Pharmazie
Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Asthma und COPD: Wer braucht Biologika?
Beta-2-Sympathomimetika, Muscarin-Rezeptorantagonisten und Glucocorticoide. Diese Arzneimittel bilden nach wie vor die Basis der inhalativen Therapie von Asthma und COPD. In den letzten Jahren kamen Biologika als neue Therapieoptionen hinzu – und bieten die Chance auf eine personalisierte Behandlung bei schweren obstruktiven Atemwegserkrankungen.Show moreAugengrippe im Ruhrgebiet
Seit Mitte November 2011 bis zur 1. Kalenderwoche 2012 wurden im Ruhrgebiet 207 Erkrankungen an Keratoconjunctivitis epidemica registriert, die im Zusammenhang mit der Behandlung in einer Augenklinik in Bottrop stehen. Das Robert Koch-Institut sieht darin ein "Infektionsgeschehen von besonderer Bedeutung". Meldungen aus anderen Städten im Ruhrgebiet deuten darauf hin, dass das Virus zurzeit noch massiv grassiert. So sind auch in Mülheim erste Fälle mit der hochansteckenden Bindehautentzündung von niedergelassenen Augenärzten gemeldet worden.Show moreSelbstmedikation bei Senioren
Elisabeth Thesing-Bleck und Iris Hinneburg | Gesundheitsbeschwerden führen viele Menschen zuerst in die Apotheke. Von den rund 4 Millionen Apothekenkunden pro Tag kommt mehr als jeder Zweite in die Offizin, um ein Arzneimittel zu erwerben, das nicht vom Arzt verordnet ist. Etwa 30 Prozent der Kunden mit Selbstmedikationswunsch sind über 60 Jahre alt.
Show more"Pille" bei Dysmenorrhö
Obwohl zahlreiche Frauen an einer Dysmenorrhö leiden, wird diese häufig als "Befindlichkeitsstörung" abgetan. Die Studie einer schwedischen Arbeitsgruppe belegt jetzt eine Linderung der Regelschmerzen unter der Gabe von kombinierten oralen Kontrazeptiva. Zu diesem Ergebnis gab es bereits früher positive Untersuchungen, doch wurden sie 2009 vom "Cochrane Review" infrage gestellt. Die aktuelle Studie zeigt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der "Pille" und einer Linderung der Regelschmerzen.Show moreErfolgreich Tumoren aushungern
Der Multi-Tyrosinkinase-Hemmer Sunitinib (Sutent®) wird seit fünf Jahren zur Behandlung maligner Erkrankungen eingesetzt. Die Erstzulassung erfolgte zur Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms, wenig später erfolgte eine Erweiterung der Indikation, die nun auch seltene Krebserkrankungen wie gastrointestinale Stromatumoren (GIST) und pankreatische neuroendokrine Tumoren (pNET) umfasst.Show moreRivaroxaban vereinfacht die Antikoagulation:
Für den oralen Gerinnungshemmer Rivaroxaban (Xarelto®) wurde die EU-Zulassung um zwei Indikationen erweitert: 1. die Behandlung tiefer Venenthrombosen (TVT) sowie die Prävention wiederkehrender TVT und Lungenembolien nach akuter TVT und 2. die Prävention von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei erwachsenen Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und einem oder mehreren Risikofaktoren.Show moreLutschen, sprühen, gurgeln?
Gode Meyer-Chlond | Rachenentzündungen haben eine hohe Selbstheilungstendenz, und Komplikationen sind sehr selten. Bereits nach drei Tagen sind bei einem Drittel der Betroffenen die Halsschmerzen abgeklungen, und nach einer Woche sind 80 bis 90% beschwerdefrei. Aufgrund des hohen Leidensdruckes suchen dennoch viele Halsschmerzgeplagte gleich zu Beginn der Beschwerden Rat in der Apotheke und sind dankbar für die Empfehlung symptomatisch lindernder Maßnahmen.
Show moreDiagnose des Diabetes
Ein Typ-2-Diabetes entwickelt sich schleichend, ohne plötzliche manifeste Symptome. Um die Stoffwechselstörung früh zu erfassen, braucht man einfache und sichere Laborbestimmungen, die noch dazu präzise sein sollten. Die seit Jahrzehnten übliche Blutglucoseanalytik erfüllt die Forderungen nur zum Teil. In jüngerer Zeit wird als Alternative die Bestimmung des Langzeit-Blutzucker HbA1c auch zur Diagnose des Diabetes gehandelt. Die Methode erscheint verlockend einfach – zunächst.
Show more"Die Vitamin-Lüge" – eine Stellungnahme
Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) kritisiert in einer Stellungnahme einen Artikel des Magazins "Spiegel" vom 16. Januar 2012, in dem unter dem Titel "Die Vitamin-Lüge" negativ über die Gabe von Vitaminpräparaten berichtet wird. Nachfolgend haben wir die Stellungnahme für Sie abgedruckt:
Show moreDronedaron bei permanentem Vorhofflimmern
Beim Einsatz des neuen Antiarrhythmikums Dronedaron (Multaq®) ist aus mehreren Gründen Vorsicht geboten. So darf es beispielsweise nicht bei Patienten mit permanentem Vorhofflimmern angewendet werden, da eine Studie, die Vorteile für diese Patientengruppe zeigen sollte, Mitte letzten Jahres aus Sicherheitsgründen gestoppt worden war.Show moreNiacin ohne Nutzen bei Hypercholesterinämie?
Studienabbruch sorgt für Diskussionen
Die großangelegte amerikanische Studie AIM-HIGH sollte den Nutzen einer Niacin-Behandlung für die Lipidwerte und darüber hinaus einen klinischen Benefit für die Patienten durch Reduktion der Zahl kardiovaskulärer Ereignisse zeigen. Wegen mangelnder Effektivität wurde sie jedoch 18 Monate vor dem geplanten Ende abgebrochen, was unter Experten ein geteiltes Echo zur Folge hatte.Show moreHilfe bei Darmkrebs
Biomarker zeigt Wirksamkeit einer Chemotherapie
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei lokal fortgeschrittenen kolorektalen Karzinomen erfolgt zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie und/oder Radiochemotherapie. Dabei werden die Zytostatika meist in Kombinationen verabreicht. Mannheimer Wissenschaftler haben jetzt einen Biomarker identifiziert, der möglicherweise nicht nur Aussagen zum Erfolg einer Chemotherapie bei fortgeschrittenem kolorektalem Karzinom erlaubt, sondern auch Hinweise auf eine individuell angepasste Therapie und Therapieoptionen bei entsprechender Arzneimittelresistenz gibt.Show morePrimärprävention kardiovaskulärer Ereignisse
Mehr Schaden als Nutzen durch Acetylsalicylsäure
Bei Gesunden überwiegt der Nachteil einer langfristigen prä ventiven Einnahme von Acetylsalicylsäure. Zu diesem Schluss kommt eine in diesem Monat publizierte Metaanalyse, der zu folge einer Verringerung nicht-tödlich verlaufender Myokardinfarkte ein erhöhtes Blutungsrisiko gegenübersteht.Show moreNutzloser Nicotinersatz?
Studie zu Rückfallquoten sorgt für Irritationen
Der Abschied von der Zigarette ist mühsam und soll mit medikamentöser Unterstützung besser gelingen. Für einen ersten Versuch werden dazu gerne Nicotinersatzpräparate herangezogen. Doch jetzt sorgt eine prospektive Kohortenstudie der Harvard School of Public Health in Boston für Irritationen. Die Rückfallquoten bei entwöhnungswilligen Rauchern waren mit und ohne Nicotinersatztherapie ähnlich, bei starken Rauchern mit Nicotinersatztherapie sogar höher als ohne. Sind Nicotinpflaster und Co. damit "komplett nutzlos", wie große Publikumsmedien titeln?Show moreErnährung von Schwangeren
Fischöl bietet dem Kind keinen Schutz vor Übergewicht
Bisher ging man davon aus, dass die Aufnahme "schlechter" Fette in der Schwangerschaft die Bildung kindlicher Fettzellen erhöht, "gute" Omega-3-Fettsäuren hingegen vor Übergewicht schützen. Eine Interventionsstudie an der TU München konnte dies nicht bestätigen.Show moreBei Entwicklungsstörungen an M. Crohn und Colitis denken!
CED bei Kindern rechtzeitig erkennen
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) gehören nicht gerade zu den "Top Ten" der Kinderkrankheiten. Dennoch heißt es bei wiederkehrenden (blutigen) Durchfällen und Bauchschmerzen, insbesondere aber auch bei Gedeih- und Wachstumsstörungen aufmerksam zu sein. Denn werden chronisch-entzündliche Darmerkrankungen übersehen oder erst spät diagnostiziert, sind die Folgen gravierender als bei früher Diagnose und Therapie.Show more
Herzinfarkte unter Dabigatran
Metaanalyse bestätigt geringfügig erhöhtes Risiko
Erste Hinweise darauf, dass das neue orale Antikoagulans Dabigatran (Pradaxa®) das Herzinfarktrisiko geringfügig erhöhen könnte, hatte die Zulassungsstudie RE-LY ergeben. Der Verdacht wurde nun durch eine Metaanalyse erhärtet, die vorab schon auf der Jahrestagung der American Heart Association Ende 2011 diskutiert worden war.Show moreDexamfetamin bei ADHS
Neue Reservemedikation für Kinder
Dexamfetamin (Attentin®) ist im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen ab sechs Jahren indiziert, wenn andere medikamentöse und nicht-medikamentöse therapeutische Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind.Show more20 µg Vitamin D pro Tag
Neue Referenzwerte für die Vitamin D-Zufuhr
Vitamin D ist seit Langem Gegenstand intensiver Forschungsarbeiten. Eine Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat nun die wissenschaftliche Datenlage zu Vitamin D bewertet. Ausgehend davon hat sie neue Referenzwerte für die Vitamin D-Versorgung herausgegeben. Kinder und Erwachsene sollten demnach 20 µg Vitamin D pro Tag aufnehmen – wenn keine ausreichende endogene Synthese gewährleistet werden kann.Show moreNeuer Impfstoff gegen Hepatitis-C-Virus
In Phase-I-Studie vielversprechend
Die durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) verursachte Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit des Menschen mit hoher Chronifizierungsrate, die zu schweren Leberschädigungen führen kann. Ein Impfstoff gegen das Virus ist bislang nicht verfügbar. Jetzt wurde zunächst an gesunden Probanden ein neuartiger Impfstoff getestet, der sowohl eine lang anhaltende T-Zell-Antwort zeigte und auch zu keinen schweren Komplikationen führte. Feldstudien an einer größeren Zahl von Risikopatienten sollen jetzt eine tatsächliche Schutzwirkung zeigen.Show moreGenussmittel Alkohol
Von protektiven Wirkungen und Missbrauch (Ernährungs-Update 2012)
Alkohol ist eines der beliebtesten Genussmittel. Es kann sich positiv auf den Organismus auswirken, birgt gleichzeitig aber auch ein hohes Suchtpotenzial und ist bei übermäßigem Konsum mit verschiedenen negativen gesundheitlichen Effekten verbunden. Zusammen mit Tabak stellt das übermäßige Trinken von Alkohol einen der wichtigsten, vermeidbaren Risikofaktoren für Krankheit und frühzeitige Sterblichkeit dar. Im Rahmen unserer Serie "Ernährungs-Update" werden wir in diesem Beitrag auf Alkohol in der Ernährung, mögliche protektive Faktoren sowie auf Folgen eines zu hohen Alkoholkonsums eingehen.Show morePlötzlicher, unerwarteter Tod von Epilepsiepatienten
Warnzeichen und Risikofaktoren beachten
Das plötzliche, unerwartete Versterben eines Epilepsiekranken ist bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt, doch erst in den vergangenen zwanzig Jahren befasste sich die Medizin näher mit diesem Phänomen. In einer im Lancet publizierten Übersichtsarbeit wurden die bisherigen Kenntnisse zusammengetragen und Strategien zur Prävention erörtert.Show moreEuropäisches Arzneibuch, 7. Ausgabe
Die 7. Ausgabe ist da – was ist neu, was hat sich geändert?
Iris Ziegler und Rainer Mohr | Am 1. Dezember 2011 trat in Deutschland das Grundwerk der 7. Ausgabe des Europäischen Arzneibuchs (Ph. Eur. 7.0) in Kraft. Es ersetzt komplett die 6. Ausgabe einschließlich ihrer acht Nachträge und enthält 374 Allgemeine Texte und 2089 Einzelmonographien, die fast alle in den neuen redaktionellen Stil (verkürzter Telegrammstil anstelle verbaler Ausformulierung) umgeschrieben wurden. Gegenüber der 6. Ausgabe des Europäischen Arzneibuchs sind 19 neue Texte hinzugekommen; 128 Texte wurden revidiert, 287 korrigiert.Show moreTherapie der Mukoviszidose
Inhalatives Mannitol bessert mukoziliäre Clearance
Die Therapie der Mukoviszidose hat sich in den vergangenen Jahren zwar weiterentwickelt, bisher konnte aber keiner der zugelassenen Wirkstoffe die mukoziliäre Clearance verbessern. Inhalatives Mannitol, das kürzlich das positive Votum des CHMP erhalten hat, setzt früher im pathophysiologischen Prozess an, als aktuell verfügbare Optionen und kann so die Lungenclearance verbessern. Das zeigen auch die Ergebnisse von Phase-III-Studien. Es kam zu einer signifikanten und dauerhaften Verbesserung des FEV1 im Vergleich zur Kontrolle sowie zu einer klinisch relevanten Reduktion pulmonaler Exazerbationen.Show moreTabakentzug mit Risiken
"Vareniclin nicht Mittel der 1. Wahl!"
2007 wurde mit Vareniclin (Champix®) eine Alternative zu den bisherigen medikamentösen Raucherentwöhnungsmitteln in Deutschland auf den Markt gebracht. Sie sollte erfolgreicher als Nicotinersatzpräparate oder Bupropion den Weg zum Nichtraucher weisen. Oft wurde und wird Vareniclin als Mittel der ersten Wahl eingesetzt. Doch Studien, die auf eine erhöhte Selbstmordgefahr und kardiovaskuläre Risiken hinweisen (s. Kästen), sorgen für Verunsicherung [1, 2].Show moreRechtliches
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