Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Teplizumab hält Typ-1-Diabetes auf
Der innovative Antikörper Teplizumab (Teizeild®) ist gegen das hauptsächlich auf T-Lymphozyten vorkommende Oberflächenprotein CD3 gerichtet und für Patienten mit Typ-1-Diabetes im Stadium 2 indiziert. Der Wirkstoff kann bereits bei Kindern ab acht Jahren eingesetzt werden. Durch eine insgesamt nur vierzehntägige Therapie ist es möglich, eine klinisch relevante Verzögerung der Erkrankungsprogression in das Stadium 3 zu bewirken.Show moreMit HIV-Hemmstoff gegen Staphylokokken
(han). Der HIV-Hemmstoff Maraviroc (Celsentri®) verhindert als selektiver Inhibitor das Andocken von HI-Viren an den Chemokinrezeptor CCR5 menschlicher Zellen, die dann nicht infiziert werden. Über diesen Rezeptor wird auch ein Staphylococcus-aureus -Toxin eingeschleust, das Immunzellen abtötet. In Zellkulturen konnte der HIV-Hemmstoff Immunzellen schützten. Show moreNeue Waffe gegen Problemkeime
Ceftarolin ist ein neues, parenteral zu applizierendes Antibiotikum. Es wird den Cephalosporinen der fünften Generation zugeordnet und bei komplizierten Haut- und Weichgewebeinfektionen sowie ambulant erworbenen Pneumonien eingesetzt. Ceftarolin unterscheidet sich von anderen Beta-Lactam-Antibiotika durch seine hohe Affinität zu modifizierten Penicillin-bindenden Proteinen. Dadurch ist Ceftarolin auch bei Infektionen wirksam, die durch Problemkeime wie resistente Staphylokokken oder Streptokokken verursacht werden.Show more
Vitamin D enttäuscht
Schmerzen und Knorpelverlust nicht gebessert
Weltweit zählt die Kniegelenksarthrose zu einer der häufigsten chronischen Erkrankungen. Der Gelenkverschleiß hat einen erheblichen Einfluss auf die Funktion des Knies und die Lebensqualität der Betroffenen. Die Ergebnisse verschiedener Studien wiesen bisher auf einen günstigen präventiven Effekt des Sonnenvitamins auf chronisch-degenerative Gelenkerkrankungen hin. Allerdings konnte die Supplementierung von Vitamin D in einer aktuellen, randomisierten klinischen Studie bei Patienten mit einer Kniegelenksarthrose weder die Schmerzen noch den weiteren Knorpelverlust vermindern.Show moreZwischen evidenzbasiert und unkonventionell
In der palliativmedizinischen Betreuung wird oft auf persönliche Erfahrungen und unkonventionelle Methoden zurückgegriffen. Gleichzeitig wächst die Menge an wissenschaftlich fundierter Literatur. Bei der Beratung müssen beide Ansätze berücksichtigt werden, um den individuellen Bedürfnissen eines Patienten am Lebensende gerecht zu werden und die Zusammenarbeit mit den Pflegenden zu intensivieren. Welche Informationsquellen herangezogen werden können, erläuterten Apothekerin Constanze Rémi, München, und Dr. Steffen Simon, Köln, im Rahmen des 3. Kongresses für Arzneimittelinformation in Köln.Show moreDiuretikum + Antihypertensivum + NSAR = gefährlich?
Arzneimittelneben- und -wechselwirkungen zählen zu den wichtigen Ursachen eines akuten Nierenversagens. Im British Medical Journal wurde nun eine Studie veröffentlicht, die bei Patienten mit einer Dreifachkombination aus einem Diuretikum mit einem ACE-Hemmer oder einem AT1 -Rezeptorantagonisten und einem nicht-steroidalen Antirheumatikum (NSAR) ein um 31% erhöhtes Risiko für ein akutes Nierenversagen zeigen konnte.Show moreKrätzeausbruch im Altenpflegeheim
Wie die versorgende Apotheke bei der Therapie half
Peter Ditzel | Wenn’s auf der Haut heftig juckt und brennt, vor allem nachts, und nach kurzer Zeit ein Hautausschlag auftritt, dann besteht Verdacht auf Scabies, die Krätze. Verwahrlosung, schlechte Lebensumstände und mangelnde Hygiene können die Krätze begünstigen, aber auch bei guter Hygiene kann die Krätzmilbe Menschen jeden Alters befallen. Ein Duisburger Altenpflegeheim war vor zwei Jahren davon betroffen. Für die versorgende Apotheke war es mit einem gewaltigen logistischen und bürokratischen Aufwand verbunden, die notwendigen Arzneimittel zu beschaffen.Show moreWeitere personalisierte Tumortherapie beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom
Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) können verschiedene onkogene Treibermutationen auftreten, die das Tumorwachstum fördern. Mithilfe einer molekular-stratifizierten Tumortherapie sollen die unkontrollierten Signalwege blockiert werden. Liegt eine Mutation im anaplastischen Lymphomkinase(ALK)-Gen vor, kann der ALK-Inhibitor Crizotinib (Xalkori®) mit Erfolg eingesetzt werden. Die Therapie mit Crizotinib führt zu hohen Ansprechraten und einem verlängerten progressionsfreien Überleben.Show moreLomitapid in den USA zugelassen
Derzeit als der stärkste Cholesterinsenker gilt Lomitapid. Zwar senkt der Inhibitor des mikrosomalen Triglyzerid-Transferproteins (MTP) den Cholesterinspiegel sehr effektiv, aber die auftretende Nebenwirkung einer Leberverfettung war der Grund, dass der ursprüngliche Hersteller Bristol-Myers Squibb eine Zulassung des Wirkstoffs nicht weiter verfolgte. Für Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie ist der Wirkstoff jedoch eine Hoffnung, für diese Indikation wurde in den USA die Zulassung unter der Bezeichnung Juxtapid® erteilt.Show more
Ein Patient mit COPD
Der 61-jährige COPD-Patient Herr Lebemann kommt mit hörbar schlechter Atmung und sichtbar schlechtem Allgemeinzustand in seine Stamm-Apotheke. Er hat seit ein paar Tagen einen sehr schleimigen Husten und bekommt kaum Luft. | Von Monika Dircks, Florian Fuchs, Kristina Leuner, Frank Dörje und Hartmut Derendorf
Show moreStatine rauben Muskelzellen die Energie
Bis zu 75% der Patienten, die als Cholesterinsenker Statine einnehmen, verspüren Muskelschmerz und -schwäche als unerwünschte Arzneimittelwirkung. Wissenschaftler der Universität Kopenhagen haben jetzt einen möglichen Mechanismus für diese Nebenwirkung entdeckt.Show moreFördert kardiovaskuläre ASS-Prophylaxe die Makuladegeneration?
Zwei Studien berichten über eine mäßige Erhöhung des Risikos, an einer späten feuchten altersbedingten Makuladegeneration (AMD) zu erkranken, wenn über Jahre niedrig dosierte ASS eingenommen wurde. Jedoch gibt es keine Korrelation mit der Einnahmedauer, der Dosis und anderen Formen der frühen und späten AMD. Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben per se ein erhöhtes Risiko, eine neovaskularisierende AMD zu entwickeln, die eine multifaktorielle Erkrankung ist. Der kardiale Nutzen einer ASS-Einnahme übersteigt den möglichen Schaden bei weitem.Show moreWas bringt das Insulin degludec?
Voraussichtlich in den ersten Wochen des neuen Jahres 2013 wird das neue ultralang wirksame Insulinanalogon Insulin degludec (abgekürzt IDeg) in Europa zugelassen werden [1]. Ärzten und Diabetikern steht dann eine neue, noch länger wirksame Option im bereits vielfältigen Antidiabetika-Markt zur Verfügung. Das neue Basalinsulin erweitert das vorhandene Spektrum insbesondere um eine mit 200 Einheiten/ml höher konzentrierte Formulierung als die europaweit üblichen 100 Einheiten/ml.Show more
Einfach aufhören?
Verena Stahl | Ein wesentlicher – wenn nicht sogar der zentrale – Bestandteil einer COPD-Therapie ist die Tabakentwöhnung rauchender Patienten. Gelingt es, den Patienten zum Rauchstopp zu motivieren, ist schon viel erreicht. Doch Vorsicht, es müssen dabei pharmakokinetische und pharmakodynamische Wechselwirkungen von Bestandteilen des Tabakrauchs und Nicotin mit zahlreichen Medikamenten beachtet werden!Show moreNeue Zubereitung bei aktinischer Keratose
Neben der 5%igen Zubereitung Aldara® wird der topische Immunmodulator Imiquimod ab 1. Februar 2013 zusätzlich in einer 3,75%igen Creme (Zyclara®) zur Therapie aktinischer Keratosen zur Verfügung stehen. Kürzere Behandlungsintervalle sollen die Compliance erhöhen. Zur Ermittlung des Therapieerfolges wird das neue Lmax-Prinzip angewendet.Show moreProdrug-Hydrolyse von Zytostatikum verhindert
Der gewichtsreduzierende Wirkstoff Orlistat (Alli®, Xenical®) steht im Verdacht, ernstzunehmende Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen hervorzurufen. Dies wurde kürzlich in der Laienpresse berichtet. Möglicherweise würden sogar Krebsmittel ihre Wirkung verlieren. Hintergrund für diese Meldungen ist eine In-vitro-Studie mit dem Topoisomerasehemmer Irinotecan.Show moreWeniger Injektionen dank Status-orientierter Therapie
Die feuchte Form der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) gilt als aggressiv fortschreitend und führt oft zur Erblindung. Krankhafte Blutgefäße wachsen in die Netzhaut ein, aus denen Flüssigkeit austritt und zu Netzhautödemen führt. Die Folge sind Sehstörungen bis hin zu irreversibler Visusminderung. Der neue Inhibitor von Wachstumsfaktoren Aflibercept (Eylea®) wird lokal intravitreal appliziert und soll das Wachstum der irregulären Blutgefäße vermindern. Er ist vergleichbar wirksam wie Ranibizumab, es werden aber weniger Injektionen benötigt.Show moreFDA lässt mit Bedaquilin ersten neuen Wirkstoff zu
Multiresistente Stämme von Mycobacterium tuberculosis erschweren zunehmend die Tuberkulosetherapie. Jetzt steht erstmals seit 50 Jahren mit Bedaquilin (Sirturo®) ein neues Antituberkulotikum zur Verfügung, zunächst jedoch nur in den USA.Show morePersonalisierte Medizin hilft gegen Lungenkarzinom
Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom und positivem EGFR-Mutationsstatus profitieren von einer Therapie mit dem neuen irreversiblen EGFR-Tyrosinkinase-Blocker Afatinib. Im Vergleich mit der derzeit effektivsten Chemotherapie führt Afatinib zu einem längeren progressionsfreien Überleben, einer besseren Symptomkontrolle und einer höheren Lebensqualität.Show moreFDA-Zulassung für Lomitapid | Fingolimod: Vorsicht nach Therapiepause | Pomalidomid verlängert Überleben
FDA erweitert Oseltamivir-Zulassung bei Influenza
Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat Oseltamivir nun auch bei Säuglingen ab zwei Wochen zur Therapie der Influenza zugelassen [1]. Als Grundlage für diese Entscheidung dienen Ergebnisse zweier Studien zur Sicherheit und Pharmakokinetik an 135 an Influenza erkrankten Kindern unter einem Jahr. In Europa ist Tamiflu® bislang nur zur Therapie bei Kindern ab einem Jahr zugelassen.Show moreFDA warnt erneut vor Vareniclin-Risiken | Nalmefen: Zulassung bei Alkoholsucht empfohlen | Aripiprazol für Jugendliche
Senken oder nicht senken?
Cochrane-Review stellt Bluthochdrucktherapie infrage
Ein leicht erhöhter Bluthochdruck ist nicht immer behandlungsbedürftig, so das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Cochrane-Studie. Die derzeit auch in Deutschland gängige Praxis, bereits bei systolischen Werten zwischen 140 bis 159 mmHg und bei diastolischen Werten im Bereich zwischen 90 und 99 mmHg mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln zu therapieren, ist nach Ansicht der Autoren bei Herzgesunden nicht notwendig.
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