Pharmazie
Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Wenn Forschung die Offizin trifft
Netzwerke aus Forschungsapotheken in verschiedenen Ländern haben eindrucksvoll gezeigt, dass öffentliche Apotheken nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Versorgung sondern eben auch zur Versorgungsforschung leisten können. Um auch in Deutschland eine strukturierte Forschungsinfrastruktur mit öffentlichen Apotheken zu etablieren, wurde ein Einstiegsprogramm für das Netzwerk für exzellente Forschung in Apotheken (Nefa) entwickelt.Show moreKardiale Toxizitäten berücksichtigen
Mit dem vermehrten Einsatz zielgerichteter Substanzen beim Mammakarzinom treten neue kardiovaskuläre Toxizitäten auf, die bei der Therapieplanung berücksichtigt werden müssen. Dies gilt vor allem für vorbehandelte Patientinnen und für Frauen mit kardiovaskulären Risikofaktoren, bei denen eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Schaden vorgenommen werden muss.Show moreRosuvastatin senkt den Cholesterinspiegel
Der HMG-CoA-Reduktasehemmer Rosuvastatin (Crestor®) kommt jetzt auch in Deutschland auf den Markt, nachdem er schon seit 2002 in anderen europäischen Ländern eingeführt ist. Wie alle Statine wird Rosuvastatin eingesetzt, um den Cholesterinspiegel zu senken. Wie bei allen Statinen besteht auch unter der Therapie mit Rosuvastatin unter bestimmten Umständen die Gefahr einer Rhabdomyolyse.Show moreDicke Mutter, dickes Kind
Dicksein beim Menschen beginnt im Mutterleib. Einflüsse während der Schwangerschaft sind offenbar in weitaus größerem Maß für das Geburtsgewicht verantwortlich als genetische Faktoren. Das ist eines der Ergebnisse des Ernährungsberichts 2008 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.Show moreDimebon bessert Symptome einer Alzheimer-Demenz
Der vormals als Antiallergikum vermarktete Wirkstoff Dimebon kann den klinischen Verlauf von milden bis moderaten Formen der Alzheimer-Krankheit erheblich verbessern, so das Ergebnis einer Langzeituntersuchung. Dimebon zeigte einen stetig zunehmenden Nutzen gegenüber Placebo, was mit keiner anderen gegenwärtig zugelassenen Alzheimer-Therapie erreicht wird.Show moreSteroide als Alternative zu Naproxen
Bei einem akuten Gichtanfall sind Prednisolon und Naproxen gleich gut wirksam, so das Ergebnis einer niederländischen Studie. Da die kurzfristige Einnahme des Cortisons mit weniger Nebenwirkungen behaftet ist als die Therapie mit Naproxen, scheint die Prednisolonbehandlung eine sinnvolle Alternative zu sein. Noch liegen aber zu wenig Daten vor, um die derzeit gültigen Empfehlungen zu ändern.Show moreBundesweit stark erhöhte Influenzaaktivität
In Deutschland hat die Grippewelle in diesem Jahr früher begonnen, wie aus den Meldungen an das Nationale Referenzzentrum für Influenza am Robert Koch-Institut hervor geht. Die Aktivitäten des Grippevirus sind bundesweit deutlich angestiegen und befindet sich weiterhin auf einem stark erhöhten Niveau. Besonders betroffen waren bisher vor allem der Norden und Westen, jetzt treten vermehrt Fälle auch in den südlichen Bundesländern auf. Dass sich die Grippe von Norden her ausbreitet statt wie in den vergangenen Jahren von Süden her, ist eher untypisch.Show moreWer Hunger hat, erinnert sich besser
Wer hungrig ist, verfügt über eine bessere Gedächtnisleistung. Das ist das Ergebnis einer Forschergruppe der Universität Münster. Der Zusammenhang beruht ihrer Ansicht nach auf der Abnahme des Insulinspiegels sowie einer Hemmung von Entzündungsprozessen während des Fastens.Show moreFixkombination aus Olmesartan und Amlodipin zugelassen
Bei vielen Hypertonikern reicht ein Wirkstoff zur adäquaten Blutdruckkontrolle nicht aus. Zur Sicherung der Compliance erscheint es sinnvoll, diesen Patienten Fixkombinationen zu verordnen, wie beispielsweise die seit November 2008 zugelassene feste Kombination aus Olmesartanmedoxomil und Amlodipinbesilat (Sevikar®), die jetzt eingeführt wurde. In den USA ist die Fixkombination seit 2007 unter den Namen AzorTM auf dem Markt.Show moreEtanercept für Kinder mit schwerer Plaque-Psoriasis
Als erstes Biological ist der lösliche TNF-Rezeptor Etanercept (Enbrel®) nun auch für die Behandlung von Kindern ab acht Jahren mit chronischer schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen. Ausschlaggebend für das "Go" der europäischen Zulassungsbehörde waren die Ergebnisse einer Phase-III-Studie, die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei den jungen Patienten belegt.Show moreSublinguale Fentanyltablette wirkt innerhalb von Minuten
Die neue Fentanyl-Sublingualtablette (Abstral®) löst sich innerhalb von nur 10 bis 15 Sekunden im Mund auf und gewährleistet bereits fünf bis zehn Minuten nach der Einnahme eine effektive Schmerzlinderung. Von dem raschen Wirkeintritt, der der sogenannten Fast Acting Sublingual(FAST)-Technologie zu verdanken ist, profitieren Patienten mit plötzlich auftretenden Durchbruchschmerzen.Show moreOrlistat 60 mg aus der Verschreibungspflicht entlassen
Die Europäische Kommission hat den spezifischen und lang anhaltenden Inhibitor der gastrointestinalen Lipasen Orlistat in einer Dosierung von 60 mg (alli®) aus der Verschreibungspflicht entlassen. Die Einführung wird in Deutschland zusammen mit einem umfangreichen Begleitprogramm in den kommenden Monaten geplant. Zugelassen ist Orlistat 60 mg zur Behandlung von Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index von 28 kg/m2 oder darüber. Orlistat ist kein Appetitzügler, sondern wirkt nur lokal im Magen-Darm-Trakt und hemmt dort die Fettaufnahme.Show moreWichtige Neben- und Wechselwirkungen
Im Vordergrund von unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Arzneimittelinteraktionen stehen bei Diabetikern die akute Senkung des Blutzuckers (Hypoglykämie mit Bewusstlosigkeit und Sturzgefahr) und die chronische Erhöhung des Blutzuckers (vermehrtes Risiko für Spätkomplikationen). Viele Diabetiker leiden auch unter Komplikationen im Rahmen des metabolischen Syndroms. Die erforderliche Polypharmakologie erhöht das Risiko von Arzneimittelinteraktionen.
Die Spinne im Netz des metabolischen Syndroms
Der Diabetes mellitus zählt zu den häufigsten und kostenträchtigsten Krankheiten. In Deutschland sind geschätzte 6 Millionen Menschen und damit 7% der Bevölkerung daran erkrankt, der überwiegende Teil an Diabetes mellitus Typ 2. Die Inzidenz steigt in den westlichen Industrienationen stetig, wahrscheinlich aufgrund der veränderten Lebensgewohnheiten. Gegenwärtig verdoppelt sich nach dem 40. Lebensjahr die Häufigkeit pro Lebensjahrzehnt, im 8. Lebensjahrzehnt ist nahezu jeder Fünfte betroffen. In den Nachkriegsjahren war der sogenannte Altersdiabetes eher selten, trat dann aber mit steigendem Wohlstand und der Verfügbarkeit billiger schneller Kohlenhydrate – Stichwort „fast food“ – immer häufiger auf. | Von Prof. Dr. med. Thomas Herdegen
Show moreHaariges Problem bei Männern und Frauen stoppen
Geheimratsecken bei Männern, lichter werdende Haare am Mittelscheitel bei Frauen: Das sind die typischen Kennzeichen einer beginnenden androgenetischen Alopezie. Sie ist die häufigste Ursache für übermäßigen Haarverlust. Bei Problemen mit Haut oder Haaren ist die Apotheke oft die erste Anlaufstelle. Dann ist umfassende Beratung gefragt – über Differentialdiagnosen und Behandlungsmöglichkeiten, die auch den Anforderungen einer evidenzbasierten Medizin Stand halten.Show moreHaloperidol oder Atypika bei erster schizophrener Episode?
In einer offenen, randomisierten Studie mit praxisorientierter Ausrichtung wurde die Wirksamkeit von Haloperidol im Vergleich zu Antipsychotika der zweiten Generation bei der Behandlung von ersten schizophrenen Episoden untersucht. Dabei brachen mehr Patienten, die Haloperidol eingenommen hatten, die Therapie vorzeitig ab als Patienten, die ein atypisches Antipsychotikum verordnet bekommen hatten. Eine positive Erwartungshaltung zugunsten der Atypika könnte allerdings das Ergebnis beeinflusst haben.Show moreGlitazone sind noch nicht ausreichend untersucht
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat jetzt seinen Abschlussbericht zur Nutzenbewertung von Glitazonen in der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 veröffentlicht: Es sieht es als wissenschaftlich nicht belegt an, dass Glitazone bei Typ-2-Diabetikern die Sterblichkeit oder Komplikationen, die durch Schäden an den Blutgefäßen verursacht werden, besser vermindern als alternative Therapien. Weil Langzeitstudien fehlen, sind Aussagen zum langfristigen Nutzen oder Schaden dieser oralen Antidiabetika derzeit nur eingeschränkt möglich.Show moreFetuin-A: Biomarker für Herzinfarktund Schlaganfallrisiko
Das Eiweißmolekül Fetuin-A wird in der Leber gebildet und ans Blut abgegeben. Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam haben gemeinsam mit Ärzten der Universität Tübingen in einer prospektiven Studie zeigen können, dass das Eiweiß ein Risikomarker für kardiovaskuläre Erkrankungen ist: Studienteilnehmer mit hohen Blutwerten von Fetuin-A sind mit einem drei- bis vierfach höheren Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden [1].Show morePharmakotherapie
Aus der Pathophysiologie des Typ-2-Diabetes lassen sich wirksame Strategien für eine antidiabetische Therapie mit Antidiabetika (Tab. 1) ableiten:
- die Hemmung der Resorption von Kohlenhydraten
- die Beschleunigung der Freisetzung von Insulin
- das Durchbrechen der Insulin-Resistenz
- die Verminderung der Glucose-Produktion bzw. die Verbesserung der Glucose-Verwertung
- exogenes Insulin bei ungenügender Insulin-Freisetzung.
Abbildung 3 fasst die Wirkungen, Indikationen und Risiken der oralen Antidiabetika zusammen.

Diabetes mellitus Typ 2
Der Diabetes mellitus zählt zu den häufigsten und kostenträchtigsten Krankheiten. In Deutschland sind geschätzte 6 Millionen Menschen und damit 7% der Bevölkerung daran erkrankt, der überwiegende Teil an Diabetes mellitus Typ 2. Die Inzidenz steigt in den westlichen Industrienationen stetig, wahrscheinlich aufgrund der veränderten Lebensgewohnheiten. Gegenwärtig verdoppelt sich nach dem 40. Lebensjahr die Häufigkeit pro Lebensjahrzehnt, im 8. Lebensjahrzehnt ist nahezu jeder Fünfte betroffen. In den Nachkriegsjahren war der sogenannte Altersdiabetes eher selten, trat dann aber mit steigendem Wohlstand und der Verfügbarkeit billiger schneller Kohlenhydrate – Stichwort „fast food“ – immer häufiger auf. | Von Prof. Dr. med. Thomas Herdegen
Show moreAppell an die Eigenverantwortlichkeit
Aus der Erkenntnis, dass Krebserkrankungen mit der Lebensweise zusammenhängen und familiär gehäuft auftreten, lassen sich präventive Maßnahmen zur Verhinderung eines Tumorleidens ableiten. Dabei spielen neben den heute empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen die Verantwortung und Selbstfürsorge eines jeden Einzelnen eine nicht zu unterschätzende Rolle.Show moreRechtliches
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