Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Wie man Nierensteine vorbeugen kann
Nierensteine neigen zum Rezidiv, und wer einmal einen Nierenstein hatte, muss mit weiteren rechnen. Für viele Betroffene stellt sich daher die Frage, wie sie erneuten Nephrolithen vorbeugen können. Der Stellenwert diätetischer und pharmakotherapeutischer Interventionen wurde in einem systematischen Review untersucht. Show moreFördert kardiovaskuläre ASS-Prophylaxe die Makuladegeneration?
Zwei Studien berichten über eine mäßige Erhöhung des Risikos, an einer späten feuchten altersbedingten Makuladegeneration (AMD) zu erkranken, wenn über Jahre niedrig dosierte ASS eingenommen wurde. Jedoch gibt es keine Korrelation mit der Einnahmedauer, der Dosis und anderen Formen der frühen und späten AMD. Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben per se ein erhöhtes Risiko, eine neovaskularisierende AMD zu entwickeln, die eine multifaktorielle Erkrankung ist. Der kardiale Nutzen einer ASS-Einnahme übersteigt den möglichen Schaden bei weitem.Show moreWas bringt das Insulin degludec?
Voraussichtlich in den ersten Wochen des neuen Jahres 2013 wird das neue ultralang wirksame Insulinanalogon Insulin degludec (abgekürzt IDeg) in Europa zugelassen werden [1]. Ärzten und Diabetikern steht dann eine neue, noch länger wirksame Option im bereits vielfältigen Antidiabetika-Markt zur Verfügung. Das neue Basalinsulin erweitert das vorhandene Spektrum insbesondere um eine mit 200 Einheiten/ml höher konzentrierte Formulierung als die europaweit üblichen 100 Einheiten/ml.Show more
Einfach aufhören?
Verena Stahl | Ein wesentlicher – wenn nicht sogar der zentrale – Bestandteil einer COPD-Therapie ist die Tabakentwöhnung rauchender Patienten. Gelingt es, den Patienten zum Rauchstopp zu motivieren, ist schon viel erreicht. Doch Vorsicht, es müssen dabei pharmakokinetische und pharmakodynamische Wechselwirkungen von Bestandteilen des Tabakrauchs und Nicotin mit zahlreichen Medikamenten beachtet werden!Show moreNeue Zubereitung bei aktinischer Keratose
Neben der 5%igen Zubereitung Aldara® wird der topische Immunmodulator Imiquimod ab 1. Februar 2013 zusätzlich in einer 3,75%igen Creme (Zyclara®) zur Therapie aktinischer Keratosen zur Verfügung stehen. Kürzere Behandlungsintervalle sollen die Compliance erhöhen. Zur Ermittlung des Therapieerfolges wird das neue Lmax-Prinzip angewendet.Show moreProdrug-Hydrolyse von Zytostatikum verhindert
Der gewichtsreduzierende Wirkstoff Orlistat (Alli®, Xenical®) steht im Verdacht, ernstzunehmende Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen hervorzurufen. Dies wurde kürzlich in der Laienpresse berichtet. Möglicherweise würden sogar Krebsmittel ihre Wirkung verlieren. Hintergrund für diese Meldungen ist eine In-vitro-Studie mit dem Topoisomerasehemmer Irinotecan.Show moreWeniger Injektionen dank Status-orientierter Therapie
Die feuchte Form der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) gilt als aggressiv fortschreitend und führt oft zur Erblindung. Krankhafte Blutgefäße wachsen in die Netzhaut ein, aus denen Flüssigkeit austritt und zu Netzhautödemen führt. Die Folge sind Sehstörungen bis hin zu irreversibler Visusminderung. Der neue Inhibitor von Wachstumsfaktoren Aflibercept (Eylea®) wird lokal intravitreal appliziert und soll das Wachstum der irregulären Blutgefäße vermindern. Er ist vergleichbar wirksam wie Ranibizumab, es werden aber weniger Injektionen benötigt.Show moreFDA lässt mit Bedaquilin ersten neuen Wirkstoff zu
Multiresistente Stämme von Mycobacterium tuberculosis erschweren zunehmend die Tuberkulosetherapie. Jetzt steht erstmals seit 50 Jahren mit Bedaquilin (Sirturo®) ein neues Antituberkulotikum zur Verfügung, zunächst jedoch nur in den USA.Show morePersonalisierte Medizin hilft gegen Lungenkarzinom
Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom und positivem EGFR-Mutationsstatus profitieren von einer Therapie mit dem neuen irreversiblen EGFR-Tyrosinkinase-Blocker Afatinib. Im Vergleich mit der derzeit effektivsten Chemotherapie führt Afatinib zu einem längeren progressionsfreien Überleben, einer besseren Symptomkontrolle und einer höheren Lebensqualität.Show moreFDA-Zulassung für Lomitapid | Fingolimod: Vorsicht nach Therapiepause | Pomalidomid verlängert Überleben
FDA erweitert Oseltamivir-Zulassung bei Influenza
Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat Oseltamivir nun auch bei Säuglingen ab zwei Wochen zur Therapie der Influenza zugelassen [1]. Als Grundlage für diese Entscheidung dienen Ergebnisse zweier Studien zur Sicherheit und Pharmakokinetik an 135 an Influenza erkrankten Kindern unter einem Jahr. In Europa ist Tamiflu® bislang nur zur Therapie bei Kindern ab einem Jahr zugelassen.Show moreFDA warnt erneut vor Vareniclin-Risiken | Nalmefen: Zulassung bei Alkoholsucht empfohlen | Aripiprazol für Jugendliche
Senken oder nicht senken?
Cochrane-Review stellt Bluthochdrucktherapie infrage
Ein leicht erhöhter Bluthochdruck ist nicht immer behandlungsbedürftig, so das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Cochrane-Studie. Die derzeit auch in Deutschland gängige Praxis, bereits bei systolischen Werten zwischen 140 bis 159 mmHg und bei diastolischen Werten im Bereich zwischen 90 und 99 mmHg mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln zu therapieren, ist nach Ansicht der Autoren bei Herzgesunden nicht notwendig.
Show moreCatumaxomab bei Aszites
Trifunktionaler Antikörper erhöht die Lebensqualität
Catumaxomab (Removab®) ist ein Baustein zur symptomatischen Palliativtherapie des malignen Aszites. Durch die Gabe des trifunktionalen Antikörpers können die Häufigkeit der Punktionen verringert und die Lebensqualität verbessert werden.
Show moreEmpfehlung für Loxapin bei Psychosen | FDA: Antikörper gegen Milzbrand zugelassen
Zulassung als "Single Tablet"
Resistenzen, Nebenwirkungen und negative Langzeitfolgen bei den verfügbaren antiretroviralen Wirkstoffen fördern die Suche nach neuen Substanzen. Mit Elvitegravir wurde kürzlich in den USA ein neuer Integrasehemmer zugelassen, der voraussichtlich Mitte kommenden Jahres auch in Deutschland verfügbar sein wird. Eingebettet mit zwei weiteren antiretroviralen Wirkstoffen und einem Booster in einer einzigen Tablette soll die HIV-Therapie für die Patienten erleichtert werden.Show moreNicht nur das Zittern belastet
Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Miktionsprobleme: Nicht-motorische Störungen im Rahmen eines Morbus Parkinson sind für Patienten und deren Angehörige oft mindestens so belastend wie die motorische Symptomatik. TANIMOS, eine nicht-interventionelle Studie, konnte nun zeigen, dass der COMT-Hemmer Tolcapon diese Beschwerden reduziert. Die Angehörigen profitieren durch eine deutliche Senkung der notwendigen Pflegezeit.Show moreKombinieren statt steigern?
Duloxetin und Pregabalin bei diabetischer Polyneuropathie
In der Praxis werden bei Patienten mit einer diabetischen Polyneuropathie (DPNP) häufig Substanzen kombiniert, wenn eine Monotherapie nicht zu adäquater Schmerzlinderung führt. Die naheliegende Strategie ist bislang aber kaum evaluiert. Die COMBO-DN-Studie untersuchte sie für zwei Standardsubstanzen bei DPNP, Duloxetin und Pregabalin. Dabei erzielte die Kombinationstherapie nur geringfügige Vorteile gegenüber der Hochdosis-Monotherapie mit den Einzelsubstanzen.
Show moreWirkstoff aus gemeiner Wolfsmilch bei Hautkrebs
Ingenolmebutat zur topischen Flächentherapie
Das aus der Gartenwolfsmilch isolierte Ingenolmebutat wird zur äußerlichen Behandlung aktinischer Keratosen eingesetzt und soll als Picato® Gel in Kürze eingeführt werden. Es führt zu ähnlichen Therapieerfolgen wie die bereits etablierten Topika, die erforderliche Behandlungsdauer ist aber wesentlich kürzer.
Show more2+1 gegen Pneumokokken
Boosterung nach zwei Impfungen schützt effektiv
Pneumokokken-Impfungen sind Bestandteil viele nationaler Empfehlungen, wobei die Schemata variieren. Eine finnische Studie hat erstmalig bei einem 10-valenten Konjugat-Impfstoff zwei Varianten miteinander verglichen. Sowohl das 3+1- als auch das 2+1-Schema boten einen ausreichenden Schutz vor invasiven Erkrankungen. Damit konnte zum ersten Mal die Wirksamkeit des 2+1-Schemas bei Kindern in einer klinischen Studie nachgewiesen werden.
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Körperkonzentrationen – Wichtige Grundlagen der Pharmakokinetik
Marina Weißenborn, Elisabeth Schmitz, Marlene Kissel, Hartmut Derendorf | Die Pharmakokinetik ist ein Teilgebiet der Pharmakologie, die sich mit der Wirkung körperfremder und körpereigener Stoffe auf den Organismus beschäftigt. Unterschieden wird zwischen der Pharmakodynamik, die die Wirkung eines Pharmakons auf den Körper untersucht und der Pharmakokinetik, die sich mit der Frage, wie der Körper das Pharmakon beeinflusst, auseinandersetzt. Die Pharmakokinetik beschreibt den zeitlichen Verlauf von Arzneistoffkonzentrationen im Organismus, umfasst die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt und dient vor allem zur Evaluierung von optimalen Dosierungsvorschlägen. Im Folgenden werden wichtige Grundbegriffe vorgestellt.Show moreVerhüten mit dem Vaginalring
Eine hormonelle, keine mechanische Verhütung
Einmal in die Vagina eingelegt, muss drei Wochen nicht mehr an Verhütung gedacht werden: Das ist ein wesentlicher Vorteil der Kontrazeption mit dem Vaginalring. Zudem sind Zwischenblutungen und Spottings sehr selten. Schwere Blutungen, PMS und Dysmenorrhö bessern sich. Die Zufriedenheit der Frauen ist hoch. Doch insbesondere viele junge Frauen haben von dieser Verhütungsmethode noch nichts gehört.
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Methotrexat-Gabe: Einmal täglich ist tödlich
Verena Stahl | Methotrexat wird zur Behandlung rheumatologischer und dermatologischer Erkrankungen nur einmal wöchentlich angewendet, dies kann nicht oft genug betont werden. Die Beachtung der ungewöhnlichen Applikationsfrequenz ist ein elementarer Bestandteil der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) dieses hochpotenten, zytotoxischen Wirkstoffs.Show moreAdalimumab für Kinder mit schwerem M. Crohn | Vorteil für simultane Radiochemotherapie | Vollvirus-Impfstoff gegen HIV in Phase I
Paradoxes Prinzip?
Der erste Serotonin-Reuptake-Enhancer Tianeptin (Tianeurax®) steht seit November nun auch in Deutschland zur Behandlung der Depression zur Verfügung. Seine Wirkung wird allerding nur in zweiter Linie auf die verstärkte Wiederaufnahme von Serotonin zurückgeführt. Im Vordergrund scheinen seine Effekte auf die Neuroplastizität des Gehirns und die gestörte glutamaterge Neurotransmission zu stehen. Klinische Studien zeigen eine Überlegenheit gegenüber Placebo. Die Substanz erwies sich als vergleichbar wirksam wie trizyklische Antidepressiva und selektive Serotonin-Inhibitoren.Show moreMarcumar-Alternative ASS?
ASS kann auch venöse Thromboembolien verhindern
Eine Behandlung mit einmal täglich 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS) reduziert nach tiefen venösen Thromboembolien (VTE) das Auftreten von Herzinfarkt, Schlaganfall und erneuten VTE. Das zeigen sowohl die WARFASA- als auch die ASPIRE-Studie. Ist die (lebens-)lange Gabe von ASS damit eine neue Therapiealternative zu Phenprocoumon oder zu keiner Antikoagulation nach VTE?
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