Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Vier Wirkstoffe sollen bei Long/Post-COVID erstattungsfähig werden
Für Menschen, die an Long- oder Post-COVID erkrankt sind, gibt es gute Nachrichten: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den Weg für die standardmäßige Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung für vier Arzneimittel frei gemacht. Show moreGefährliches Thiamindefizit bei Diabetikern
Die Diabetesprävalenz steigt, und damit auch die Häufigkeit diabetischer Begleiterkrankungen. Besonders quälend ist für viele Zuckerkranke die diabetische Polyneuropathie. Als eine Säule der Therapie neben der normnahen Blutzuckerkontrolle gilt die Blockade metabolisch-toxischer Stoffwechselwege. Sie gelingt mit Benfotiamin, einer Vorstufe von Thiamin, das die Bildung gefährlicher AGEs reduziert. Klinische Studien zeigen, dass sich vor allem der neuropathische Schmerz reduzieren lässt. Zudem gibt es Hinweise auf gefäßprotektive Effekte.Show moreSchwangerschaftshypertonie mit Vitaminen vorbeugen?
Können Komplikationen einer Präeklampsie durch antioxidative Vitamine verhindert werden? Mit dieser Frage befasste sich eine amerikanische Studie. Die Ergebnisse lassen nicht erkennen, dass durch Vitamin E und C die mit der Schwangerschaftshypertonie verbundenen Komplikationen reduziert werden.Show morePunktmutation beeinflusst Dosierung von Statinen
US-amerikanische Wissenschaftler konnten zeigen, dass eine Punktmutation des Enzyms Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) einen erheblichen Einfluss auf die Expression des Leberenzyms und die Metabolisierung von Statinen hat. Dies könnte von besonderer Bedeutung für eine individuelle Dosisfindung nicht nur dieser Stoffgruppe sein.Show morePharmazeutische Betreuung bessert Compliance bei Diabetikern
Ein Mehr an Therapietreue brächte der Bevölkerung auf vielen Gebieten einen größeren gesundheitlichen Nutzen als bessere Medikamente, sagen Cochrane-Analysen. Im Gegensatz zu neuen Arzneimitteln würde diese Maßnahme auch noch die Gesamtkosten senken. Insbesondere gilt dies für die galoppierende Volkskrankheit Diabetes, zeigte ein Symposium von Bundesapothekerkammer und Deutscher Diabetes-Gesellschaft. Es ging um Ausmaß und Folgen von Noncompliance, und um mögliche Interventionen. Diabetologen plädierten dafür, das Potenzial der Apotheken besser zu nutzen.Show moreVorteile gegenüber oraler Schmerztherapie?
Warum die transdermale Analgetika-Applikation nur selten überzeugend istKay Brune, Erlangen-Nürnberg
Die transdermale Applikation von Analgetika erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Dieses gilt einerseits für die Cyclooxygenasehemmer (NSAR), die z. B. in Form des Diclofenac und Ibuprofens in immer neuen galenischen Formulierungen (Creme, Gel, Lotion, Spray etc.) auf den Markt kommen. Dabei steht die Vorstellung im Vordergrund, man könne durch topische Applikation über z. B. schmerzhaften Gelenken und anderen Bindegewebsstrukturen einen direkten Effekt auslösen, ohne durch eine systemische Aufnahme des Wirkstoffes eine Belastung des gesamten Körpers in Kauf zu nehmen [1, 17, 28]. Auf der anderen Seite werden hochwirksame Opioide als Pflaster transdermal appliziert, um die bei oraler Gabe für viele Wirkstoffe dieser Gruppe unumgängliche gastrointestinale/hepatische Inaktivierung zu umgehen. Beide Überlegungen scheinen plausibel. Aber werden die therapeutischen Ziele wirklich erreicht und, wenn ja, werden sie mit (zusätzlichen) unerwünschten Wirkungen erkauft?
Show moreInfliximab plus Azathioprin bei Morbus Crohn überlegen
Bisher war die vergleichende Wirksamkeit und Sicherheit einer Therapie mit Infliximab und/oder Azathioprin bei Morbus Crohn unbekannt. In einer internationalen Vergleichsstudie konnte nun erstmals die Überlegenheit einer Therapie mit Infliximab sowie mit einer Kombination von Infliximab und Azathioprin gegenüber einer herkömmlichen Azathioprin-Monotherapie bei Patienten mit einem mittleren bis schweren Schub einer Morbus-Crohn-Erkrankung nachgewiesen werden.Show moreEine Proteinfessel für unbekannte Grippeviren
Gegen neuartige Influenzaviren hat der Mensch zumeist keine vorab bestehende Immunität. Dennoch sollte das Immunsystem des Körpers in der Lage sein, möglichst rasch nach einer Infektion Schutzmechanismen gegen den unbekannten Erreger zu aktivieren. Berliner und Freiburger Wissenschaftler haben jetzt die Struktur eines Proteins aufgeklärt, das eine Art Fußangel bildet. Wichtige Bestandteile des Influenzavirus werden so in der infizierten Zelle gefesselt und inaktiviert [1]. Auf diese effektive Weise können auch neuartige Viren daran gehindert werden, sich ungehemmt zu vermehren.Show more„PCV in Rotavirusimpfstoffen keine Gefahr“
Nicht nur in dem Rotavirusimpfstoff Rotarix® befinden sich Spuren von porcinen Circoviren (PCV). Sie konnten jetzt auch in Rotateq® nachgewiesen werden. Die FDA hatte zunächst die Nutzung von Rotarix® ausgesetzt und empfohlen, auf Rotateq® auszuweichen. Die EMA und das Paul-Ehrlich-Institut hatten Rotarix® trotz der Kontamination für sicher gehalten. Aufgrund der neuen Datenlage hat nun die FDA die Aussetzung der Nutzung von Rotarix® wieder aufgehoben. Impfungen sind auch in den USA wieder mit beiden Rotavirusimpfstoffen möglich.Show moreAmifampridin gegen Muskelschwäche
Amifampridin (3,4-Diaminopyridin, Firdapse®) ist zur symptomatischen Behandlung des seltenen Lambert-Eaton-Myasthenischen Syndroms (LEMS) bei Erwachsenen indiziert. Der Wirkstoff blockiert spannungsabhängige Kaliumkanäle, verlängert dadurch die Depolarisation der präsynaptischen Zellmembran, verbessert die Acetylcholinfreisetzung an den Synapsen, beschleunigt die Erregungsleitung und verbessert letztendlich die Muskelfunktion.Show moreVerbesserte Prognose bei Gallenkarzinomen
Mit einer zytotoxischen Kombinationstherapie kann das Überleben bei malignen Tumorerkrankungen der Gallenblase und Gallengänge signifikant verbessert werden. Dieses Ergebnis einer aktuellen englischen Studie führt möglicherweise zur Etablierung eines bislang ausstehenden Therapiestandards.Show moreFrühe Kombinationstherapie reduziert Anfallsfrequenz
Epileptologen suchen den Weg zu einer rationalen Kombinationstherapie. Nach einem Entwicklungsschub in den letzten Jahren stehen mehr als 20 Medikamente zur Anfallskontrolle zur Verfügung. Da zwei von drei Patienten lebenslang behandelt werden, sind verträgliche und interaktionsarme Wirkstoffe die erste Wahl. Sie ermöglichen, nach Jahren einer "dogmatischen" Monotherapie, ein "Revival" der Kombinationstherapie. Eine aktuelle Praxisstudie belegt den Nutzen von Zonisamid als add on zu einer bestehenden Monotherapie.Show moreNeue Meningokokken-Vakzine gegen vier Serogruppen
Mit Menveo® wurde in Europa der erste Konjugatimpfstoff zugelassen, der vor vier der fünf bedrohlichen Meningokokken-Serotypen schützt, nämlich vor den Serotypen A, C, W-135 und Y. Das bedeutet einen verbesserten Schutz vor lebensbedrohlichen invasiven Meningokokken-Erkrankungen auch auf Reisen. Denn die Epidemiologie der Meningokokken-Serotypen variiert von Kontinent zu Kontinent. Gerade Jugendliche, die ein erhöhtes Risiko für Meningokokken-Erkrankungen haben und gleichzeitig gerne und häufig auf Reisen gehen, profitieren von der quadrivalenten Vakzine.Show morePrävention mit Dutasterid?
Die vierjährige Einnahme des 5-alpha-Reduktase-Hemmers Dutasterid senkt das Risiko, in diesem Zeitraum ein Prostatakarzinom zu detektieren, so das Resultat einer aktuellen Studie. Ob diese Feststellung eine klinische Relevanz aufweist und ob Dutasterid zur Prävention eingesetzt werden kann, ist noch unklar.Show moreNateglinid und Valsartan bei Prädiabetes enttäuschend
In einer der weltweit größten Interventionsstudien zur Therapie von Patienten mit einem Prädiabetes ließ der Hersteller Novartis seine Medikamente Nateglinid und Valsartan an mehr als 9000 Probanden testen. Die Ergebnisse der sogenannten NAVIGATOR- Studie, die jetzt veröffentlicht wurden, sind jedoch ernüchternd: Beide Arzneimittel konnten die Rate von kardiovaskulären Komplikationen nicht senken [1, 2]. Lediglich das Antihypertonikum Valsartan zeigte eine geringe Wirkung bei der Prävention von Diabetes-Neuerkrankungen.Show moreHyperforin-haltige Dermatika bei Neurodermitis
Neue Erkenntnisse zum Wirkmechanismus
Von K. Leuner, M. Kraus, W. H. Boehnke, C. M. Schempp, W. E. Müller
Die atopische Dermatitis (Neurodermitis) ist eine entzündliche Hauterkrankung, die sehr viel häufiger Kinder als Erwachsene betrifft (Prävalenz 10 –20% vs. 1 – 3%) [27]. Da die Erkrankung nicht heilbar ist, kommt der symptomatischen Therapie eine umso größere Rolle zu. Ein hier verwendeter Wirkstoff ist Hyperforin, dessen Wirkmechanismus weitgehend aufgeklärt ist.
Show moreNeue Therapie-Option gegen Malaria entdeckt
Um ihr eigenes Überleben zu sichern, überschwemmen Malariaparasiten befallene Leberzellen mit einem Hemmstoff, der den Selbstmord der Zellen verhindert. Wissenschaftler vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg identifizierten den Hemmstoff als Protease-Inhibitor, der eine wichtige Rolle beim Eindringen der Parasiten in die Leberzellen, während ihrer Vermehrung in den Zellen und schließlich auch bei ihrer Freisetzung ins Blut spielt [1]. Ein möglicher neuer Therapie-Ansatz könnte in einer Blockade des Hemmstoffs bestehen.Show moreErfolgreich altern – so lautet das Ziel
Altern muss nicht zwangsläufig mit Gebrechen einhergehen. Vielmehr sollte das Ziel darin bestehen, "erfolgreich" zu altern und bis ins "vierte Lebensalter" ein Höchstmaß an Funktionalität und emotionalem Wohlbefinden zu erhalten. Um dies zu realisieren, sind nicht nur die Betroffenen, sondern auch die sie Behandelnden gefordert. Dabei muss stets hinterfragt werden, ob die geplanten Therapiemaßnahmen adäquat, angepasst und im individuellen Fall sinnvoll und nutzbringend sind.Show moreDuale Hemmung der Thrombozytenaggregation verlängern?
Die Frage, wie lange Patienten nach der Implantation eines medikamentenbeschichteten Koronarstents eine duale Thrombozytenaggregationshemmung erhalten sollen, ist selbst in Fachkreisen noch immer umstritten. Um Nutzen und Risiken der verlängerten dualen Thrombozytenaggregationshemmung besser abschätzen zu können wertete eine Forschergruppe nun zwei groß angelegte Studien aus. Die Erkenntnisse blieben jedoch vage.Show moreAntibiotika-Prophylaxe moderat wirksam
Einer australischen Studie zufolge senkt eine langfristige antibiotische Prophylaxe bei prädisponierten Kindern die Häufigkeit von Harnwegsinfekten. Der moderate Nutzen war in allen Subgruppen nachweisbar.Show moreWarnung vor falscher Anwendung von Rivastigmin-Pflaster
Die Novartis Pharma GmbH hat mehrere Berichte über Fehlanwendungen ihres Rivastigmin-Pflasters (Exelon® , Prometax®) zum Anlass genommen, auf die Bedeutung der sachgemäßen Anwendung und Verabreichung hinzuweisen. Medizinisches Fachpersonal wird in einem Schreiben an seine Aufklärungspflicht erinnert.Show moreNicht nur aufs Herz, sondern auch auf die Nieren prüfen
Lange Zeit stand das Herz im Fokus der medizinischen Bemühungen. Die Nieren wurden demgegenüber vernachlässigt. Dabei steigert auch eine Niereninsuffizienz das kardiovaskuläre Risiko. Sich früher zumindest bei Patienten mit Hypertonie und/oder Diabetes um eine adäquate Diagnostik einer Nierenschädigung zu bemühen, haben Mediziner beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden gefordert.Show moreDabigatran zur oralen Antikoagulation
Dabigatran ist ein oraler Thrombozytenhemmer, der direkt in die Gerinnungskaskade eingreift. Unter dem Namen Pradaxa® ist er seit einem Jahr zur Primärprävention von venösen thromboembolischen Ereignissen nach Hüftoder Kniegelenkersatz-Operationen zugelassen. In Studien konnte der klinische Nutzen hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit auch bei der Behandlung akuter venöser Thromboembolien und zur Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern nachgewiesen werden. Daher werden auch für diese Indikationen Zulassungen erwartet.Show moreCorifollitropin alfa zur ovariellen Stimulation
Das gentechnisch hergestellte Corifollitropin alfa (Elonva®) ist ein modifiziertes follikelstimulierendes Hormon (FSH, Follitropin). Es ist seit dem 1. April 2010 im Handel und wird zur kontrollierten ovariellen Stimulation bei Frauen angewendet, die sich einer Fertilitätsbehandlung unterziehen, um die gleichzeitige Entwicklung von mehr als einer reifen Eizelle in den Eierstöcken anzuregen.Show moreSchwierige Wahl der richtigen Step-up-Strategie
Für Kinder, deren Bronchialasthma nicht mehr ausreichend mit einem inhalativen Corticoid behandelt werden kann, stehen prinzipiell drei Therapieeskalationen (Step-up-Strategien) zur Verfügung, die nun vom amerikanischen Childhood Asthma Research and Education (CARE) Network systematisch evaluiert wurden. Die Ergebnisse der Studie waren interindividuell sehr verschieden, so dass sich daraus keine klare oder gar allgemeingültige Behandlungsempfehlung ableiten lässt.Show moreBoxed Warning für Propylthiouracil
Schon vor einem Jahr hatte die FDA vor schweren Leberschäden mit teilweise tödlichem Ausgang unter dem Thyreostatikum Propylthiouracil (Propycil®) gewarnt. Nun muss dieses Risiko in Form eines verschärften Warnhinweises (Boxed Warning) in die Produktinformationen aufgenommen werden.Show moreInterleukin-2 als Zusatztherapie bei HIV-Patienten?
Die zusätzliche Gabe von Interleukin-2 führte bei antiretroviral behandelten HIV-Patienten zu keinem besseren Therapieerfolg. Zwar wurde unter der Interleukin-Gabe ein Anstieg der CD4-T-Helferzellen erzielt, der aber zu keinem klinischen Nutzen führte, so das Fazit zweier großer klinischer Studien.Show moreWie Nervenzellen Geruchsreize unterscheiden
Heidelberger Wissenschaftler haben jetzt gezeigt, dass Mäuse, denen ein bestimmter Rezeptor im Riechhirn fehlt, ähnliche Gerüche schneller auseinanderhalten können als Mäuse ohne genetische Manipulation. Dieses Verhalten ließ sich direkt auf Hemmschleifen zwischen benachbarten Nervenzellen zurückführen.Show moreRechtliches
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