Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Eigenbrauer-Syndrom: Kein Alkohol konsumiert, aber trotzdem betrunken?
„Herr Polizist, ich habe keinen Tropfen getrunken, auch wenn das Messgerät 2,1 Promille anzeigt.“ Was nach schlechter Ausrede klingt, ist tatsächlich möglich. Menschen, die unter dem Eigenbrauer-Syndrom leiden, werden betrunken, ohne Alkohol zu konsumieren. Er wird von ihrem eigenen Körper produziert.Show moreVorzeitiger Studienabbruch unter Rimonabant
Die Hoffnung, durch Rimonabant das kardiovaskuläre Risiko adipöser Patienten zu senken, hat sich nicht erfüllt. Im Gegenteil: Eine Studie wurde vorzeitig abgebrochen, da unter der Rimonabant-Einnahme vermehrte Selbsttötungen registriert wurden.Show moreRisikopatienten: Blutfette sind meistens schlecht eingestellt
Vier von fünf Hochrisikopatienten in Deutschland erreichen trotz Behandlung mit einem Statin bei mindestens einem Lipidparameter die Werte nicht, die nach den Leitlinien und Empfehlungen der Fachgesellschaften anzustreben wären. Über 40% weisen mehr als eine Ziel- oder Normwertabweichung auf.Show morePandemrix® unter Narkolepsie-Verdacht
Schweden und Finnland haben vor Kurzem über ein gehäuftes Auftreten von Narkolepsiefällen bei Jugendlichen in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung von Pandemrix® berichtet und damit die Überwachungsbehörden auf den Plan gerufen. In Finnland wurde daraufhin die Aussetzung der Impfung mit Pandemrix® empfohlen. In Deutschland hatte die STIKO die speziellen Empfehlungen zur pandemischen Influenza zurückgezogen, weil der in den Pandemie-Impfstoffen enthaltene Virusstamm jetzt in den saisonalen Grippeimpfstoffen berücksichtigt ist.Show moreNEM in der fachlichen und öffentlichen Diskussion
Rechtsgrundlagen, individueller Bedarf, Verbrauch, BewertungVon Michael Hamm, Thomas Ellrott, Sylvia Terlinden und Jürgen Vormann
Die Schaffung eines europäischen Rechtsrahmens für Nahrungsergänzungsmittel in 2002 und dessen Umsetzung auf nationaler Ebene in 2004 sind ein Meilenstein für diese Produktkategorie. Kontroverse Diskussionen über die Zuordnung als Lebensmittel oder Arzneimittel sind zur Ruhe gekommen. Es bestehen jedoch noch unterschiedliche Ansichten in der Fachwelt über Nutzen und Wirksamkeit der Produkte. Entscheidend für einen sinnvollen Einsatz sind neben Qualität und Sicherheit der Nahrungsergänzungsmittel vor allem die Berücksichtigung des Nährstoffbedarfs einzelner Bevölkerungsgruppen sowie die Ermittlung des individuellen Versorgungsrisikos.
Show moreJedes siebte Kind geht ohne Frühstück in die Schule
Jedes siebte Kind isst morgens nichts, bevor es in die Schule geht. Das hat eine Eltern-Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) ergeben. Die Gründe dafür sind vielfältig: Jeder vierte Befragte gab an, dass sein Kind morgens keinen Appetit habe. Und sogar jeder Dritte sagte, dass morgens keine Zeit fürs Frühstück sei.Show moreMit Wasser gegen Übergewicht
Die Maßnahme ist so einfach wie billig: Wer sein Gewicht senken will, soll viel Wasser trinken. Dass sie tatsächlich funktioniert, hat nun eine klinische Studie gezeigt. Darin verloren Probanden, die im Rahmen einer Diät vor jeder Mahlzeit zwei große Gläser Wasser trinken mussten, mehr Gewicht als solche, die allein mit der kalorienreduzierten Kost abnehmen sollten.Show moreNalfurafine – neuer Therapieansatz bei urämischem Pruritus
Mit Nalfurafine könnte bald ein neuer Wirkstoff zur Linderung des chronischen Juckreizes von Dialysepatienten zur Verfügung stehen. Das Morphinderivat ist ein κ-Opioid-Rezeptoragonist und greift zentral in den Ablauf des urämischen Pruritus ein. Zwei schwedische Studien konnten die Wirksamkeit bei Dialysepatienten belegen. In Japan wird Nalfurafine bereits als orales Therapeutikum unter dem Namen Remitch® bei Hämodialysepatienten eingesetzt.Show moreCalcium und das Herzinfarktrisiko
Ist zu viel Calcium schädlich? Muss bei mehr als 1000 mg Calcium täglich mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko gerechnet werden? Dafür gibt es zumindest Indizien und eine vor Kurzem im British Medical Journal (BMJ) publizierte Metaanalyse scheint diese Hypothese zu bestätigen (s. DAZ 2010, Nr. 32,S. 38 – 39). Doch wie diese Analyse zu bewerten ist, darüber wird in Fachkreisen gestritten.Show more
Infarkte vermeiden durch Pneumokokkenimpfung?
Atemwegsinfektionen, vor allem durch Influenzaviren und Pneumokokken, zählen zu den Triggerfaktoren kardiovaskulärer Erkrankungen. Die Hypothese liegt nahe, dass Influenza- bzw. Pneumokokkenimpfungen das Herzinfarkt- oder Schlaganfall-Risiko reduzieren können. Für die Influenzaimpfung konnte dies bereits mehrfach bestätigt werden. Bei der Impfung gegen Pneumokokken ist die Studienlage jedoch nach wie vor uneinheitlich.Show moreNeue multiresistente Keime zwingen zur Achtsamkeit
Als "Superkeime" fanden neue Infektionserreger, die auch gegen die Reserve-Antibiotikaklasse der Carbapeneme resistent sind, ein breites Medienecho. Spektakulär an den Meldungen, die sich auf eine Veröffentlichung in der Fachzeitschrift "The Lancet Infectious Diseases" beziehen, war vor allem die Herkunft der Bakterien und die Bedrohungsszenarien, die sich ergeben könnten. Das Robert Koch-Institut hat jetzt die Meldungen relativiert, aber auch nochmals die grundsätzliche Problematik beim Auftreten derartiger hochresistenter Keime aufgezeigt.Show moreAktuelle Therapien für schwache Herzen
Unter chronischer Herzinsuffizienz leiden in Deutschland etwa 1,8 Millionen Menschen, Tendenz steigend. Zwar gab es in den letzten Jahren ein therapeutisches Umdenken bei der Behandlung der Herzschwäche, doch trotz moderner Strategien geht die Erkrankung mit einer hohen Morbidität und Mortalität einher. Was aktuelle Leitlinien zur Therapie vorschlagen und welche neuen Behandlungsansätze für die Forschung interessant sind, war einer der Schwerpunkte bei der 2. Freiburger Sommerakademie.Show moreSchilddrüsenerkrankungen bei Hund und Katze
Mögliche Ursache für Verhaltens- und FellveränderungenVon Sabine Wanderburg
"Sie unterscheiden sich wie Hund und Katze" – wer kennt diesen Spruch nicht? Schilddrüsenerkrankungen kommen sowohl bei Hunden als auch bei Katzen vor. Doch gibt es zwischen den beiden Tierarten dabei erhebliche Unterschiede. Während bei Katzen fast ausschließlich Schilddrüsenüberfunktionen eine Rolle spielen, kommen bei Hunden praktisch nur Unterfunktionen der Schilddrüse vor. Bei Katzen sind vor allem über zehn Jahre alte Tiere betroffen, während Hunde auch schon im mittleren Alter eine Hypothyreose aufweisen können. Zudem gibt es bei Hunden Rassedispositionen, während bei Katzen ein Einfluss der Fütterung diskutiert wird.
Show moreIntravitreales Dexamethason-Implantat zugelassen
Das Implantat Ozurdex® wird angewendet zur Behandlung von Erwachsenen mit Makulaödem als Folge eines retinalen Venenastverschlusses oder retinalen Zentralvenenverschlusses. Es enthält 700 µg Dexamethason und soll durch die intravitreale Arzneistoffeingabe zu einer lang anhaltenden Verbesserung der Sehschärfe führen.Show moreStudien mit langwirksamem Exenatid
Zwei aktuelle Phase-III-Studien verglichen unterschiedliche Metformin-basierte Diabetestherapien. Die zusätzliche Gabe des Inkretinmimetikums Exenatid führte zu besseren Ergebnissen wie Kombinationen mit Sitagliptin, Pioglitazon und Insulin glargin. Die wöchentliche Gabe von Exenatid schlug sich neben einer Senkung der HbA1c -Werte auch in einer Gewichtsreduktion nieder.Show moreErnährung bei Mukoviszidose
Mukoviszidose, auch bekannt als cystische Fibrose, ist in unseren Breiten die häufigste letale autosomal-rezessive Erkrankung. Neben dem Bronchialtrakt wird auch der Gastrointestinaltrakt von der Krankheit in Mitleidenschaft gezogen. Häufig kommt es zu einer Malnutrition, die sich wiederum ungünstig auf die Lungenfunktion und die Prognose auswirkt. Die Ernährungstherapie ist daher ein wichtiger Part der Behandlung von Mukoviszidose-Patienten, wie der folgende Beitrag zeigt.Show moreWie sicher sind die Pharmazentralnummern?
Die Bedeutung einer PZN am Beispiel des Clopidogrel-RückrufsVon Thomas Beck
Im April dieses Jahres ordnete das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) das befristete Ruhen der Zulassungen von Arzneimitteln an, die Clopidogrelbesilat aus der Betriebsstätte der Fa. Glochem Industries Ltd. (Unit II) in Visakhapatnam (Indien) enthalten. Es wurde Sofortvollzug angeordnet, sodass die nicht mehr verkehrsfähigen Präparate und Chargen sofort aus dem Verkehr gezogen und zurückgerufen wurden. Dies war mit einem großen Aufwand verbunden, weil die Pharmazentralnummer (PZN) zwar mithilfe der EDV des Warenwirtschaftssystems eine schnelle Identifikation der Präparate ermöglicht, aber keine Identifikation einzelner Chargen erlaubt. Deshalb sollte darüber nachgedacht werden, eine PZN jeweils nur einer einzigen Zulassungsnummer zuzuordnen.
Show moreMissbrauch von gebrauchten Fentanylpflastern verhindern
Die missbräuchliche Verwendung von Fentanylpflastern hat jetzt auch die Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen auf den Plan gerufen. In einer Mitteilung fordert sie dazu auf, die Pflaster nicht über den Hausmüll zu entsorgen und schlägt Alternativen vor.Show moreMediterrane Kost senkt Brustkrebsrisiko nach Menopause
Der Verzehr von Obst und Gemüse hat keinen signifikanten Einfluss auf das Risiko, an Krebs zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kam der Abschlussbericht zur prospektiven, multizentrischen Metastudie EPIC vom April dieses Jahres [1]. Differenziertere Analysen von Einzelaspekten der Studie zeigen jetzt, dass es offenbar doch Zusammenhänge zwischen der Ernährung und dem Auftreten bestimmter Krebserkrankungen gibt. Griechische Forscher haben nachgewiesen, dass das Brustkrebsrisiko durch eine Mittelmeerdiät deutlich vermindert wird. Dies gilt allerdings nur für Frauen in der Postmenopause [2].Show moreGezielter Wirkstofftransport in Nanopartikeln
Münchener Wissenschaftlern ist es jetzt gelungen, den Wirkstoff Colchicin in konzentrierter Form mithilfe von Nanopartikeln direkt in Zellen einzuschleusen. Als Grundlage dienten winzige Silikatpartikel mit einem Durchmesser von rund 50 Nanometern. Die Partikel sind in dieser Größe klein genug, um eine Zellmembran zu durchdringen, und aufgrund ihrer porösen Struktur können Wirkstoffe wie Colchicin gut absorbiert werden.Show moreKonsequente Therapie kann Haarausfall stoppen
Rund 50% der Männer sind während ihres Lebens von einer androgenetischen Alopezie betroffen, aber auch 10 bis 20% der Frauen. Haarausfall, primär als psychisch-ästhetisches Problem wahrgenommen, kann auch handfeste Folgen haben. Bei gelichtetem Schädel steigt die Gefahr chronischer Lichtschäden der Kopfhaut. Ein Grund mehr für eine wirksame Therapie, für die es nach modernen Maßstäben nur zwei Wirkstoffe gibt. Jedoch haben auch "unterstützende" Ansätze ihre Berechtigung. In jedem Fall soll der Kunde wissen: Kein Mittel bewirkt Wunder.Show moreWas können Fibrate?
Nachdem mehrere klinische Studien die kardiovaskulären Eigenschaften von Fibraten unterschiedlich beurteilt haben, wurde zur Klärung der Daten eine Metaanalyse durchgeführt. Ihr Fazit: Fibrate können das Risiko für koronare Ereignisse reduzieren. Von einer Fibrat-Therapie scheinen vor allem Hochrisikopatienten mit kombinierter Dyslipidämie zu profitieren.Show moreDie Pandemie ist vorbei, das Virus zirkuliert weiter
Die WHO hat am 10. August 2010 die Neue-Grippe-Pandemie für beendet erklärt. Schon im Vorfeld hatte die STIKO entsprechende Impfempfehlungen aufgehoben und darauf verwiesen, dass der für die Pandemie verantwortliche Influenza-Erreger A(H1N1)v-2009 in den neuen saisonalen Grippeimpfstoffen berücksichtigt ist. Eine Impfung gegen die saisonale Grippe wird jetzt erstmals auch für Schwangere empfohlen. Für sie wird das Risiko für schwere Verläufe als besonders hoch eingestuft.Show moreGeringes kardiovaskuläres Risiko durch HbA1c -Werte < 6,0%?
Die in den USA durchgeführte ACCORD-Studie hatte das Ziel zu klären, ob das kardiovaskuläre Risiko für Typ-2-Diabetiker durch eine konsequente Einstellung auf einen HbA1c -Wert von unter 6% im Vergleich zur derzeitigen Standardtherapie mit dem Ziel eines HbA1c -Werts von unter 7,5% gesenkt wird. Von besonderem Interesse sind die Ergebnisse, weil zu Beginn der Studie vor rund fünf Jahren in den Leitlinien der amerikanischen Diabetesgesellschaft ein HbA1c -Wert von unter sieben empfohlen wurde.Show moreRechtliches
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