Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Eine Patientin mit zahlreichen Beschwerden nach einem Sturz
Im aktuellen Fall der „Medikation unter der Lupe“ geht es um eine ältere Patientin, die zwei Wochen zuvor gestürzt war. Neben einer Wunde an der Hand und Schmerzen aufgrund ihrer Prellungen leidet die Dame seitdem auch an Schwindel und Übelkeit. Ob das von ihr berichtete „Kribbelgefühl in den Beinen“ etwas mit dem Sturz zu tun haben könnte oder doch die Diabetes-Therapie dahinter steckt und wie die Medikation angepasst werden könnte, um die Lebensqualität der Patientin wieder zu steigern, sind Fragen, die im Webinar diskutiert werden.Show moreKrebsprävention: Weniger Lungenkrebs durch Phytoestrogene?
In einer epidemiologischen Studie wurde eine Korrelation zwischen dem reichhaltigen Verzehr phytoestrogenhaltiger Lebensmittel und einem reduzierten Lungenkrebsrisiko aufgezeigt. Frauen und Männer profitieren in unterschiedlichem Ausmaß von phytoestrogenhaltiger Nahrung, dasselbe gilt für Raucher, Nichtraucher und ehemalige Raucher.Show moreKosmetische Indikation: Botulinumtoxin Typ A glättet die Stirn
Unter dem Handelsnamen Vistabel® hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Botulinumtoxin Typ A die Zulassung für die Behandlung der mittleren bis stark ausgeprägten vertikalen Falten zwischen den Augenbrauen (Glabellafalten) bei erwachsenen Männern und Frauen unter 65 Jahren erteilt, wenn diese Falten eine erhebliche psychische Belastung für den Patienten darstellen.Show moreChemotherapie: Infektionsprophylaxe mit Levofloxacin
Durch die prophylaktische Gabe von Levofloxacin können Fieberepisoden und infektionsbedingte Ereignisse bei Krebspatienten, die eine myelosuppressive Chemotherapie erhalten, abgeschwächt oder verhindert werden. Wie sich dieses Vorgehen auf die Resistenzsituation auswirkt, ist zurzeit noch nicht bekannt.Show moreGewichtsreduktion: Den Cannabinoid-Rezeptor blockieren
Das körpereigene Endocannabinoid-System ist unter anderem an der Regulation des Appetits sowie des Glucose- und Lipidstoffwechsels beteiligt. Wie in einer Studie gezeigt wurde, führt eine Blockade des Cannabinoid-Rezeptors zu einer Gewichtsabnahme. Zusätzlich werden kardiovaskuläre und metabolische Risikofaktoren reduziert.Show moreAsthma bronchiale: Ciclesonid zur Behandlung von Jugendlichen zugelassen
Das inhalative Corticosteroid Ciclesonid (Alvesco®) hat von den europäischen Behörden die Zulassungserweiterung für die Behandlung von leichtem bis schwerem chronischem Asthma bei jugendlichen Patienten ab zwölf Jahren erhalten.Show moreDepression und Schmerz: Mit Antidepressiva auch körperliche Symptome behandeln
Patienten mit Rückenschmerzen und Beschwerden am Muskel-Skelett-Apparat sind täglich Brot in jeder Hausarztpraxis und auch in Apotheken. Diese "Allerweltsbeschwerden" sind aber auch die häufigsten körperlichen Symptome von Menschen in einer Depression. Der Grund wird in einer Dysfunktion zentral schmerzregulierender Bahnen vermutet, die von Noradrenalin und Serotonin abhängen. Duale Hemmung beider Transmittersysteme an zentralen Schnittstellen der psychischen und körperlichen Symptome kann Depressions- und Schmerzlinderung zugleich sein.Show moreDermatologie: Krätze – juckend, ansteckend und zunehmend
Skabies ist eine ansteckende, stark juckende, parasitäre Hauterkrankung, die sich schnell ausbreiten kann. Besonders in einigen tropischen Regionen wie Zentral- und Mittelamerika betrifft sie nahezu jeden. In Industriestaaten tritt die Krätze überwiegend in Gemeinschaftseinrichtungen auf, in denen Menschen auf engem Raum zusammen sind.Show moreOrgantransplantation: Inhaliertes Ciclosporin schützt die neue Lunge
Patienten, die eine Lunge transplantiert bekommen, entwickeln langfristig als Abstoßungsreaktion entzündliche Veränderungen der kleinen Bronchialäste. Um diese häufige chronische Abwehrreaktion zu verhindern, haben US-Mediziner eine inhalative Formulierung des Immunsuppressivums Ciclosporin entwickelt, die die Überlebenschancen der Patienten deutlich erhöhen konnte.Show moreTherapie der Schizophrenie: Atypische Neuroleptika doch nicht nebenwirkungsärme
Für einiges Aufsehen sorgte die Veröffentlichung der Ergebnisse der amerikanischen CATIE-Studie. Darin hatte sich gezeigt, dass einige atypische Neuroleptika keinen Vorteil gegenüber dem als Referenz verwendeten klassischen Antipsychotikum Perphenazin besitzen.Show moreAdipositas: Motor des metabolischen Syndroms
Fettsucht grassiert. Inzwischen gelten über 50% der Bevölkerung als übergewichtig. Fettsucht hat Zukunft: Das Zunehmen bei Kindern und Jugendlichen zeigt, dass die Zuckerkranken von morgen mehr werden. Dabei wird Adipositas gesundheitspolitisch untergewichtet. Statt der Ursache werden oft nur die Folgekrankheiten therapiert. Denn es verläuft eine konsistente Risikokette von Adipositas zu den Krankheiten des metabolischen Syndroms, Diabetes, Arteriosklerose, schließlich Herzinfarkt und Schlaganfall als häufigste Todesursachen.Show moreProtonenbestrahlung: Konkurrenz für die Strahlentherapie bei Krebs
Die bisherige Röntgenbestrahlung bei der Behandlung bösartiger Tumoren erhält Konkurrenz von der neuartigen Protonentherapie. Die Protonenstrahlen können den Tumor, anders als die Röntgenbestrahlung, millimetergenau ausrichten und zielgenau treffen.Dies bedeutet eine deutlich geringere Belastung des umgebenden gesunden Gewebes. Voraussichtlich Mitte Februar wird das europaweit erste vollklinische Protonentherapie-Zentrum in München in Betrieb genommen.
Show moreAntibiotika, Antipyretika, Impfungen: Erhöhen sie das Allergierisiko bei Kinder
Ein anthroposophischer Lebensstil soll Kinder vor allergischen Erkrankungen schützen. So kam eine schwedische Studie zu dem Schluss, dass Kinder einer Steiner- oder Waldorf-Schule, deren Elternhaus meist anthroposophisch geprägt war, seltener zu atopischen Erkrankungen neigten. Verantwortlich dafür könnten der restriktive Einsatz von Antibiotika und Antipyretika und die ablehnende Haltung gegenüber Impfungen wie Masern, Mumps und Röteln sein. In einer großen internationalen Querschnittstudie wurde versucht, Belege für diese Hypothese zu finden und nach Möglichkeit Schutzfaktoren zu definieren.Show moreAnthroposophischer Lebensstil: Ergebnisse mit Vorsicht interpretieren
Die Parsifal-Studie ist bislang die größte Studie, die versucht hat zu klären, ob und wie ein anthroposophischer Lebensstil vor allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma oder atopischem Ekzem schützen kann. An dieser in Schweden, Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich durchgeführten Multicenterstudie war auch Prof. Dr. Erika von Mutius vom Dr. von Haunerschen Kinderhospital der Universität München beteiligt. In einem Gespräch mit der DAZ mahnte sie zur Vorsicht bei der Interpretation der Studie.Show moreAngsterkrankungen: Wenn die Furcht regiert
Angststörungen werden häufig bagatellisiert und nicht als relevante gesundheitliche Beeinträchtigung wahrgenommen. Dabei sind sie so häufig wie Depressionen und können für die Betroffenen genauso schwerwiegend sein. Während Angsterkrankungen lange Zeit nur verhaltenstherapeutisch behandelt wurden, hat man mittlerweile auch evidenzbasierte, pharmakologische Interventionsmöglichkeiten. Im Vordergrund stehen dabei die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.Show moreHIV-Therapie: AIDS heilen – mit Valproinsäure?
Mithilfe der herkömmlichen antiretroviralen Therapie gelingt es zwar häufig, die Viruslast bei HIV-Infizierten unter die Nachweisgrenze zu senken. Für eine Heilung der Erkrankung müssten jedoch auch die in den infizierten T-Zellen noch latent vorhandenen Erreger komplett beseitigt werden. Im Rahmen einer kürzlich veröffentlichten Pilotstudie war es gelungen, durch eine Behandlung mit Valproinsäure die Zahl der latent infizierten CD4+-Zellen um durchschnittlich drei Viertel zu senken.Show moreAußenansicht: Trasylol – ein Vioxx II?
Der seit 1993 zur Prophylaxe von Blutverlusten bei Bypass-Operationen eingesetzte Wirkstoff Aprotinin (Trasylol®) erhöht möglicherweise das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse. Nach einer internationalen und im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlichten Beobachtungsstudie soll es nach dem Einsatz des Medikaments gehäuft zu Nierenversagen, Herzinfarkt oder Schlaganfall gekommen sein...Show moreArbeitsgemeinschaft Influenza: Daten zur aktuellen Situation
Die Arbeitsgemeinschaft Influenza bietet auf ihrer Webseite www.influenza.rki.de von der 40. bis zur 15. Kalenderwoche, also während der Wintersaison, aktuelle und fundierte Informationen zur Aktivität der Influenza.Show moreDiabetes Typ 1 und 2: Inhalatives Insulin zugelassen
Die europäische Zulassungsbehörde EMEA hat am 26. Januar erstmals ein inhalatives Insulin zugelassen, wie aus einer Pressemitteilung von Pfizer hervorgeht. Exubera®, das mit einem speziellen Inhalator appliziert wird, darf bei Typ-1-und Typ-2-Diabetikern verordnet werden. Für Raucher und Patienten mit Lungenerkrankungen bestehen Kontraindikationen. Für die USA erteilte die Food and Drug Administration die Zulassung einen Tag später.Show moreTelithromycin: Warnung vor Lebertoxizität
FDA und EMEA haben Ärzte zu vorsichtigem Umgang mit dem Ketolidantibiotikum Telithromycin (Ketek®) aufgerufen. Das Augenmerk muss auf Leberfunktionsstörungen und die damit verbundenen Symptome gerichtet werden. Anlass für diese Warnung sind Berichte über drei Fälle von akutem Leberversagen unter Telithromycin.Show moreSolide Tumoren: Neuer Tyrosinkinase-Inhibitor Sunitinib
Die amerikanische Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat dem Wirkstoff Sunitinib die Zulassung zur Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms sowie zur Therapie von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) bei Progression unter oder Unverträglichkeit der Standardtherapie erteilt, wie Pfizer mitteilte.Show moreOTC-Schmerzmittel: Dreierkombi hat ihre Berechtigung
Kombinationspräparate zur Selbstmedikation von Kopfschmerzen standen bei Pharmakologen lange Zeit in kritischem Licht. Denn nach Auffassung von Kritikern lassen sich mit der Gabe eines Monopräparats gleich gute Ergebnisse erzielen.Eine von Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Essen, im vergangenen Jahr durchgeführte Studie brachte jedoch das Ergebnis, dass die Dreierkombination aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein der Gabe von Einzelsubstanzen bei der Behandlung von Kopfschmerzen überlegen ist: gleich gute Verträglichkeit bei schnellerem Wirkungseintritt.
Damit hat die Dreierkombination ihre Überlegenheit gegenüber Monopräparaten bewiesen. Wir sprachen mit Professor Diener über diese Studie und den Wert für den Patienten.
Show moreHerztransplantation: Immunsuppression mit Daclizumab
Der monoklonale Antikörper Daclizumab verringert Abstoßungsreaktionen nach Herztransplantationen. Er sollte allerdings nicht gleichzeitig mit zytolytisch wirkenden Therapeutika verabreicht werden, um Infektionsbedingte Komplikationen zu verhindern. So das Fazit einer multizentrischen Studie.Show moreAlzheimer-Demenz: Ziel: Die Progression verzögern
Die Behandlung der Demenz verursacht hohe Kosten - Tendenz enorm steigend. Den Löwenanteil machen dabei die Aufwendungen für die Pflege aus. Im Vergleich dazu fallen die Ausgaben für Antidementiva gering aus. Durch deren stadiengerechten Einsatz ergeben sich zudem im Pflegesektor Einsparungen. Die Acetylcholinesterasehemmer sind Mittel der ersten Wahl bei der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz. Für mittelschwere bis schwere Formen steht seit 2002 als erstes und einziges Antidementivum Memantin zur Verfügung.Show moreMorbus Paget: Zoledronsäure oder Risedronat?
Bisphosphonate gelten als Mittel der Wahl zur Therapie eines Morbus Paget. Das standardmäßig eingesetzte Risedronat muss über Monate hinweg täglich eingenommen werden, was zu Problemen mit der Compliance führen kann. Wie ein Vergleich zwischen einer einmaligen Kurzinfusion mit Zoledronsäure und der monatelangen täglichen oralen Gabe von Risedronat gezeigt hat, führt das i. v. applizierte Bisphosphonat zu besseren Ergebnissen als die orale Standardtherapie mit Risedronat.Show moreRechtliches
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