Pharmazie
Deutscher Apotheker Verlag - PROD
EU-weit drei Indikationen weniger für Azithromycin
Die Fach- und Gebrauchsinformationen von bereits seit langer Zeit auf dem Markt befindlichen Antibiotika zu aktualisieren, ist Teil der Strategie, Arzneimittelresistenzen entgegenzuwirken. Im Jahr 2025 war Azithromycin an der Reihe – und hat nun ein präziseres und kleineres Anwendungsspektrum.Show moreFetuin-A: Biomarker für Herzinfarktund Schlaganfallrisiko
Das Eiweißmolekül Fetuin-A wird in der Leber gebildet und ans Blut abgegeben. Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam haben gemeinsam mit Ärzten der Universität Tübingen in einer prospektiven Studie zeigen können, dass das Eiweiß ein Risikomarker für kardiovaskuläre Erkrankungen ist: Studienteilnehmer mit hohen Blutwerten von Fetuin-A sind mit einem drei- bis vierfach höheren Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden [1].Show morePharmakotherapie
Aus der Pathophysiologie des Typ-2-Diabetes lassen sich wirksame Strategien für eine antidiabetische Therapie mit Antidiabetika (Tab. 1) ableiten:
- die Hemmung der Resorption von Kohlenhydraten
- die Beschleunigung der Freisetzung von Insulin
- das Durchbrechen der Insulin-Resistenz
- die Verminderung der Glucose-Produktion bzw. die Verbesserung der Glucose-Verwertung
- exogenes Insulin bei ungenügender Insulin-Freisetzung.
Abbildung 3 fasst die Wirkungen, Indikationen und Risiken der oralen Antidiabetika zusammen.

Diabetes mellitus Typ 2
Der Diabetes mellitus zählt zu den häufigsten und kostenträchtigsten Krankheiten. In Deutschland sind geschätzte 6 Millionen Menschen und damit 7% der Bevölkerung daran erkrankt, der überwiegende Teil an Diabetes mellitus Typ 2. Die Inzidenz steigt in den westlichen Industrienationen stetig, wahrscheinlich aufgrund der veränderten Lebensgewohnheiten. Gegenwärtig verdoppelt sich nach dem 40. Lebensjahr die Häufigkeit pro Lebensjahrzehnt, im 8. Lebensjahrzehnt ist nahezu jeder Fünfte betroffen. In den Nachkriegsjahren war der sogenannte Altersdiabetes eher selten, trat dann aber mit steigendem Wohlstand und der Verfügbarkeit billiger schneller Kohlenhydrate – Stichwort „fast food“ – immer häufiger auf. | Von Prof. Dr. med. Thomas Herdegen
Show moreAppell an die Eigenverantwortlichkeit
Aus der Erkenntnis, dass Krebserkrankungen mit der Lebensweise zusammenhängen und familiär gehäuft auftreten, lassen sich präventive Maßnahmen zur Verhinderung eines Tumorleidens ableiten. Dabei spielen neben den heute empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen die Verantwortung und Selbstfürsorge eines jeden Einzelnen eine nicht zu unterschätzende Rolle.Show moreEinsatz der Radiopharmazie in Therapie und Diagnostik
Die Radiopharmazie ist bei der Radio- und Nuklearchemie angesiedelt. Ihr Arbeitsfeld umfasst die Entwicklung und Herstellung radioaktiver Arzneimittel und Diagnostika, mit deren Hilfe In-vivo-Messungen metabolischer Prozesse durchführt und spezielle Therapien ermöglicht werden. Prof. Dr. Per Hartvig Honoré, Kopenhagen, erläuterte im Rahmen des onkologisch-pharmazeutischen Fachkongresses Anwendungsmöglichkeiten und Zubereitung von Radiopharmazeutika.Show moreFDA genehmigt automatisierten Procalcitonin-Test bei Sepsis
In der Intensivmedizin ist die Sepsis die häufigste nicht-koronare Todesursache mit einer Sterblichkeitsrate von 32%. Die Überlebenschancen können durch einen schnellen Nachweis erhöht werden. Die FDA hat jetzt der deutschen Brahms AG die Vermarktung eines patentierten Procalcitonin (PCT) Kryptor® -Tests in den USA genehmigt. Der automatisierte Bluttest stellt bei gefährdeten Patienten fest, ob ein erhöhtes Anfälligkeitsrisiko für schwere Blutvergiftungen und septischen Schock besteht.Show morePlötzlicher Herztod unteratypischen Neuroleptika
Auch Patienten, die mit atypischen Neuroleptika behandelt werden, müssen mit einem erhöhten Risiko für einen plötzlichen Herztod rechnen. Folgt man den Ergebnissen einer retrospektiven Kohortenanalyse, so sind die atypischen Neuroleptika bezüglich dieser Nebenwirkung nicht sicherer als die klassischen Vertreter.Show moreMännliche Gehirne hungern nicht gern
Männliche Gehirne reagieren auf Nährstoffmangel empfindlicher als die Gehirne von Frauen. Zu diesem Ergebnis sind amerikanische Wissenschaftler bei Versuchen mit Zellkulturen gekommen. Danach beginnen männliche Hirnzellen bei Nährstoffmangel bereits mit der Selbstverdauung, wenn weibliche Zellen noch Reserven mobilisieren.Show moreOrale MS-Therapeutika werden Interferone ergänzen
Standen in der Pathophysiologie der multiplen Sklerose (MS) bislang die T-Zellen im Brennpunkt, hat sich der Fokus der Forschung in den letzten Jahren zu den B-Zellen verschoben. Das führte zu neuen Ansätzen für die Therapie. Geprüft werden Fusionsproteine wie Atacicept, die zerstörerische B-Zellen in MS-Läsionen aufspüren und angreifen. Aber auch der Weg über autoreaktive T-Lymphozyten verspricht Erfolg. Das orale Fingolimod hindert sie an ihrer Wanderung ins ZNS. Eher unspezifisch greift das Zytostatikum Cladribin beide Lymphozytenstämme an.Show moreFDA erteilt Zulassung für Chemokin-Rezeptorantagonist
Die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat die Zulassung für Plerixafor (Mozobil™) erteilt: Der CXCR4-Chemokin-Rezeptorantagonist mobilisiert hämatopoetische Stammzellen und wird in Kombination mit dem Wachstumsfaktor G-CSF (granulocyte colony stimulating factor) im Vorfeld einer autologen Stammzelltransplantation beim Non-Hodgkin-Lymphom oder multiplem Myelom angewendet, damit vermehrt Stammzellen aus dem Knochenmark in das periphere Blutsystem freigesetzt werden.Show moreImpfung kann nicht vor Rezidiven schützen
In einer Phase-III-Studie wurde die Wirksamkeit des Impfstoffs Vitespen (Oncophage®), einem Hitzeschockprotein-Peptid-Komplex, der aus dem Tumorgewebe des einzelnen Patienten gewonnen wird, bei Nierenkrebspatienten als unterstützende Therapie zur Operation untersucht. Das rezidivfreie Überleben konnte dabei durch die Impfung nicht verlängert werden.Show moreSuizidgefahr unter Leukotrien-Rezeptorantagonisten?
Postmarketing-Berichte hatten den Verdacht aufkommen lassen, dass die bei allergischem Asthma und allergischer Rhinitis eingesetzten Leukotrien-Rezeptorantagonisten und -Syntheseinhibitoren für schwere neuropsychiatrische Komplikationen bis hin zum Suizid verantwortlich sein könnten. Die FDA hat daraufhin die Daten aller kontrollierten klinischen Studien von Montelukast, Zafirlukast und Zileuton überprüfen lassen. Doch die Sichtung dieser Daten ließ kein erhöhtes Suizidrisiko erkennen. Trotzdem will die FDA noch keine Entwarnung geben.Show moreFettreiche Ernährung erhöht das Brustkrebsrisiko
Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke (DIfE) hat vor Kurzem Daten zu einer 1994 begonnenen Studie veröffentlicht, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen aufzeigt. Danach kann eine fettreiche Ernährung mit einem bis zu zweifach erhöhten Risiko für Brustkrebs verbunden sein [1].Show moreOmeprazol und Sumatriptan bald ohne Rezept
Der Protonenpumpenhemmer Omeprazol und das Migränemittel Sumatriptan sollen aus der Verschreibungspflicht entlassen und unter bestimmten Bedingungen im Rahmen der Selbstmedikation in der Apotheke erhältlich sein, so die Empfehlung, die der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht in seiner Sitzung ausgesprochen hat. Gefordert wird "die Einhaltung bestimmter Formulierungen in der Produktinformation", daher sollen die Fach- und Produktinformationen der Präparate angepasst werden.Show moreKlein- und Schulkinder optimal ernähren
Nach dem ersten Lebensjahr haben sowohl die Verdauungs- als auch die Stoffwechselfunktionen ein gewisses Maß an Reife erreicht, so dass Kinder nun größere Nahrungsmengen und verschiedenartige Speisen vertragen. Zur vollen Ausreifung kommt es aber erst mit Vollendung des Schulkindalters. Im Kleinkindalter muss daher darauf geachtet werden, dass schwer verdauliche, sehr fettreiche, scharf gewürzte und gesalzene sowie sehr ballaststoffreiche Speisen noch nicht geeignet sind. Und auch im Schulalter gilt es, verschiedene Ernährungsaspekte zu beachten.Show moreKardiovaskuläre Risikofaktoren beachten
Dank Antipsychotika der zweiten Generation ("Atypika") können wichtige Ziele wie die langfristige Erhaltungstherapie, eine Rezidivprophylaxe sowie die soziale Reintegration schizophrener Patienten besser umgesetzt werden. Eine wichtige Voraussetzung ist die anhaltende Compliance des Patienten, die vornehmlich vom Nebenwirkungsspektrum der eingesetzten Substanz abhängt. Mit Ziprasidon (Zeldox®) steht ein gewichtsneutraler Wirkstoff zur Verfügung, unter dem keine kardiovaskulären Begleiterscheinungen auftreten.Show moreα -Liponsäure bei Alzheimer-Demenz
Es gibt vielfältige potenzielle Wirkmechanismen der α-Liponsäure bei neurodegenerativen Erkrankungen. So wirkt sie als Antioxidanz und Proteinglykosylierungshemmer der neuronalen Schädigung durch freie Radikale und AGEs entgegen. Eine klinische Studie bei Patienten mit milder bis moderater Alzheimer-Demenz zeigte, dass die zusätzliche Gabe von α-Liponsäure zu Acetylcholinesterasehemmern das Fortschreiten der Erkrankung extrem verlangsamt.Show moreGiftige Arsenverbindungen in Fischölen?
Bestimmte Fischöle sind als Nahrungsergänzungsmittel hochgeschätzt. Ihre ungesättigten Fettsäuren sollen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, da sie dazu beitragen, das "schlechte" LDL-Cholesterin zu senken. Sowohl im Fischöl vom Kabeljau als auch der Lodde, einem weiteren Hochseefisch, konnten jetzt natürliche Arsenverbindungen in hoher Konzentration nachgewiesen werden [1, 2]. Ob sie für den Menschen giftig sind, wird derzeit überprüft.Show moreGlitazone verdoppeln Frakturrisiko in der Postmenopause
Die Glitazone Rosiglitazon (Avandia®) und Pioglitazon (Actos®) lassen bei postmenopausalen Frauen mit Typ-2-Diabetes das Frakturrisiko steigen. Das hat jetzt auch eine Metaanalyse bestätigt. Dabei erhöht sich die Frakturgefahr in Abhängigkeit vom Alter der Diabetikerinnen. Nach einem Behandlungsjahr mit einem Glitazon muss eine von 21 älteren Frauen (Durchschnittsalter 72 Jahre) mit einer Fraktur rechnen, bei einem Durchschnittsalter von 56 Jahren eine von 55 Frauen.Show moreAntibiotikawahl am Risikoprofil des Patienten orientieren
Neue breit antibiotisch wirksame Substanzen sind Mangelware. Daran wird sich in naher Zukunft wohl auch nichts ändern. Umso wichtiger ist der differenzierte Einsatz der verfügbaren Wirkstoffe. Diese sollten nur bei klarer Indikationsstellung gegeben werden, dann aber frühzeitig und effizient, um der Resistenzbildung entgegenzuwirken.Show moreDesmopressin gegen Nykturie bei nächtlicher Polyurie
Übermäßiger nächtlicher Harndrang ist eine der Hauptursachen für Schlafstörungen. Bereits zwei Toilettenbesuche pro Nacht werden als Nykturie bezeichnet. Folgen dieses Schlafmangels sind unter anderem Tagesmüdigkeit, Depressionen und eingeschränkte Lebensqualität. Jetzt steht ein Desmopressin-Präparat (Nocturin®) zur Verfügung, das zur Behandlung der Nykturie in Zusammenhang mit nächtlicher Polyurie zugelassen ist. Der Vorteil: Die erste Schlafperiode wird signifikant verlängert, wodurch die Lebensqualität deutlich verbessert wird.Show moreDie Top-Five bei Erkältungskrankheiten und grippalem Infekt
Jetzt ist sie wieder da, die typische Jahreszeit mit dem gehäuften Auftreten von fieberhaften Infekten und Erkältungskrankheiten. Einmal mehr sollte man daran denken, dass bei Säuglingen und (Klein)-Kindern bis zu 90% dieser Infekte viraler Genese sind, im Erwachsenenalter bis zu 80%. Homöopathische Arzneimittel sind bei dieser Indikation bewährt ("Immunstimulanzien"); sie können ohne Gefahr einer Interaktion auch mit chemisch-synthetischen Grippemitteln kombiniert werden.Show moreTrifunktionale Antikörper aktivieren die Immunabwehr
Trifunktionale Antikörper besitzen Bindungsstellen für drei unterschiedliche Zelltypen: Tumorzellen, T-Zellen und akzessorische Zellen, wie Makrophagen, natürliche Killerzellen und dendritische Zellen. Damit können sie T-Zellen und akzessorische Zellen direkt am Tumorherd mit Tumorzellen zusammenbringen und eine komplexe, gegen den Tumor gerichtete Immunantwort auslösen. Diese Antikörper könnten zukünftig eine weitere Option in der Tumortherapie bieten.Show moreGalantamin bessert Kognition auch bei schwerer Demenz
Der Acetylcholinesterasehemmer Galantamin ist zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz zugelassen. Die Serad-Studie zeigt nun, dass der Wirkstoff auch bei schwerer Demenz gut verträglich und sicher ist: Galantamin führte im Vergleich zu Placebo zu einer signifikanten Verbesserung der Kognition, nicht jedoch der Alltagsfähigkeiten.Show moreRechtliches
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