Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Vier Wirkstoffe sollen bei Long/Post-COVID erstattungsfähig werden
Für Menschen, die an Long- oder Post-COVID erkrankt sind, gibt es gute Nachrichten: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den Weg für die standardmäßige Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung für vier Arzneimittel frei gemacht. Show more"Pille" bei Dysmenorrhö
Obwohl zahlreiche Frauen an einer Dysmenorrhö leiden, wird diese häufig als "Befindlichkeitsstörung" abgetan. Die Studie einer schwedischen Arbeitsgruppe belegt jetzt eine Linderung der Regelschmerzen unter der Gabe von kombinierten oralen Kontrazeptiva. Zu diesem Ergebnis gab es bereits früher positive Untersuchungen, doch wurden sie 2009 vom "Cochrane Review" infrage gestellt. Die aktuelle Studie zeigt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der "Pille" und einer Linderung der Regelschmerzen.Show moreErfolgreich Tumoren aushungern
Der Multi-Tyrosinkinase-Hemmer Sunitinib (Sutent®) wird seit fünf Jahren zur Behandlung maligner Erkrankungen eingesetzt. Die Erstzulassung erfolgte zur Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms, wenig später erfolgte eine Erweiterung der Indikation, die nun auch seltene Krebserkrankungen wie gastrointestinale Stromatumoren (GIST) und pankreatische neuroendokrine Tumoren (pNET) umfasst.Show moreRivaroxaban vereinfacht die Antikoagulation:
Für den oralen Gerinnungshemmer Rivaroxaban (Xarelto®) wurde die EU-Zulassung um zwei Indikationen erweitert: 1. die Behandlung tiefer Venenthrombosen (TVT) sowie die Prävention wiederkehrender TVT und Lungenembolien nach akuter TVT und 2. die Prävention von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei erwachsenen Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und einem oder mehreren Risikofaktoren.Show moreDiagnose des Diabetes
Ein Typ-2-Diabetes entwickelt sich schleichend, ohne plötzliche manifeste Symptome. Um die Stoffwechselstörung früh zu erfassen, braucht man einfache und sichere Laborbestimmungen, die noch dazu präzise sein sollten. Die seit Jahrzehnten übliche Blutglucoseanalytik erfüllt die Forderungen nur zum Teil. In jüngerer Zeit wird als Alternative die Bestimmung des Langzeit-Blutzucker HbA1c auch zur Diagnose des Diabetes gehandelt. Die Methode erscheint verlockend einfach – zunächst.
Show moreDronedaron bei permanentem Vorhofflimmern
Beim Einsatz des neuen Antiarrhythmikums Dronedaron (Multaq®) ist aus mehreren Gründen Vorsicht geboten. So darf es beispielsweise nicht bei Patienten mit permanentem Vorhofflimmern angewendet werden, da eine Studie, die Vorteile für diese Patientengruppe zeigen sollte, Mitte letzten Jahres aus Sicherheitsgründen gestoppt worden war.Show moreNiacin ohne Nutzen bei Hypercholesterinämie?
Studienabbruch sorgt für Diskussionen
Die großangelegte amerikanische Studie AIM-HIGH sollte den Nutzen einer Niacin-Behandlung für die Lipidwerte und darüber hinaus einen klinischen Benefit für die Patienten durch Reduktion der Zahl kardiovaskulärer Ereignisse zeigen. Wegen mangelnder Effektivität wurde sie jedoch 18 Monate vor dem geplanten Ende abgebrochen, was unter Experten ein geteiltes Echo zur Folge hatte.Show moreHilfe bei Darmkrebs
Biomarker zeigt Wirksamkeit einer Chemotherapie
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei lokal fortgeschrittenen kolorektalen Karzinomen erfolgt zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie und/oder Radiochemotherapie. Dabei werden die Zytostatika meist in Kombinationen verabreicht. Mannheimer Wissenschaftler haben jetzt einen Biomarker identifiziert, der möglicherweise nicht nur Aussagen zum Erfolg einer Chemotherapie bei fortgeschrittenem kolorektalem Karzinom erlaubt, sondern auch Hinweise auf eine individuell angepasste Therapie und Therapieoptionen bei entsprechender Arzneimittelresistenz gibt.Show morePrimärprävention kardiovaskulärer Ereignisse
Mehr Schaden als Nutzen durch Acetylsalicylsäure
Bei Gesunden überwiegt der Nachteil einer langfristigen prä ventiven Einnahme von Acetylsalicylsäure. Zu diesem Schluss kommt eine in diesem Monat publizierte Metaanalyse, der zu folge einer Verringerung nicht-tödlich verlaufender Myokardinfarkte ein erhöhtes Blutungsrisiko gegenübersteht.Show moreBei Entwicklungsstörungen an M. Crohn und Colitis denken!
CED bei Kindern rechtzeitig erkennen
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) gehören nicht gerade zu den "Top Ten" der Kinderkrankheiten. Dennoch heißt es bei wiederkehrenden (blutigen) Durchfällen und Bauchschmerzen, insbesondere aber auch bei Gedeih- und Wachstumsstörungen aufmerksam zu sein. Denn werden chronisch-entzündliche Darmerkrankungen übersehen oder erst spät diagnostiziert, sind die Folgen gravierender als bei früher Diagnose und Therapie.Show more
Herzinfarkte unter Dabigatran
Metaanalyse bestätigt geringfügig erhöhtes Risiko
Erste Hinweise darauf, dass das neue orale Antikoagulans Dabigatran (Pradaxa®) das Herzinfarktrisiko geringfügig erhöhen könnte, hatte die Zulassungsstudie RE-LY ergeben. Der Verdacht wurde nun durch eine Metaanalyse erhärtet, die vorab schon auf der Jahrestagung der American Heart Association Ende 2011 diskutiert worden war.Show moreDexamfetamin bei ADHS
Neue Reservemedikation für Kinder
Dexamfetamin (Attentin®) ist im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen ab sechs Jahren indiziert, wenn andere medikamentöse und nicht-medikamentöse therapeutische Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind.Show moreNeuer Impfstoff gegen Hepatitis-C-Virus
In Phase-I-Studie vielversprechend
Die durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) verursachte Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit des Menschen mit hoher Chronifizierungsrate, die zu schweren Leberschädigungen führen kann. Ein Impfstoff gegen das Virus ist bislang nicht verfügbar. Jetzt wurde zunächst an gesunden Probanden ein neuartiger Impfstoff getestet, der sowohl eine lang anhaltende T-Zell-Antwort zeigte und auch zu keinen schweren Komplikationen führte. Feldstudien an einer größeren Zahl von Risikopatienten sollen jetzt eine tatsächliche Schutzwirkung zeigen.Show morePlötzlicher, unerwarteter Tod von Epilepsiepatienten
Warnzeichen und Risikofaktoren beachten
Das plötzliche, unerwartete Versterben eines Epilepsiekranken ist bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt, doch erst in den vergangenen zwanzig Jahren befasste sich die Medizin näher mit diesem Phänomen. In einer im Lancet publizierten Übersichtsarbeit wurden die bisherigen Kenntnisse zusammengetragen und Strategien zur Prävention erörtert.Show moreTherapie der Mukoviszidose
Inhalatives Mannitol bessert mukoziliäre Clearance
Die Therapie der Mukoviszidose hat sich in den vergangenen Jahren zwar weiterentwickelt, bisher konnte aber keiner der zugelassenen Wirkstoffe die mukoziliäre Clearance verbessern. Inhalatives Mannitol, das kürzlich das positive Votum des CHMP erhalten hat, setzt früher im pathophysiologischen Prozess an, als aktuell verfügbare Optionen und kann so die Lungenclearance verbessern. Das zeigen auch die Ergebnisse von Phase-III-Studien. Es kam zu einer signifikanten und dauerhaften Verbesserung des FEV1 im Vergleich zur Kontrolle sowie zu einer klinisch relevanten Reduktion pulmonaler Exazerbationen.Show moreTabakentzug mit Risiken
"Vareniclin nicht Mittel der 1. Wahl!"
2007 wurde mit Vareniclin (Champix®) eine Alternative zu den bisherigen medikamentösen Raucherentwöhnungsmitteln in Deutschland auf den Markt gebracht. Sie sollte erfolgreicher als Nicotinersatzpräparate oder Bupropion den Weg zum Nichtraucher weisen. Oft wurde und wird Vareniclin als Mittel der ersten Wahl eingesetzt. Doch Studien, die auf eine erhöhte Selbstmordgefahr und kardiovaskuläre Risiken hinweisen (s. Kästen), sorgen für Verunsicherung [1, 2].Show moreKein Schutz vor Thrombosen?
Enoxaparin kann Sterberate nicht senken
Venöse Thromboembolien sind eine häufige Komplikation bei internistischen Akutpatienten. Für diesen Fall wird eine Heparin prophylaxe empfohlen. Das niedermolekulare Heparin Enoxaparin konnte in einer Studie allerdings die Sterberate der Patienten, die zusätzlich medizinische Thrombosestrümpfe erhielten, nicht weiter senken.Show moreMit zunehmendem Alter verringerte Harnblasenfunktion
Besondere Probleme bei neurologischen Störungen
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, Funktionsstörungen der Harnblase zu entwickeln, die schließlich in eine manifeste Harninkontinenz münden können. Wie die Behandlung zu gestalten ist und inwieweit Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie einem Morbus Parkinson oder einer multiplen Sklerose betroffen sind, wurde bei der 23. Jahrestagung der Deutschen Kontinenz Gesellschaft in Köln diskutiert.Show moreStudie mit Renin-Inhibitor Aliskiren abgebrochen
Kombination mit ACE-Hemmer oder Sartan ist riskant
In einer placebokontrollierten Studie, an der hypertone Typ-2-Diabetiker mit eingeschränkter Nierenfunktion und/oder kardiovaskulären Erkrankungen teilnahmen, war unter der Kombination des Renin-Inhibitors Aliskiren (Rasilez®) mit einem ACE-Hemmer bzw. einem Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten kein Zusatznutzen von Aliskiren zu beobachten, dagegen traten mehr Hyperkaliämien, Hypotensionen, Nierenkomplikationen sowie nicht-tödliche Schlaganfälle auf. Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen.Show moreArzneimittel für Schwangere
www.embryotox.de informiert aktuell und ausführlich
Für die meisten Arzneimittel gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft. Dennoch müssen viele Krankheiten auch in der Schwangerschaft wirkungsvoll behandelt werden, um das Leben von Mutter und Kind nicht zu gefährden. Dazu gehören Diabetes mellitus, Asthma bronchiale und Epilepsie.Show moreCOPD und Emphysem
Neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie
Die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (chronic obstructive pulmonary disease, COPD) ist eine progrediente Erkrankung, deren Pathophysiologie noch nicht komplett verstanden ist und daher weiter erforscht wird. Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie beschäftigte sich mit dem Zusammenhang zwischen Obstruktionen in den kleinen Atemwegen und der Ausbildung eines Lungenemphysems, eine der wichtigsten Komplikationen der Erkrankung.Show moreZulassungserweiterung für Bevacizumab
Länger progressionsfrei leben mit Ovarialkarzinom
Wegen einer meist späten Diagnosestellung und des hohen Rezidivrisikos ist die Prognose beim Ovarialkarzinom schlecht. In fortgeschrittenen Stadien erfolgt nach einer Erstoperation grundsätzlich eine Chemotherapie mit zwei Zytostatika. Aufgrund der Ergebnisse von zwei Studien, wonach der Angiogenesehemmer Bevacizumab (Avastin®) das progressionsfreie Überleben nach Diagnosestellung um wenige Monate verlängerte, hat die EMA das Präparat jetzt als Zusatz zur Chemotherapie für die Behandlung von neu diagnostizierten Ovarialkarzinom zugelassen.Show moreParacetamol-Intoxikationen
Giftnotruf Erfurt fordert bundesweite Beobachtung
Im Vorfeld der Sitzung des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht am 27. Februar 2012 suchen sowohl Befürworter als auch Gegner einer Paracetamol-Rezeptpflicht verstärkt die Öffentlichkeit. In den Weihnachtstagen sorgte Dr. Helmut Hentschel, Leiter des Giftnotrufs Erfurt, für Aufsehen. Die Beschränkung der Paracetamol-Packungsgröße habe nichts gebracht, über die Unterstellung unter die Rezeptpflicht müsse dringend nachgedacht werden, so seine Forderung.Show moreEU-Zulassung für Fidaxomicin
Neues Antibiotikum gegen Clostridium difficile
Fidaxomicin (vorgesehener Handelsname in der eU Dificlir®, in den USA als Dificid® auf dem Markt) ist ein neues makrozyklisches Antibiotikum zur Behandlung von erwachsenen mit einer Clostridium-difficile-infektion. Das neue Antibiotikum wurde für diese indikation von der europäischen Kommission zugelassen
Pertuzumab in Phase III
Neuer humanisierter monoklonaler Antikörper bei HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs
Pertuzumab verlängert das mediane progressionsfreie Überleben bei Patientinnen mit HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs um 6,1 Monate – von 12,4 auf 18,5 Monate. Das ist eines der Resultate von CLEOPATRA, der ersten randomisierten Phase-III-Studie mit Pertuzumab.Show moreDexmedetomidin für die Intensivstation
Das neue Sedativum Dexmedetomidin (Dexdor®) ist ein selektiver Alpha-2-Rezeptoragonist mit einem breiten Spektrum pharmakologischer Eigenschaften. Es wirkt sympatholytisch, indem es die Freisetzung von Noradrenalin in den sympathischen Nerven endigungen reduziert. Dexmedetomidin wird zur Sedierung schwerstkranker postoperativer Patienten auf Intensiv stationen eingesetzt.Show moreRechtliches
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