Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Vier Wirkstoffe sollen bei Long/Post-COVID erstattungsfähig werden
Für Menschen, die an Long- oder Post-COVID erkrankt sind, gibt es gute Nachrichten: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den Weg für die standardmäßige Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung für vier Arzneimittel frei gemacht. Show moreRetardierte Opioide und das Alkohol-Interaktionsrisiko
Retardierten Opioiden auf Polymethacrylat-Triethylcitrat-Basis soll die Zulassung entzogen werden. Das hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA im Rahmen seiner Tagung im Juli 2010 beschlossen. Hintergrund ist die Gefahr einer verstärkten Wirkstofffreisetzung durch Alkohol. Der Beschluss liegt der Europäischen Kommission zur Entscheidung vor. Für den deutschen Markt wird er aber keine Konsequenzen haben.Show moreNeue Impfempfehlungen der STIKO
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat ihre Impfempfehlungen aktualisiert und im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht. Die wesentlichsten Neuerungen sind die Empfehlung einer generellen Masern-Schutzimpfung für junge Erwachsene sowie die Empfehlung der Influenza-Schutzimpfung für alle Schwangeren. Bei den Impfempfehlungen für Röteln, Meningokokken, Tollwut und Cholera hat die STIKO Anpassungen und Präzisierungen vorgenommen.Show moreSuizidrisiko von Antiepileptika differenziert betrachten
Im Jahre 2008 hatte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA aufgrund der bis dahin vorliegenden Datenlage verfügt, dass die Hersteller von Antiepileptika mit unterschiedlichen Wirkstoffen vor einem erhöhten Suizidrisiko warnen müssen. Eine jetzt veröffentlichte Fall-Kontroll-Studie Berliner Wissenschaftler kommt zu einer differenzierten Bewertung dieses Risikos bei verschiedenen Wertstoffen. Sie warnen jedoch davor, aus Angst vor einer Suizidalität auf die Einnahme der Medikamente ganz zu verzichten.Show moreAntiparkinsonmittel
Es gibt keine pharmakotherapeutische Möglichkeit, den Untergang der dopaminergen Neurone zu verhindern. Die Pharmakotherapie des Parkinson-Syndroms (PS) ist daher immer noch symptomatisch. Ziel ist der Ersatz des fehlenden Dopamins bzw. die Normalisierung der dopaminergen Übertragung im Striatum.
Show moreZur Primärprophylaxe auch ohne kardiovaskuläres Risiko?
Eine aktuelle Metaanalyse leistet einen weiteren Beitrag zur Kontroverse um eine lipidsenkende Therapie mit Statinen zur Primärprävention kardiovaskulärer und zerebrovaskulärer Ereignisse bei Menschen mittleren Alters ohne Krankheitsdiagnose bei Therapiebeginn. Danach scheint ein potenzieller Nutzen für Risikopersonen ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung –falls überhaupt vorhanden – kleiner als bisher angenommen zu sein.Show moreRhabdomyolyse unter Zoledronsäure
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) macht auf die Möglichkeit eine Rhabdomyolyse unter Bisphosphonaten aufmerksam. Unter intravenös verabreichter Zoledronsäure wurde ein Patient mit Verdacht auf eine Rhabdomyolyse auf die Intensivstation aufgenommen. Die AkdÄ vermutet, dass es sich angesichts der häufigen und langjährigen Anwendung von Bisphosphonaten um keine häufige UAW handelt, da sie in der Literatur bisher nicht beschrieben wurde.Show more
Stillstand der geordneten Bewegungen
Die Parkinson-Erkrankung ist ein vielschichtiges neurologisches Syndrom, bei dem Störungen der Bewegungen dominieren, aber auch vegetative, affektive und kognitive Störungen auftreten. Die kausale Therapie wie Transplantation von Stammzellen ist (noch) keine breite Therapieoption, aber die symptomatisch orientierte Pharmakotherapie erreicht über viele Jahre eine Stabilisierung der Bewegungsstörungen. Die dopaminerge Pharmakotherapie, das heißt die Parkinson-Therapie im engeren Sinne, verbessert aber hauptsächlich nur die motorischen Symptome. | Von Thomas Herdegen
Show moreNeuer Cholesterinsenker Pitavastatin
Pitavastatin ist ein neues Statin, das zur Senkung erhöhter Gesamt-Cholesterin- und LDL-Cholesterin-Spiegel eingesetzt wird. Es wurde in Großbritannien als Referenzland zugelassen, die Zulassung in anderen europäischen Ländern wird derzeit beantragt.Show morePharmakotherapie des Parkinson-Syndroms
Im Zentrum der Parkinson-Therapie steht die Supplementierung des fehlenden Dopamins mit L-Dopa, Dopamin-Rezeptor-Agonisten und Hemmstoffen der metabolisierenden Enzyme wie der DDC, COMT und MAO-B. Eine differenzielle Pharmakotherapie vermag die schweren Symptome der Parkinson-Krankheit so zu bessern, dass nach Diagnosestellung eine über 20 Jahre reichende, befriedigende Lebensqualität zu erzielen ist. L-Dopa ist die wirkungsvollste Substanz gegen das am meisten belastende Hauptsymptom Akinese, verursacht aber selbst komplexe und schwer zu therapierende Wirkungsfluktuationen und Dyskinesien. Die nicht-dopaminergen Störungen werden so therapiert wie bei Nicht-Parkinson-Patienten.Show moreKlinik und Pathogenese des Parkinson-Syndroms
Das Parkinson-Syndrom ist eine Störung des Alters, unter der 1% der über 60-Jährigen und 3% der über 80-Jährigen leiden (0,3% der Gesamtbevölkerung). Damit ist das Parkinson-Syndrom nach den Demenz-Erkrankungen die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Seine klinische Bedeutung liegt nicht nur in der motorischen Behinderung, sondern in zahlreichen anderen Störungen des autonomen Nervensystems und in der hohen Komorbidität für affektive (meist depressive) und kognitive (meist demenzielle) Störungen.Show moreAuch Nichtdiabetiker nehmen unter Inkretintherapie ab
In der Diabetestherapie sind sie schon etabliert: Gliptine und GLP-1-Rezeptoragonisten, die physiologische Effekte der Darm-Inkretine verstärken bzw. nachahmen. Sie lösen keinen Unterzucker aus und machen die Patienten nicht dicker, als sie ohnehin sind. Mehr noch: Unter GLP-1-Agonisten sinkt das Körpergewicht. Das macht sie interessant für die Adipositastherapie, in der es an zugelassenen Substanzen mangelt. Neue Studien zeigen: Man muss nicht diabetisch sein, um unter Inkretinmimetika abzunehmen.Show moreHantaviren auf dem Vormarsch
Die Zahl der Hantaviren-Infektionen in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen. Bis zum Juli 2010 wurden dem Robert-Koch-Institut bereits 1148 Fälle gemeldet. Im Vergleichszeitraum 2009 waren es lediglich 25 Fälle. Die Virusinfektion wird vorwiegend durch Rötelmäuse übertragen und verursacht zumeist plötzlich einsetzendes hohes Fieber mit unspezifischen grippeähnlichen Symptomen. Bei einem Teil der Patienten kann es zu einer dialysepflichtigen Niereninsuffizienz kommen, die reversibel ist.Show moreNeues Taxan bei hormonrefraktärem Prostatakarzinom
Die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat dem Mikrotubuli-Inhibitor Cabazitaxel (vorgesehener Handelsname Jevtana®) in Kombination mit Prednison die Zulassung zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem, hormonrefraktärem Prostatakarzinom erteilt, die zuvor mit einem Docetaxel-haltigen Therapieregime behandelt wurden. Ein Zulassungsdossier über das neue Taxan Cabazitaxel wird derzeit auch von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), geprüft.Show moreKetoprofen, Modafinil und retardierte Opioide im Visier
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA hat im Rahmen seiner jüngsten Tagung wichtige Empfehlungen zu Ketoprofen, Modafinil und retardierten Opioiden abgegeben. Die Empfehlungen sind der Europäischen Kommission zur Entscheidung zugeleitet worden. Erst wenn die Entscheidungen vorliegen, werden sie für die Mitgliedstaaten rechtlich bindend.Show moreVaginalgel zeigt protektive Wirkung gegen HI-Viren
Auf der Welt-Aids-Konferenz in Wien wurden neue Ergebnisse zum Kampf gegen die Infektionskrankheit vorgestellt. Besonderes Interesse erregte eine südafrikanische Studie zur Entwicklung eines Vaginalgels mit dem antiviralen Wirkstoff Tenofovir, das das Ansteckungsrisiko für Frauen signifikant senken konnte. Eine weitere Präsentation zeigte die Ergebnisse amerikanischer Wissenschaftler, die zwei neue HIV-Antikörper entdeckten. Im Labor stoppten diese 90% aller bekannten Varianten des HI-Virus, wodurch neue Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen die Infektionskrankheit geweckt werden.Show moreFDA gegen Bevacizumab bei fortgeschrittenem Brustkrebs
Am 20. Juli 2010 wandte sich ein Ausschuss der US-Gesundheitsbehörde FDA gegen den Einsatz des Angiogenese-Hemmers Bevacizumab beim fortgeschrittenen metastasierten Mammakarzinom. Die Mitglieder des externen Gremiums erachteten das Nutzen-Risiko-Verhältnis aufgrund der Ergebnisse zweier klinischer Studien für zu gering.Show moreNoch kein Aus für Rosiglitazon
Fragen zur kardiovaskulären Sicherheit des Antidiabetikums Rosiglitazon beschäftigen weiter die Überwachungsbehörden. Den Forderungen nach einer Marktrücknahme sind weder die Europäische Arzneimittelagentur EMA noch die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA in ihren Mitte Juli durchgeführten Beratungen nachgekommen. Die Prüfung dauert an. In die zur Zeit laufende Postmarketingstudie TIDE dürfen jedoch keine neuen Teilnehmer mehr aufgenommen werden.Show moreHoffnungsvoller Neuanfang?
Nach der Marktrücknahme von Exubera® 2008 ist es um inhalative Insuline still geworden. In den Forschungslaboren pharmazeutischer Hersteller scheint dieser Ansatz aber weiter verfolgt zu werden. Eine Studie stellte die Kombination von schnellwirksamem, inhalativem Insulin zu den Mahlzeiten mit Basalinsulin zur Nacht im Vergleich zu einer intensivierten Therapie bei schlecht eingestelltem Typ-2-Diabetes auf den Prüfstand. Das Studienziel der Nicht-Unterlegenheit wurde dabei erreicht.Show moreNeues vom ASCO 2010
"Kein Durchbruch, interessante Studienergebnisse, hin zur personalisierten Medizin", so können die Ergebnisse des diesjährigen amerikanischen Krebskongresses ASCO zusammengefasst werden. Im Folgenden werden einige neue Aspekte zur medikamentösen Therapie einzelner Tumorarten zusammengefasst.Show moreNaltrexon zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit
Der oral wirksame, lang wirkende spezifische Opioidantagonist Naltrexon (Adepent®) kann angewendet werden als Teil eines umfassenden Therapieprogramms gegen Alkoholabhängigkeit zur Reduktion des Rückfallrisikos, als unterstützende Behandlung in der Abstinenz und zur Minderung des Verlangens nach Alkohol. Ab 1. August 2010 soll nach Angaben von Desitin Adepent® in Deutschland auf den Markt kommen.Show moreNeuer PDE-4-Hemmer Roflumilast
Der Hemmer der Phosphodiesterase 4 (PDE 4) Roflumilast (Daxas®) ist begleitend zur bronchodilatatorischen Dauertherapie bei schwerer COPD in Verbindung mit chronischer Bronchitis bei erwachsenen Patienten mit häufigen Exazerbationen indiziert. Der neue Wirkstoff soll am 1. August auf den Markt kommen.Show moreKurz wirksame Insulinanaloga fangen Blutzuckerspitzen ab
Eine möglichst optimale Blutzuckerkontrolle ist bei Menschen mit Typ-2-Diabetes auch aus kardiovaskulärer Sicht erstrebenswert. Und oft nur durch eine Insulintherapie zu erreichen. Dabei sollte nicht nur der HbA1c -Wert, sondern auch der postprandiale Blutzucker im Blick behalten werden.Show moreLange Blutzuckerkontrolle durch neue Insulinformulierung
Indische Wissenschaftler haben eine neuartige Insulinformulierung entwickelt, bei der das Hormon über vier Monate sukzessive ins Blut abgegeben wird. Dazu nutzten sie die chemische Eigenschaft von Insulinmolekülen, nach längerem Erwärmen Oligomere zu bilden. In dieser Form wurde es Versuchstieren mit einem medikamentös induzierten Diabetes injiziert. Das Präparat verbesserte nicht nur die glykämische Kontrolle, sondern reduzierte darüber hinaus die Fälle von sekundären diabetischen Komplikationen [1]. Noch für dieses Jahr ist eine erste klinische Studie geplant.Show moreTherapie individuell anpassen – Nebenwirkungen vermeiden!
Fast 90 Jahre nach Entdeckung des Insulins wird weiter über die "richtige" Insulintherapie gestritten – mit der Einführung der Kunstinsuline mehr denn je. Wie einsteigen, wann intensivieren, mit welchem Insulin, welcher oralen Kombination? Neue Studienergebnisse werden im Kontext eines Paradigmenwechsels der Diabetestherapie interpretiert: Das glukozentrische Weltbild wankt schon länger. Es wird zunehmend ersetzt durch eine vernetzte Sicht, die weitere Risikofaktoren bei Diabetespatienten in den Blick nimmt.Show moreRechtliches
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