Pharmazie
Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Asthma und COPD: Wer braucht Biologika?
Beta-2-Sympathomimetika, Muscarin-Rezeptorantagonisten und Glucocorticoide. Diese Arzneimittel bilden nach wie vor die Basis der inhalativen Therapie von Asthma und COPD. In den letzten Jahren kamen Biologika als neue Therapieoptionen hinzu – und bieten die Chance auf eine personalisierte Behandlung bei schweren obstruktiven Atemwegserkrankungen.Show moreMit zunehmendem Alter verringerte Harnblasenfunktion
Besondere Probleme bei neurologischen Störungen
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, Funktionsstörungen der Harnblase zu entwickeln, die schließlich in eine manifeste Harninkontinenz münden können. Wie die Behandlung zu gestalten ist und inwieweit Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie einem Morbus Parkinson oder einer multiplen Sklerose betroffen sind, wurde bei der 23. Jahrestagung der Deutschen Kontinenz Gesellschaft in Köln diskutiert.Show moreKrankheitsüberträger Katze
Toxoplasmose und andere Zoonosen
Sabine Wanderburg | Mehr als 60% der in den letzten Jahrzehnten neu identifizierten Infektionserreger wurden von Tieren oder tierischen Erzeugnissen übertragen, hat die WHO ermittelt. In deutschen Haushalten leben über 23 Millionen Tiere (Stand 2009), davon über acht Millionen Katzen. Sie sind damit vor Hunden und Kleintieren die mit Abstand häufigsten Haustiere. Erreger, die von der Katze auf den Menschen übertragen werden können, sind damit sehr bedeutsam. Neben unspezifischen bakteriellen Infektionen der Haut, die durch Kratz- oder Bissverletzungen entstehen können, gibt es auch Infektionen, die zu mitunter schweren systemischen Erkrankungen führen können (siehe Tabelle). In diesem Artikel werden insbesondere die Toxoplasmose und die Katzenkratzkrankheit näher vorgestellt.Show moreStudie mit Renin-Inhibitor Aliskiren abgebrochen
Kombination mit ACE-Hemmer oder Sartan ist riskant
In einer placebokontrollierten Studie, an der hypertone Typ-2-Diabetiker mit eingeschränkter Nierenfunktion und/oder kardiovaskulären Erkrankungen teilnahmen, war unter der Kombination des Renin-Inhibitors Aliskiren (Rasilez®) mit einem ACE-Hemmer bzw. einem Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten kein Zusatznutzen von Aliskiren zu beobachten, dagegen traten mehr Hyperkaliämien, Hypotensionen, Nierenkomplikationen sowie nicht-tödliche Schlaganfälle auf. Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen.Show moreArzneimittel für Schwangere
www.embryotox.de informiert aktuell und ausführlich
Für die meisten Arzneimittel gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft. Dennoch müssen viele Krankheiten auch in der Schwangerschaft wirkungsvoll behandelt werden, um das Leben von Mutter und Kind nicht zu gefährden. Dazu gehören Diabetes mellitus, Asthma bronchiale und Epilepsie.Show moreCOPD und Emphysem
Neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie
Die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (chronic obstructive pulmonary disease, COPD) ist eine progrediente Erkrankung, deren Pathophysiologie noch nicht komplett verstanden ist und daher weiter erforscht wird. Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie beschäftigte sich mit dem Zusammenhang zwischen Obstruktionen in den kleinen Atemwegen und der Ausbildung eines Lungenemphysems, eine der wichtigsten Komplikationen der Erkrankung.Show moreMetabolisches Syndrom
Pathophysiologische Grundlagen und rationale Empfehlungen zur Ernährungstherapie
Alexander Ströhle, Nicolai Worm | "Wohlstandssyndrom" – so lautet die prägnante Bezeichnung für ein Phänomen, das in den 1950er Jahren erstmals skizziert und im Jahr 1981 als "metabolisches Syndrom" (MetS) näher beschrieben wurde [66 – 68]. Dabei handelt es sich um eine vieldimensionale Störung des Stoffwechselgeschehens, charakterisiert durch abdominale Adipositas, Insulinresistenz, gestörte Nüchternglucose, Dyslipoproteinämie und Hypertonie. Eng mit dem metabolischen Syndrom assoziiert sind Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und nicht-alkoholische Fettleber [144 – 145] (siehe Abb. 1). Damit verbunden ist ein erhöhtes Mortalitätsrisiko: Auch ohne Diabetesmanifestation steigt das relative Risiko für tödliche und nicht kardiovaskuläre Ereignisse beim metabolischen Syndrom bereits um etwa das Zweifache an [56]; das metabolische Syndrom wurde deshalb nicht zu Unrecht als "tödliches Quartett" [93] bezeichnet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Tatsache, dass in den westlichen Industrienationen 20 bis 40% der Bevölkerung vom metabolischen Syndrom betroffen sind [67; 126], wird die große gesundheitspolitische Relevanz dieser modernen Epidemie deutlich. Ausgehend von den pathophysiologischen Grundlagen des metabolischen Syndroms beschreibt dieser Beitrag, inwieweit eine gezielte Lebensstilintervention das Krankheitsgeschehen positiv beeinflussen kann.Show moreChronische Verstopfung
Was spricht gegen eine längerfristige Anwendung von Laxanzien?
Stefan Müller-Lissner | Obstipation unterliegt vielfach der Selbstbehandlung. Wie bei allen weit verbreiteten Störungen, die noch nicht vollständig aufgeklärt sind, gibt es viele beharrlich vertretene Auffassungen, die nicht belegt sind, sondern auf empirischen Beobachtungen und nicht sorgfältig durchgeführten Studien beruhen. Diese Ansichten, die wie alte Weisheiten von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden, machen deutlich, dass Gewissheit und Wissen nicht immer deckungsgleich sind [1]. Selbst die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände verbreitete kürzlich derartige Anschauungen [2]. Im Folgenden sollen einige dieser Ansichten auf den Prüfstand gestellt werden, insbesondere diejenigen, die sich auf den längerfristigen Gebrauch von Abführmitteln beziehen.Show moreGeschmacksvorlieben hängen vom Gewicht ab
Fett und Zucker bei Übergewicht besonders beliebt
Übergewicht und Adipositas sind nicht nur im Erwachsenenalter ein Problem. Bereits Kinder und Jugendliche sind heute häufiger betroffen. Nun haben Wissenschaftler einer europaweit durchgeführten Studie ermittelt, dass auch Geschmacksvorlieben für zucker- und fetthaltige Lebensmittel mit dem Gewichtsstatus in Verbindung stehen.Show moreZulassungserweiterung für Bevacizumab
Länger progressionsfrei leben mit Ovarialkarzinom
Wegen einer meist späten Diagnosestellung und des hohen Rezidivrisikos ist die Prognose beim Ovarialkarzinom schlecht. In fortgeschrittenen Stadien erfolgt nach einer Erstoperation grundsätzlich eine Chemotherapie mit zwei Zytostatika. Aufgrund der Ergebnisse von zwei Studien, wonach der Angiogenesehemmer Bevacizumab (Avastin®) das progressionsfreie Überleben nach Diagnosestellung um wenige Monate verlängerte, hat die EMA das Präparat jetzt als Zusatz zur Chemotherapie für die Behandlung von neu diagnostizierten Ovarialkarzinom zugelassen.Show moreParacetamol-Intoxikationen
Giftnotruf Erfurt fordert bundesweite Beobachtung
Im Vorfeld der Sitzung des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht am 27. Februar 2012 suchen sowohl Befürworter als auch Gegner einer Paracetamol-Rezeptpflicht verstärkt die Öffentlichkeit. In den Weihnachtstagen sorgte Dr. Helmut Hentschel, Leiter des Giftnotrufs Erfurt, für Aufsehen. Die Beschränkung der Paracetamol-Packungsgröße habe nichts gebracht, über die Unterstellung unter die Rezeptpflicht müsse dringend nachgedacht werden, so seine Forderung.Show moreStudie zu Heißhungerattacken
Was passiert im Gehirn von Binge-Eating- und Bulimie-Patienten?
Einen Heißhunger-Anfall hat sicher jeder schon das eine oder andere Mal erlebt. Bei Personen, die unter dem Binge-Eating-Syndrom oder unter Bulimie leiden, treten die Attacken allerdings regelmäßig auf – und werden dann zu einem echten Problem. Um dagegen vorzugehen, muss man verstehen, was bei einer Heißhunger-Attacke passiert. Bislang sind die Erkenntnisse dazu nur unzureichend. Heidelberger Wissenschaftler wollen das nun ändern.Show moreEU-Zulassung für Fidaxomicin
Neues Antibiotikum gegen Clostridium difficile
Fidaxomicin (vorgesehener Handelsname in der eU Dificlir®, in den USA als Dificid® auf dem Markt) ist ein neues makrozyklisches Antibiotikum zur Behandlung von erwachsenen mit einer Clostridium-difficile-infektion. Das neue Antibiotikum wurde für diese indikation von der europäischen Kommission zugelassen
Pertuzumab in Phase III
Neuer humanisierter monoklonaler Antikörper bei HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs
Pertuzumab verlängert das mediane progressionsfreie Überleben bei Patientinnen mit HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs um 6,1 Monate – von 12,4 auf 18,5 Monate. Das ist eines der Resultate von CLEOPATRA, der ersten randomisierten Phase-III-Studie mit Pertuzumab.Show moreDexmedetomidin für die Intensivstation
Das neue Sedativum Dexmedetomidin (Dexdor®) ist ein selektiver Alpha-2-Rezeptoragonist mit einem breiten Spektrum pharmakologischer Eigenschaften. Es wirkt sympatholytisch, indem es die Freisetzung von Noradrenalin in den sympathischen Nerven endigungen reduziert. Dexmedetomidin wird zur Sedierung schwerstkranker postoperativer Patienten auf Intensiv stationen eingesetzt.Show moreGefährliche Dosensuppe
Simpler Versuch – spektakuläres Ergebnis: US-amerikanische Wissenschaftler ließen Freiwillige fünf Tage lang täglich einen Teller Dosensuppe essen und erzielten damit ein bemerkenswertes Ergebnis. Nach Ablauf des Versuchs konnte bei den Studienteilnehmern die 20-fache Konzentration der Chemikalie Bisphenol A im Urin nachgewiesen werden. Die Verbindung, kurz BPA, wird vor allem als Ausgangsprodukt bei der Kunststoffherstellung verwendet. Somit kommt die Verbindung leicht in Kontakt mit Lebensmitteln – was sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann.Show moreUnter Immunsuppression auf Hautveränderungen achten
Basaliome und Spinaliome sind die häufigsten Formen des "weißen Hautkrebses". Besonders gefährdet sind Patienten unter einer immunsuppressiven Therapie. Früh erkannt ist eine operative Entfernung möglich. Bei fortgeschrittenen Spinaliomen besteht jedoch die Tendenz zur Metastasierung. Die Datenlage für eine effektive Therapie in diesem Stadium ist dünn.Show moreErnährung à la Altsteinzeit – Ultima Ratio der Prävention?
Von den Fehlschlüssen eines scheinbar über zeugenden Ernährungskonzepts
Alexander Ströhle und Andreas Hahn
Wer in der Praxis mit ernährungswissenschaftlichen und ernährungsmedizinischen Fragestellungen befasst ist, der kennt unzweifelhaft dieses Dilemma: Welche wissenschaftlich gesicherten Empfehlungen zu einer langfristig gesund erhaltenden, präventiv wirksamen Ernährung können gegeben werden? Es scheint kein Studienergebnis zu existieren, dem nicht ein anderes widerspricht: Mal stellen Ballaststoffe einen Schutzfaktor vor kolorektalen Tumoren dar, dann wieder nicht. Galten lange Zeit Folsäure und Antioxidanzien als ultimative Protektoren, so werden die Verbindungen plötzlich mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität in Verbindung gebracht. Auch innerhalb des akademischen Establishments gehen die Meinungen darüber auseinander, wie eine "gesunde Ernährung" generell beschaffen sein sollte – davon zeugt nicht zuletzt die Kontroverse um die "richtige(n)" Ernährungspyramide(n). Angesichts dessen nimmt es nicht Wunder, dass Orientierung Not tut. Und Orientierung scheint gefunden zu sein. Diesmal in Gestalt von Naturgeschichte und Evolutionsbiologie. Charles Darwin erscheint plötzlich als moderner Ernährungsratgeber, der aus der "babylonischen Ernährungs-ver(w)irrung" befreien soll. Kann das gutgehen?Show moreZelluläre Wirkungsweise des Pflanzengifts Ricin aufgeklärt
Ricin, ein toxisches Lektin aus den Samenschalen der Ricinusstaude, gehört zu den giftigsten Naturstoffen. Eine Vergiftung mit dem Inhibitor der eukaryontischen Eiweißbiosynthese führt nach der Aufnahme einer tödlichen Dosis innerhalb von 36 bis 72 Stunden zum Tode. Seit langem ist Ricin immer wieder als biologischer Kampfstoff in die Schlagzeilen geraten. Österreichische Wissenschaftler haben jetzt die zelluläre Wirkungsweise des pflanzlichen Toxins aufgeklärt und dabei die Möglichkeit zur Entwicklung eines Gegengifts entdeckt.Show moreBei Nulldiät nicht ganz auf Null gehen
Das Prinzip des Heilfastens wird immer wieder kontrovers diskutiert. Als Methode zur Gewichtsreduktion wird es von Medizinern und Ernährungswissenschaftlern bereits seit langem abgelehnt. Zur Stärkung der seelisch-geistigen Kräfte und auch zur Beeinflussung verschiedener Erkrankungen hat es aber nach wie vor seinen Stellenwert. Aus ernährungsmedizinischer Sicht bewertete Prof. Dr. Werner O. Richter das Heilfasten im Rahmen der Veranstaltung "Ernährungstherapie – Update 2011", die vom WIPIG-Netzwerk Ernährung vor kurzem durchgeführt wurde. Sein Fazit: Ganz auf Null sollte man die Energiezufuhr beim Fasten nicht senken, sondern täglich eine kleine Menge Kohlenhy drate zuführen, um fastenbedingte Probleme zu vermeiden.Show moreHaltbarkeit von Arzneimitteln
Ist das deklarierte Verfalldatum das Maß aller Dinge?
Von Gerd Glaeske, Daniela Boeschen und Roland Windt
Im September 2011 wurde nach einer Fernsehsendung, die Verbrauchern Tipps zum Umgang mit Arzneimitteln geben sollte, erneut über den Sinn und Zweck des deklarierten Verfalldatums von Medikamenten diskutiert, so auch in der Deutschen Apotheker Zeitung (u. a. [16]). Der folgende Beitrag kommentiert diese Diskussion aus unterschiedlichen Gesichtspunkten. Er stellt das vom pharmazeutischen Unternehmer deklarierte Verfalldatum nicht grundsätzlich infrage, sondern relativiert aufgrund einer evidenzbasierten Bewertung seine Aussagekraft und die sich daraus ergebenden praktischen Konsequenzen.Show moreStudie mit Briakinumab bei Plaque-Psoriasis
Nach Ustekinumab ist Briakinumab der zweite monoklonale Antikörper gegen die p40-Untereinheit der Interleukine 12 und 23, die bei Psoriasis-Patienten überexprimiert sind. Eine randomisierte multizentrische Phase-III-Studie verglich die Effektivität und Sicherheit von Briakinumab bei moderater bis schwerer Plaque-Psoriasis mit der Standardbehandlung Methotrexat.Show moreVildagliptin bei ein geschränkter Nierenfunktion
Die Europäische Kommission hat für Vildagliptin (Galvus®) die Zulassung für die Behandlung von Typ-2-Diabetikern mit moderater bis schwerer Nierenfunktionseinschränkung erweitert. Bisher war der DPP4-Hemmer für Patienten ohne oder mit leichter Nierenfunktionsstörung zugelassen.Show moreRechtliches
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