Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Eisenmangelanämie: Fraktur-Risiko Ferricarboxymaltose?
Intravenös verabreichte Eisenpräparate werden vor allem dann eingesetzt, wenn eine orale Therapie nicht ausreicht, nicht vertragen wird oder eine rasche Behandlung der Eisenmangelanämie erforderlich ist. Eine retrospektive Kohortenstudie zeigt nun, dass zwei häufig eingesetzte Eisenkomplexe den Knochenstoffwechsel unterschiedlich beeinflussen können.Show moreFimH-Inhibitor verhindert Andocken von Erregern
Zu den häufigsten Infektionen des menschlichen Organismus gehören Harnwegsinfektionen. Etwa 70% der Erkrankungen sind auf eine Infektion mit Escherichia coli zurückzuführen. Eine Therapie mit Antibiotika ist zwar recht effektiv, kann aber auch verschiedene Probleme verursachen wie Resistenzentwicklung oder Schädigung der körpereigenen Darmflora. Schweizer Wissenschaftler haben jetzt eine neue Gruppe von Wirkstoffen erfolgreich im Tiermodell getestet, die die Adhäsion der Bakterien an Zellen des Harntrakts verhindern.Show moreErfolgreiche Studien zur Hypersensibilisierung
Das Wiener Biopharma-Unternehmen Biomay AG entwickelt eine neue Immuntherapie oder auch Desensibilisierung gegen Gräserpollen-Allergien. Jetzt teilte die Firma mit, dass diese "Impfung" den Zustand betroffener Patienten in einer Studie der Phase IIa in signifikanter Weise verbessert habe. Die Behandlung mit BM32 erfordert nur drei bis vier Injektionen pro Jahr.Show moreStatintherapie: Cholesterinsenker als Energiesauger
Geringe Dosen führen zu Ermüdung und Energieverlust
Über Müdigkeit oder Abgeschlagenheit hatten Patienten, die eine Therapie mit Statinen erhielten, bereits früher geklagt. US-amerikanische Wissenschaftler haben jetzt in einer placebo-kontrollierten Studie untersucht, wie häufig dieser Effekt unter körperlicher Belastung und bei welcher Dosierung auftreten kann. Da Patienten bereits unter relativ niedrigen Dosen der Cholesterinsenker bei körperlicher Belastung sehr häufig schnell ermüdeten, halten sie es für notwendig, diese Nebenwirkung bei der Verordnung zu bedenken. Dies gelte ganz besonders für die Anwendung zur Primärprävention.Show more
Eine Hypertonie-Patientin
Die Patientin – in diesem Fall 38 Jahre alt – kommt mit einem Rezept über Fluticason-Nasenspray in die Apotheke. Sie leidet unter saisonaler allergischer Rhinitis und hat mit diesem Medikament in den vorherigen Jahren gute Erfolge gehabt. | Von Andreas Niclas Förster, Hartmut Derendorf und Robert HermannShow more
Vitamin D3 reduziert Schmerz bei einer Brustkrebstherapie
Verbesserte Lebensqualität unter Letrozoltherapie
Ein hoher Vitamin-D3 -Spiegel im Serum kann bei Frauen mit Brustkrebs bei einer Therapie mit Aromatasehemmern lokale Entzündungen, muskuloskeletale Schmerzen und Fatigue reduzieren. Die Supplementierung von 30.000 IU Vitamin D3 pro Woche zu einer Letrozol-Therapie führte in einer Studie mit 147 Frauen im Vergleich zu Placebo zu weniger muskuloskeletalen Schmerzen. Das war das Ergebnis der sogenannten VITAL Studie, die Anfang Juni während der 48. Jahrestagung der US-amerikanischen Onkologen (ASCO) vorgestellt wurde.Show moreTyp-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen nimmt zu
Kooperation ermöglicht effektive Blutzuckerkontrolle
Immer mehr Kinder erkranken immer früher an einem Typ-1-Diabetes, manche schon vor dem fünften Lebensjahr. Zur Blutzuckerkontrolle setzen die Diabetologen auf eine intensivierte Insulintherapie, gerade bei kleineren Kindern häufig als kontinuierliche subkutane Insulininfusion mittels Insulinpumpe. Besonders problematisch ist die Diabetestherapie während Pubertät und Adoleszenz. Die Jugendlichen müssen in dieser Lebensphase lernen ihre Krankheit zu akzeptieren und selbst Verantwortung dafür zu übernehmen.Show moreGelatinase-Inhibitor im Tiermodell erfolgreich
Ausbreitung von Blutungen im Gehirn verhindert
Durch einen Schlaganfall (Apoplex) kommt es zu einer plötzlichen Minderversorgung des Gehirns mit Blut, Gehirnzellen werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bei einem ischämischen Schlaganfall sind die Blutgefäße durch Arteriosklerose oder ein verschlepptes Blutgerinnsel verstopft, der hämorrhagische Apoplex wird durch eine Gehirnblutung verursacht. Im Mausmodell zeigten US-Wissenschaftler die Therapieoption mit einem neuen Wirkstoff auf, der die Ausbreitung der Blutungen im Gehirn verhindert.Show moreErnüchterndes Ergebnis der ORIGIN-Studie
Insulin glargin und Omega-3-Fettsäuren schützen Typ-2-Diabetiker nicht vor kardiovaskulären Risiken
Kardiovaskuläre Ereignisse zu reduzieren muss das Ziel jeder Diabetestherapie sein. Mit Spannung erwartet wurden deshalb die Ergebnisse der Origin-Studie, die am 11. Juni 2012 auf dem Kongress der ADA in Philadelphia präsentiert wurden. Doch sie waren enttäuschend: Weder die frühe Therapie mit dem Basalinsulin Insulin glargin noch die Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren konnten Patienten mit Typ-2-Diabetes oder dessen Vorstufen vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen.Show moreOrale Therapie der multiplen Sklerose
Immunmodulator Laquinimod verringert Schubrate
Die zweijährige Einnahme von Laquinimod führte bei Patienten mit einer schubförmigen multiplen Sklerose zu einer Verringerung der Schubhäufigkeit und einem verlangsamten Fortschreiten der Behinderung. Langzeitergebnisse fehlen noch, dem jetzigen Kenntnisstand zufolge ist die Therapie mit keinen schweren Nebenwirkungen behaftet.Show more
Auch auf das Auge achten!
Bei Diabetes regelmäßig zum Augenarzt gehen
Diabetische Retinopathie und Makulopathie gehören zu den mikrovaskulären Komplikationen des Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Das Risiko lässt sich durch eine möglichst gute Blutzuckereinstellung reduzieren. Um Netzhautveränderungen möglichst früh zu erkennen, werden regelmäßige augenärztliche Kontrollen empfohlen. Die Therapie stützt sich im Wesentlichen auf die Laserkoagulation und, bei Visusbeeinträchtigungen durch ein diabetisches Makulaödem, auf die intravitreale Applikation eines VGF-Inhibitors.Show more
Erhöhtes Blasenkrebsrisiko unter Pioglitazon
Verdacht gegen das orale Antidiabetikum bestätigt
Die aktuelle Auswertung der britischen General Practice Research Database (GPRD) zum Blasenkrebsrisiko unter einer Therapie mit Pioglitazon wird sicherlich erneut für Diskussionen sorgen. Bereits seit längerem steht das Antidiabetikum im Verdacht, die Entstehung von Blasenkrebs deutlich zu begünstigen. Frühere Studien hatten zu unterschiedlichen Entscheidungen einzelner Arzneibehörden geführt, die später zum Teil auch wieder rückgängig gemacht wurden. In Deutschland sind Pioglitazon-haltige Arzneimittel bei strenger Indikationsstellung weiter als Reservemedikament zugelassen.Show moreGliflozine als neue antidiabetische Hoffnungsträger?
Sie senken den Blutzucker – sind sie auch sicher?
Der erste Vertreter der antidiabetischen Gliflozine, Dapagliflozin (Forxiga®), steht in Europa vor der Zulassung. Gliflozine hemmen selektiv den Glucosetransporter SGLT-2, sie senken den Blutzucker durch vermehrte renale Glucoseausscheidung. Dies führt auch zu Kalorien- und Gewichtsverlust, und dies ohne Gefahr der Unterzuckerung. Das positive Bild trüben Berichte über Infektionen und gravierendere Nebenwirkungen. Der Stellenwert der Gliflozine wurde kontrovers diskutiert beim diesjährigen Hauptkongress der Deutschen Diabetes-Gesellschaft.Show more
Osteoporose
Osteoporose verändert die Knochen und damit die Körpergestalt, sie führt zu Frakturen und Schmerzen mit dramatischen Folgen wie Pflegebedürftigkeit bis hin zum Tod. Ein frühzeitiger Eingriff in den bei Osteoporose gesteigerten Knochenabbau kann helfen, solche Folgen in Grenzen zu halten. Medikamentös werden hierzu eine Basismedikation bestehend aus Calcium und Vitamin D sowie Anti-Osteoporotika – vor allem Bisphosphonate – eingesetzt.
Von Thomas Herdegen
Show moreKlassifizierung der COPD wird komplexer: Körperliche Belastbarkeit und Exazerbationen werden berücksichtigt
Entscheidend bei der GOLD-Klassifikation der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) war bislang die Einschränkung der Lungenfunktion. Das Komitee der "Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease" (GOLD) hat nun ein Update mit neuen Kriterien der Klassifizierung vorgelegt. Diese tragen, so hieß es beim Pneumologenkongress in Nürnberg, der Komplexität der Erkrankung weit besser Rechnung als die bisherige Einteilung.Show moreWarnung vor Weichmachern
Phthalate in Medizinprodukten als Diabetes-Risiko?
Bestimmte Weichmacher in Kunststoffen können offenbar die Entstehung eines Diabetes mellitus Typ 2 fördern. Einer schwedischen Studie zufolge sind Menschen mit Diabetes auffällig mit Phthalaten belastet. Weichmacher finden sich in Verpackungen und vielen Kosmetikartikeln, aber auch in Medizinprodukten wie Kathetern oder Blutbeuteln. Frühere Untersuchungen ergaben, dass bestimmte Phthalate Männer unfruchtbar machen oder zu genitalen Fehlbildungen bei Kindern führen können. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) fordert, diese Weichmacher zu ersetzen.Show moreTherapie der Osteoporose
Die Basis einer wirksamen Osteoporose-Therapie sind gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung, Supplementierung von Calcium und Vitamin D sowie die Gabe von Anti-Osteoporotika. Therapeutika der ersten Wahl sind Bisphosphonate und RANKL-Antikörper gefolgt von SERM und Strontium. Für spezifische Indikationen stehen noch Parathormon und Calcitonin zur Verfügung.Show moreOsteoporose
Wenn der Knochen nicht mehr trägt
Osteoporose ist nicht nur die Abnahme an Knochensubstanz. Mit verminderter Knochendichte erhöhen sich die Gangunsicherheit und das Frakturrisiko, verändert sich die Körpergestalt und nehmen muskuloskelettale Schmerzen zu. Da Frakturen bei Älteren die Mortalität um 20% erhöhen und die Fähigkeit zur Selbstversorgung begrenzen, stellt die Prophylaxe von Frakturen eine wesentliche Sicherung der Lebensqualität dar.Show moreAnti-Osteoporotika
Wirkstoffe gegen den Knochenschwund
Zahlreiche Wirkstoffe können die Entstehung und den Verlauf einer Osteoporose günstig beeinflussen. Besonders vertebrale, also die Wirbelsäule betreffende Frakturen profitieren davon. Therapeutika der 1. Wahl sind die Bisphosphonate, die sich in Zukunft gegenüber RANKL-Antikörpern und Cathepsin-K-Inhibitoren bewähren müssen.Show moreDas Knochensystem: ein lebendiges Organ
Unser Knochensystem ist nicht starr, sondern ein höchst lebendiges Organ, das einem ständigen Umbau unterliegt. Der Knochen ist neben Körperstütze auch Sitz der Blutstammzellen, der wichtigste Speicher von Mineralstoffen sowie Ziel und/oder Quelle von Hormonen, Zytokinen und Akteuren des Intermediärstoffwechsels.Show more
Hautkrebs seltener unter Therapie mit NSAID? Fall-Kontroll-Studie mit überraschenden Ergebnissen
In Deutschland erkranken mehr als 170.000 Menschen jährlich an weißem Hautkrebs. Von etwa 24.000 Patienten, die am schwarzen Hautkrebs erkranken, sterben 3000 pro Jahr. Eine aktuelle dänische Fall-Kontroll-Studie, die die Verordnungsdaten von mehr als 18.500 Hautkrebspatienten auswertete, kommt zu unerwarteten Ergebnissen. Verglichen mit Kontrollen, bekamen Hautkrebspatienten seltener nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID). Die Patienten mit Gelenkbeschwerden oder anderen Erkrankungen erhielten nicht-selektive NSAID oder selektive COX-2-Inhibitoren.Show moreLebensqualität vor Blutzuckersenkung: Therapie beim hochalten Diabetiker individualisieren
Diabetische Therapie-Standards wie das Senken von Blutzucker und Körpergewicht können bei geriatrischen Patienten genau die falsche Therapie sein. Im Alter werden Erhalt von Lebensqualität und Wohlbefinden und die Ausdehnung der behinderungsfreien Lebenszeit wichtiger. An diesen übergeordneten Therapiezielen hat sich auch die Medikation zu orientieren.Show moreNebenwirkungen und Arzneimittelinteraktionen
Generell sind Anti-Osteoporotika sichere Wirkstoffe mit einem geringen Potenzial für Arzneimittelinteraktionen. Alltagsrelevante Probleme sind Interaktionen mit Calcium-haltigen Wirkstoffen oder Calcium-haltiger Nahrung, Akute-Phase-Reaktionen bei Bisphosphonaten sowie Estrogen-vermittelte Effekte bei den SERM.Show more
Therapie der Mukoviszidose: Inhalation mit Mannitol verbessert die Lungenfunktion
Therapien, die die Abnahme der Lungenfunktion bei Mukoviszidose-Patienten hinauszögern, haben ganz wesentlich zu einem Anstieg der Lebenserwartung der Betroffenen geführt. Ein neuer Baustein im Bereich der Sekretolyse ist inhalatives Mannitol (Bronchitol®), das die Lungen-Clearance verbessert und ergänzend zur Standardtherapie eingesetzt werden kann.Show moreRechtliches
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