Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Eigenbrauer-Syndrom: Kein Alkohol konsumiert, aber trotzdem betrunken?
„Herr Polizist, ich habe keinen Tropfen getrunken, auch wenn das Messgerät 2,1 Promille anzeigt.“ Was nach schlechter Ausrede klingt, ist tatsächlich möglich. Menschen, die unter dem Eigenbrauer-Syndrom leiden, werden betrunken, ohne Alkohol zu konsumieren. Er wird von ihrem eigenen Körper produziert.Show moreNeues Taxan bei hormonrefraktärem Prostatakarzinom
Die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat dem Mikrotubuli-Inhibitor Cabazitaxel (vorgesehener Handelsname Jevtana®) in Kombination mit Prednison die Zulassung zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem, hormonrefraktärem Prostatakarzinom erteilt, die zuvor mit einem Docetaxel-haltigen Therapieregime behandelt wurden. Ein Zulassungsdossier über das neue Taxan Cabazitaxel wird derzeit auch von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), geprüft.Show moreFlohbefall bei Tieren – ganzjährig aktuell
Damit Flöhe kein Massenproblem werdenVon Sabine Wanderburg
Allein beim Gedanken an Flöhe fangen viele Menschen an sich zu kratzen. Kein Wunder, denn der Befall mit den Lästlingen verursacht bei Mensch und Tier erheblichen Juckreiz. Flohbefall ist bei Hunden und Katzen häufig und tritt ganzjährig auf, da Flöhe und deren Eier, Larven und Puppen in geheizten Räumen problemlos überwintern können. Schon wenige Flöhe können aufgrund der explosionsartigen Vermehrungsrate innerhalb kurzer Zeit zu einem Massenbefall, vor allem von Entwicklungsstadien, im ganzen Haus führen. Zudem können Flöhe allergische Reaktionen auslösen und eine Rolle als Vektor für verschiedene Krankheitserreger spielen. Gute Gründe, diese Parasiten zu bekämpfen oder – besser noch – einem Flohbefall vorzubeugen. Da viele Produkte für diesen Zweck nicht verschreibungspflichtig sind, kommt der Beratung in der Apotheke eine besondere Rolle zu.
Show moreKetoprofen, Modafinil und retardierte Opioide im Visier
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA hat im Rahmen seiner jüngsten Tagung wichtige Empfehlungen zu Ketoprofen, Modafinil und retardierten Opioiden abgegeben. Die Empfehlungen sind der Europäischen Kommission zur Entscheidung zugeleitet worden. Erst wenn die Entscheidungen vorliegen, werden sie für die Mitgliedstaaten rechtlich bindend.Show moreVaginalgel zeigt protektive Wirkung gegen HI-Viren
Auf der Welt-Aids-Konferenz in Wien wurden neue Ergebnisse zum Kampf gegen die Infektionskrankheit vorgestellt. Besonderes Interesse erregte eine südafrikanische Studie zur Entwicklung eines Vaginalgels mit dem antiviralen Wirkstoff Tenofovir, das das Ansteckungsrisiko für Frauen signifikant senken konnte. Eine weitere Präsentation zeigte die Ergebnisse amerikanischer Wissenschaftler, die zwei neue HIV-Antikörper entdeckten. Im Labor stoppten diese 90% aller bekannten Varianten des HI-Virus, wodurch neue Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen die Infektionskrankheit geweckt werden.Show moreFDA gegen Bevacizumab bei fortgeschrittenem Brustkrebs
Am 20. Juli 2010 wandte sich ein Ausschuss der US-Gesundheitsbehörde FDA gegen den Einsatz des Angiogenese-Hemmers Bevacizumab beim fortgeschrittenen metastasierten Mammakarzinom. Die Mitglieder des externen Gremiums erachteten das Nutzen-Risiko-Verhältnis aufgrund der Ergebnisse zweier klinischer Studien für zu gering.Show moreNoch kein Aus für Rosiglitazon
Fragen zur kardiovaskulären Sicherheit des Antidiabetikums Rosiglitazon beschäftigen weiter die Überwachungsbehörden. Den Forderungen nach einer Marktrücknahme sind weder die Europäische Arzneimittelagentur EMA noch die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA in ihren Mitte Juli durchgeführten Beratungen nachgekommen. Die Prüfung dauert an. In die zur Zeit laufende Postmarketingstudie TIDE dürfen jedoch keine neuen Teilnehmer mehr aufgenommen werden.Show moreStörungen des Fructosestoffwechsels
Zu den in der Nahrung vorkommenden Monosacchariden gehört neben Glucose und Galactose auch Fructose. Auch als Fruchtzucker bekannt, findet man Fructose vor allem in Früchten, Honig sowie in Spuren im Großteil aller Pflanzen [1]. Fructose ist somit ein verbreiteter Nahrungsmittelinhaltsstoff und leistet einen wichtigen Beitrag zur Kohlenhydratversorgung. Durch einen angeborenen Enzymdefekt kann der Fructosestoffwechsel im menschlichen Organismus allerdings gestört sein. Fructose wird dann von Anfang an nicht vertragen. Zudem kann eine Fructosemalabsorption oder Sorbitunverträglichkeit auftreten, die durch ein defektes Monosaccharidtransportsystem im Dünndarm gekennzeichnet ist [2]. Welche Folgen diese Störungen für die Ernährung von Kindern haben, zeigt der folgende Artikel.Show moreHoffnungsvoller Neuanfang?
Nach der Marktrücknahme von Exubera® 2008 ist es um inhalative Insuline still geworden. In den Forschungslaboren pharmazeutischer Hersteller scheint dieser Ansatz aber weiter verfolgt zu werden. Eine Studie stellte die Kombination von schnellwirksamem, inhalativem Insulin zu den Mahlzeiten mit Basalinsulin zur Nacht im Vergleich zu einer intensivierten Therapie bei schlecht eingestelltem Typ-2-Diabetes auf den Prüfstand. Das Studienziel der Nicht-Unterlegenheit wurde dabei erreicht.Show moreNeues vom ASCO 2010
"Kein Durchbruch, interessante Studienergebnisse, hin zur personalisierten Medizin", so können die Ergebnisse des diesjährigen amerikanischen Krebskongresses ASCO zusammengefasst werden. Im Folgenden werden einige neue Aspekte zur medikamentösen Therapie einzelner Tumorarten zusammengefasst.Show moreBTM, Insulin und Pille im Gepäck
Mit Medikamenten richtig auf Reisen gehenVon Beate Fessler
Auch kranke Menschen können und wollen in die Ferne reisen, selbst wenn sie regelmäßig Insulin spritzen müssen oder ein Betäubungsmittel benötigen. Kein Problem! Doch vor Reiseantritt sind genauere Überlegungen notwendig, etwa die Einfuhr von Betäubungsmitteln ins Reiseland oder die Applikation der Arzneimittel bei Zeitverschiebungen. Hier einige Tipps für die Kundenberatung.
Show moreWarum Sellerie antientzündlich wirkt
Dass verschiedene Lebensmittel antientzündliche Wirkungen entfalten können, ist seit Langem bekannt. Neue Details dazu, wie verschiedene antientzündliche Komponenten wirken, haben US-amerikanische Wissenschaftler vor Kurzem bekannt gegeben.Show moreDer Rote-Hand-Brief und sein Pendant in anderen Ländern
Wie werden neue Risiken zu Arzneimitteln kommuniziert?Von Elizabeth Storz
Der Erkenntnisstand eines Arzneimittels ändert sich nach der Zulassung fortlaufend. Um den Fachkreisen in der täglichen Praxis schnell Informationen zu erheblichen, neu erkannten Arzneimittelrisiken zukommen zu lassen, verschicken die pharmazeutischen Hersteller diese wichtigen Risikoinformationen mit speziell gekennzeichneten Briefen. In Deutschland sind das die sogenannten Rote-Hand-Briefe.
Show more„Gesündere“ Pommes durch Reduktion von Transfettsäuren
Führende Fast-Food-Ketten, darunter McDonalds und Burger King, haben den Anteil an Transfettsäuren in ihren Frittierfetten offenbar deutlich reduziert. Das berichten Wissenschaftler der Minnesota School of Public Health.Show moreNaltrexon zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit
Der oral wirksame, lang wirkende spezifische Opioidantagonist Naltrexon (Adepent®) kann angewendet werden als Teil eines umfassenden Therapieprogramms gegen Alkoholabhängigkeit zur Reduktion des Rückfallrisikos, als unterstützende Behandlung in der Abstinenz und zur Minderung des Verlangens nach Alkohol. Ab 1. August 2010 soll nach Angaben von Desitin Adepent® in Deutschland auf den Markt kommen.Show moreNeuer PDE-4-Hemmer Roflumilast
Der Hemmer der Phosphodiesterase 4 (PDE 4) Roflumilast (Daxas®) ist begleitend zur bronchodilatatorischen Dauertherapie bei schwerer COPD in Verbindung mit chronischer Bronchitis bei erwachsenen Patienten mit häufigen Exazerbationen indiziert. Der neue Wirkstoff soll am 1. August auf den Markt kommen.Show moreÜber die Hälfte der Erwachsenen erhält zu wenig Vitamin D
Vitamin D zählt zu den Vitaminen, mit denen viele Menschen nicht ausreichend versorgt sind. Das Ausmaß des Mangels beschreibt der Vitaminforscher Anthony Norman in der aktuellen Ausgabe von "Endocrine Today". Demnach hat mehr als die Hälfte aller Menschen in Nordamerika und Westeuropa ein VitaminD-Defizit.Show moreKurz wirksame Insulinanaloga fangen Blutzuckerspitzen ab
Eine möglichst optimale Blutzuckerkontrolle ist bei Menschen mit Typ-2-Diabetes auch aus kardiovaskulärer Sicht erstrebenswert. Und oft nur durch eine Insulintherapie zu erreichen. Dabei sollte nicht nur der HbA1c -Wert, sondern auch der postprandiale Blutzucker im Blick behalten werden.Show moreLange Blutzuckerkontrolle durch neue Insulinformulierung
Indische Wissenschaftler haben eine neuartige Insulinformulierung entwickelt, bei der das Hormon über vier Monate sukzessive ins Blut abgegeben wird. Dazu nutzten sie die chemische Eigenschaft von Insulinmolekülen, nach längerem Erwärmen Oligomere zu bilden. In dieser Form wurde es Versuchstieren mit einem medikamentös induzierten Diabetes injiziert. Das Präparat verbesserte nicht nur die glykämische Kontrolle, sondern reduzierte darüber hinaus die Fälle von sekundären diabetischen Komplikationen [1]. Noch für dieses Jahr ist eine erste klinische Studie geplant.Show moreTherapie individuell anpassen – Nebenwirkungen vermeiden!
Fast 90 Jahre nach Entdeckung des Insulins wird weiter über die "richtige" Insulintherapie gestritten – mit der Einführung der Kunstinsuline mehr denn je. Wie einsteigen, wann intensivieren, mit welchem Insulin, welcher oralen Kombination? Neue Studienergebnisse werden im Kontext eines Paradigmenwechsels der Diabetestherapie interpretiert: Das glukozentrische Weltbild wankt schon länger. Es wird zunehmend ersetzt durch eine vernetzte Sicht, die weitere Risikofaktoren bei Diabetespatienten in den Blick nimmt.Show moreSo bunt und lebhaft
Die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen Lebensmittelfarbstoffen und dem Auftreten von ADHS besteht, wird bereits seit Langem diskutiert. Durch die EU sind 42 Farbstoffe als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen. Ein Teil dieser Farben zählt zu den Azo-Lebensmittelfarbstoffen. Ab dem 20. Juli 2010 besteht für sechs dieser Farbstoffe eine zusätzliche Deklarationspflicht.Show moreNeues duales Wirkprinzip mit LCZ696
LCZ696 ist der erste Vertreter eines dual wirksamen Antihypertonikum, das an zwei wichtigen Stellen der Blutdruckregulation angreift. Die neue Substanz hemmt den Angiotensin-II-Rezeptor und unterbindet die Wirkung von Neprilysin. In einer Vergleichsstudie mit Valsartan wurde eine dem Sartan überlegene Wirkung festgestellt.Show moreWirkungsweise der Makrolide als Weg zu neuen Antibiotika
Zahlreiche Antibiotika entfalten ihre Wirksamkeit, indem sie die bakterielle Eiweißsynthese hemmen. Makrolide, die die große 50S-Untereinheit der Ribosomen angreifen, binden am Eingang des ribosomalen Tunnels, durch den alle produzierten Polypeptidketten hindurchgeleitet werden. Münchener Wissenschaftler haben jetzt nachgewiesen, dass Makrolide je nach Struktur und Art des bakteriellen Ribosoms unterschiedlich effektiv wirken [1]. Diese Erkenntnisse könnten zur Entwicklung neuartiger Antibiotika gegen verschiedene Bakterienarten, möglicherweise auch multiresistente Stämme, führen.Show moreASS in der Primärprophylaxe bisher ohne Nutzen
Für Patienten mit kardiovaskulärer Erkrankung oder nach Herzinfarkt und Schlaganfall ist eine dauerhafte Sekundärprophylaxe mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (low dose ASS) etabliert. Doch welche Intervention kann verhindern, dass Patienten dieses gefährliche Krankheitsstadium erreichen? Eine schottische Studie untersucht nun den Nutzen von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure bei nicht-symptomatischen Patienten, bei denen aber aufgrund eines erniedrigten Knöchel-Arm-Index ein erhöhtes Risiko für Gefäßerkrankungen festgestellt wurde.Show moreWeder Nutzen noch Schaden von L-Methionin belegt
Ob Patienten mit einer neurogenen Blasenstörung von L-Methionin profitieren, ist unklar. Die einzige derzeit verfügbare Studie liefert weder Belege für einen Nutzen noch Belege für einen Schaden. Zu diesem Ergebnis kommt der am 12. Juli 2010 veröffentlichte Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).Show moreRechtliches
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