
Pharmazie
Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Triggert die „Pille“ emotionales Essen?
Kombinierte orale Kontrazeptiva könnten das Essverhalten beeinflussen. In einer aktuellen Studie berichteten Frauen an Tagen, an denen sie eine hormonhaltige „Pille“ anwendeten, häufiger über emotionales Essen als in der anschließenden siebentägigen hormonfreien Phase. Ob dies auch das Risiko für Essanfälle oder eine Binge-Eating-Störung erhöht, lässt sich aus den Daten aber nicht ableitenShow more
Pegylierung verlängert die Insulinwirkung
Weniger nächtliche Hypoglykämien
Derzeit wird versucht, die Wirkung von Insulin zu verlängern. Für die basale Insulintherapie des Diabetes mellitus erwartet man sich davon mehrere Vorteile. Die Bemühungen, die Wirkung des Stoffwechselhormons zu verlängern, zielen vor allem darauf, die Insulinspiegel abzuflachen und Wirkspitzen zu vermeiden. Dadurch soll insbesondere das Risiko von Hypoglykämien minimiert werden. Mit der neuen Insulinformulierung LY2605541 könnte bald ein Insulinanalogon zur Verfügung stehen, das den basalen Insulinbedarf zuverlässig über 24 Stunden abdeckt.
Show moreHilfe bei Dabigatran-assoziierten Blutungen
Mit Gerinnungstests die Wirkung kontrollieren
Für die neuen oralen Antikoagulanzien wie Dabigatran (Pradaxa®) steht bisher kein spezifisches und schnell wirkendes Antidot zur Verfügung. Bei geplanten Operationen ist das kein Problem, hier sollte es 24 Stunden zuvor abgesetzt werden. Bei Notfällen dagegen kann die antikoagulierende Wirkung bisher nicht aufgehoben werden. Das BfArM hat nun Hinweise und Empfehlungen für die Therapie von Blutungen und das perioperative Management veröffentlicht.
Show moreAntiemetikum gegen Juckreiz
Aprepitant lindert durch Biologicals hervorgerufenes Hautjucken
Juckreiz ist eine häufige Nebenwirkung von EGF-Rezeptor-Blockern und Tyrosinkinase-Inhibitoren. Im Lancet Oncology wurde eine Studie veröffentlicht, die den Einsatz von Aprepitant (Emend®) gegen diesen Juckreiz untersuchte. Es zeigte sich eine signifikante Wirksamkeit des Neurokinin-Rezeptorenblockers bei schwerem Juckreiz, der von diesen zielgerichteten Therapien hervorgerufen wird.
Show moreASS nach Darmkrebs
Lebensverlängerung nur bei Vorliegen einer Mutation?
Die regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) steigert möglicherweise nur bei einem bestimmten Typ des kolorektalen Karzinoms die Überlebenschancen. So traten unter ASS-Einnahme bei Patienten, die eine Mutation im Apoptose-Signalweg des Tumors aufwiesen, deutlich weniger Todesfälle auf als in der Vergleichsgruppe [1].
Show moreGefahr für Kinder durch rezeptfreie Erkältungsmittel
Nebenwirkungen durch Antihistaminika
Rezeptfreie Erkältungsmittel für Kinder, die Antihistaminika der ersten Generation enthalten, können gefährliche Nebenwirkungen haben, warnt die Kommission für Arzneimittelsicherheit im Kindesalter der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin in einem Positionspapier. Der ausgeprägte und anhaltende sedierende Effekt kann gerade bei kleinen Kindern zu Benommenheit und Krämpfen bis hin zum kardiorespiratorischen Kollaps führen. Gefordert wird deshalb eine umfassende Beratung der Eltern, bevor sie zu rezeptfreien Antihistaminika-haltigen Präparaten greifen.Show moreNeues rund um Vitamin D
Erfolgreich in der Prävention chronischer Erkrankungen
Seit 40 Jahren beforscht Prof. Dr. Michael F. Holick vom Boston University Medical Center, Massachusetts, d as Thema Vitamin D und hat weltweit dazu beigetragen, dass die Bedeutung des Vitamin-D-Mangels bei der Entstehung chronischer Erkrankungen erkannt wurde. Unter anderem konnte er zeigen, dass die aktive Form von Vitamin D zur Behandlung hyperproliferativer Hauterkrankungen eingesetzt werden kann und etablierte so eine Therapie, die heute für viele Patienten mit leichter Psoriasis als Behandlungsoption der ersten Wahl gilt. Gemeinsam mit Apotheker Uwe Gröber von der Akademie für Mikronährstoffmedizin, Essen, hat Professor Michael F. Holick soeben ein Buch über das "Sonnenvitamin" Vitamin D veröffentlicht.Show moreBenzodiazepin-Missbrauch gezielt ansprechen
Wie klappt der Einstieg in den Ausstieg?
In Deutschland sind rund 1,4 Millionen Menschen arzneimittelabhängig, davon etwa 70 Prozent von Benzodiazepinen. Ein Arzneimittelmissbrauch liegt nach Schätzungen bei rund 2,8 Millionen Menschen vor. Insbesondere ältere Frauen sind von diesem Problem betroffen. Ganz im Sinne der Nationalen Strategien zur Drogen- und Suchtpolitik der Bundesregierung 2012 hat die Bundesapothekerkammer bereits im vergangenen Jahr einen Leitfaden für die apothekerliche Praxis herausgegeben.Show moreErfolgreiche Langzeittherapie bei Psoriasis
Neue umfassende Langzeitdaten zeigen die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit sowie die Verbesserung der Lebensqualität bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis unter der Therapie von Ustekinumab (Stelara®).Show moreGut gemeint oder gut gemacht?
Gastrointestinale Beschwerden und Selbstmedikation
Gut gemeint oder gut gemacht? Auf dem diesjährigen Kongress Viszeralmedizin 2012 wurde auch darüber gesprochen, wie sich Fehler bei der Arzneimitteltherapie in der Gastroenterologie vermeiden lassen. Im Fokus: Protonenpumpenhemmer in der Selbstmedikation und alkoholhaltige Kinderarzneimittel. Das Fazit: Omeprazol ist auch in der Selbstmedikation wirksam und sicher. Und: Anders als alkoholhaltige Getränke lösen alkoholhaltige Kinderarzneimittel keine gastrointestinalen Beschwerden aus.
Show moreTherapie und Umgang mit Glucocorticoiden
Die "Cortison-Angst" ist in den meisten Fällen unbegründet. Bei der längeren Einnahme höherer Dosierungen können präventiv einige Nebenwirkungen vermindert werden, ebenso wie durch alternierende Gabe oder Dosisminderung. In jedem Fall muss der Patient gut beraten werden.Show moreGlycopyrronium bei COPD zugelassen | Crizotinib für Patienten mit NCSLC | Tolperison: Einschränkung der Indikation
Corticoid-Nebenwirkungen
Cortison-haltige Arzneimittel sind wegen ihrer Nebenwirkungen gefürchtet, die mit der Dosis und Dauer der Glucocorticoid-Einnahme korrelieren. Bei korrekter Indikation ist grundsätzlich von einem positiven Nutzen-Nebenwirkungs-Verhältnis auszugehen. Die kurzfristige Einnahme von Glucocorticoiden ist in der Regel unproblematisch. Bei topischer Gabe muss weniger mit systemischen als mit lokalen Reaktionen gerechnet werden. Insgesamt dürfen Glucocorticoide als gut verträglich gelten, wenn die Einnahmedauer kurz ist oder das 7,5 mg-Prednisolon-Äquivalent über eine längere Zeit nicht überschritten wird.Show more"Best of the year" in der Onkologie
Strategien, um Zytostatika an den Wirkort zu bringen
Vom 19. bis 23. Oktober 2012 trafen sich zum 75-jährigen Bestehen der deutschen Fachgesellschaft DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie) knapp 5000 Ärzte, Wissenschaftler und Pflegekräfte in Stuttgart, um über aktuelle Forschungsergebnisse aus der Onkologie und deren Umsetzung in die Praxis zu diskutieren. Traditionsgemäß wurden in der Eröffnungssitzung die wichtigsten Neuerungen dieses Jahres aus der Sicht eines Hämatologen und eines Onkologen zusammengefasst.Show moreGlucocorticoide – die Wirkstoffe
Es gibt eine Vielzahl von synthetischen Glucocorticoiden, die zur Therapie zahlreicher Krankheiten eingesetzt werden. Die Glucocorticoide unterscheiden sich in der Applikationsform und ihrer Wirkstärke. Akute Krankheiten erfordern den Einsatz hochpotenter Glucocorticoide. Die inhalativ verabreichten Glucocorticoide werden in einem späteren Artikel zum Thema Asthma und COPD besprochen.Show more
Glucocorticoide
Endogenes Cortisol und synthetische Glucocorticoide sind Hormone für das Leben. Zudem zählen Glucocorticoide zu den wichtigsten und wirkungsvollsten Arzneistoffen, die jedoch wegen ihrer Nebenwirkungen gefürchtet und oft gemieden werden. Bei richtiger Anwendung ist das Nutzen-Schaden-Verhältnis der Glucocorticoide dennoch immer positiv.
Von Thomas Herdegen
Neuer Wirkstoff bei COPD
Aclidinium bewirkt nachhaltige Bronchodilatation
Aclidinium (Eklira®, Bretaris®) ist ein neuer Wirkstoff für die bronchodilatatorische Dauertherapie bei Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis (COPD). Er ist für die zweimal tägliche Inhalation mittels Multidosis-Pulverinhalator (Genuair®) zugelassen. Durch seine hohe Affinität zum M3-Rezeptor bewirkt Aclidinium eine effektive Bronchodilatation. COPD-Symptome wie Dyspnoe, Husten und Auswurf können damit wirkungsvoll gemildert und Exazerbationen verhindert werden.
Show moreZum Nutzen und Risiko von Massenimmunisierungen
Welche Nebenwirkungen kommen wie häufig vor?
Massenimpfungen gegen Erreger altbekannter Erkrankungen wie Masern, Mumps und Röteln in der Pädiatrie oder neu entdeckter Viren wie H1N1 gehören in der modernen Medizin zur üblichen Vorgehensweise. Immer wieder gibt es Schlagzeilen zu sogenannten Impfzwischenfällen, die sich im modernen Kommunikationssystem schnell verbreiten und zu einer gewissen Impfmüdigkeit führen. Eine dänische Kohortenstudie gibt nun eine Hilfestellung zur Risikobewertung von Nebenwirkungen, die möglicherweise nach Massenimpfungen auftreten.Show moreAufgaben der Glucocorticoide
Das endogene Cortisol und die synthetischen Glucocorticoide sind in dreierlei Hinsicht "Hormone für das Leben": Der Körper bildet in seiner aktiven Tagesphase ständig Cortisol, das als überwiegend kataboles Hormon die Energie für körperliche und psychische Aktivitäten bereitstellt und das Immunsystem kontrolliert. Durch die immunsuppressiv-immunmodulatorische und antientzündliche Wirkung sind Glucocorticoide lebensrettend bei schweren allergischen und auto-immunologischen Reaktionen sowie bei Organtransplantation; schließlich schützen die antientzündlichen Glucocorticoide Organe, Gewebe und Gelenke vor Zerstörung.Show moreRechtliches
© 2026 Deutsche Apotheker Zeitung