Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Vier Wirkstoffe sollen bei Long/Post-COVID erstattungsfähig werden
Für Menschen, die an Long- oder Post-COVID erkrankt sind, gibt es gute Nachrichten: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den Weg für die standardmäßige Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung für vier Arzneimittel frei gemacht. Show moreLeitlinie ordnet Therapie bei Gelenkrheuma neu
Vollständige Krankheitsremission schnell erreichen
Eine S1-Leitlinie für die sequenzielle medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) bei ihrem Jahreskongress im September vorgestellt. Neu ist gegenüber dem früheren Algorithmus eine klare zeitliche Strukturierung mit verkürzten Kontrollabständen und Fristen für eine Therapieeskalation. Das Armamentarium von Glucocorticoiden bis hin zu Biologika bleibt gleich, wird aber neu geordnet. Erstmals gibt es auch Hinweise für eine Therapie-Deeskalation.Show moreHormonersatztherapie in der Menopause
Herzinfarktrate signifikant reduziert
Eine aktuelle dänische Studie zeigt kardioprotektive Effekte einer postmenopausalen Hormonsubstitution auf. So reduzierte eine früh eingeleitete Hormonersatztherapie die Häufigkeit von Herzerkrankungen und Todesfällen. Diese Ergebnisse stehen im Widerspruch zur WHI-Studie, die ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko unter einer Hormonersatztherapie gezeigt hatte.Show moreKurz gemeldet: Decitabin zugelassen | Neuer Endothelin-Rezeptor-Antagonist | Abatacept zur subkutanen Anwendung | Zulassungsempfehlung für Ultra-Langzeitinsulin
Schützt Vitamin D vor Atemwegsinfekten?
Kritische Anmerkungen zu einer aktuellen Studie
In einer aktuellen, doppelblinden und placebokontrollierten Studie konnte die Supplementierung von 100.000 I.E. Vitamin D pro Monat die Häufigkeit und Schwere von Atemwegsinfekten bei Erwachsenen nicht senken. Ist Vitamin D somit unwirksam in der Prävention von Infekten der oberen Atemwege?Show moreTiotropium für Asthmapatienten
Signifikant weniger Exazerbationen
Patienten mit schwer kontrollierbarem Asthma sind trotz einer leitliniengerechten Therapie mit inhalativen Glucocorticoiden und langwirksamen Beta-Agonisten von Exazerbationen und eingeschränktem Atemzugsvolumen betroffen. Boehringer Ingelheim und Pfizer haben nun parallel zwei Studien mit Asthmapatienten zum Einsatz des langwirksamen und bisher nur für die Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung zugelassenen Anticholinergikums Tiotropium (Spiriva®) durchgeführt. Es besserte sich nicht nur wie erwartet die Lungenfunktion, sondern es verringerte sich auch die Zahl an Exazerbationen.Show moreNeuer Parameter für die Alzheimer-Diagnostik
Radiopharmazeutisches Diagnostikum zugelassen
Zur zusätzlichen Absicherung einer Alzheimer-Diagnose steht seit kurzem in den USA das mit radioaktivem Fluor markierte Florbetapir F18 zur Verfügung, das intravenös verabreicht in das Gehirn gelangt und sich, sofern vorhanden, im β-Amyloid-Plaque anreichert. Diese Anreicherung kann mittels der Positronenemissions-Tomographie (PET) bildlich dargestellt werden.
Show moreStatine in der Primärprävention
Kardiovaskulärer Nutzen versus diabetogenes Risiko
In einer aktuellen Analyse der Jupiter-Studie wird das Diabetesrisiko unter einer Statintherapie relativiert. Nur Patienten, die per se ein hohes Diabetesrisiko aufweisen, entwickeln unter Statinen einen manifesten Diabetes. Doch selbst bei diesen Patienten ist der kardiovaskuläre Benefit höher einzuschätzen als das Diabetesrisiko.
Show moreKinaseinhibitor ausgezeichnet
Innovationspreis für Vemurafenib beim Melanom
Der PZ-Innovationspreis, der in diesem Jahr zum 18. Mal verliehen wurde, ging an den Wirkstoff Vemurafenib (Zelboraf®) der Roche Pharma AG. Er ist zugelassen für die Therapie des fortgeschrittenen malignen Melanoms bei Patienten mit einer Mutation des BRAF-Proteins. Damit wird erstmals eine zielgerichtete Therapie für diese Indikation möglich.
Show moreBetablocker stehen auf dem Prüfstand
Der Nutzen von Betablockern wird in einer aktuellen Studie infrage gestellt. Ausgangspunkt der Forscher war es, die seit Jahrzehnten übliche Therapie mit Betablockern nach Herzinfarkt unter Berücksichtigung moderner therapeutischer Ansätze einer Prüfung zu unterziehen. Das Ergebnis ihrer Studie, in der Patienten mit KHK-Risiken, mit stabiler KHK und mit stabiler KHK nach einem Myokardinfarkt eingeschlossen waren, zeigte nicht durchweg den erwarteten Nutzen.Show moreImpfung gegen humane Papillomviren
Neue Ergebnisse zur Sicherheit von Gardasil®
Die Impfungen gegen humane Papillomviren standen nach anfänglich positiven Reaktionen im Fokus von Sicherheitsbedenken. Gardasil® geriet nach der Neueinführung in den Verdacht, für Todesfälle und andere schwerwiegende Ereignisse verantwortlich zu sein [4]. Eine vom Gardasil® -Hersteller Merck & Co gesponserte Studie zeigt nun, dass zumindest kurz nach der Impfung nur Probleme an der Einstichstelle und Synkopen die Ursache für einen Krankenhausaufenthalt waren [1].
Show moreNeuropathischer Schmerz
Oxycodon/Naloxon: weniger Schmerz, weniger opioidtypische Nebenwirkungen, mehr Lebensqualität
Die Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (Targin®) gilt als gut verträglich. Eine aktuelle Studie zeigte nun, dass sie den neuropathischen Schmerz wirksam reduziert, auch bei Patienten, die bereits mit einem Opioid vorbehandelt waren. Die gastrointestinalen Beschwerden gingen zurück, und die Lebensqualität stieg deutlich.
Show moreMultiple Sklerose
Für eine frühzeitige Therapieeskalation bei der multiplen Sklerose haben sich Experten beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie ausgesprochen. Zeigen die Patienten eine hohe Krankheitsaktivität oder entwickeln trotz Basistherapie einen weiteren Krankheitsschub, so sollte die Behandlung demnach unverzüglich durch Wirkstoffe wie Fingolimod (Gilenya®) intensiviert werden. Ziel der Therapieeskalation ist es, weitere Krankheitsschübe effektiv abzuwehren.Show moreBakterielle Arthritis als rheumatologischer Notfall
Den Erreger direkt im Gelenkpunktat nachweisen
Die septische Arthritis ist eine meist akute, bakterielle Infektion der Gelenke. Dabei gelangen die Erreger hämatogen, über eine fortgeleitete gelenknahe Osteomyelitis oder von außen in die Gelenke. Die septisch-bakterielle Arthritis ist als rheumatologischer Notfall zu behandeln. Sie bedarf aufgrund ihrer hohen Morbidität und auch Mortalität einer zügigen Diagnostik und einer sofortigen effektiven Behandlung.Show more
Ein jugendlicher Diabetiker
Der 16-jährige Patient kommt an einem Montagmorgen in die Apotheke. Er klagt über anhaltende Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen seit dem Vortag. Er hat starken Durst und tätigt über 30 Atemzüge in der Minute, der Atem geht schwer. | Andreas Niclas Förster, Hartmut Derendorf und Robert Hermann
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Gefürchtete Unterzuckerung
Das Auftreten einer Hypoglykämie wird von Typ-1- und Typ-2-Diabetikern aller Altersklassen gefürchtet. So sehr, dass viele von ihnen dazu neigen, einen höher eingestellten Blutglucose- und HbA1c-Spiegel zu akzeptieren, um Hypoglykämien zu vermeiden. Das Auftreten der unerwünschten Nebenwirkung der Therapie ist von einigen Faktoren abhängig, lässt sich aber in vielen Fällen vorhersehen. Besonders Kinder und Jugendliche sind gefährdet, durch Auslassen einer Mahlzeit oder ungeplante, anstrengende körperliche Aktivität bei gleichbleibender Insulinzufuhr eine Hypoglykämie zu entwickeln.
Show morePerampanel bei Epilepsie
AMPA-Antagonismus soll anfallsfreie Zeit verlängern
In der Epilepsie-Therapie wurden in den letzten 20 Jahren nur geringe Fortschritte erzielt. Jetzt wurde mit Perampanel (Fycompa®) ein Antiepileptikum eingeführt, das als Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse bei Therapieresistenz die Chancen auf Anfallsfreiheit deutlich verbessern soll.Show moreNeuer Therapieansatz bei Herzinsuffizienz
ARNI für Patienten mit normaler Auswurfleistung
Eine Studie untersuchte die Wirksamkeit des Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitors (ARNI) LCZ696 bei Herzinsuffizienz-Patienten. LCZ696 ist eine von Novartis entwickelte Kombination aus Valsartan und dem Neprilysin-Inhibitor AHU-377. Dieses Prodrug inhibiert nach enzymatischer Aktivierung den Abbau von endogenem natriuretischem Peptid und steigert zugleich seine Wirksamkeit. Bei einer diastolischen Relaxationsstörung bei Herzinsuffizienz ist die Wirkung des natriuretischen Peptids unzureichend. Durch den Neprilysin-Inhibitor scheint eine direkte Beeinflussung auf die Volumenbelastung möglich.Show moreCorticoide nur bei Bedarf?
Asthmatiker könnten von neuer Strategie profitieren
Glucocorticoide täglich inhaliert sollen die Entzündungsprozesse bei Asthma unterdrücken. Doch viele Patienten verzichten auf die Anwendung, wenn sie keine Symptome verspüren. Möglicherweise können bei leichtem bis mittelschwerem Asthma die Therapieziele auch erreicht werden, wenn auf die tägliche Einnahme verzichtet und das Glucocorticoid zusammen mit dem Beta-Sympathomimetikum bei Bedarf angewendet wird.Show moreSchnellere Risikoerkennung
Patienten sollen Nebenwirkungen direkt melden
Verbraucher und Patienten können ab sofort direkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen über das Internet melden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) haben soeben die Testphase für dieses neue Angebot eröffnet. Es soll die Arzneimitteltherapiesicherheit verbessern.Show moreCatridecacog zur Blutungsprophylaxe | Bortezomib auch zur subkutanen Gabe
Teduglutid bei Kurzdarmsyndrom
GLP-2-Analogon senkt parenteralen Ernährungsbedarf
Die europäischen Behörden haben das rekombinant hergestellte Analogon des Glucacon-like Peptids 2 (GLP-2) Teduglutid (Revestive®) für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit Kurzdarmsyndrom zugelassen.
Show moreInhalatives Beta-Interferon bei erkältungsbedingtem Asthma
Prävention Rhinovirus-bedingter Asthmaanfälle
Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der eine Vielzahl von Reizen die Zunahme der Empfindlichkeit der Atemwege und die damit verbundene Entzündung verursachen kann. Nicht-allergisches (intrinsisches) Asthma kann durch Infektionen der Atemwege ausgelöst werden, und besonders Rhinoviren können bei Asthmatikern schwere Attacken auslösen. Eine placebokontrollierte Studie belegt die antivirale Wirksamkeit eines inhalativen Beta-Interferon-Präparats bei schweren Asthmaanfällen.
Show moreGefährlicher Brustkrebs-Subtyp ähnelt Ovarialkarzinom
Neue Therapieoptionen bei Eierstockkrebs?
Beim Vergleich unterschiedlicher Mammakarzinom-Subtypen kristallisierten sich vier Subtypen heraus. Der Subtyp mit der schlechtesten Prognose weist dabei große Ähnlichkeiten mit dem Ovarialkarzinom auf, einem Tumor mit ebenfalls schlechter Prognose. Eine Optimierung bestehender Therapieformen könnte somit zur Bekämpfung beider Tumorarten von erheblicher Bedeutung sein.
Show moreVorhersage des kardiovaskulären Risikos
Welche Lipidparameter zeigen am besten das Risiko an?
Zur routinemäßigen Einschätzung kardiovaskulärer Risiken greift man unter anderem auf die Lipidparameter Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin zurück. Eine epidemiologische Arbeitsgruppe der Universität Cambridge geht der Frage nach, ob die Berücksichtigung weiterer Lipidwerte zu genaueren prognostischen Werten führt.
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