Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Vier Wirkstoffe sollen bei Long/Post-COVID erstattungsfähig werden
Für Menschen, die an Long- oder Post-COVID erkrankt sind, gibt es gute Nachrichten: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den Weg für die standardmäßige Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung für vier Arzneimittel frei gemacht. Show moreDuloxetin zur Langzeitbehandlung der Depression
Die Indikation des selektiven Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmers Duloxetin (Cymbalta®) wurde erweitert. Die Europäische Kommission hat auf Basis einer aktuellen Langzeitstudie die bisherige Zulassung für schwere depressive Episoden um den Indikationsbereich schwere depressive Erkrankungen ergänzt.Show moreWelches Insulin nach Versagen oraler Therapie?
Einer aktuellen Studie zufolge sollten Typ-2-Diabetiker, die auf eine orale Therapie nicht mehr ansprechen, ein basales Insulin erhalten. Ist die Blutzuckerkontrolle dann noch immer unzulänglich, kann zusätzlich prandiales Insulin appliziert werden.Show more
ADHS
Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) gehören zu den häufigsten Störungsbildern im Kindes- und Jugendalter. 3 bis 10% aller Kinder zeigen Symptome im Sinne einer ADHS. Im Erwachsenenalter sind mehr Menschen von ADHS betroffen als von Depression oder Schizophrenie. Pharmakotherapeutika der ersten Wahl sind Psychostimulanzien, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch gut verträglich und nicht organtoxisch sind. Der Einsatz von Psychostimulanzien kann das Risiko für spätere Suchterkrankungen reduzieren. | Von Thomas HerdegenShow moreGene beeinflussen das Krankheitsrisiko
Wie bei allen Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen auch bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) die Gene eine Rolle. Die Mechanismen, über die das Krankheitsrisiko auf genetischer Ebene beeinflusst wird, sind allerdings noch weitgehend unbekannt. Ein internationales Forscherteam konnte nun einen neuen genetischen Risikofaktor für die KHK identifizieren. In einem bekannten Risikogen wurden zwei Einzelnukleotid-Polymorphismen entdeckt, die das Risiko des Trägers dieser Genvariante eine KHK zu entwickeln annähernd verdoppeln.Show moreEltrombopag für chronische Immunthrombozytopenie
Die Europäische Arzneimittelzulassungsbehörde EMA hat Eltrombopag (Revolade) am 11. März 2010 für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit chronischer Immunthrombozytopenie (ITP) nach Splenektomie zugelasssen, die auf andere Therapien wie Glucocorticoide oder Immunglobuline refraktär sind. Darüber informierte jetzt der Hersteller GlaxoSmithKline.Show moreBlockade des EGF-Rezeptors mit Panitumumab
Der humane Antikörper Panitumumab (Vectibix®) ist ein Baustein der zielgerichteten Therapie beim metastasierten kolorektalen Karzinom. Unter bestimmten Voraussetzungen – in diesem Fall bei Vorliegen eines nicht-mutierten KRAS-Gens – kann durch die Blockade des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) ein verlängertes progressionsfreies Überleben erzielt werden. Zwei neue Phase-III-Studien befassen sich mit der Kombination aus einer klassischen Chemotherapie und dem Antikörper Panitumumab.Show moreUstekinumab in Vergleichsstudie wirksamer als Etanercept
Ustekinumab, ein neues Biological zur Psoriasis-Behandlung, zeigte sich in einer randomisierten Vergleichsstudie Etanercept nach einer Beobachtungszeit von zwölf Wochen in der Wirksamkeit überlegen, bei weitgehend vergleichbarem Sicherheitsprofil.Show moreHerpesvirus kann vererbt werden
Das humane Herpesvirus 6 (HHV 6) löst bei Säuglingen und Kleinkindern das Dreitagefieber aus. Es wird aber auch ein Zusammenhang zwischen einer HHV-6-Infektion und anderen Erkrankungen diskutiert. Bereits früher war gemutmaßt worden, dass das Virus möglicherweise vererbt wird. Jetzt konnten Wissenschaftler zeigen: Nach einer Infektion integriert das Virus sein Genom dauerhaft in die Telomere der Chromosomen. Bei einer Infektion der Keimzellen kann das genetische Material auf die nächste Generation übertragen und das Virus wieder aktiviert werden.Show moreGefahr für Muskelschäden steigt mit Simvastatin-Dosis
Die FDA hat Auswertungen von Studien, Nebenwirkungsmeldungen und Verschreibungsdaten zum Anlass genommen, um verstärkt vor Muskelschäden unter einer Hochdosis-Behandlung mit dem Cholesterinsenker Simvastatin zu warnen. Patienten, die mit der Tageshöchstdosis von 80 mg behandelt werden, haben nach FDA-Einschätzung ein höheres Myopathie-Risiko als solche, die niedrigere Simvastatin-Dosierungen erhalten. Auch andere Vertreter aus der Gruppe der Statine scheinen weniger risikobehaftet zu sein.Show moreOmalizumab für Asthmapatienten mit hohen IgE-Werten
Die europäische Arzneimittelagentur hat die Zulassung für Omalizumab (Xolair®) zur Behandlung des schweren allergischen Asthmas erweitert. Zudem wurde eine neue Dosistabelle erstellt, die bislang zwei Dosistabellen für die Therapie von Erwachsenen und Jugendlichen sowie von Kindern ab sechs Jahren zu einer gemeinsamen Tabelle vereinheitlicht und die nun auch Patienten mit IgE-Basiswerten von bis zu 1500 I.E./ml erfasst, denen bislang keine wirksame Therapie mit dem Anti-IgE-Antikörper zur Verfügung stand.Show moreSelen auf der Intensivstation
Es ist nicht etwa der berühmte, zum Herz ziehende rote Streifen. Vielmehr beginnt eine Sepsis meist mit unspezifischen Allgemeinsymptomen. Sie kann im weiteren Verlauf zu Multiorganversagen führen und endet dann trotz intensivmedizinischer Behandlung in rund 50% der Fälle tödlich. Umso bemerkenswerter ist, dass ein Spurenelement die Letalitätsrate signifikant senken kann.Show moreNutzen einer MS-Therapie mit Natalizumab überwiegt
Der Einsatz von monoklonalen Antikörpern bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen erfordert ein sorgfältiges Risikomanagement. Das wird nicht zuletzt an der Natalizumab-Therapie von Patienten mit hochaktiver, schubförmig remittierender multipler Sklerose (RRMS) deutlich. Die Anzahl an progressiven multifokalen Leukenzephalopathien (PML), die sich mittlerweile auf weltweit 35 Fälle erhöht hat, gibt Anlass zu einer neuen Nutzen-Risiko-Bewertung der Substanz.Show moreEdoxaban – oraler Faktor-Xa-Inhibitor in klinischer Prüfung
Neben dem neuen oralen direkten Thrombininhibitor Dabigatran werden zurzeit auch weitere orale Antikoagulanzien in klinischen Untersuchungen überprüft. So auch der orale FaktorXa-Inhibitor Edoxaban, dessen Wirksamkeit und Sicherheit zur Behandlung und Vorbeugung bei wiederkehrenden venösen Thromboembolien (VTE) sowie zur Schlaganfallprophylaxe bei Patienten mit Vorhofflimmern derzeit in verschiedenen Phase-III-Studien untersucht wird.Show moreTicagrelor überzeugt bei akutem Koronarsyndrom
Wichtiger Baustein der Therapie des akuten Koronarsyndroms ist eine ausreichende Antikoagulation auch über die Therapie der akuten Phase hinaus. Insbesondere nach invasiven Eingriffen ist für eine Behandlung mit Acetylsalicylsäure plus einem weiteren Thrombozytenaggregationshemmer ein Überlebensvorteil nachgewiesen. Der bisherige Standard Clopidogrel musste sich mit der neuen Substanz Ticagrelor in einer Vergleichsstudie messen: Ticagrelor konnte die Sterberaten bei Infarktpatienten verringern, ohne dabei die Anzahl von Blutungsereignissen zu steigern.Show moreDirekte Vergleichsstudie mit Ulipristalacetat
War der bisherige Standard der Notfallkontrazeption die Einnahme von 1,5 mg Levonorgestrel innerhalb von 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr, so wird durch den neuen Wirkstoff Ulipristalacetat (Ellaone®) das Zeitfenster ausgeweitet. Der synthetische Progesteronrezeptor-Modulator hat in einer direkten Vergleichsstudie seine Wirkung innerhalb von 120 Stunden unter Beweis gestellt und damit das Ziel der Nicht-Unterlegenheit gegenüber Levonorgestrel erreicht.Show moreTrabectedin: Zulassung bei Weichteil- und Ovarialkarzinom
Trabectedin (Yondelis®) hat seit einigen Jahren seinen Stellenwert bei der Sekundärtherapie der selten vorkommenden fortgeschrittenen Weichteilsarkome. Neu ist seine Zulassung beim rezidivierten Ovarialkarzinom. Hier wird Trabectedin in Kombination mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin (Caelyx®) in der Zweit- und Dritt-Linien-Therapie eingesetzt.Show moreβ-Amyloid-Protein bei Morbus Alzheimer antimikrobiell aktiv
Ablagerungen in der grauen Hirnsubstanz gelten als Früherkennungszeichen der Alzheimer-Krankheit. Die Hauptbestandteile dieser Plaques, die β-Amyloid-Proteine, wurden bislang als Stoffwechselendprodukte angesehen, die bei Hirnprozessen anfallen, und sogar als "Müll" bezeichnet. Jetzt haben amerikanische Wissenschaftler für das β-Amyloid-Protein ausgeprägte antimikrobielle Eigenschaften nachgewiesen. Sie vermuten, dass das Protein ein ganz normaler Bestandteil des hirninternen Immunsystems ist. Dies könnte zu völlig neuen Therapieansätzen führen.Show moreTrockenextrakt aus Grünem Tee gegen Feigwarzen
Feigwarzen sind lästig, kommen immer wieder und sind ansteckend. Seit März steht mit Veregen® 10% Salbe eine neue, verschreibungspflichtige Therapieoption zur Verfügung. Der gereinigte Trockenextrakt aus Blättern des Grünen Tees hat vor allem einen Vorteil: die niedrige Rezidivrate. Show moreHörschäden durch Analgetika: ein neues Problem?
Als Anfang März 2010 die Nachricht die Runde machte, dass Schmerzmittel zu Hörverlust führen können, reagierten selbst Experten mit Verwunderung. Hintergrund war eine Auswertung der Health Professionals Follow-up Study, in der der Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Analgetika-Konsum und Hörschäden nachgegangen worden war. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick beunruhigend. Insbesondere Männer unter 60 Jahren scheinen gefährdet, schwerhörig durch Schmerzmittel zu werden. Wir haben die Ergebnisse der Studie von Curhan et al. von verschiedenen Experten analysieren lassen. Sie äußern Zweifel an der Aussagekraft der Studie und weisen auf viele offene Fragen hin.Show more„Nutzen und Risiken bei Rosiglitazon abwägen“
In die Diskussion um Nutzen und Risiken des Antidiabetikums Rosiglitazon hat sich jetzt auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) eingeschaltet. Hintergrund sind Forderungen in den USA, Rosiglitazon wegen einer erhöhten Kardiotoxizität und damit verbundenen Todesfällen vom Markt zu nehmen. Diese Gefahr kann die DDG aufgrund der vorliegenden Daten nicht erkennen. Sie fordert aber die Ärzte auf, gemeinsam mit den Patienten zu entscheiden, ob der Einsatz von Glitazonen sinnvoll ist.Show moreLeptin senkt Blutzuckerspiegel bei Mäusen mit Typ-1-Diabetes
Nicht nur Insulin, auch das Fetthormon Leptin senkt bei Mäusen mit Typ-1-Diabetes den Blutzuckerspiegel. US-Wissenschaftler zeigten, dass eine Monotherapie mit Leptin der konventionellen Behandlung mit Insulin gleichwertig war. Die diagnostische Bestimmung der HbA1C -Werte zeigte sogar überlegene Ergebnisse. Da sich Leptin positiv auf den Fettstoffwechsel auswirkt und somit möglicherweise das Risiko für koronare Erkrankungen mindert, könnte eine Kombinationstherapie von Insulin mit Leptin bei nicht-übergewichtigen Patienten von Vorteil sein.Show moreModerne Krebsmedizin: Fortschritte und Herausforderungen
Rund eineinhalb Millionen Menschen leben derzeit in Deutschland mit einer Krebserkrankung, die in den vorangegangenen fünf Jahren entdeckt wurde – Tendenz steigend. Ein Grund ist der zunehmende Anteil alter Menschen an der Bevölkerung, ein anderer sind die Fortschritte der Krebstherapie. Sie sorgen nicht nur für mehr Heilungserfolge, sondern vor allem dafür, dass Tumorpatienten länger als früher mit der Erkrankung leben. Beide Entwicklungen stellen die moderne Krebsmedizin vor erhebliche Herausforderungen, wie beim 29. Deutschen Krebskongress deutlich wurde.Show moreGrüner Tee gegen Warzen – ist das ein Erfolgskonzept?
In klinischen Phase-III-Studien zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei immunkompetenten Patienten zeigte sich, dass die dreimal tägliche Behandlung mit Veregen 10% über bis zu 16 Wochen signifikant wirksamer war als die Behandlung mit Placebo in Bezug auf die vollständige sichtbare Abheilung aller äußerlichen Feigwarzen im Genital- und Perianalbereich. Wir sprachen mit Prof. Dr. Eggert Stockfleth vom Hauttumorcentrum Charité (HTCC) an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Berlin, über die Einsatzmöglichkeiten der Salbe aus Grünem Tee-Extrakt.Show moreGelenkverschleiß: Da kann man nichts machen ... oder?
Empfehlungen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft zur Arthrosetherapie
Von Kirsten Lennecke
Hunderte Tuben Diclofenac-Gel gehen jeden Tag über den HV-Tisch in unseren Apotheken. Diese Gele werden bei akuten Verletzungen wie Prellungen und Zerrungen verwendet, aber sehr häufig auch langfristig gegen Arthrose. Die Patienten behandeln damit Schmerzen in den Knien, in der Hüfte, in der Schulter. Fragt man sie, wie es ihnen hilft, so fragen die Patienten oft zurück: "Wieso fragen Sie? Haben Sie denn eine andere, eine bessere Empfehlung?" Der Markt mit Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln zur Behandlung von Arthrose ist groß und unübersichtlich. Welche Therapieempfehlungen gibt die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft? Welche Empfehlung können Apotheker darüber hinaus geben?
Show moreGlatirameracetat im Frühstadium wirksam
Die frühzeitige Gabe von Glatirameracetat (Copaxone®) kann die Konversion zur klinisch manifesten multiplen Sklerose verzögern. So das Ergebnis einer internationalen, multizentrischen Studie mit knapp 500 Patienten. Den Studienautoren und Kommentatoren zufolge zeigen diese Resultate, dass Glatirameracetat ähnlich wirksam ist wie Beta-Interferone.Show moreMucopolysaccharid im Tierversuch wirksamer als Heparin
Sowohl Mucopolysaccharidpolysulfat (MPS) als auch Heparin haben eine durchblutungsfördernde und gerinnungshemmende Wirkung. Sie eignen sich daher besonders zur Verhinderung und Behandlung von Hämatomen. Die Wirkung beider Substanzen auf verschiedene Parameter der Blutgerinnung wurde jetzt im Tierversuch überprüft. Dabei zeigte sich, dass die Wirksamkeit von MPS der von Heparin nach topischer Applikation offensichtlich überlegen ist.Show moreRechtliches
© 2026 Deutsche Apotheker Zeitung