Nicht-Adhärenz von Patienten und Adhärenz-Programme
Eine Befragung von 59 Apothekern und Hausärzten
Von Thomas Wilke und Sabrina Müller
Die Nicht-Adhärenz (NA) von chronisch kranken Patienten ist weder aus ethischer noch aus gesundheitsökonomischer und -politischer Sicht akzeptabel und stellt eine der größten Herausforderungen im Gesundheitswesen dar. Eine Umfrage der Autoren ergab, dass Apotheker und Hausärzte die NA-Quote ihrer Patienten auf durchschnittlich 28 bzw. 37% schätzen. Die meisten Apotheker halten sich für geeignet, Adhärenz-Programme durchzuführen, um diesem Missstand abzuhelfen, aber nur 19% der Ärzte billigen den Apotheken hier eine zentrale Rolle zu. Die von Ärzten und Apothekern dafür verlangte Vergütung pro Patientenjahr übersteigt jedoch in generischen Indikationen die Jahrestherapiekosten – sicherlich ein Hindernis, um in Deutschland in großem Stil Adhärenz-Programme zu etablieren.