Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Malaria-Impfungen senken Kindersterblichkeit um 13%
Vorbeugende Impfungen können viele Leben retten - das zeigten Wissenschaftler in einer Analyse nun für Malaria bei Kindern. Forscher sehen sogar noch mehr Potenzial.Show moreTelomerasehemmer Imetelstat bei Hirntumoren wirksam?
Imetelstat wird bereits in klinischen Studien als Wirkstoff gegen Brust- und Lungenkrebs untersucht. Er könnte aber auch gegen Hirntumore wirksam sein. Die Substanz hemmt die Aktivität der Telomerase. Dieses Enzym gilt als ein möglicher Schlüsselfaktor bei der Krebsentstehung. Im Tierversuch konnten US-Wissenschaftler jetzt zeigen, dass Imetelstat im Gegensatz zu anderen potenziellen Wirkstoffen die Blut-Hirn-Schranke überwindet und somit auch zur Therapie von Glioblastomen und anderen bösartigen Hirntumoren eingesetzt werden könnte [1].Show moreDie Rolle von Fleisch, Fisch, Huhn und Eiern
Neben einigen anderen Faktoren spielt auch das Ernährungsverhalten bei einem Prostatakarzinom eine Rolle. Amerikanische Wissenschaftler gingen nun der Frage nach, wie sich Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier auf ein bestehendes Prostatakarzinom auswirken. Sie fanden klare Unterschiede.Show moreToxoplasmose – die unterschätzte Gefahr
Infizieren sich Frauen erstmalig während der Schwangerschaft mit Toxoplasmen, kann das ungeborene Kind schwer geschädigt werden oder sogar sterben. Über den Schutz vor Infektionen mit diesen Parasiten informiert jetzt ein neues Merkblatt des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).Show moreNeue gezielte Strategie gegen Grippeviren
Gegen zahlreiche Virustatika sind Viren – und ganz besonders Influenzaviren – mittlerweile resistent. Wegen der hohen Wandlungsfähigkeit der Viren müssen auch Impfstoffe immer wieder an den aktuellen Stamm angepasst werden. Die "Schweinegrippe", die sich im letzten Jahr innerhalb weniger Wochen weltweit ausbreitete, hat die Dringlichkeit neuer Bekämpfungsstrategien aufgezeigt. Jetzt haben Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie nachgewiesen, wie die sogenannte RNA-Interferenz-Technologie neue Angriffsmöglichkeiten eröffnen könnte.Show moreBei Dosierung von Antibiotika das Gewicht berücksichtigen
Die beobachtete Zunahme von Resistenzen gegen Antibiotika nehmen griechische Wissenschaftler zum Anlass, damit zusammenhängenden Aspekte in einem aktuellen Viewpoint-Artikel im Lancet zu diskutieren. Ihre Forderung: Um die Wirkung zu optimieren, sollten Antibiotika und antimikrobiell wirksame Arzneistoffe nicht nach einem festen Schema dosiert werden, sondern individuell zugeschnitten auf das Körpergewicht. Dabei reiche es nicht, nur den Body-mass-Index zugrunde zu legen.Show moreRauchen erhöht Osteoporoserisiko unter Depotkontrazeptivum
Medroxyprogesteronacetat zählt zu den Arzneistoffen, die bei langfristiger Anwendung die Entstehung einer Osteoporose begünstigen können. Rauchen und eine zu niedrige Calciumaufnahme können diese Entwicklung fördern. Dies zeigt eine Beobachtungsstudie nach der Anwendung von Medroxyprogesteronacetat als Depotkontrazeptivum.Show moreRezeptfreie Analgetika-Großpackungen zu gefährlich?
Um dem Patienten zu signalisieren, dass Analgetika keinesfalls harmlos sind, sollen nach dem Willen des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht in Zukunft nur noch Kleinpackungen ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sein. Folgt der Gesetzgeber der Empfehlung des Sachverständigenausschusses, dann dürften beispielsweise rezeptfrei erhältliche 100er ASS-Packungen bald der Vergangenheit angehören.Show moreNiedriger dosiert: Depot-Gestagen zur Langzeitverhütung
Für die hormonelle Langzeitverhütung steht mit Sayana® ein Depot-Gestagen mit ovarieller Suppression für die dreimonatige subkutane Applikation zur Verfügung. Mit 104 mg Medroxyprogesteronacetat (MPA) enthält es etwa ein Drittel weniger Wirksubstanz als das Vorläuferpräparat Depo-Clinovir® , das intramuskulär injiziert wird. Die Verhütungssicherheit ist vergleichbar. Um einem Verlust an Knochendichte entgegenzuwirken, sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin D geachtet werden.Show moreInkretinmimetikum Liraglutid kann beim Abspecken helfen
Bei der Suche nach medikamentöser Unterstützung für Gewichtsreduktion geraten Wirkstoffe, die das Inkretinsystem beeinflussen, in den Fokus des Interesses. Liraglutid, als Victoza® zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zugelassen, konnte in einer Studie über 20 Wochen zur signifikanten Gewichtsreduktion bei Adipositas beitragen. Die notwendigen einmal täglichen Injektionen von Liraglutid schienen die Therapietreue nicht negativ zu beeinflussen.Show moreUntersuchungen zur Arzneistofffreisetzung
Echtzeit-Visualisieruing mittels CARS
Von Maike Windbergs und Peter Kleinebudde
Freisetzungsuntersuchungen werden in großem Umfang als analytische Methode in der Entwicklung, Produktion und Qualitätssicherung von Arzneimitteln angewendet. Im Allgemeinen wird die Konzentration des freigesetzten Arzneistoffs in einem definierten Volumen Freisetzungsmedium analysiert. Da aber auch die Festkörpereigenschaften des Arzneistoffs das Freisetzungsverhalten stark beeinflussen können, ist eine Methode zur Beobachtung und besonders zur Visualisierung des Festkörperverhaltens während der Freisetzung wichtig. Die Kohärente Anti-Stokes-Raman-Streuung (coherent anti-Stokes Raman scattering, CARS) kann tiefergehende Erkenntnisse über das Freisetzungsverhalten von Arzneistoffen liefern.
Show moreMit Capsaicin gegen den neuropathischen Schmerz
Mit Qutenza® hat die europäische Zulassungsbehörde ein Capsaicin-haltiges Pflaster zur kutanen Behandlung von peripheren neuropathischen, das heißt durch Nervenschädigungen in der Haut hervorgerufene Schmerzen zugelassen. Die Markteinführung wird für 2010 erwartet. Aufgrund seines Wirkprofils und der Gefahr von Anwendungsfehlern erfordert die Handhabung des verschreibungspflichtigen Arzneimittels allerdings einige Sicherheitsvorkehrungen, so dass die Applikation durch geschultes, medizinisches Fachpersonal vorgesehen ist.Show moreEinfach anwendbar: Diclofenac als Spray
Seit Januar 2010 ergänzt eine neue Darreichungsform die topischen OTC-Schmerzmittel: ein Spray mit 4% Diclofenac-Natrium (Voltaren® Spray). Die neue Galenik basiert auf einer Mizellen-Technologie und soll die schnelle Penetration des Wirkstoffs in tiefe Gewebeschichten ermöglichen. Zugelassen ist das Spray zur lokalen, symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßigen Schmerzen und Entzündungen nach akuten stumpfen Verletzungen kleiner und mittelgroßer Gelenke und der gelenknahen Strukturen.Show moreAmifampridin gegen Muskelschwäche
Die Europäische Kommission hat Amifampridin für die Behandlung von Patienten mit Lambert-Eaton-myasthenischem Syndrom (LEMS) zugelassen. Amifampridin verbessert die Acetylcholinfreisetzung an den Synapsen. Es soll voraussichtlich im März 2010 unter dem Handelsnamen Zenas® einführt werden.Show moreZusatztherapie mit Cineol ist wirksam bei COPD
Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) hat sich zur Volkskrankheit mit einer Prävalenz vergleichbar dem Diabetes entwickelt: In Deutschland leiden 9% der Männer und 4% der Frauen an COPD, Tendenz steigend. Die Leitlinientherapie mit Bronchodilatatoren und Steroiden kann Symptome kontrollieren und Verschlimmerungen teilweise vorbeugen. Der Stellenwert der schleimbeeinflussenden "Mukopharmaka" ist nicht eindeutig. Eine placebokontrollierte Studie zeigte nun, dass Cineol als Add-on-Therapie die Häufigkeit, Dauer und Schwere von Exazerbationen senken kann.Show moreWenn Milch zum Problem wird
Bereits im Säuglingsalter ist Milchzucker bzw. Lactose ein wichtiger Bestandteil der Ernährung: Er ist energiereich und seine Fermentation fördert im Kolon den Aufbau der physiologischen Darmflora. Auch in vielen Lebensmitteln ist das Disaccharid enthalten und für die Ernährung nach der Stillperiode von Bedeutung. Doch Lactose ist neben Fructose auch einer der häufigsten Auslöser einer Malabsorption bei Kindern. Dabei wird zwischen verschiedenen Formen unterschieden, die wir hier näher betrachten wollen.Show moreGlycyrrhizin gegen Infektionen nach Verbrennungen
Das Saponin Glycyrrhizin aus der Wurzel der Süßholzpflanze (Glycyrrhiza glabra L.) ist offensichtlich gegen Infektionen wirksam, die durch Pseudomonas aeruginosa hervorgerufen werden. Im Tierversuch konnten amerikanische Wissenschaftler zeigen, dass nach Verbrennungen der natürliche Schutzschild aus antimikrobiellen Peptiden geschädigt ist. Durch die Applikation von Glycyrrhizin wurde nicht nur die Funktion wiederhergestellt, auch die Sepsis, die von einer Pseudomonas-aeruginosa-Wundinfektion herrührte, war anschließend kontrollierbar.Show moreSequenz- oder Monotherapie?
Beim rezeptorpositiven Mammakarzinom verlängert eine antihormonelle Therapie das krankheitsfreie Überleben und senkt die Brustkrebsmortalität. Die BIG-Studie untersucht Therapieregime mit Letrozol und Tamoxifen. Einer aktuellen Auswertung zufolge scheint zwischen verschiedenen Sequenzprotokollen und einer Monotherapie mit Letrozol kein auffallender klinischer Unterschied zu bestehen.Show moreAntidepressiva wirksam nur bei schweren Depressionen?
Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und trizyklische Antidepressiva sind nur bei schweren Depressionen wirksamer als Placebos. Zu diesem Ergebnis kommt eine Metaanalyse, die die Ergebnisse von sechs randomisierten klinischen Studien aus den Jahren 1980 bis 2009 zusammenfasst [1]. Über die Veröffentlichung ähnlicher Daten wurde bereits vor zwei Jahren heftig diskutiert [2]. Die jetzt vorgelegte Untersuchung wertet allerdings zum ersten Mal den Erfolg einer Behandlung bei Hunderten von Patienten aus, die vorwiegend leichtere Symptome zeigten.Show more24-Stunden-Betaagonist: Weite Bronchien rund um die Uhr
Indacaterol ist der erste europaweit zugelassene Bronchodilatator für COPD-Patienten, der eine rasch einsetzende mit einer 24 Stunden anhaltenden Wirkung verbindet. Die Europäische Kommission erteilte die Zulassung für Onbrez® Breezhaler® Anfang Dezember 2009 zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit COPD. Der lipophile Betaagonist soll mindestens so wirksam sein wie die etablierten Bronchodilatatoren, für den Patienten aber durch die Einmalgabe komfortabler.Show moreKann Ginkgo den kognitiven Abbau doch nicht aufhalten?
Die Einnahme von Ginkgo-biloba-Extrakten scheint den altersbedingten kognitiven Abbau des Gehirn nicht aufhalten zu können. Zu diesem Ergebnis kommt eine randomisierte placebokontrollierte Studie. Allerdings sind die jetzt publizierten Ergebnisse nur eine nachträglichen Auswertung der 2008 veröffentlichten großen Studie mit dem Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761®. Der Hersteller kritisiert das Fazit der Autoren und weist auf methodische Mängel im Studiendesign hin.Show moreEnergy Shots nur einen am Tag
Hinter dem Begriff Energy Shots verbirgt sich ein neuartiger Typ flüssiger coffein- und taurinhaltiger Lebensmittel, die damit werben, die Konzentration und Leistungsfähigkeit oder die sportliche Leistung zu steigern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass Energy Shots bei bestimmungsgemäßem Verzehr kein Risiko darstellen. Es geht jedoch davon aus, dass viele Konsumenten die Empfehlung überschreiten werden – und dadurch ihre Gesundheit riskieren.Show moreCalciumkanäle haben Geschmack
Calcium kommt einem beim Thema Geschmack nicht unbedingt als Erstes in den Sinn. Wie japanische Wissenschaftler nun herausgefunden haben, spielen Calciumkanäle auf der Zunge jedoch eine wichtige Rolle bei der Geschmackswahrnehmung.Show moreAntikörper Rituximab beeinflusst Grippeimpfung
Nach einer Behandlung mit dem CD20-Antikörper Rituximab (MabThera®) kann eine Impfung gegen die saisonale Grippe unwirksam sein, so das Ergebnis einer niederländischen Untersuchung an der Universität Groningen. Elf Patienten waren vier- bis sechs Wochen nach der Gabe von Rituximab mit dem üblichen trivalenten Impfstoff gegen die saisonale Grippe geimpft worden. Gegen keines der drei Impfstoffviren wurde ein ausreichender Antikörpertiter induziert.Show moreRechtliches
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