Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Teplizumab hält Typ-1-Diabetes auf
Der innovative Antikörper Teplizumab (Teizeild®) ist gegen das hauptsächlich auf T-Lymphozyten vorkommende Oberflächenprotein CD3 gerichtet und für Patienten mit Typ-1-Diabetes im Stadium 2 indiziert. Der Wirkstoff kann bereits bei Kindern ab acht Jahren eingesetzt werden. Durch eine insgesamt nur vierzehntägige Therapie ist es möglich, eine klinisch relevante Verzögerung der Erkrankungsprogression in das Stadium 3 zu bewirken.Show moreEmpfehlung für Loxapin bei Psychosen | FDA: Antikörper gegen Milzbrand zugelassen
Zulassung als "Single Tablet"
Resistenzen, Nebenwirkungen und negative Langzeitfolgen bei den verfügbaren antiretroviralen Wirkstoffen fördern die Suche nach neuen Substanzen. Mit Elvitegravir wurde kürzlich in den USA ein neuer Integrasehemmer zugelassen, der voraussichtlich Mitte kommenden Jahres auch in Deutschland verfügbar sein wird. Eingebettet mit zwei weiteren antiretroviralen Wirkstoffen und einem Booster in einer einzigen Tablette soll die HIV-Therapie für die Patienten erleichtert werden.Show moreNicht nur das Zittern belastet
Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Miktionsprobleme: Nicht-motorische Störungen im Rahmen eines Morbus Parkinson sind für Patienten und deren Angehörige oft mindestens so belastend wie die motorische Symptomatik. TANIMOS, eine nicht-interventionelle Studie, konnte nun zeigen, dass der COMT-Hemmer Tolcapon diese Beschwerden reduziert. Die Angehörigen profitieren durch eine deutliche Senkung der notwendigen Pflegezeit.Show moreKombinieren statt steigern?
Duloxetin und Pregabalin bei diabetischer Polyneuropathie
In der Praxis werden bei Patienten mit einer diabetischen Polyneuropathie (DPNP) häufig Substanzen kombiniert, wenn eine Monotherapie nicht zu adäquater Schmerzlinderung führt. Die naheliegende Strategie ist bislang aber kaum evaluiert. Die COMBO-DN-Studie untersuchte sie für zwei Standardsubstanzen bei DPNP, Duloxetin und Pregabalin. Dabei erzielte die Kombinationstherapie nur geringfügige Vorteile gegenüber der Hochdosis-Monotherapie mit den Einzelsubstanzen.
Show moreWirkstoff aus gemeiner Wolfsmilch bei Hautkrebs
Ingenolmebutat zur topischen Flächentherapie
Das aus der Gartenwolfsmilch isolierte Ingenolmebutat wird zur äußerlichen Behandlung aktinischer Keratosen eingesetzt und soll als Picato® Gel in Kürze eingeführt werden. Es führt zu ähnlichen Therapieerfolgen wie die bereits etablierten Topika, die erforderliche Behandlungsdauer ist aber wesentlich kürzer.
Show more2+1 gegen Pneumokokken
Boosterung nach zwei Impfungen schützt effektiv
Pneumokokken-Impfungen sind Bestandteil viele nationaler Empfehlungen, wobei die Schemata variieren. Eine finnische Studie hat erstmalig bei einem 10-valenten Konjugat-Impfstoff zwei Varianten miteinander verglichen. Sowohl das 3+1- als auch das 2+1-Schema boten einen ausreichenden Schutz vor invasiven Erkrankungen. Damit konnte zum ersten Mal die Wirksamkeit des 2+1-Schemas bei Kindern in einer klinischen Studie nachgewiesen werden.
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Körperkonzentrationen – Wichtige Grundlagen der Pharmakokinetik
Marina Weißenborn, Elisabeth Schmitz, Marlene Kissel, Hartmut Derendorf | Die Pharmakokinetik ist ein Teilgebiet der Pharmakologie, die sich mit der Wirkung körperfremder und körpereigener Stoffe auf den Organismus beschäftigt. Unterschieden wird zwischen der Pharmakodynamik, die die Wirkung eines Pharmakons auf den Körper untersucht und der Pharmakokinetik, die sich mit der Frage, wie der Körper das Pharmakon beeinflusst, auseinandersetzt. Die Pharmakokinetik beschreibt den zeitlichen Verlauf von Arzneistoffkonzentrationen im Organismus, umfasst die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt und dient vor allem zur Evaluierung von optimalen Dosierungsvorschlägen. Im Folgenden werden wichtige Grundbegriffe vorgestellt.Show moreVerhüten mit dem Vaginalring
Eine hormonelle, keine mechanische Verhütung
Einmal in die Vagina eingelegt, muss drei Wochen nicht mehr an Verhütung gedacht werden: Das ist ein wesentlicher Vorteil der Kontrazeption mit dem Vaginalring. Zudem sind Zwischenblutungen und Spottings sehr selten. Schwere Blutungen, PMS und Dysmenorrhö bessern sich. Die Zufriedenheit der Frauen ist hoch. Doch insbesondere viele junge Frauen haben von dieser Verhütungsmethode noch nichts gehört.
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Methotrexat-Gabe: Einmal täglich ist tödlich
Verena Stahl | Methotrexat wird zur Behandlung rheumatologischer und dermatologischer Erkrankungen nur einmal wöchentlich angewendet, dies kann nicht oft genug betont werden. Die Beachtung der ungewöhnlichen Applikationsfrequenz ist ein elementarer Bestandteil der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) dieses hochpotenten, zytotoxischen Wirkstoffs.Show moreAdalimumab für Kinder mit schwerem M. Crohn | Vorteil für simultane Radiochemotherapie | Vollvirus-Impfstoff gegen HIV in Phase I
Paradoxes Prinzip?
Der erste Serotonin-Reuptake-Enhancer Tianeptin (Tianeurax®) steht seit November nun auch in Deutschland zur Behandlung der Depression zur Verfügung. Seine Wirkung wird allerding nur in zweiter Linie auf die verstärkte Wiederaufnahme von Serotonin zurückgeführt. Im Vordergrund scheinen seine Effekte auf die Neuroplastizität des Gehirns und die gestörte glutamaterge Neurotransmission zu stehen. Klinische Studien zeigen eine Überlegenheit gegenüber Placebo. Die Substanz erwies sich als vergleichbar wirksam wie trizyklische Antidepressiva und selektive Serotonin-Inhibitoren.Show moreMarcumar-Alternative ASS?
ASS kann auch venöse Thromboembolien verhindern
Eine Behandlung mit einmal täglich 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS) reduziert nach tiefen venösen Thromboembolien (VTE) das Auftreten von Herzinfarkt, Schlaganfall und erneuten VTE. Das zeigen sowohl die WARFASA- als auch die ASPIRE-Studie. Ist die (lebens-)lange Gabe von ASS damit eine neue Therapiealternative zu Phenprocoumon oder zu keiner Antikoagulation nach VTE?
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Eine junge Rheumapatientin
Nur eine frühzeitige Behandlung hilft, die Beweglichkeit zu erhalten
Isabel Waltering, Jürgen Rech und Hartmut Derendorf | In der Klinischen Pharmazie dreht sich alles um den Patienten, um Leitlinien und um das klinische Ergebnis. Bearbeiten Sie mit uns diesen Patientenfall und erlernen Sie so zusätzliches Wissen in Klinischer Pharmazie.Show moreAntipsychotika bei Alzheimer
Rückfallrisiko beim Absetzen von Risperidon
Patienten mit Alzheimer sind oft aggressiv oder sehr erregt. Der Einsatz von Neuroleptika bei diesen Symptomen ist zwar umstritten, sie werden jedoch häufig verordnet. Die Einnahme von Risperidon (Risperdal®) unterliegt strengen Auflagen der FDA und wird auch bei uns wegen des erhöhten Schlaganfallrisikos kritisch beurteilt. Es wird empfohlen, die Antipsychotika nicht länger als sechs Monate einzunehmen. Eine Studie deutet nun darauf hin, dass bei Alzheimer-Patienten, die auf Risperidon ansprechen, das Risiko für den Rückfall in aggressiv-psychotisches Verhalten nach Absetzen einer Behandlung mit Risperidon erhöht ist.
Show moreMukosaheilung im Blickpunkt
Neues Ziel bei entzündlichen Darmerkrankungen
Wie gut eine Therapie bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wirkt, wurde lange Zeit im Wesentlichen an der Besserung der Symptome festgemacht. Das scheint sich zu ändern. Als neues Therapieziel wird die Abheilung der Darmschleimhaut derzeit intensiv diskutiert. Denn sie geht einher mit längeren steroidfreien Remissionen und einer verbesserten Lebensqualität. Erreichen lässt sich eine solche Mukosaheilung mit klassischen Immunsuppressiva, besser noch durch eine TNF-alpha-Blockade.
Show moreDrohende Frühgeburt
Wehenhemmer und die Frage nach dem Nutzen
Ziel des Einsatzes von Wehenhemmern ist es, den Geburtstermin um mehrere Tage hinauszuzögern. Doch welches Tokolytikum hat den besten Erfolg, ist am nebenwirkungsärmsten und verlängert nicht nur die Zeit bis zur Geburt, sondern senkt auch die neonatale Morbidität und Mortalität? Anhand einer Metaanalyse von Haas und Kollegen, veröffentlicht im British Medical Journal, wurde die Effektivität von verschiedenen Tokolytika bewertet. Vorteile werden für Prostaglandininhibitoren und Calciumkanalblocker gesehen.
Show moreErfolgreiche Sturzprophylaxe
Jedes Jahr stürzen rund 30% der über 65-Jährigen, oft mit fatalen Folgen. Viele Maßnahmen werden zur Sturzprophylaxe angeboten und um die Anzahl fallbedingter Knochenbrüche zu reduzieren. Wie effektiv die unterschiedlichen Herangehensweisen wirklich sind, untersuchte ein Cochrane-Review für den ambulanten Bereich. Das Ergebnis: Körperliche Aktivität im Alter ist ein entscheidender Faktor.Show moreEntgleisen verhindern
Die Glukosurie zählt zu den prominenten Krankheitssymptomen eines Diabetes und zeigt in aller Regel einen entgleisten Zuckerstoffwechsel an. Ein neues Therapieprinzip schickt sich an, eben diese Zuckerausscheidung mit dem Urin in die Behandlung der chronischen Glucosestoffwechselstörung einzuführen. Dazu wird der Natrium-Glucose-Cotransporter-2 (SGLT-2) im proximalen Tubulus der Niere gehemmt. Mittlerweile befinden sich mehrere Vertreter der Substanzklasse der SGLT-2-Inhibitoren in klinischer Entwicklung.Show moreDie Contergan-Tragödie
Die Gestaltung des Arzneimittelgesetzes (AMG) wird durch politische, rechtliche und gesellschaftliche Faktoren geprägt. Einen großen Einfluss hatte die Contergan-Tragödie, die zu einer Verschärfung der rechtlichen Vorschriften und zu einer Neugestaltung des AMG führte. Neue Probleme, wie etwa Fälschungen oder der Internethandel, werden sich ebenfalls in einer veränderten Gesetzgebung niederschlagen.Show moreGlycopyrronium bei COPD
Die europäischen Behörden haben Seebri® Breezhaler® 44 μg für erwachsene Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zugelassen. In Phase-III-Studien verbesserte der Wirkstoff Glycopyrronium stärker als Placebo die Lungenfunktion, reduzierte die Atemnot sowie die Zahl der Exazerbationen und erhöhte die Lebensqualität.Show moreKopfschmerz ausschalten
Analgetika richtig einsetzen heißt, sie frühzeitiger einsetzen
Ralf Schlenger | Für wenige Krankheitsbilder liegen Leitlinien zur Selbstmedikation vor. Suchen Patienten Rat in der Apotheke, muss der Pharmazeut meist auf seine Erfahrung setzen. Zur Behandlung von Kopfschmerzen haben Schmerz-Fachgesellschaften evidenzbasierte Leitlinien erstellt, welche die klinische Erfahrung ergänzen. Empfehlungen für die Selbstmedikation gibt es dabei für Erwachsene und Kinder, doch sie werden kaum umgesetzt.Show moreDas Internetportal Embryotox
Informationen zu Arzneimitteln für Schwangere
Fachinformationen oder gängige Nachschlagewerke zur Pharmakotherapie geben selten zufriedenstellende Hinweise, ob ein Arzneimittel in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit angewendet werden kann. Diese Informationslücke wird unter anderem durch das Internetportal Embryotox www.embryotox.de geschlossen, in dem Substanz- und Indikations-bezogene Daten abrufbar sind.
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