H.-P. Hanssen Das Uhrwerk der inneren Uhr
Tageszeitabhängige Veränderungen verschiedener Körperfunktionen wie die der Körpertemperatur, des Blutdrucks und der Pulsfrequenz sind seit etwa 200 Jahren bekannt.Der Begriff "innere Uhr" wurde 1814 von dem französischen Apotheker und Arzt Julien-Joseph Virey (1775-1846) geprägt, der auch auf Grund seiner rassistischen Theorien eine gewisse Berühmtheit erlangte. Im vergangenen Jahrhundert hat sich gezeigt, dass biologische Rhythmen und ihre Beziehung zur Umwelt das Verhalten aller Organismen in vielfacher Hinsicht beeinflussen: sowohl das Wach-/Schlaf-Verhalten, das Fortpflanzungsgeschehen, die motorische Aktivität, das Nahrungsaufnahmeverhalten oder etwa die Hormonsekretion unterliegen Biorhythmen. So hat sich ein selbstständiger Forschungszweig, die Chronobiologie, etabliert, die durch die zunehmende Kenntnis der molekularen Grundlagen biologischer Rhythmen in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung genommen hat, unter anderem auch deswegen, weil die Ergebnisse zu zahlreichen praktischen Umsetzungen in der Medizin führten, nicht zuletzt zur Chronopharmakologie, die bei der Verordnung bestimmter Medikamente die Tagesrhythmik berücksichtigt.