Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Hoher Blutdruck trotz Behandlung
Etwa 1,4 Milliarden Menschen weltweit litten im Jahr 2024 an Bluthochdruck. Betroffen sind vor allem Einwohner von Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, nur etwa jeder fünfte erhält eine adäquate Behandlung. In Deutschland sind rund 20 Millionen Erwachsene zwischen 30 und 79 Jahren von Bluthochdruck betroffen, bei nur etwa der Hälfte davon ist die Erkrankung unter Kontrolle. Welche Ursachen gibt es für eine resistente Hypertonie und was kann man dagegen tun?Show moreSerotonin-Wiederaufnahmehemmer: Serotonin-Syndrom bei Triptaneinnahme
Wird ein Serotonin-Wiederaufnahmehemmer zusammen mit einem Triptan eingenommen, kann ein unter Umständen lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom auftreten. Darauf weist die amerikanische Arzneibehörde FDA in einer Warnmeldung hin.Show moreSchmerzhafte Kniearthrose: Nutzen oraler Chondroprotektiva nicht eindeutig
Chondroprotektiva sollen degenerative Prozesse aufhalten und dadurch einer Arthrose vorbeugen. Für die häufig eingesetzten Substanzen D-Glucosaminhydrochlorid und Chondroitinsulfat konnte in einer randomisierten kontrollierten Studie kein über einen Placeboeffekt hinausgehender Nutzen gezeigt werden. In einer Subgruppenanalyse zeigte sich ein Benefit für die Kombination beider Chondroprotektiva bei Patienten mit ausgeprägten Schmerzen.Show moreInhalative Corticosteroide: Bei hohem Asthmarisiko Kontrolle ja – Prävent
Lässt sich bei Kleinkindern mit hohem Asthmarisiko durch frühzeitige konsequente Gabe von inhalativen Corticosteroiden der Krankheitsverlauf beeinflussen? Die PEAK-Studie beantwortet diese Frage klar mit "nein". Zwar profitierten die Kinder während der Therapie. Nach Absetzen der Medikation ergab sich jedoch kein Vorteil. Die Hoffnung, den Verlauf von Asthma bei Hochrisikokindern günstig beeinflussen zu können, hat durch PEAK zumindest keine Nahrung erhalten.Show moreH.-P. Hanssen Das Uhrwerk der inneren Uhr
Tageszeitabhängige Veränderungen verschiedener Körperfunktionen wie die der Körpertemperatur, des Blutdrucks und der Pulsfrequenz sind seit etwa 200 Jahren bekannt.Der Begriff "innere Uhr" wurde 1814 von dem französischen Apotheker und Arzt Julien-Joseph Virey (1775-1846) geprägt, der auch auf Grund seiner rassistischen Theorien eine gewisse Berühmtheit erlangte. Im vergangenen Jahrhundert hat sich gezeigt, dass biologische Rhythmen und ihre Beziehung zur Umwelt das Verhalten aller Organismen in vielfacher Hinsicht beeinflussen: sowohl das Wach-/Schlaf-Verhalten, das Fortpflanzungsgeschehen, die motorische Aktivität, das Nahrungsaufnahmeverhalten oder etwa die Hormonsekretion unterliegen Biorhythmen. So hat sich ein selbstständiger Forschungszweig, die Chronobiologie, etabliert, die durch die zunehmende Kenntnis der molekularen Grundlagen biologischer Rhythmen in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung genommen hat, unter anderem auch deswegen, weil die Ergebnisse zu zahlreichen praktischen Umsetzungen in der Medizin führten, nicht zuletzt zur Chronopharmakologie, die bei der Verordnung bestimmter Medikamente die Tagesrhythmik berücksichtigt.
Show moreAus der Forschung: Lapatinib bei Nierenzell- und bei Mammakarzinom
Das Nierenzellkarzinom macht 85 bis 90% aller Nierentumoren aus. Als Standardtherapien des fortgeschrittenen Stadiums gelten Interleukin-2 und Interferon-α, die aber nur bei ca. 15% der Patienten zu einem Ansprechen führen. Die beiden Angiogenesehemmer Sunitinib und Sorafenib sind von der FDA bereits für eine Behandlung des Nierenzellkarzinoms zugelassen.Show moreTraubensilberkerze: Britische Behörde warnt vor Leberschäden
Nachdem in der letzten Zeit vermehrt Berichte über Leberfunktionsstörungen unter Cimicifuga-racemosa-Extrakten aufgetreten sind, bittet die britische Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) Ärzte und Frauen, die diese Präparate einnehmen, verstärkt auf Anzeichen einer Lebererkrankung und Leberfunktionsstörungen zu achten.Show moreLebertoxizität: Die beschriebenen Fälle differenziert betrachten
Die Europäische Arzneimittelbehörde hat weltweit 42 registrierte Verdachtsfälle über hepatotoxische Nebenwirkungen unter Cimicifuga-Extrakt gesichtet und ausgewertet. In zwei Verdachtsfällen sieht das Expertengremium der EMEA einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Anwendung eines Cimicifugahaltigen Produktes und dem Auftreten einer Lebererkrankung als möglich an. In zwei weiteren Fällen erscheint ein Zusammenhang als wahrscheinlich.Show moreChronische Hepatitis B: Neuer Polymerasehemmer zugelassen
Jeder dritte Mensch auf dieser Welt ist mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert. Etwa jeder Zehnte entwickelt eine chronische Leberinfektion. Hemmstoffe der Hepatitis-B-Virus-Polymerase können Ų neben Interferonen Ų die Viruslast drücken und die Entzündung bessern. Eine spezifische Entwicklung mit verbessertem Wirk- und Resistenzprofil stellt Entecavir (Baraclude®) dar. Das Nukleosidanalogon wurde jetzt europaweit gegen chronische Hepatitis B zugelassen.Show moreNeues Kontrastmittel: Gadofosveset macht Gefäße sichtbar
Gadofosveset (Vasovist®) ist ein neues gadoliniumhaltiges Kontrastmittel für die Magnetresonanztomographie (MRT), das zur Darstellung der Gefäße und des Blutflusses eingesetzt wird. Es ist für die kontrastmittelverstärkte Magnetresonanz-Angiographie (MRA) zur Visualisierung von Gefäßen im Abdominalbereich oder in den Extremitäten bei Patienten mit vermuteter oder bekannter Gefäßerkrankung indiziert.Show moreTee und seine Sorten, Folge 5: Gesunder Genuss mit dem gewissen Etwas
Jeder Mensch sollte täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen - an heißen Sommertagen gerne auch mehr. Mit Kräuter- und Früchtetees macht das Trinken nicht nur Spaß, sie bieten darüber hinaus auch noch eine wohltuende Wirkung, sind praktisch zucker- und kalorienfrei und enthalten kein Koffein (Ausnahmen: Mate-Tee, Guarana, Cola-Nüsse).Die große Beliebtheit, der sich die Kräuter- und Früchtetees erfreuen, verdanken sie jedoch in erster Linie ihrem außerordentlich abwechslungsreichen Aroma. Welche Teesorte wie schmeckt und woher sie stammt, ist in der folgenden kleinen Warenkunde aufgelistet.
Show moreFDA-Zulassung: Dreifachkombination gegen HIV zugelassen
Die amerikanische Food and Drug Administration hat in einem Schnellverfahren die Dreifachkombination aus Efavirenz, Tenofovir und Emtricitabin (Atripla®) zur einmal täglichen Einnahme zur Behandlung HIV-positiver Erwachsener zugelassen. Für Europa erwarten Bristol-Myers-Squibb und Gilead Sciences die Zulassung für das kommende Jahr.Show moreRotavirus-Lebendimpfstoff: Impfstoff gegen pädiatrische Gastroenteritis zugelas
Der pentavalente Rotavirus-Lebendimpfstoff (RotaTeq®) hat die europäische Zulassung zur aktiven Immunisierung von Säuglingen ab einem Alter von sechs Wochen zum Schutz gegen Rota–virus-bedingte Gastroenteritiden erhalten, wie die Sanofi Pasteur MSD GmbH mitteilte. Die Indikation umfasst die fünf prädominanten, krankheitsverursachenden Rotavirus-Serotypen.Show moreInhalatives Insulin: „Kein Durchbruch, aber ein zusätzliches Werkzeug“
Seit Jahrzehnten wird nach Alternativen zur Insulininjektion gesucht. Mitte Mai wurde nun das erste inhalative Insulin unter dem Handelsnamen Exubera® in Deutschland eingeführt. Doch der Nutzen ist umstritten. Wir haben mit Prof. Dr. Harald Klein, dem Vorsitzenden des Ausschusses Pharmakotherapie des Diabetes der Deutschen Diabetes-Gesellschaft gesprochen und ihn um eine Bewertung gebeten.Show moreMatrixpflaster weiterentwickelt: Weniger Fentanyl – gleiche Schmerzlinderu
Zwei Meilensteine brachten die Behandlung schwerer Schmerzen seit Anfang der 1980er Jahre voran: Die Einführung retardierten oralen Morphins und Ų kaum zehn Jahre später Ų die der Opioidpflaster. Gegenüber den klassischen TTS-Reservoirpflastern mit Fentanyl gewannen auslaufsichere Matrixpflaster an Boden. Doch auch hier geht die Entwicklung weiter, wie ein Vergleich der verfügbaren Matrixsysteme zeigt. Neuere Pflaster sind kleiner, setzen den Wirkstoff effektiver frei und enthalten weniger toxisch bedenkliche Reste.Show moreA. SinzMassenspektrometrie in der Proteomik –
Proteomik ist die Analyse der zu einem bestimmten Zeitpunkt vorliegenden Proteine eines Organismus, einer Zelle oder einer Körperflüssigkeit. Sie hat in den letzten Jahren eine -enorme Bedeutung für die medizinische Grundlagenforschung erlangt und wirkt sich bereits auf die diagnostische und therapeutische Praxis aus. Mit Hilfe der Proteomik lassen sich biochemische Signaltransduktionswege aufklären, die molekularen Ursachen von Krankheiten verstehen, neue Targets für Diagnostika und Arzneistoffe entdecken sowie Wirkungsmechanismen bereits bekannter Arzneistoffe erkennen. Die enormen Fortschritte in der Massenspektrometrie haben ganz wesentlich zur heutigen Bedeutung der Proteomik beigetragen.Show moreSituationsbericht: Masernepidemie in Deutschland
Soeben wurde vom Robert Koch-Institut (RKI) ein Situationsbericht zur epidemiologischen Lage der Masernausbrüche im Jahr 2005 und zu den Ausbrüchen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in der ersten Hälfte 2006 veröffentlicht. Das RKI sieht Defizite vor allem in der Bewältigung der akuten Situation und kritisiert die unzureichende Durchimpfungsrate.Show moreWoman's Health Initiative: Fettarm allein reicht nicht
"Low fat" soll gesund sein Ų in einer kontrollierten Teilstudie der Woman's Health Initiative (WHI), die kürzlich ausgewertet wurde, konnte eine Umstellung auf fettarme Kost Frauen ab 50 jedoch weder vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch vor Darm- oder Brustkrebs schützen.Show moreVogelgrippe: Studie zur Impfstoff-Entwicklung für den Pandemiefall
In einer internationalen Studie testet GlaxoSmithKline derzeit einen neuen möglichen Impfstoff gegen die Vogelgrippe, der ein neues Adjuvans enthält. Dieses soll den Körper zu einer Immunantwort stimulieren, die gegen verschiedene Varianten von H5N1 wirksam ist. Für die Studie in Deutschland sucht die Firma noch Teilnehmer.Show moreChronische Hepatitis B: Lichtblick Entecavir
Eine chronische Hepatitis B kann nicht kurativ behandelt werden. Die zur Reduktion der Viruslast und zur Verhinderung von Spätfolgen eingesetzten Therapeutika verlieren nach einer gewissen Zeit ihre Wirksamkeit. Entecavir, eine neues Nukleosid–analogon, ruft bislang keine Resistenzen hervor und scheint das therapeutische Arsenal zu bereichern.Show moreHypertonie: Fixkombination Amlodipin/Valsartan gut wirksam
Mit der fixen Kombination aus dem Calciumantagonisten Amlodipin und dem Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker Valsartan können hohe Blutdruckwerte effizient und sicher gesenkt werden. Dies zeigte nach einer Information von Novartis Pharma eine im Juni auf dem 16. Jahrestreffen der European Society of Hypertension (ESH) in Madrid präsentierte klinische Phase-III-Studie an Patienten mit Bluthochdruck ohne Begleiterkrankungen. Show moreParkinson-Erkrankung: Zulassungserweiterung für Rotigotin
Schwarz Pharma hat bei der europäischen Zulassungsbehörde EMEA die Erweiterung der Zulassung von Neupro® (Rotigotin transdermales System) als Kombinationstherapie mit Levodopa zur Behandlung von Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Erkrankung beantragt.Show moreSchlafforschung: Die Schlafdauer beeinflusst das Gewicht
Für die Entwicklung von Übergewicht gibt es eine Vielzahl von Ursachen. Beispielsweise haben US-amerikanische Forscher vor kurzem gezeigt, dass Frauen, die nur fünf Stunden oder weniger schlafen, ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas haben.Show moreVerhütungsstäbchen: Probleme bei der Explantation von Implanon®
Die Arzneimittelkommision der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat einen Bericht über eine misslungene Explantation des gestagenhaltigen Kontrazeptivums Implanon® zum Anlass genommen, große Zurückhaltung bei der Verordnung des implantierbaren Verhütungsstäbchens zu empfehlen.Show moreAlkoholfolgen: Kaffee soll vor Leberzirrhose schützen
Bereits eine Tasse Kaffee täglich soll die Leber vor alkohol–bedingten Schädigungen schützen. In einer Studie ermittelten kalifornische Wissenschaftler, dass mit steigendem Kaffeekonsum die Wahrscheinlichkeit, an einer alkoholbedingten Leberzirrhose zu erkranken, sinkt.Show moreRechtliches
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