Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Das Schwitzen bleibt
Im Format „Aus der Lupe gelernt“ greifen wir einen Teilaspekt des Patientenfalles aus dem Webinar „Medikation unter der Lupe“ auf. Die Patientin in Fall Nr. 34 war gestürzt. Ein Blick auf die Laborparameter legt eine Hypoglykämie als Sturzursache nahe. Zusätzlich kann die Medikation der Patientin die Symptome einer Unterzuckerung maskieren. Hätten Sie gewusst, welche Arzneimittel hier kritisch sind?Show moreWer Hunger hat, erinnert sich besser
Wer hungrig ist, verfügt über eine bessere Gedächtnisleistung. Das ist das Ergebnis einer Forschergruppe der Universität Münster. Der Zusammenhang beruht ihrer Ansicht nach auf der Abnahme des Insulinspiegels sowie einer Hemmung von Entzündungsprozessen während des Fastens.Show moreFixkombination aus Olmesartan und Amlodipin zugelassen
Bei vielen Hypertonikern reicht ein Wirkstoff zur adäquaten Blutdruckkontrolle nicht aus. Zur Sicherung der Compliance erscheint es sinnvoll, diesen Patienten Fixkombinationen zu verordnen, wie beispielsweise die seit November 2008 zugelassene feste Kombination aus Olmesartanmedoxomil und Amlodipinbesilat (Sevikar®), die jetzt eingeführt wurde. In den USA ist die Fixkombination seit 2007 unter den Namen AzorTM auf dem Markt.Show moreEtanercept für Kinder mit schwerer Plaque-Psoriasis
Als erstes Biological ist der lösliche TNF-Rezeptor Etanercept (Enbrel®) nun auch für die Behandlung von Kindern ab acht Jahren mit chronischer schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen. Ausschlaggebend für das "Go" der europäischen Zulassungsbehörde waren die Ergebnisse einer Phase-III-Studie, die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei den jungen Patienten belegt.Show moreSublinguale Fentanyltablette wirkt innerhalb von Minuten
Die neue Fentanyl-Sublingualtablette (Abstral®) löst sich innerhalb von nur 10 bis 15 Sekunden im Mund auf und gewährleistet bereits fünf bis zehn Minuten nach der Einnahme eine effektive Schmerzlinderung. Von dem raschen Wirkeintritt, der der sogenannten Fast Acting Sublingual(FAST)-Technologie zu verdanken ist, profitieren Patienten mit plötzlich auftretenden Durchbruchschmerzen.Show moreOrlistat 60 mg aus der Verschreibungspflicht entlassen
Die Europäische Kommission hat den spezifischen und lang anhaltenden Inhibitor der gastrointestinalen Lipasen Orlistat in einer Dosierung von 60 mg (alli®) aus der Verschreibungspflicht entlassen. Die Einführung wird in Deutschland zusammen mit einem umfangreichen Begleitprogramm in den kommenden Monaten geplant. Zugelassen ist Orlistat 60 mg zur Behandlung von Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index von 28 kg/m2 oder darüber. Orlistat ist kein Appetitzügler, sondern wirkt nur lokal im Magen-Darm-Trakt und hemmt dort die Fettaufnahme.Show moreWichtige Neben- und Wechselwirkungen
Im Vordergrund von unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Arzneimittelinteraktionen stehen bei Diabetikern die akute Senkung des Blutzuckers (Hypoglykämie mit Bewusstlosigkeit und Sturzgefahr) und die chronische Erhöhung des Blutzuckers (vermehrtes Risiko für Spätkomplikationen). Viele Diabetiker leiden auch unter Komplikationen im Rahmen des metabolischen Syndroms. Die erforderliche Polypharmakologie erhöht das Risiko von Arzneimittelinteraktionen.
Die Spinne im Netz des metabolischen Syndroms
Der Diabetes mellitus zählt zu den häufigsten und kostenträchtigsten Krankheiten. In Deutschland sind geschätzte 6 Millionen Menschen und damit 7% der Bevölkerung daran erkrankt, der überwiegende Teil an Diabetes mellitus Typ 2. Die Inzidenz steigt in den westlichen Industrienationen stetig, wahrscheinlich aufgrund der veränderten Lebensgewohnheiten. Gegenwärtig verdoppelt sich nach dem 40. Lebensjahr die Häufigkeit pro Lebensjahrzehnt, im 8. Lebensjahrzehnt ist nahezu jeder Fünfte betroffen. In den Nachkriegsjahren war der sogenannte Altersdiabetes eher selten, trat dann aber mit steigendem Wohlstand und der Verfügbarkeit billiger schneller Kohlenhydrate – Stichwort „fast food“ – immer häufiger auf. | Von Prof. Dr. med. Thomas Herdegen
Show moreHaariges Problem bei Männern und Frauen stoppen
Geheimratsecken bei Männern, lichter werdende Haare am Mittelscheitel bei Frauen: Das sind die typischen Kennzeichen einer beginnenden androgenetischen Alopezie. Sie ist die häufigste Ursache für übermäßigen Haarverlust. Bei Problemen mit Haut oder Haaren ist die Apotheke oft die erste Anlaufstelle. Dann ist umfassende Beratung gefragt – über Differentialdiagnosen und Behandlungsmöglichkeiten, die auch den Anforderungen einer evidenzbasierten Medizin Stand halten.Show moreHaloperidol oder Atypika bei erster schizophrener Episode?
In einer offenen, randomisierten Studie mit praxisorientierter Ausrichtung wurde die Wirksamkeit von Haloperidol im Vergleich zu Antipsychotika der zweiten Generation bei der Behandlung von ersten schizophrenen Episoden untersucht. Dabei brachen mehr Patienten, die Haloperidol eingenommen hatten, die Therapie vorzeitig ab als Patienten, die ein atypisches Antipsychotikum verordnet bekommen hatten. Eine positive Erwartungshaltung zugunsten der Atypika könnte allerdings das Ergebnis beeinflusst haben.Show moreGlitazone sind noch nicht ausreichend untersucht
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat jetzt seinen Abschlussbericht zur Nutzenbewertung von Glitazonen in der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 veröffentlicht: Es sieht es als wissenschaftlich nicht belegt an, dass Glitazone bei Typ-2-Diabetikern die Sterblichkeit oder Komplikationen, die durch Schäden an den Blutgefäßen verursacht werden, besser vermindern als alternative Therapien. Weil Langzeitstudien fehlen, sind Aussagen zum langfristigen Nutzen oder Schaden dieser oralen Antidiabetika derzeit nur eingeschränkt möglich.Show moreFetuin-A: Biomarker für Herzinfarktund Schlaganfallrisiko
Das Eiweißmolekül Fetuin-A wird in der Leber gebildet und ans Blut abgegeben. Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam haben gemeinsam mit Ärzten der Universität Tübingen in einer prospektiven Studie zeigen können, dass das Eiweiß ein Risikomarker für kardiovaskuläre Erkrankungen ist: Studienteilnehmer mit hohen Blutwerten von Fetuin-A sind mit einem drei- bis vierfach höheren Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden [1].Show morePharmakotherapie
Aus der Pathophysiologie des Typ-2-Diabetes lassen sich wirksame Strategien für eine antidiabetische Therapie mit Antidiabetika (Tab. 1) ableiten:
- die Hemmung der Resorption von Kohlenhydraten
- die Beschleunigung der Freisetzung von Insulin
- das Durchbrechen der Insulin-Resistenz
- die Verminderung der Glucose-Produktion bzw. die Verbesserung der Glucose-Verwertung
- exogenes Insulin bei ungenügender Insulin-Freisetzung.
Abbildung 3 fasst die Wirkungen, Indikationen und Risiken der oralen Antidiabetika zusammen.

Diabetes mellitus Typ 2
Der Diabetes mellitus zählt zu den häufigsten und kostenträchtigsten Krankheiten. In Deutschland sind geschätzte 6 Millionen Menschen und damit 7% der Bevölkerung daran erkrankt, der überwiegende Teil an Diabetes mellitus Typ 2. Die Inzidenz steigt in den westlichen Industrienationen stetig, wahrscheinlich aufgrund der veränderten Lebensgewohnheiten. Gegenwärtig verdoppelt sich nach dem 40. Lebensjahr die Häufigkeit pro Lebensjahrzehnt, im 8. Lebensjahrzehnt ist nahezu jeder Fünfte betroffen. In den Nachkriegsjahren war der sogenannte Altersdiabetes eher selten, trat dann aber mit steigendem Wohlstand und der Verfügbarkeit billiger schneller Kohlenhydrate – Stichwort „fast food“ – immer häufiger auf. | Von Prof. Dr. med. Thomas Herdegen
Show moreAppell an die Eigenverantwortlichkeit
Aus der Erkenntnis, dass Krebserkrankungen mit der Lebensweise zusammenhängen und familiär gehäuft auftreten, lassen sich präventive Maßnahmen zur Verhinderung eines Tumorleidens ableiten. Dabei spielen neben den heute empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen die Verantwortung und Selbstfürsorge eines jeden Einzelnen eine nicht zu unterschätzende Rolle.Show moreEinsatz der Radiopharmazie in Therapie und Diagnostik
Die Radiopharmazie ist bei der Radio- und Nuklearchemie angesiedelt. Ihr Arbeitsfeld umfasst die Entwicklung und Herstellung radioaktiver Arzneimittel und Diagnostika, mit deren Hilfe In-vivo-Messungen metabolischer Prozesse durchführt und spezielle Therapien ermöglicht werden. Prof. Dr. Per Hartvig Honoré, Kopenhagen, erläuterte im Rahmen des onkologisch-pharmazeutischen Fachkongresses Anwendungsmöglichkeiten und Zubereitung von Radiopharmazeutika.Show moreFDA genehmigt automatisierten Procalcitonin-Test bei Sepsis
In der Intensivmedizin ist die Sepsis die häufigste nicht-koronare Todesursache mit einer Sterblichkeitsrate von 32%. Die Überlebenschancen können durch einen schnellen Nachweis erhöht werden. Die FDA hat jetzt der deutschen Brahms AG die Vermarktung eines patentierten Procalcitonin (PCT) Kryptor® -Tests in den USA genehmigt. Der automatisierte Bluttest stellt bei gefährdeten Patienten fest, ob ein erhöhtes Anfälligkeitsrisiko für schwere Blutvergiftungen und septischen Schock besteht.Show morePlötzlicher Herztod unteratypischen Neuroleptika
Auch Patienten, die mit atypischen Neuroleptika behandelt werden, müssen mit einem erhöhten Risiko für einen plötzlichen Herztod rechnen. Folgt man den Ergebnissen einer retrospektiven Kohortenanalyse, so sind die atypischen Neuroleptika bezüglich dieser Nebenwirkung nicht sicherer als die klassischen Vertreter.Show moreMännliche Gehirne hungern nicht gern
Männliche Gehirne reagieren auf Nährstoffmangel empfindlicher als die Gehirne von Frauen. Zu diesem Ergebnis sind amerikanische Wissenschaftler bei Versuchen mit Zellkulturen gekommen. Danach beginnen männliche Hirnzellen bei Nährstoffmangel bereits mit der Selbstverdauung, wenn weibliche Zellen noch Reserven mobilisieren.Show moreOrale MS-Therapeutika werden Interferone ergänzen
Standen in der Pathophysiologie der multiplen Sklerose (MS) bislang die T-Zellen im Brennpunkt, hat sich der Fokus der Forschung in den letzten Jahren zu den B-Zellen verschoben. Das führte zu neuen Ansätzen für die Therapie. Geprüft werden Fusionsproteine wie Atacicept, die zerstörerische B-Zellen in MS-Läsionen aufspüren und angreifen. Aber auch der Weg über autoreaktive T-Lymphozyten verspricht Erfolg. Das orale Fingolimod hindert sie an ihrer Wanderung ins ZNS. Eher unspezifisch greift das Zytostatikum Cladribin beide Lymphozytenstämme an.Show moreRechtliches
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