Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Orale Tumortherapie: Es gibt nichts, was nicht schiefgehen kann
Orale Chemotherapie verlagert Hochrisiko-Arzneistoffe aus der Klinik in das häusliche Setting, wobei ihre Wirksamkeit und Sicherheit entscheidend von der korrekten Einnahme abhängen. Strukturierte Beratung – unabhängig von einer pDL – darf bei keiner Abgabe fehlen. Doch worauf kommt es an?Show moreStudien zu Roflumilast: Kein großer Fortschritt
Für COPD-Patienten bringt die Behandlung mit Roflumilast eine leichte Verbesserung der Lungenfunktion und verringert die Zahl an Exazerbationen. Offen bleiben Fragen zum langfristigen Nutzen: Die vorgelegten Studien belegen keine Reduktion der Morbidität und Mortalität bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung.Show moreTrabectedin bei Eierstockkrebs
Trabectedin (Yondelis®) hat in Kombination mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin die Zulassung zur Second-line-Therapie von Patientinnen mit einem platinsensiblem Ovarialkarzinom erhalten, bei denen bereits ein Rezidiv bzw. Metastasen aufgetreten sind.Show moreBlutdrucksenkung erhält die Nierenfunktion bei Kindern
Bei chronisch nierenkranken Kindern lässt im Krankheitsverlauf die Nierenfunktion oft stetig nach, bis sie schließlich auf eine regelmäßige Dialyse oder Nierentransplantation angewiesen sind. Je länger dieser Zeitpunkt hinausgezögert werden kann, desto besser. Die Ergebnisse einer europäischen Studie zeigen jetzt erstmals, dass die Nierenfunktion länger erhalten bleibt, wenn der Blutdruck der Kinder konsequent abgesenkt wird.Show moreVinca-Alkaloid Vinflunin gegen Harnblasenkrebs
Vinflunin (Javlor®) ist ein neues Vinca-Alkaloid, das zur Behandlung von Harnblasenkrebs eingesetzt wird. Die Substanz ist zur Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Übergangszellkarzinom des Urothels nach Versagen einer platinhaltigen Therapie zugelassen.Show moreGute Hautpflege hilft symptomfreie Zeit zu verlängern
Da es nach wie vor keine Kausaltherapie gibt, steht im Mittelpunkt der Betreuung von Neurodermitispatienten die stadienbezogene Basispflege. Etwa 80% der Patienten haben leichte Verlaufsformen und sind damit der Selbstmedikation und sich selbst überlassen, wie Dr. Kathrin Büke vom Arbeitskreis "Pharmazeutische Hautberatung" im Rahmen der Scheele-Tagung ausführte. Da die chronische Erkrankung mit einem hohen Leidensdruck einhergeht, sollte versucht werden, die symptomfreie Zeit zu verlängern.Show moreSqualen und das Golfkriegssyndrom
In den USA werden zur Impfung gegen die Neue Grippe bislang keine adjuvantierten Impfstoffe eingesetzt. Immer wieder wird spekuliert, dass dies vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit Impfungen von US-Soldaten im zweiten Golfkrieg zusammenhängen könnte. Im Verdacht steht das auch in den Adjuvanzien der Neue-Grippe-Impfstoffe Pandemrix® (AS03), Focetria® (MF59) und Celtura® (MF59) enthaltene Squalen. Das Paul-Ehrlich-Institut räumt diesen Verdacht aus.Show more„Er hat gar nicht gebohrt “
Karies kann bereits im frühen Kindesalter beobachtet werden. In den vergangenen Jahren konnte durch die zahnmedizinische Prophylaxe und zahnärztliche Versorgung ein Rückgang der Kariesprävalenz in Deutschland erreicht werden. Trotz dieser Erfolge ist Karies bei Kindern und Jugendlichen nach wie vor ein Thema [1]. In dieser Reihe Basiswissen Kinderernährung soll die Prophylaxe und Zahngesundheit im Kindesalter mit Focus auf Karies beleuchtet werden.Show moreAWB zwischen Forschung und Marketing
Vorschläge zur Verbesserung der Rahmenbedingungen von AnwendungsbeobachtungenVon Christian Behles und Harald G. Schweim
Kürzlich meldete die Kassenärztliche Bundesvereinigung, dass sie im Jahre 2008 rund 85.000 Fälle von Beteiligungen an Anwendungsbeobachtungen (AWB) registriert habe und dass die Ärzte dafür ein Extrahonorar von bis zu 1000 Euro je Patient kassiert haben sollen – ohne Wissen der Patienten. Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kritisierte die AWB sogleich als "legale Form der Korruption", und "Bild" kommentierte: "Pharmafirmen schmieren Ärzte." Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller verteidigte umgehend die AWB als "ein unverzichtbares Instrument der Arzneimittelforschung". Nun fragen sich die Autoren, ob die Ärzte korrupt und "geschmiert" sind oder ob sie sich an Forschungen zum Wohl ihrer Patienten beteiligen.
Show moreCytarabin regt Tumorzellen zur Differenzierung an
Das Zytostatikum Cytarabin wird hochdosiert zur Remissionseinleitung und -erhaltung vor allem bei akuter myeloischer Leukämie eingesetzt. Marburger Onkologen haben jetzt bei der Erforschung der Wirkungsweise des Krebsheilmittels einen zellulären Signalweg aufgeklärt, der möglicherweise neuartige Therapieoptionen eröffnet: Das Zytostatikum unterdrückt nicht die Vermehrung von Tumorzellen, sondern regt diese zur Differenzierung an. Grundsätzlich könnten diese Erkenntnisse auch zu einer neuen Interpretation der Wirkungsweise herkömmlicher Chemotherapien führen.Show moreProbiotika nur bei bestimmten Erkrankungen sinnvoll
Die Probiotikastämme Lactobazillus casei defensis und Lactobazillus casei Shirota wirken sich positiv bei Antibiotika-assoziierten Durchfallerkrankungen aus. In manchen Fällen können die Keime jedoch mehr schaden als nützen.Show moreDopaminagonist Pramipexol auch als Retardtablette
Für die Therapie des Morbus Parkinson steht seit Kurzem der Dopaminagonist Pramipexol auch als Retardtablette (Sifrol® Retard) in fünf Dosisstufen zwischen 0,26 mg und 3,15 mg zur Verfügung. Die Retardformulierung ist klinisch ebenso gut wirksam wie schnell freisetzendes Pramipexol, damit ist eine 1:1-Umstellung möglich. Die Einmalgabe soll die Therapie für den Patienten deutlich vereinfachen. Sie reduziert die Tablettenlast und erleichtert den Alltag.Show moreOsteoklastenregulator Denosumab gegen Osteoporose
Denosumab ist der erste vollhumane monoklonale Antikörper, der spezifisch auf den RANK-Ligand abzielt, einem wichtigen Regulator der Osteoklasten. Er befindet sich zurzeit in der klinischen Phase III und gilt als vielversprechende Substanz für die Osteoporosehandlung. Dies wird durch zwei kürzlich veröffentlichte großangelegte Studien erneut bestätigt. Die halbjährliche Verabreichung von Denosumab bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose verringert das Risiko für Wirbelkörperbrüche um 68% und für Hüftfrakturen um 40%.Show moreCertolizumab bei rheumatoider Arthritis
Certolizumab Pegol (Cimzia®) ist ein neuer monoklonaler Antikörper. Er ist in Kombination mit Methotrexat für die Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen zugelassen, die auf lang wirksame Antirheumatika nicht angesprochen haben. Wenn Methotrexat nicht vertragen wird oder für die Behandlung nicht geeignet ist, kann Certolizumab auch zur Monotherapie eingesetzt werden.Show morePrucaloprid hilft bei chronischer Obstipation
Der selektive 5-HT4-Rezeptoragonist Prucaloprid (vorgesehener Handelsname Resolor™) hat von den europäischen Behörden die Zulassung für die Behandlung der chronischen Obstipation bei Frauen, die mit Laxanzien keinen ausreichenden Therapieerfolg erzielen, erhalten. Der belgische Hersteller Movetis rechnet mit einer Markteinführung im ersten Quartal 2010.Show moreMikrokugeln blockieren die Blutzufuhr bei Tumoren
Die europäische Aufsichtsbehörde hat eine deutliche Erweiterung der medizinischen Indikationen für die Anwendung von EmbozeneTM Microspheres genehmigt. Damit sind die Microspheres als minimalinvasives Verfahren zur Embolisierung jetzt zur Behandlung der folgenden Erkrankungen zugelassen: Leberkrebs, Uterusmyome, Tumoren im Kopf-, Hals- und Stammbereich sowie des Skelettsystems, Blutungen und Traumata, einschließlich Nasenbluten, und um den Blutverlust vor Operationen außerhalb des Zentralnervensystems zu reduzieren.Show more„Die klinische Datenlage ist miserabel!“
Die Vitamin-B12 -Salbe Regividerm® ist trotz aller Diskussionen als Medizinprodukt in Deutschland in den Handel gekommen. Doch was können die Neurodermitis- und Psoriasis-Patienten von dieser Salbe erwarten? Wie wirkt sie? Wie gut ist sie untersucht? Was sollen Apotheker den nachfragenden Patienten raten? Darüber haben wir mit Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, dem Präsidenten der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) gesprochen.Show moreWarum Wein und Muscheln sich beißen können
Zu Meeresfrüchten sollte man Weißwein trinken, lautet eine weit verbreitete Regel. Dass diese Regel hinsichtlich möglicher geschmacklicher Disharmonien allerdings nur wenig hilft, haben japanische Chemiker nun herausgefunden.Show moreKausaler Zusammenhang oder zeitnahe Vorgänge?
Weltweit werden schätzungsweise bei hunderten von Millionen Menschen Impfungen gegen die H1N1-Infektion durchgeführt. Je mehr Individuen geimpft werden, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass gravierende unerwünschte Ereignisse auftreten. Sind diese eine Folge des Impfens oder handelt es sich um ein zeitnahes unabhängiges Auftreten zweier Ereignisse?Show moreJe langsamer, desto satter
"Iss langsam, schling nicht so, es isst Dir niemand weg." Solche Ermahnungen müssen sich viele Kinder von ihren Eltern anhören. Dass langsames Essen nicht nur aus Gründen der Esskultur besser ist, sondern auch Übergewicht vorbeugen kann, belegt eine aktuelle Studie. Danach können Sättigungssignale aus dem Darm umso besser ins Gehirn gelangen, je gemächlicher die Speisenzufuhr erfolgt.Show moreWie topisches Vitamin B12 wirken soll
Die erste Charge der Vitamin-B12 -haltigen Salbe Regividerm® zur Neurodermitis- und Psoriasis-Behandlung ist inzwischen ausgeliefert. Regividerm® ist als Medizinprodukt registriert und soll als NO-Fänger keine pharmakologischen, immunologischen oder metabolischen Wirkungen haben. Erklärungen zum Wirkungsmechanismus lassen jedoch vermuten, dass ein möglicher Erfolg der topischen Applikation von Vitamin B12 gerade auf solchen Wirkungen beruht. Ob Regividerm® als Arzneimittel einzustufen ist, wird zurzeit vom BfArM auf Ersuchen der Bezirksregierung Düsseldorf überprüft.Show moreOlmesartan stoppt diabetische Nephropathie im Ansatz
Die Entwicklung einer Mikroalbuminurie lässt sich bei Menschen mit Typ-2-Diabetes durch den frühzeitigen Einsatz von Olmesartan (Olmetec® , Votum®) verhindern. Dieses Ergebnis der Roadmap-Studie wurde jetzt auf dem amerikanischen Nephrologenkongress präsentiert. Damit ließ sich zum ersten Mal zeigen, dass antihypertensiv wirksame Substanzen nicht nur in der Lage sind, Endorganschäden zu verringern, sondern auch in den Entstehungsprozess einer Nephropathie einzugreifen, noch bevor erste Zeichen einer vaskulären Schädigung festzustellen sind.Show moreWas der Verbraucher von Biokost erwarten kann
In den Städten öffnen immer mehr Biomärkte ihre Pforten. Jeder fünfte Verbraucher gibt an, lieber Bioprodukte zu kaufen. Zweistelliges Wachstum des Branchenumsatzes auf jetzt 5,8 Milliarden Euro pro Jahr lockt selbst die Discounter auf diesen Markt. Dennoch wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Ökologisch erzeugte Artikel haben derzeit einen Anteil von 3,1% an den Gesamtausgaben für Lebensmittel. Wir haben den Markt der Bioprodukte unter die Lupe genommen und untersucht, was der Verbraucher von Biokost erwartet und was er warten kann.Show moreInterview zur Hypertonietherapie mit Prof. Dr. Joachim Hoyer
Die Blutdrucktherapie wurde um eine neue Möglichkeit erweitert: bewährte Arzneistoffe stehen in einer fixen Dreierkombination zur Verfügung. Wir baten Prof. Dr. Joachim Hoyer, Direktor der Klinik für Innere Medizin und Nephrologie am Universitätsklinikum Marburg, um eine Bewertung dieser neuen DarreichungsformShow morePlaceboeffekt im Rückenmark messbar
Die Schmerzwahrnehmung kann über psychologische Faktoren gesteuert werden. Für einen Placeboeffekt hatten Neurowissenschaftler bislang folgende Erklärung: Der Glaube an die Wirksamkeit eines Schmerzmittels veranlasst die Ausschüttung endogener Opiate im Gehirn. Jetzt wurde mithilfe der Kernspintomographie nachgewiesen, dass das Schmerzempfinden mit einer verringerten Nervenzellaktivität im Rückenmark einhergeht. Wenn ein Mensch keinen oder weniger Schmerz erwartet wird also bereits der Übergang von der Haut ins Rückenmark geblockt.Show moreRosuvastatin zur Primärprophylaxe kardiovaskulärer Ereignisse
Eine weitere Analyse des Datenmaterials der 2008 veröffentlichten Jupiter-Studie ergab: Bei asymptomatischen Personen, die sich zu einer medikamentösen Prophylaxe kardiovaskulärer Ereignisse mithilfe von Statinen entschließen, sind die Senkung der LDL-Cholesterol-Werte und die Senkung des C-reaktiven Proteins wichtige Indikatoren für die erfolgreiche Behandlung mit dem Statin.Show moreRechtliches
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