Pharmazie

Vorhofflimmern
Neues Antiarrhythmikum Vernakalant
Davos - Vernakalant (vorgesehener Handelsname Kynapid) ist ein neues Arzneimittel zur Behandlung des Vorhofflimmerns. Der neue Wirkstoff gehört zur Gruppe der ARDAs (Atrial repolarization-delaying agents), und soll vor allem am Vorhof wirken.
Vernakalant wird intravenös zur Kardioversion bei Patienten mit akutem Vorhofflimmern eingesetzt. Die neue Substanz verzögert die Überleitungsgeschwindigkeit im Vorhof und verlängert die Refraktärzeit. Dadurch kann sie einen Sinusrhythmus wieder herstellen.
In klinischen Phase-III-Studien war Vernakalant bei Patienten mit akutem Vorhofflimmern gut wirksam, nicht hingegen bei länger anhaltendem Vorhoffflimmern. Die Substanz wirkte nicht negativ inotrop. Relevante QTc-Verlängerungen oder Torsades de pointes traten nicht auf. Vernakalant wurde gut vertragen. Häufigste Nebenwirkungen waren metallischer Geschmack, vermehrtes Niesen und Übelkeit.
Vernakalant befindet sich in Phase III der klinischen Entwicklung. Es ist von der FDA zur Zulassung empfohlen Die intravenöse Darreichungsform ist zur Zulassung bei der EMEA eingereicht und soll im Sommer 2010 auf den Markt kommen. Derzeit wird auch eine orale Darreichungsform zur Folgetherapie klinisch erprobt.
Quelle:
Prof. Dr. Andreas Schuchert, Neumünster, Pharmacon in Davos, 8. Februar 2010.
Informationen der Firma MSD, München.
Dr. Bettina Hellwig / 10.02.2010, 07:50 Uhr
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Dr.med.Schotters sagt:
04.10.2010 18:56Ein großer Erfolg der medizinischen Forschung bes. im Hinblick auf die Anwendung beim Patienten, dem man immerhin eine Ablation bzw. elektrische Kardioversion ersparen kann.
Es ist zu wünschen, daß die orale Anwendung ebenfalls möglich werden wird, da unter Vernakalant weniger Nebenwirkungen (Fotosensibilität) zu erwarten sind.