Pharmazie
Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Atogepant jetzt auch zur akuten Migränebehandlung zugelassen
Seit 2023 ist der orale Calcitonin Gene-Related-Peptide (CGRP)-Rezeptorantagonist für die Migräneprophylaxe zugelassen. Nun erfolgte eine Zulassungserweiterung für die Akuttherapie.Show moreImmunglobulin zur Reinfektionsprophylaxe
Das Hepatitis-B-Immunglobulin Zutectra® ist seit Ende 2009 in Europa zur HBV-Reinfektionsprophylaxe bei erwachsenen, HBV-DNA-negativen Patienten ab dem sechsten Monat nach einer Lebertransplantation zugelassen. Es wird subkutan injiziert und ist seit 15. Februar 2010 in Deutschland verfügbar.Show moreKieselalgen als Hoffnungsträger für Leukämietherapie
Eine Arbeitsgruppe der norwegischen Universität Bergen untersuchte Extrakte aus verschiedenen Kieselalgen (Diatomeen) in Screeningversuchen auf ihre Wirksamkeit an Leukämiezelllinien. Die Ergebnisse zeigen ermutigende zelltoxische Eigenschaften. Sogar Zellklone mit bekannter Resistenz gegen Zytostatika wurden von den Einzellerextrakten in die Knie gezwungen.Show moreUS-Gutachter fordern Marktrücknahme von Rosiglitazon
In den USA werden Forderungen laut, Rosiglitazon wegen seiner Kardiotoxizität vom Markt zu nehmen. Das ist der New York Times vom 20. Februar 2010 zu entnehmen, die sich auf einen vertraulichen Regierungsbericht beruft. Allein im dritten Quartal 2009 sollen der FDA 304 Todesfälle unter dem Glitazon gemeldet worden sein. Die Gutachter des Berichts sehen in Pioglitazon eine wesentlich risikoärmere Alternative: Pro Monat könnten rund 500 Herzinfarkte und 300 Fälle von Herzinsuffizienz verhindert werden, wenn auf Rosiglitazon zugunsten von Pioglitazon verzichtet würde, so die Hochrechnung.Show moreFrühjahrszeit ist Diätzeit
Überblick über die Diätenlandschaft und Bewertung einzelner Konzepte
Von Beatrice Rall
Die Fastenzeit hat begonnen. Viele Menschen nehmen sie zum Anlass, für eine Weile bewusst auf bestimmte Lebens- und Genussmittel zu verzichten, z. B. auf Süßigkeiten oder Alkohol. Für andere ist sie der Beginn einer Frühjahrsdiät, mit deren Hilfe sie über den Winter angefuttertes "Hüftgold" wieder loswerden wollen. Wir nehmen die Fastenzeit als Aufhänger für einen Überblick über die derzeitige Diätenlandschaft. Welche Diätkonzepte sind zum Abnehmen geeignet, welche empfehlen sich nur für den Einstieg in eine längerfristige Diät und von welchen sollte man besser ganz die Finger lassen? Das erfahren Sie auf den folgenden Seiten.
Show moreErhöhtes Mortalitätsrisiko bei Lungenkrebs
Eine Post-hoc-Analyse der Women’s Health Initiative (WHI) kommt zum Schluss, dass die postmenopausale Estrogen- und Progesterongabe das Risiko für die Sterblichkeit an Lungenkrebs erhöht. Dieses Ergebnis gesellt sich zu den bereits bekannten unerwünschten Wirkungen einer Hormonersatztherapie und wird von einem Kommentator als "weiterer Sargnagel der postmenopausalen Hormongabe" bezeichnet.Show moreDie Haut im pharmazeutischen Fokus
Fortbildungsveranstaltung der Apothekerkammer und DPhG Hamburg
Bericht von Müller-Bohn
Die Haut macht mit einem Gewicht von 10 bis 20 Kilogramm etwa ein Sechstel der Körpermasse aus. Mindestens ebenso groß dürfte ihr Anteil an der pharmazeutischen Praxis sein. Schwerpunkte bilden dabei die Behandlung von Hautkrankheiten, die Pflege der Altershaut, mögliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen an der Haut und die pharmazeutischen Herausforderungen bei der Wahl des Vehikels für topische Arzneizubereitungen. Als wichtigste Funktion bildet die Haut eine Barriere zum Schutz und zur Abwehr. Das Erfüllen dieser Aufgabe kann vergleichsweise einfach anhand des transepidermalen Wasserverlustes gemessen werden. Zusätzliche Kriterien sind die Hydratation und die Penetration von Fremdstoffen. Weitere Aufgaben der Haut sind Ausscheidung, Stoffwechsel und Sensorik. Diese Funktionen können in etwa 3000 bekannten Krankheitsbildern gestört sein.
Show moreDiabetiker können von Vitamingaben profitieren
Vitamine sind für alle Menschen essenzielle Mikronährstoffe. Während Gesunde ihren Vitaminbedarf durch eine abwechslungsreiche Kost mit ausreichend Obst und Gemüse in der Regel decken können, haben bestimmte Personengruppen ein erhöhtes Risiko für einen Vitaminmangel und damit verbundene Komplikationen. Dazu zählen unter anderem Diabetiker, die wir im Folgenden genauer unter die Lupe nehmen wollen.Show moreModerater Sport tut Herzkranken gut
Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz nehmen seltener als andere Herzkranke an Rehabilitationsmaßnahmen teil. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass spezielle Trainingsprogramme ihre Belastbarkeit erhöhen und die Lebensqualität steigern können.Show moreMultimodale Behandlung als neues Therapiekonzept
Wie Trendforscher prognostizieren, werden die Gesellschaften in Ländern mit hoher Lebenserwartung schon bald mit erheblichen Herausforderungen durch die hohe Anzahl kognitiv beeinträchtig-ter Menschen zu kämpfen haben, wenn es keine effektive Therapien zur Verhinderung oder Behandlung von Alzheimer und verwandten Demenzen gibt. Nach Schätzungen werden sich die Demenz-Prävalenzraten innerhalb eines Geburtenjahrgangs ab dem 65. Lebensjahr alle fünf Jahre verdoppeln. Neue und innovative Konzepte für die Demenztherapie sind daher unabdingbar.Show moreWie sich Mikroorganismen zu Biofilmen zusammenrotten
Bestimmte Mikroorganismen können von einer Lebensform als bewegliche Einzelgänger zur sesshaften Koloniebildung übergehen. Dieser als Biofilm bezeichnete Zustand verhilft ihnen zu einem größeren Widerstand gegen widrige Umweltbedingungen. So wird die Resistenz gegen Antibiotika erhöht, aber auch die Fähigkeit, durch Interaktion im Biofilm Infektionen auszulösen. Wissenschaftler haben jetzt für Cholera-Vibrionen entscheidende Komponenten des Signalwegs zur Biofilm-Bildung aufgeklärt. Damit eröffnen sich auch Optionen für neue Therapieansätze.Show moreKommt der Impfstoff gegen Helicobacter pylori?
Mit weltweit nahezu einer Million Neuerkrankungen pro Jahr ist das Magenkarzinom die zweithäufigste maligne Erkrankung und hat zudem bei begrenzten therapeutischen Optionen eine sehr schlechte Prognose. Ein zentraler Faktor in der Pathogenese der Erkrankung ist das gramnegative Bakterium Helicobacter pylori. Seit etwa 20 Jahren wird an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen den Erreger von Magengeschwüren geforscht, bislang erfolglos. Jetzt zeigte eine klinische Studie von Magdeburger Medizinern, die einen Impfstoff mit einer neuartigen Zusammensetzung testeten, positive Ergebnisse.Show moreBluthochdruck wirkungsvoll senken
Ein erhöhter Blutdruck erhöht das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt. Als hyperton und damit behandlungsbedürftig gelten heute Blutdruckwerte von über 140/90 mmHg, die mehrfach in Ruhe gemessen wurden. Heute stehen eine Vielzahl von Wirkstoffen und Therapieprinzipien zur Verfügung. Die meisten Patienten benötigen für eine effektive Blutdruckkontrolle eine individuell abgestimmte, komplexe Kombinationstherapie.Show moreRasches Handeln ist nötig
Ein akuter Herzinfarkt erfordert rasches Handeln. Wenn die verstopften Herzkranzgefäße schnell wieder durchgängig gemacht werden, können Gewebeschäden verhindert werden. Ziel ist es, durch den möglichst frühen Einsatz kathetergestützter Interventionen und den Einsatz von Thrombozytenaggregationshemmern das Ausmaß der Myokardschäden zu reduzieren und die Restenoseraten deutlich zu senken.Show moreAtherosklerose: besiegbar, aber nicht besiegt
Auf dem diesjährigen Pharmacon Davos sorgten die Vorträge zur Atherosklerose-Entstehung und zur Bedeutung der Risikofaktoren für Diskussionsstoff. Seit Jahren vertritt Prof. Dr Sucharit Bhakdi die Hypothese, dass die Entstehung der Atherosklerose nur eine Ursache hat: eine Überlastung des Abtransports von Cholesterin aus der Gefäßwand. Danach werden Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes mellitus erst dann gefährlich, wenn zuviel LDL in die Gefäßwand eindringt und nicht mehr über HDL entsorgt werden kann (DAZ 2010, Nr. 5, S. 98).Show moreParoxetin lässt Brustkrebssterblichkeit steigen
Werden Brustkrebspatientinnen mit Tamoxifen und parallel dazu mit dem Antidepressivum Paroxetin behandelt, wird die Umwandlung von Tamoxifen in seine aktiven Metaboliten eingeschränkt. Als Folge dieser Wechselwirkung steigt die Brustkrebssterblichkeit bei den betroffenen Patientinnen. Das hat eine im British Medical Journal veröffentlichte Kohortenstudie gezeigt.Show moreZöliakie – Aus für Brot und Brötchen
Bei Patienten mit einer gluteninduzierten Enteropathie kommt es aufgrund einer immunologischen Reaktion des intestinalen Immunsystems auf den Getreidebestandteil Gluten zu einer Malabsorption. Sie beruht auf einer schweren Architekturveränderung der Dünndarmmukosa [1]. Folge 16 unserer Serie "Basiswissen Kinderernährung" setzt sich mit der Erkrankung im Kindesalter auseinander und zeigt Therapiemöglichkeiten auf.Show moreVorsicht beim Austausch retardierter Arzneistoffe
Durch eine Retardierung können viele Therapieziele besser erreicht werden: die Wirksamkeit kann erhöht und das zu schnelle Anfluten von Antihypertensiva vermieden werden. Doch gerade bei retardierten Arzneistoffen sollten Einnahmehinweise beachtet und die Austauschbarkeit immer wieder hinterfragt werden.Show moreDen Herzrhythmus wieder herstellen
Vorhofflimmern ist vor allem eine Erkrankung älterer Menschen. So muss jeder vierte heute 40-jährige damit rechnen, eines Tages daran zu erkranken. Die größte Gefahr des Vorhofflimmerns ist der Schlaganfall. Eine weitere Folge ist die Herzinsuffizienz.Show moreDarusentan bei therapierefraktärer Hypertonie?
Bereits die Definition der Deutschen Hochdruckliga einer therapieresistenten Hypertonie wirft die Frage auf, ob drei verwendete Antihypertensiva als Grenze zur Therapieresistenz noch zeitgemäß sind? Eine angemessene Behandlung des Bluthochdrucks ist schwierig. Der sich in der Entwicklung befindliche selektive Endothelin-Typ-A-Antagonist Darusentan könnte das therapeutische Arsenal sinnvoll erweitern. Von Bedeutung ist dabei die notwendige begleitende Diuretikatherapie, da das Risiko einer Flüssigkeitsretention unter Darusentan erhöht wird.Show moreNur Nichtraucher profitieren von Isoflavonen
Isoflavone wurden bereits in Fall-Kontroll-Studien mit einem verminderten Lungenkrebsrisiko in Verbindung gebracht. Allerdings fehlen bislang Daten aus prospektiven Kohortenstudien. Japanische Wissenschaftler haben nun untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen der Isoflavon-Aufnahme mit der Nahrung und der Lungenkrebs-Inzidenz besteht.Show moreDHA für Frühchen in der Diskussion
Beeinflusst die vermehrte Aufnahme der Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) bei frühgeborenen Kindern die Sprach- und Verhaltensentwicklung? Dieser Frage gingen australische Wissenschaftler nach. Laut früheren Forschungsergebnissen verbessert die Omega-3-Fettsäure die geistige Entwicklung und das Sehvermögen von Frühchen. Die aktuelle Studie konnte dies nicht bestätigen.Show moreAbatacept für Kinder mit polyartikulärer Arthritis
Der selektive Kostimulationsmodulator zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis Abatacept (Orencia®) hat von den europäischen Behörden eine Zulassungserweiterung erhalten und ist nun in Kombination mit Methotrexat für die Behandlung von mäßiger bis schwerer aktiver polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis (pJIA) bei Kindern ab sechs Jahren zugelassen, wenn diese unzureichend auf andere DMARDS (Disease modifying antirheumatic drugs), inklusive mindestens eines TNF-Inhibitors angesprochen haben.Show moreArzneibuch-Kommentar startet ins digitale Zeitalter
Von Rainer Mohr
Ende 2009 ist die 33. Aktualisierungslieferung 2009 des Arzneibuch-Kommentars – Wissenschaftliche Erläuterungen zum Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) und zum Deutschen Arzneibuch (DAB) – erschienen (Fortsetzungswerk, Loseblatt in zehn Ringordnern, aktueller Stand: Ph. Eur. 6.3 sowie DAB 2009). Gleichzeitig ist erstmals auch die auf PC installierbare elektronische Version des Arzneibuch-Kommentar-Gesamtwerks einschließlich der 33. Akt.-Lfg. herausgekommen. Viele Nutzer des Arzneibuch-Kommentars haben mit Spannung auf die elektronische Version gewartet. Ihre Recherchemöglichkeiten und ihr Komfort werden sicher alte und neue Nutzer überzeugen.
Erythropoietin hilft Frühchen mit Hirnblutung
Das körpereigene Hormon Erythropoietin (EPO) hat als verbotenes Dopingmittel eher einen schlechten Ruf. Das Mittel wird aber auch erfolgreich vorwiegend zur Behandlung verschiedener Formen der Anämie eingesetzt. Ein weiteres positives Ergebnis für den Einsatz von EPO zeigte jetzt eine niedersächsische Langzeitstudie mit Frühgeborenen, die nach einer Hirnblutung mit dem Mittel behandelt wurden. Zehn Jahre später zeigten deutlich mehr Kinder eine normale Entwicklung als solche, die nicht mit dem Medikament behandelt worden waren.Show moreÄltere Krebspatienten oft untertherapiert
Aufgrund demografischer Veränderungen und einer steigenden Lebenserwartung werden onkologische Erkrankungen bei betagten Menschen zunehmen und innerhalb eines Jahrzehnts die Mortalitätsstatistik dieser Altersgruppe anführen, so Prof. Dr. Gerald Kolb beim 18. NZW in Hamburg. Dennoch wird den Tumorerkrankungen alter Menschen noch immer zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und manche Vorurteile verhindern eine effektive oder zumindest lindernde Therapie.Show moreRechtliches
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