Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Eigenbrauer-Syndrom: Kein Alkohol konsumiert, aber trotzdem betrunken?
„Herr Polizist, ich habe keinen Tropfen getrunken, auch wenn das Messgerät 2,1 Promille anzeigt.“ Was nach schlechter Ausrede klingt, ist tatsächlich möglich. Menschen, die unter dem Eigenbrauer-Syndrom leiden, werden betrunken, ohne Alkohol zu konsumieren. Er wird von ihrem eigenen Körper produziert.Show moreEntscheidend ist, wie der Patient die Therapie erlebt
Nicht die Lungenfunktion ist der zentrale Maßstab bei der Bewertung der Behandlungsqualität bei Asthma und COPD. Wichtiger ist das Patient Reported Outcome, also das, was der Patient unter der Therapie erlebt und beim Befragen als sein Befinden berichtet.Show moreTestosteron schadet dem Herz
Nehmen ältere Männer das Sexualhormon Testosteron ein, stärkt dies nicht nur die Muskeln, sondern birgt auch Gefahren für Herz und Kreislauf – bis hin zum Herzinfarkt. Das zeigte die TOM-Studie (Testosterone in Older Men with Mobility Limitations), die jetzt wegen dieser alarmierenden Ergebnisse abgebrochen wurde.Show moreDie PRISCUS-Liste*
Potenziell inadäquate Medikation für ältere MenschenVon Stefanie Holt, Sven Schmiedl und Petra A. Thürmann
Bestimmte Arzneimittel gelten als potenziell inadäquate Medikation (PIM) bei älteren Patienten. Die bisherigen internationalen Medikationsempfehlungen für multimorbide ältere Patienten sind nur begrenzt auf Deutschland übertragbar. Ziel war die Erstellung einer für Deutschland relevanten Liste von Arzneimitteln, die bei älteren Menschen möglichst vermieden werden sollten oder deren Dosierung angepasst werden muss. Nach Literaturrecherche und qualitativer Analyse internationaler Listen erfolgte die Zusammenstellung einer an den deutschen Arzneimittelmarkt angepassten Liste: 83 Arzneistoffe aus 18 Arzneistoffklassen wurden als potenziell inadäquat für ältere Patienten bewertet.
Show moreWarum Äpfel vor Darmkrebs schützen könnten
Dass Äpfel gesund sind, weiß jedes Kind. Welche Effekte sie im Detail auf die Gesundheit haben, ist allerdings noch nicht vollständig erforscht. Über einen Benefit im Hinblick auf die Prävention von Darmkrebs berichtete vor Kurzem Dr. Clarissa Gerhäuser vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).Show moreNeuer Therapieansatz mit PARP-Inhibitoren
Bei einer prognostisch ungünstigen Subgruppe von Mammakarzinomen wurden in ersten Untersuchungen mit einer neuen Substanzklasse, den PARP-Inhibitoren, positive Ergebnisse erzielt. Studien in der adjuvanten und metastasierten Situation werden derzeit in Deutschland initiiert.Show moreNur positive Ergebnisse sind gute Ergebnisse?
Wenn man die Auswertung der Bostoner Arbeitsgruppe um Florence Bourgeois zusammenfasst, die das Studienregister ClinicialTrials.gov bezüglich fünf Wirkstoffgruppen untersucht hat, sind für veröffentlichte herstellerfinanzierte Studien positive Ergebnisse charakteristisch. Dabei sollte durch das Studienregister verhindert werden, dass Studien mit einem negativen Ausgang von den Herstellern nicht veröffentlicht werden und so das Gesamtbild verzerrt wird.Show moreCalcium kann das Herzinfarktrisiko erhöhen
Die Meldung, dass eine Calciumzufuhr im Rahmen einer Osteoporoseprophylaxe und -therapie das Herzinfarktrisiko erhöht, hat für große Verunsicherung gesorgt. Hintergrund sind Ergebnisse einer Metaanalyse, nach denen mit einem um 30% erhöhten Herzinfarktrisiko zu rechnen ist, wenn mehr als 500 mg Calcium supplementiert wird. Dies war jedoch nur der Fall, wenn schon mit der Nahrung ausreichend Calcium aufgenommen worden war.Show morePPI als Risikofaktor für erneute Clostridium difficile-Infektion
Clostridium difficile ist ein nosokomialer Problemkeim. Für die Infektion typisch ist eine mit heftigen Durchfällen verbundene Darmentzündung, die auch als Clostridium difficile-assoziierte Diarrhoe (CDAD) bezeichnet wird. Zur Behandlung der Erkrankung, die auf eine vollständige Beseitigung der auslösenden Ursache zielt, werden häufig Protonenpumpenhemmer und die Kombination von zwei Antibiotika eingesetzt. Wissenschaftler aus Südkorea zeigten jetzt, dass die PPI-Gabe überdacht werden sollte, da sie mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten der Durchfallerkrankung verbunden sein kann.Show moreFructose kann das Wachstum von Krebszellen anregen
Der Kohlenhydratstoffwechsel nimmt eine Schlüsselstellung bei der Krebsentstehung ein. Es ist bereits häufig vermutet worden, dass Zucker das Wachstum von Krebszellen anregen können. In diesem Zusammenhang galt das Interesse bislang vor allem der Rolle von Glucose. Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt gezeigt, dass auch Fructose Krebszellen "füttern" kann. Die Aktivierung eines spezifischen Stoffwechselwegs durch Fructose kann zumindest die Bildung von Pankreaskarzinomen fördern.Show moreStillende müssen nicht verzichten
Um das Allergierisiko bei ihrem Kind möglichst gering zu halten, verzichtet manche Frau in der Stillzeit auf den Genuss verschiedener Lebensmittel. Wie das Netzwerk "Gesund ins Leben" mitteilt, nutzt dieser Verzicht dem Kind nichts und ist somit überflüssig.Show moreTherapie von Warzen braucht Motivation und Geduld
Zu den (meist) gutartigen Hautveränderungen zählen verschiedene Warzen und Pigmentstörungen. Für den Hautarzt sind Verrucae und Melasma wie Husten in der Apothekenpraxis: Routinefälle, die aber im Einzelfall volle Aufmerksamkeit erfordern. Ein Update der Therapiemöglichkeiten bot die Münchner Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie.Show moreCapsaicin senkt Bluthochdruck bei Labortieren
Der für die Schärfe der Chilibeere Capsicum verantwortliche Inhaltsstoff Capsaicin senkt bei Laborratten den Bluthochdruck. In einer Langzeitstudie konnten chinesische Wissenschaftler nachweisen, dass die Wirkung des Alkaloids auf eine vermehrte Ausschüttung von Stickstoffmonoxid zurückzuführen ist, wobei der Rezeptor TRPV1 in spezifischer Weise aktiviert wird. Es gibt Hinweise auf eine entsprechende Reaktion auch beim Menschen, wobei ähnliche, weniger scharfe Substanzen ebenfalls den Effekt zeigen.Show moreChampignons für das Immunsystem
Champignons sind sowohl bei uns als auch in den USA die mit Abstand am häufigsten verzehrten Pilze. Neben dem kulinarischen Genuss scheinen Champignons auch der Gesundheit etwas Gutes zu tun: US-amerikanische Forscher konnten zeigen, dass sie bestimmte Zellen des Immunsystems anregen.Show moreRetardierte Opioide und das Alkohol-Interaktionsrisiko
Retardierten Opioiden auf Polymethacrylat-Triethylcitrat-Basis soll die Zulassung entzogen werden. Das hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA im Rahmen seiner Tagung im Juli 2010 beschlossen. Hintergrund ist die Gefahr einer verstärkten Wirkstofffreisetzung durch Alkohol. Der Beschluss liegt der Europäischen Kommission zur Entscheidung vor. Für den deutschen Markt wird er aber keine Konsequenzen haben.Show moreNeue Impfempfehlungen der STIKO
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat ihre Impfempfehlungen aktualisiert und im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht. Die wesentlichsten Neuerungen sind die Empfehlung einer generellen Masern-Schutzimpfung für junge Erwachsene sowie die Empfehlung der Influenza-Schutzimpfung für alle Schwangeren. Bei den Impfempfehlungen für Röteln, Meningokokken, Tollwut und Cholera hat die STIKO Anpassungen und Präzisierungen vorgenommen.Show moreSuizidrisiko von Antiepileptika differenziert betrachten
Im Jahre 2008 hatte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA aufgrund der bis dahin vorliegenden Datenlage verfügt, dass die Hersteller von Antiepileptika mit unterschiedlichen Wirkstoffen vor einem erhöhten Suizidrisiko warnen müssen. Eine jetzt veröffentlichte Fall-Kontroll-Studie Berliner Wissenschaftler kommt zu einer differenzierten Bewertung dieses Risikos bei verschiedenen Wertstoffen. Sie warnen jedoch davor, aus Angst vor einer Suizidalität auf die Einnahme der Medikamente ganz zu verzichten.Show moreAntiparkinsonmittel
Es gibt keine pharmakotherapeutische Möglichkeit, den Untergang der dopaminergen Neurone zu verhindern. Die Pharmakotherapie des Parkinson-Syndroms (PS) ist daher immer noch symptomatisch. Ziel ist der Ersatz des fehlenden Dopamins bzw. die Normalisierung der dopaminergen Übertragung im Striatum.
Show moreZur Primärprophylaxe auch ohne kardiovaskuläres Risiko?
Eine aktuelle Metaanalyse leistet einen weiteren Beitrag zur Kontroverse um eine lipidsenkende Therapie mit Statinen zur Primärprävention kardiovaskulärer und zerebrovaskulärer Ereignisse bei Menschen mittleren Alters ohne Krankheitsdiagnose bei Therapiebeginn. Danach scheint ein potenzieller Nutzen für Risikopersonen ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung –falls überhaupt vorhanden – kleiner als bisher angenommen zu sein.Show moreRhabdomyolyse unter Zoledronsäure
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) macht auf die Möglichkeit eine Rhabdomyolyse unter Bisphosphonaten aufmerksam. Unter intravenös verabreichter Zoledronsäure wurde ein Patient mit Verdacht auf eine Rhabdomyolyse auf die Intensivstation aufgenommen. Die AkdÄ vermutet, dass es sich angesichts der häufigen und langjährigen Anwendung von Bisphosphonaten um keine häufige UAW handelt, da sie in der Literatur bisher nicht beschrieben wurde.Show more
Stillstand der geordneten Bewegungen
Die Parkinson-Erkrankung ist ein vielschichtiges neurologisches Syndrom, bei dem Störungen der Bewegungen dominieren, aber auch vegetative, affektive und kognitive Störungen auftreten. Die kausale Therapie wie Transplantation von Stammzellen ist (noch) keine breite Therapieoption, aber die symptomatisch orientierte Pharmakotherapie erreicht über viele Jahre eine Stabilisierung der Bewegungsstörungen. Die dopaminerge Pharmakotherapie, das heißt die Parkinson-Therapie im engeren Sinne, verbessert aber hauptsächlich nur die motorischen Symptome. | Von Thomas Herdegen
Show moreNeuer Cholesterinsenker Pitavastatin
Pitavastatin ist ein neues Statin, das zur Senkung erhöhter Gesamt-Cholesterin- und LDL-Cholesterin-Spiegel eingesetzt wird. Es wurde in Großbritannien als Referenzland zugelassen, die Zulassung in anderen europäischen Ländern wird derzeit beantragt.Show morePharmakotherapie des Parkinson-Syndroms
Im Zentrum der Parkinson-Therapie steht die Supplementierung des fehlenden Dopamins mit L-Dopa, Dopamin-Rezeptor-Agonisten und Hemmstoffen der metabolisierenden Enzyme wie der DDC, COMT und MAO-B. Eine differenzielle Pharmakotherapie vermag die schweren Symptome der Parkinson-Krankheit so zu bessern, dass nach Diagnosestellung eine über 20 Jahre reichende, befriedigende Lebensqualität zu erzielen ist. L-Dopa ist die wirkungsvollste Substanz gegen das am meisten belastende Hauptsymptom Akinese, verursacht aber selbst komplexe und schwer zu therapierende Wirkungsfluktuationen und Dyskinesien. Die nicht-dopaminergen Störungen werden so therapiert wie bei Nicht-Parkinson-Patienten.Show moreKlinik und Pathogenese des Parkinson-Syndroms
Das Parkinson-Syndrom ist eine Störung des Alters, unter der 1% der über 60-Jährigen und 3% der über 80-Jährigen leiden (0,3% der Gesamtbevölkerung). Damit ist das Parkinson-Syndrom nach den Demenz-Erkrankungen die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Seine klinische Bedeutung liegt nicht nur in der motorischen Behinderung, sondern in zahlreichen anderen Störungen des autonomen Nervensystems und in der hohen Komorbidität für affektive (meist depressive) und kognitive (meist demenzielle) Störungen.Show moreAuch Nichtdiabetiker nehmen unter Inkretintherapie ab
In der Diabetestherapie sind sie schon etabliert: Gliptine und GLP-1-Rezeptoragonisten, die physiologische Effekte der Darm-Inkretine verstärken bzw. nachahmen. Sie lösen keinen Unterzucker aus und machen die Patienten nicht dicker, als sie ohnehin sind. Mehr noch: Unter GLP-1-Agonisten sinkt das Körpergewicht. Das macht sie interessant für die Adipositastherapie, in der es an zugelassenen Substanzen mangelt. Neue Studien zeigen: Man muss nicht diabetisch sein, um unter Inkretinmimetika abzunehmen.Show moreRechtliches
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