Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
PDE-4-Inhibitoren: Zielgerichteter Eingriff ins Immunsystem
Die Hemmung der Phosphodiesterase 4 hat sich zur Entzündungshemmung bewährt, etwa bei Roflumilast (COPD) oder Apremilast (Psoriasis). Doch gastrointestinale Nebenwirkungen schränken den oralen Einsatz ein. Inhalative Applikation, spezifische PDE-4B-Inhibitoren sowie neue topische Wirkstoffe zeigen, wie sich die Klasse weiterentwickelt.Show moreIn der Zukunft ohne Spritze?
Das Unternehmen MicroChips arbeitet an einem implantierbaren Chip, der Patienten die tägliche Routine der Medikamenteneinnahmen abnehmen soll. Dazu enthält die in den Körper eingebettete Elektronik Wirkstoffreservoirs, die nach Bedarf geleert werden können. Das System wurde erfolgreich mit Teriparatid an acht Osteoporosepatientinnen in Dänemark getestet und die Ergebnisse nun erstmals veröffentlicht .Show moreAktive Überwachung beim Prostatakarzinom
Beim frühen lokalen Prostatakarzinom kann eine aktive Surveillance durch 5-alpha-Reduktase-Inhibitoren unterstützt werden. So verzögerte einer aktuellen Studie zufolge die dreijährige Einnahme von Dutasterid die Tumorprogression bei Patienten mit einem lokalen Tumor der Low-risk-Gruppe.Show moreEMA: Positives Nutzen-Risiko-Verhältnis von Orlistat
Das Antiadipositum Orlistat (Xenical®, 120 mg) wurde in Deutschland 1998 zugelassen. Seit 2009 ist auch ein nicht-verschreibungspflichtiges Präparat (alli®, 60 mg) im Handel. Nachdem mehr als 20 Verdachtsfälle einer Leberschädigung nach der Einnahme von Orlistat bekannt geworden waren, wurde im letzten Jahr eine entsprechende Überprüfung eingeleitet. Jetzt hat die EMA Orlistat ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis bestätigt. Allerdings sollen die Fachinformationen einheitlich einen Hinweis auf die Möglichkeit sehr seltener Leberschädigungen enthalten.Show moreZweifel an Antibiotikatherapie
Bei einer akuten Rhinosinusitis kommt es zu einer Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), der meist eine Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis) vorausgeht. Nur in etwa 10 bis 20% aller Fälle wird sie durch Bakterien verursacht, häufigste Ursache ist eine virale Infektion. Dennoch ist sie eine der häufigsten Gründe für den Einsatz von Antibiotika. Einen weiteren Beleg für den irrationalen Gebrauch dieser Arzneimittel zeigt jetzt eine randomisierte klinische US-Studie, die eine deutlich eingeschränkte Wirksamkeit bei akuter Rhinosinusitis unter einer Antibiotikatherapie aufzeigt.Show morePsychisch kranke Jugendliche
Depressionen und Zwangsstörungen treten oft bereits bei Jugendlichen auf. Auch der Weg in eine Schizophrenie wird schon in frühen Jahren gebahnt und kann sich im Prodromalstadium zunächst als psychoseferne, dann als psychosenahe Symptomatik äußern. Psychotherapeutische Maßnahmen besitzen dann einen hohen Stellenwert.Show moreIdebenone auch bei Optikusneuropathie?
Die Lebersche Optikusneuropathie, auch Lebersche Optikusatrophie, ist eine seltene Erbkrankheit der Ganglienzellen der Sehnerven. Dabei kommt es in kurzer Zeit zu einem hochgradigen Verlust der Sehschärfe und zu großen zentralen Gesichtsfeldausfällen. In einer Studie zur Wirksamkeit von Idebenone (Catena® , Santhera Pharmaceuticals AG) konnte die Sehkraft bei immerhin 7 von 25 erkrankten Probanden deutlich verbessert werden. Die EMA prüft derzeit die Zulassung des Medikaments bei Leberscher Hereditärer Optikusneuropathie.Show moreInfliximab bald auch für Kinder mit Colitis ulcerosa
Das CHMP hat eine positive Opinion für Infliximab (Remicade®) zur Therapie der Colitis ulcerosa bei Kindern und Jugendlichen herausgegeben. In einer Phase-III-Studie sprachen drei Viertel der Kinder, bei denen eine konventionelle Therapie versagte, auf das Biologikum an. Die Zulassung wird noch im ersten Quartal 2012 erwartet.Show moreImpfung gegen Meningokokken
Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 700 Menschen an einer Meningokokken-Infektion, die zu etwa 70% durch den Serotyp B verursacht wird. Die derzeit verfügbaren Impfungen bieten allerdings keinen Schutz gegen die in Mitteleuropa häufiger vorkommende Meningitis durch Meningokokken dieses Serotyps. Studien zeigen jetzt vielversprechende Ergebnisse mit dem Multikomponenten-Impfstoff Bexsero® , der auch gegen Infektionen mit der Meningokokken-Serogruppe B wirksam ist und sowohl bei Kleinkindern als auch Heranwachsenden eine robuste Immunantwort induzierte.Show moreNeuer Therapieansatz bei Herzinsuffizienz
Derzeit wird ein neuer Ansatz zur Therapie der systolischen Herzinsuffizienz verfolgt. Mithilfe von Myosin-Aktivatoren soll die Kontraktionskraft des Herzmuskels erhöht werden. Der positiv inotrope Myosin-Aktivator Omecamtiv Mecarbil wird bereits in ersten klinischen Studien eingesetzt.Show moreNeu auf dem Markt: Rilpivirin
Rilpivirin (Edurant®) ist ein weiterer nicht-nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Hemmer für die Behandlung von Infektionen mit dem humanen Immundefizienz-Virus Typ 1 (HIV-1). Er ist in Kombination mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen für die Behandlung von HIV-1-Infektionen bei nicht vorbehandelten Erwachsenen mit einer Viruslast von maximal 100.000 RNA-Kopien pro Milliliter vorgesehen.
Show moreN-Acetylcystein kann mehr als Sekret lösen
In der Erkältungszeit wird N-Acetylcystein (NAC) häufig zur Selbstmedikation bei erkältungsbedingtem Hustenreiz empfohlen, um das Abhusten zu erleichtern. Darüber hinaus werden dem Wirkstoff antioxidative und antiinflammatorische Eigenschaften zugeschrieben. Eine Übersichtsarbeit fasst die derzeitige Studienlage zu dieser Thematik zusammen und zeigt mögliche zukünftige Einsatzgebiete auf.Show moreSicherheit der Lithiumtherapie
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts werden Lithiumsalze zur medikamentösen Therapie bei bipolaren affektiven Störungen und Depressionen zur Stimmungsstabilisierung eingesetzt. Allerdings wird auch immer wieder das Sicherheitsprofil diskutiert. Aufgrund von Sicherheitsbedenken waren die Verordnungszahlen für Lithium gesunken, obwohl es als wirksames Mittel bei manisch-depressiven Patienten gilt. Problematisch sind neben der geringen therapeutischen Breite viele Nebenwirkungen, die vor allem Schilddrüsen- und Nierenfunktion betreffen.Show moreTafamidis bei neurodegenerativer Erkrankung: Erster Transthyretin-Stabilisator hilft bei Amyloid-Polyneuropathie
Tafamidis (Vyndaqel®) kommt für die Behandlung der familiären Amyloid-Polyneuropathie vom Transthyretin-Typ (TTR-FAP) bei erwachsenen Patienten mit symptomatischer Polyneuropathie im Stadium 1 auf den Markt. Tafamidis besetzt die Thyroxin-Bindungsstellen von Transthyretin, stabilisiert das Protein und verhindert dessen Aufspaltung, so dass ein Fortschreiten peripherer neurologischer Störungen verhindert werden kann.Show moreUnzureichende Asthmakontrolle bei Kindern
Die Hypothese, dass Protonenpumpenhemmer (PPI) den Erfolg einer Standardtherapie bei pädiatrischen Asthmaerkrankungen erhöhen könnten, wurde durch eine placebokontrollierte Studie nicht bestätigt. Im Gegenteil: Die Anti-Reflux-Therapie erhöhte die Zahl der Atemwegserkrankungen und könnte das Frakturrisiko steigern.Show more
Ulipristal in der Therapie von Uterusmyomen wirksam
Als Esmya® wird Ulipristalacetat von der PregLem Holding SA zur präoperativen Behandlung von Myomen im Uterus bei Frauen im gebärfähigen Alter entwickelt. Es unterdrückt das Progesteron-abhängige Wachstum der Myome. Der CHMP hatte erst kürzlich eine positive Stellungnahme zu Ulipristal für diese Indikation erteilt. Bisher wird Ulipristal als Notfallkontrazeptivum (ellaOne® , HRA Pharma) nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr bzw. Versagen der Kontrazeption eingesetzt.Show moreAdd-on-Therapie der Epilepsie
Lacosamid (Vimpat®) ist auf der Basis von drei Zulassungsstudien für die Add-on-Therapie der fokalen Epilepsie mit und ohne sekundäre Generalisierung zugelassen. In einer nicht-interventionellen Beobachtungsstudie wird das Antiepileptikum nun unter Praxisbedingungen geprüft. Eine Interimsanalyse weist darauf hin, dass die zusätzliche Gabe von Lacosamid die Anfallsfrequenz auch im klinischen Alltag sicher und verträglich reduziert. Am meisten scheinen Patienten zu profitieren, die Lacosamid schon früh, idealerweise bereits nach der ersten Monotherapie, erhalten.Show moreNeue Wirkstoffe gegen Krebs
Derzeit sind zahlreiche neue Wirkstoffe gegen Krebs im Zulassungsverfahren oder stehen vor der Markteinführung. Das berichtete der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa). Die neuen Präparate sind zur Behandlung von Tumoren der Brust, Lunge, Schilddrüse, Haut, Niere und Knochen sowie gegen verschiedene Leukämien und Lymphome entwickelt worden.Show moreNeue Strategien in der Onkologie
Mithilfe neuer Zytostatika sollen Signalwege beeinflusst werden, die bei onkologischen Erkrankungen eine Rolle spielen. Eine der Schlüsselstellen in den Transduktionswegen ist der MRN-Komplex, der über wichtige zelluläre Vorgänge wie etwa Apoptose, Alterung und Reparatur entscheidet.Show moreAfatinib bei Kopf-Hals-Tumoren
Jetzt wurden zwei Phase-III-Studien zur Prüfung von Afatinib bei Patienten mit lokal fortgeschrittenen oder rezidivierten/metastasierten Kopf-Hals-Tumoren begonnen, wie Boehringer Ingelheim am 26. Januar ankündigte. Afatinib ist die erste zielgerichtete Therapie mit vergleichbarer antitumoraler Aktivität wie Cetuximab bei Patienten mit metastasiertem Kopf-Hals-Krebs, deren Erkrankung nach einer Behandlung mit einer Platin-basierten Chemotherapie erneut aufgetreten ist.Show moreErbliche Brust- und Eierstockerkrankungen
Bestimmte Gene wie etwa BRCA1 und BRCA2 haben eine Schlüsselfunktion bei der Zellzykluskontrolle und bei der Aufrechterhaltung der genomischen Integrität. Mutationen an solchen Hochrisikogenen führen zu einem Funktionsverlust und erhöhen das Risiko für bestimmte Tumorerkrankungen wie Brust- und Eierstockkrebs um ein Vielfaches. Betroffenen Frauen werden eine Gendiagnostik sowie eine intensivierte Früherkennung angeboten.Show moreVardenafil schützt Sinneszellen
Wissenschaftler des Universitätsklinikums Tübingen konnten im Tierexperiment eine zelluläre Signalkaskade identifizieren, die für den Erhalt der empfindlichen Haarsinneszellen im Innenohr bei Verletzungen durch Lärm verantwortlich ist. Demnach kann Vardenafil das Innenohr von Versuchsratten vor Schäden durch Lärm schützen.Show moreDo-it-yourself-Nachweis von HIV-Infektionen?
Der Nachweis einer HIV-Infektion erfolgt bislang mit einem Bluttest, ein Speicheltest zur Bestimmung ist umstritten. Während die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA die Genehmigung für den ersten HIV-Speicheltest in den USA schon im Jahre 2004 erteilte, ist er in Deutschland bislang nicht zugelassen. Eine Metastudie, die die weltweiten Ergebnisse von fünf Datenbanken auswertete, zeigt jetzt die Zuverlässigkeit des Tests, die der des jetzigen Bluttests zum Nachweis von Antikörpern gegen HIV-1 und HIV-2 kaum nachsteht.Show moreUmdenken in der Psychiatrie
Das atypische Antipsychotikum Quetiapin hat ein breites Indikationsgebiet. Es ist für die Behandlung von Schizophrenie, bipolaren Störungen und als Add-on-Therapie der unipolaren Depression zugelassen. Diese Wirksamkeit bei affektiven Störungen und Psychosen ist vor allem von Vorteil, wenn sich die Krankheitsbilder überlappen.Show moreNeues, lang wirksames Antihypertonikum
Azilsartanmedoxomil (Edarbi®) ist ein weiterer Angiotensin-II-Rezeptorantagonist zur Therapie der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen. Es wird in einer Dosis von 20 bis 80 mg einmal täglich eingenommen, alleine oder in Kombination mit anderen Antihypertonika. Azilsartan ist für neu diagnostizierte Hypertoniker und für Patienten geeignet, die die Zielwerte unter einer Monotherapie mit einem ACE-Hemmer oder einem anderen AT1-Rezeptorblocker nicht erreichen.
Show moreNeues orales Kontrazeptivum
Ab sofort ist das neue orale Kontrazeptivum Zoely® [gesprochen Sou-lie] in Deutschland verfügbar. Es handelt sich dabei um eine monophasische "Pille" mit dem naturidentischen Östrogen 17β-Estradiol. Kombinationspartner ist das Gestagen Nomegestrolacetat.Show moreRechtliches
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