, die bei rund 40 bis 70% der Betroffenen zum Einsatz kommen.Show moreFenofibrat bei Typ 2-Diabetikern: Herzinfarktrisiko nicht wie erwartet gesenkt
Die Stoffklasse der Fibrate hat in der lipidsenkenden Therapie einen wesentlich geringeren Stellenwert als die der CSE-Hemmer. Darüber hinaus gab es bisher noch zu wenige Daten aus kontrollierten Studien, z. B. zu der Frage, ob diese Wirkstoffe das Herzinfarktrisiko verringern können. Die aus diesem Grund durchgeführte Langzeitstudie FIELD zur Effektivität und Sicherheit von Fenofibrat bei Typ-2-Diabetikern erbrachte allerdings nicht die erhofften positiven Ergebnisse.Show moreCoxibe in der Diskussion: Tausende Geschädigte oder kein erhöhtes Risiko?
Soeben hat das IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) unter Leitung von Prof. Dr. Peter Sawicki Zahlen veröffentlicht, nach denen in Deutschland schätzungsweise zwischen 2000 und 16.000 Menschen durch die Einnahme von Rofecoxib (Vioxx®) erkrankt oder verstorben sind. Das Gefährdungspotenzial anderer noch auf dem Markt befindlicher Coxibe wie Celecoxib (Celebrex®) wird ähnlich hoch wie das von Rofecoxib eingeschätzt. Offenkundig im Widerspruch dazu wird von der Firma Pfizer auf Daten einer Metaanalyse mit über 41.000 Patienten verwiesen, nach denen das kardiovaskuläre Risiko unter Celecoxib im Vergleich zu herkömmlichen nicht-steroidalen Antirheumatika nicht erhöht ist.Show moreStrahlen- und Chemotherapie: Palifermin vermindert Häufigkeit einer Mukositis
Die Schädigung der Schleimhäute, insbesondere im Mund- und Rachenraum, gehört aus der Perspektive der Patienten zu den stärksten Belastungen, die im Rahmen einer Stammzelltransplantation bei der Behandlung von Leukämien auftreten. Aufgrund einer schweren Mukositis, die durch Chemotherapie und Bestrahlung ausgelöst wird, können viele Patienten gerade während des belastenden Aufenthalts in der sterilen Umgebung tagelang nicht essen oder trinken. Mit dem Keratinozyten-Wachstumsfaktor Palifermin (Kepivance®) ist die orale Mukositis erstmals kausal therapierbar, Inzidenz, Schweregrad und Dauer lassen sich deutlich vermindern.Show moreAus der Forschung: Impfung gegen Alzheimer
Mit dem Ansteigen der Zahl älterer Menschen wird auch die Zahl der Alzheimer-Kranken zunehmen. Schätzungen für die EU gehen heute von etwa sechs Millionen Erkrankten aus, für 2050 werden 20 Millionen erwartet. Zu dem menschlichen Leid kommen hohe Kosten für das Gesundheitswesen, da die oft körperlich recht Gesunden durchaus 20 Jahre mit der Krankheit leben können.Bisher gibt es keine Therapie, die das Fortschreiten der Krankheit verhindert oder rückgängig macht. Der aussichtsreichste Ansatz ist die Verminderung der Amyloidbelastung des Gehirns durch Immunisierung der Patienten.
Show moreJohanniskrautextrakt: Auch gegen atypische Depressionen
Bei leichten und mittelschweren Depressionen sind standardisierte Johanniskrautextrakte eine der medikamentösen Optionen. Aktuelle Studien zeigen nun, dass sich auch atypische Depressionen und somatoforme Störungen erfolgreich phytotherapeutisch behandeln lassen.Show moreDopaminagonist Rotigotin: Erstes Parkinsonpflaster zugelassen
Der Dopaminagonist Rotigotin (Neupro®) ist das erste transdermal anzuwendende Parkinsonmittel. Das Pflaster wurde im Februar 2006 von der europäischen Zulassungsbehörde EMEA für die Behandlung der idiopatischen Parkinson-Erkrankung im Frühstadium ohne Levodopa als Monotherapie zugelassen.Show moreHormonabhängiger Brustkrebs: Letrozol zur postoperativen Initialtherapie
Der Aromatasehemmer Letrozol (Femara®) hat die Zulassung in Deutschland als postoperative Therapie für Frauen nach der Menopause mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs im Frühstadium erhalten, wie Novartis mitteilte. Die Zulassung für diese zusätzliche Indikation als Initialtherapie unmittelbar nach der Operation erfolgte im Rahmen des gegenseitigen europäischen Zulassungsverfahrens.Show moreTherapie des Kolorektalkarzinoms: Neue Oxaliplatin-Darreichungsform
Seit dem 15. März 2006 steht das Zytostatikum Oxaliplatin (Eloxatin®) auch in Deutschland als Konzentrat zur Verfügung. Gegenüber dem bisher verfügbaren Lyophilisat bietet diese neue Formulierung eine Reihe von Vorteilen, wie die Firma sanofi-aventis mitteilte.Show moreOmega-3-Fettsäuren: Kein Beweis für krebsschützende Wirkung
Eine systematische Literaturrecherche ergab weder für das Krebsrisiko im Allgemeinen noch für das Risiko einzelner Krebsarten einen Zusammenhang zur Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren. Demnach schützt viel frischer Fisch oder eine entsprechende Nahrungsergänzung wahrscheinlich nicht vor Krebs.Show moreHIV-Therapie: Brisante Resistenzlage
Am Erfolgsnimbus der antiretroviralen Kombinationstherapie nagen seit längerem die üblichen Plagen antiinfektiöser Therapie: Mutationen, Resistenzen, schlechte Therapietreue...Dringend benötigt werden in der antiretroviralen Pipeline Substanzen mit besserer Verträglichkeit und neuem Resistenzprofil, sagte Prof. Jürgen Rockstroh, Bonn, auf den Münchner Aids-Tagen. Ein jüngeres Beispiel ist der Proteaseinhibitor Tipranavir (Aptivus®), der bei vorbehandelten Patienten mit Mehrfachresistenzen zum Einsatz kommt.
Show moreInfluenza: Wie viele Kinder sterben an Grippe?
Eine amerikanische Untersuchung befasste sich mit den letal ausgehenden Influenzaerkrankungen bei Kindern während der Grippesaison 2003/2004. Das Ergebnis Ų über 150 Todesfälle vor allem bei jüngeren Kindern Ų rückt die Diskussion um eine flächendeckende Prävention durch Impfung in den Vordergrund.Show moreSystemische Mykosen: Welche Therapie bei einer Candidainfektion?
In einer randomisierten und offenen Studie mit nicht neutropenischen Patienten wurden zwei Therapieregime Ų Amphotericin B/Fluconazol versus Voriconazol Ų bei einer systemischen Candidainfektion miteinander verglichen. Beide Therapien erwiesen sich als gleichwertig; für Voriconazol sprechen möglicherweise dessen geringfügigeres Nebenwirkungsspektrum und die Möglichkeit einer intravenösen oder oralen Darreichung.Show moreCSE-Hemmer: Das „IDEALe“ Statin
Der Nutzen einer Statintherapie zur Reduktion der Morbidität und Mortalität bei Patienten mit manifester Atherosklerose und koronarer Herzkrankheit ist durch zahlreiche Studien belegt. In der IDEAL-Studie, deren Ergebnisse kürzlich publiziert wurden, waren zwei Statine Ų hoch dosiertes Atorvastatin und Simvastatin Ų bezüglich ihres Benefits für Patienten mit Herzinfarkt in der Anamnese miteinander verglichen worden.Show moreGlitazone nach der Proactive-Studie: Schutz von Herz und Hirn?
Eine große Langzeitinterventionsstudie mit Pioglitazon (Actos®) sollte den Beweis antreten, dass sich mit Glitazonen makrovaskuläre Komplikationen bei Diabetikern verhindern lassen. Nachdem der definierte primäre Endpunkt keinen signifikanten Vorteil von Pioglitazon gegenüber Placebo erkennen ließ, wurde nachträglich ein sekundärer Endpunkt festgelegt, dessen Auswertung dem erhofften Ergebnis näher kam. Danach verhindert Pioglitazon Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Kritik an diesem Vorgehen blieb nicht aus.Show moreHintergrund: Kardiovaskuläre Mortalität unter Sulfonylharnstoffen
In einer kanadischen Kohortenstudie wurden retrospektiv die Mortalitätsraten und Dosis-Wirkungsbeziehungen von drei verschiedenen in Monotherapie eingesetzten Substanzen zur oralen Diabetestherapie untersucht (s. a. DAZ 2006 Nr. 4, S. 30 Ų 33). Hierbei handelte es sich entweder um Sulfonylharnstoffe der ersten Generation (Tolbutamid oder Chlorpropamid), der zweiten Generation (Glibenclamid) oder um Metformin.Show moreDibutylphthalat: Arzneimittel-Hilfsstoff in der Kritik
Dibutylphthalat (DBP) ist ein zugelassener Hilfsstoff in Arzneimitteln, der als Weichmacher besonders bei der magensaftresistenten Verkapselung von Arzneistoffen eingesetzt wird. Die Zeitschrift "Öko-Test" und das ARD-Magazin "plusminus" kritisieren diesen Einsatz und weisen auf mögliche reproduktionstoxikologische Effekte hin, das BfArM sieht zurzeit keinen akuten Handlungsbedarf.Show moreThrombolytika: Alfimeprase löst Blutgerinnsel auf
Alfimeprase ist ein neuartiges Präparat zur Auflösung von Blutgerinnseln. Es wird derzeit zur Behandlung bei zentralvenösem Katheterverschluss in zwei Phase-III-Studien getestet, wie die Firmen Bayer HealthCare (BHC) und Nuvelo Inc. mitteilten.Show moreKinder und Diabetes: Dianino startet das Pilotprojekt Diabetes-Nanni
Erkranken Kinder und Jugendliche an Diabetes, werden sie zunächst stationär rundum betreut. Damit sie und ihre Familienangehörigen auch nach dem Klinikaufenthalt nicht mit der neuen Situation allein gelassen werden, startete die Dianino-Stiftung im Februar das Projekt Diabetes-Nanni.Show moreDiabetische Fußinfektion: Ertapenem so wirksam wie Piperacillin plus Tazobactam
Das Carbapenem Ertapenem war bei mittelschweren bis schweren diabetischen Fußinfektionen in einer randomisierten Doppelblindstudie ebenso wirksam und sicher wie die Kombination aus Piperacillin und Tazobactam. Beide Antibiotikaregime wurden parenteral verabreicht. Ertapenem hat den Vorteil der einmal täglichen Gabe.Show moreADHS: „Kinderkrankheit“ auch bei Erwachsenen behandeln
In manchen Diskussionen wird die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) in die Nähe einer "Modediagnose" gerückt. Experten mit ihren detaillierten Diagnosekriterien werden aber bei dem Syndrom vielfach fündig: Für Deutschland geben sie die Prävalenz der ADHS bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr mit 3 bis 5% an. Etwa jeder zweite Patient nimmt die Krankheit ins Erwachsenenleben mit. Die vielgesichtigen Symptome lassen sich mit psychotherapeutischen, sozialen und/oder medikamentösen Therapien bessern. Die Pharmakotherapie dominieren die nicht unumstrittenen Psychostimulanzien. Eine Alternative bietet der Noradrenalin-Reuptake-Hemmer Atomoxetin.Show moreRotavirus-Infektionen: Impfstoff für Säuglinge und Kleinkinder zugelassen
Die EMEA hat die Zulassung für Rotarix® in allen EU-Staaten erteilt. Für Säuglinge ab dem Alter von sechs Wochen soll damit ab Mai 2006 eine aktive Immunisierung gegen die hoch ansteckende Infektion mit Rotaviren zur Verfügung stehen, so GlaxoSmithKline.Show moreDiabetes mellitus: Wirkung von Inkretin verstärken
Sitagliptin (vorgesehener Handelsname Januvia®) ist der erste Vertreter einer neuen Klasse von Arzneimitteln zur Therapie des Typ-2-Diabetes, der DPP-4 (Dipeptidyl-Peptidase-4)-Inhibitoren. Er wird einmal täglich oral eingenommen. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat das Diabetesmedikament jetzt zum Zulassungsverfahren angenommen, die nächste Entscheidung der FDA wird bis Mitte Oktober erwartet.Show moreEuropäische Kommission: Verbot für Quecksilber geplant
Die Europäische Kommission hat jetzt eine umfassende Strategie zur Reduktion der Quecksilberbelastung vorgeschlagen. Quecksilber und seine Verbindungen können hoch dosiert tödlich sein und auch schon in relativ kleinen Mengen das Nervensystem ernsthaft schädigen. In einigen Gebieten der EU werden die international akzeptierten Sicherheitswerte, etwa bei Fischen, immer noch überschritten.Show moreReizdarmsyndrom: Diffuse Symptome – wirksame Behandlung
Die Behandlung des Reizdarmsyndroms (Colon irritabile) ist sehr schwierig: Das Krankheitsbild ist diffus. Eine organische Ursache ist definitionsgemäß ausgeschlossen. Im Vordergrund der Beschwerden stehen Bauchschmerzen und Blähungen sowie Verstopfung und/oder Durchfälle. Alle bisher zur Verfügung stehenden Behandlungsoptionen greifen nur punktuell in einzelne Symptome ein.Einen neuen Therapieansatz bietet nun allerdings - zumindest beim Reizdarmsyndrom mit dem vorherrschenden Symptom Verstopfung - der Serotonin-Agonist Tegaserod.
Show moreZulassungserweiterung: Topotecan: Neue Therapieoption bei Lungenkrebs
Neue Zytostatika und Bestrahlungstechniken und eine bessere Begleittherapie haben in den letzten Jahren die Prognose für Patienten mit fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs (SCLC) verbessert. Nun wurde erstmals belegt, was klinisch schon länger Usus war: Bestimmte Chemotherapien verlängern bei den meisten Rezidivpatienten auch in fortgeschrittenen Stadien das Überleben signifikant. Auf Basis der entsprechenden Phase-III-Studie wurde der Topoisomerase-I-Hemmer Topotecan (Hycamtin®) zugelassen für Patienten mit rezidiviertem SCLC, für die eine Wiederholung der Primärtherapie nicht in Frage kommt.Show moreRechtliches
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