Pharmazie
Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Wocheninsulin und fünf Weitere erhalten das Go für die Zulassung
Die Juni-Sitzung des CHMP ist vorbei: Die Experten empfehlen sechs neue Arzneimittel zur Zulassung. Darunter zu finden ist ein neuartiges Tripeptid, ein Grippeimpfstoff, ein Wocheninsulin, eine Kombination aus Levodopa und Carbidopa sowie zwei Biosimilars.Show moreUstekinumab in Vergleichsstudie wirksamer als Etanercept
Ustekinumab, ein neues Biological zur Psoriasis-Behandlung, zeigte sich in einer randomisierten Vergleichsstudie Etanercept nach einer Beobachtungszeit von zwölf Wochen in der Wirksamkeit überlegen, bei weitgehend vergleichbarem Sicherheitsprofil.Show moreHerpesvirus kann vererbt werden
Das humane Herpesvirus 6 (HHV 6) löst bei Säuglingen und Kleinkindern das Dreitagefieber aus. Es wird aber auch ein Zusammenhang zwischen einer HHV-6-Infektion und anderen Erkrankungen diskutiert. Bereits früher war gemutmaßt worden, dass das Virus möglicherweise vererbt wird. Jetzt konnten Wissenschaftler zeigen: Nach einer Infektion integriert das Virus sein Genom dauerhaft in die Telomere der Chromosomen. Bei einer Infektion der Keimzellen kann das genetische Material auf die nächste Generation übertragen und das Virus wieder aktiviert werden.Show moreGefahr für Muskelschäden steigt mit Simvastatin-Dosis
Die FDA hat Auswertungen von Studien, Nebenwirkungsmeldungen und Verschreibungsdaten zum Anlass genommen, um verstärkt vor Muskelschäden unter einer Hochdosis-Behandlung mit dem Cholesterinsenker Simvastatin zu warnen. Patienten, die mit der Tageshöchstdosis von 80 mg behandelt werden, haben nach FDA-Einschätzung ein höheres Myopathie-Risiko als solche, die niedrigere Simvastatin-Dosierungen erhalten. Auch andere Vertreter aus der Gruppe der Statine scheinen weniger risikobehaftet zu sein.Show moreOmalizumab für Asthmapatienten mit hohen IgE-Werten
Die europäische Arzneimittelagentur hat die Zulassung für Omalizumab (Xolair®) zur Behandlung des schweren allergischen Asthmas erweitert. Zudem wurde eine neue Dosistabelle erstellt, die bislang zwei Dosistabellen für die Therapie von Erwachsenen und Jugendlichen sowie von Kindern ab sechs Jahren zu einer gemeinsamen Tabelle vereinheitlicht und die nun auch Patienten mit IgE-Basiswerten von bis zu 1500 I.E./ml erfasst, denen bislang keine wirksame Therapie mit dem Anti-IgE-Antikörper zur Verfügung stand.Show moreEltern wünschen sich die Ampel für Getränke
Über 90 Prozent der Eltern wünschen sich eine verständliche Kennzeichnung der Getränkepackungen mit Ampelfarben. Das ergab eine am 15. März veröffentlichte repräsentative Umfrage des AOK-Bundesverbandes und des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), für die 500 Eltern zum Verzehr von Limonaden ihrer Kinder befragt wurden.Show moreSelen auf der Intensivstation
Es ist nicht etwa der berühmte, zum Herz ziehende rote Streifen. Vielmehr beginnt eine Sepsis meist mit unspezifischen Allgemeinsymptomen. Sie kann im weiteren Verlauf zu Multiorganversagen führen und endet dann trotz intensivmedizinischer Behandlung in rund 50% der Fälle tödlich. Umso bemerkenswerter ist, dass ein Spurenelement die Letalitätsrate signifikant senken kann.Show moreNutzen einer MS-Therapie mit Natalizumab überwiegt
Der Einsatz von monoklonalen Antikörpern bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen erfordert ein sorgfältiges Risikomanagement. Das wird nicht zuletzt an der Natalizumab-Therapie von Patienten mit hochaktiver, schubförmig remittierender multipler Sklerose (RRMS) deutlich. Die Anzahl an progressiven multifokalen Leukenzephalopathien (PML), die sich mittlerweile auf weltweit 35 Fälle erhöht hat, gibt Anlass zu einer neuen Nutzen-Risiko-Bewertung der Substanz.Show moreEdoxaban – oraler Faktor-Xa-Inhibitor in klinischer Prüfung
Neben dem neuen oralen direkten Thrombininhibitor Dabigatran werden zurzeit auch weitere orale Antikoagulanzien in klinischen Untersuchungen überprüft. So auch der orale FaktorXa-Inhibitor Edoxaban, dessen Wirksamkeit und Sicherheit zur Behandlung und Vorbeugung bei wiederkehrenden venösen Thromboembolien (VTE) sowie zur Schlaganfallprophylaxe bei Patienten mit Vorhofflimmern derzeit in verschiedenen Phase-III-Studien untersucht wird.Show moreTicagrelor überzeugt bei akutem Koronarsyndrom
Wichtiger Baustein der Therapie des akuten Koronarsyndroms ist eine ausreichende Antikoagulation auch über die Therapie der akuten Phase hinaus. Insbesondere nach invasiven Eingriffen ist für eine Behandlung mit Acetylsalicylsäure plus einem weiteren Thrombozytenaggregationshemmer ein Überlebensvorteil nachgewiesen. Der bisherige Standard Clopidogrel musste sich mit der neuen Substanz Ticagrelor in einer Vergleichsstudie messen: Ticagrelor konnte die Sterberaten bei Infarktpatienten verringern, ohne dabei die Anzahl von Blutungsereignissen zu steigern.Show moreDirekte Vergleichsstudie mit Ulipristalacetat
War der bisherige Standard der Notfallkontrazeption die Einnahme von 1,5 mg Levonorgestrel innerhalb von 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr, so wird durch den neuen Wirkstoff Ulipristalacetat (Ellaone®) das Zeitfenster ausgeweitet. Der synthetische Progesteronrezeptor-Modulator hat in einer direkten Vergleichsstudie seine Wirkung innerhalb von 120 Stunden unter Beweis gestellt und damit das Ziel der Nicht-Unterlegenheit gegenüber Levonorgestrel erreicht.Show moreBitte drei Gramm weniger Salz
Nur drei Gramm weniger Salz am Tag könnte zehntausenden Menschen das Leben retten, rechnete eine Epidemiologin im "New England Journal of Medicine" vor. Gerade die in den USA weitverbreitete Fastfood-Küche gilt als sehr salzhaltig, weshalb die FDA über eine Deklarationspflicht der Speisewürze nachdenkt.Show moreTrabectedin: Zulassung bei Weichteil- und Ovarialkarzinom
Trabectedin (Yondelis®) hat seit einigen Jahren seinen Stellenwert bei der Sekundärtherapie der selten vorkommenden fortgeschrittenen Weichteilsarkome. Neu ist seine Zulassung beim rezidivierten Ovarialkarzinom. Hier wird Trabectedin in Kombination mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin (Caelyx®) in der Zweit- und Dritt-Linien-Therapie eingesetzt.Show moreβ-Amyloid-Protein bei Morbus Alzheimer antimikrobiell aktiv
Ablagerungen in der grauen Hirnsubstanz gelten als Früherkennungszeichen der Alzheimer-Krankheit. Die Hauptbestandteile dieser Plaques, die β-Amyloid-Proteine, wurden bislang als Stoffwechselendprodukte angesehen, die bei Hirnprozessen anfallen, und sogar als "Müll" bezeichnet. Jetzt haben amerikanische Wissenschaftler für das β-Amyloid-Protein ausgeprägte antimikrobielle Eigenschaften nachgewiesen. Sie vermuten, dass das Protein ein ganz normaler Bestandteil des hirninternen Immunsystems ist. Dies könnte zu völlig neuen Therapieansätzen führen.Show moreTrockenextrakt aus Grünem Tee gegen Feigwarzen
Feigwarzen sind lästig, kommen immer wieder und sind ansteckend. Seit März steht mit Veregen® 10% Salbe eine neue, verschreibungspflichtige Therapieoption zur Verfügung. Der gereinigte Trockenextrakt aus Blättern des Grünen Tees hat vor allem einen Vorteil: die niedrige Rezidivrate. Show moreHörschäden durch Analgetika: ein neues Problem?
Als Anfang März 2010 die Nachricht die Runde machte, dass Schmerzmittel zu Hörverlust führen können, reagierten selbst Experten mit Verwunderung. Hintergrund war eine Auswertung der Health Professionals Follow-up Study, in der der Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Analgetika-Konsum und Hörschäden nachgegangen worden war. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick beunruhigend. Insbesondere Männer unter 60 Jahren scheinen gefährdet, schwerhörig durch Schmerzmittel zu werden. Wir haben die Ergebnisse der Studie von Curhan et al. von verschiedenen Experten analysieren lassen. Sie äußern Zweifel an der Aussagekraft der Studie und weisen auf viele offene Fragen hin.Show more„Nutzen und Risiken bei Rosiglitazon abwägen“
In die Diskussion um Nutzen und Risiken des Antidiabetikums Rosiglitazon hat sich jetzt auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) eingeschaltet. Hintergrund sind Forderungen in den USA, Rosiglitazon wegen einer erhöhten Kardiotoxizität und damit verbundenen Todesfällen vom Markt zu nehmen. Diese Gefahr kann die DDG aufgrund der vorliegenden Daten nicht erkennen. Sie fordert aber die Ärzte auf, gemeinsam mit den Patienten zu entscheiden, ob der Einsatz von Glitazonen sinnvoll ist.Show moreVerzerrte Wahrnehmung
Immer mehr Kinder sind übergewichtig oder sogar adipös. Eltern nehmen das offenbar häufig nicht wahr. So unterschätzen einer Untersuchung zufolge viele Eltern das Körpergewicht bei ihren Kindern, obwohl sie ihr eigenes Gewicht sehr genau einschätzen.Show moreLeptin senkt Blutzuckerspiegel bei Mäusen mit Typ-1-Diabetes
Nicht nur Insulin, auch das Fetthormon Leptin senkt bei Mäusen mit Typ-1-Diabetes den Blutzuckerspiegel. US-Wissenschaftler zeigten, dass eine Monotherapie mit Leptin der konventionellen Behandlung mit Insulin gleichwertig war. Die diagnostische Bestimmung der HbA1C -Werte zeigte sogar überlegene Ergebnisse. Da sich Leptin positiv auf den Fettstoffwechsel auswirkt und somit möglicherweise das Risiko für koronare Erkrankungen mindert, könnte eine Kombinationstherapie von Insulin mit Leptin bei nicht-übergewichtigen Patienten von Vorteil sein.Show moreModerne Krebsmedizin: Fortschritte und Herausforderungen
Rund eineinhalb Millionen Menschen leben derzeit in Deutschland mit einer Krebserkrankung, die in den vorangegangenen fünf Jahren entdeckt wurde – Tendenz steigend. Ein Grund ist der zunehmende Anteil alter Menschen an der Bevölkerung, ein anderer sind die Fortschritte der Krebstherapie. Sie sorgen nicht nur für mehr Heilungserfolge, sondern vor allem dafür, dass Tumorpatienten länger als früher mit der Erkrankung leben. Beide Entwicklungen stellen die moderne Krebsmedizin vor erhebliche Herausforderungen, wie beim 29. Deutschen Krebskongress deutlich wurde.Show moreGrüner Tee gegen Warzen – ist das ein Erfolgskonzept?
In klinischen Phase-III-Studien zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei immunkompetenten Patienten zeigte sich, dass die dreimal tägliche Behandlung mit Veregen 10% über bis zu 16 Wochen signifikant wirksamer war als die Behandlung mit Placebo in Bezug auf die vollständige sichtbare Abheilung aller äußerlichen Feigwarzen im Genital- und Perianalbereich. Wir sprachen mit Prof. Dr. Eggert Stockfleth vom Hauttumorcentrum Charité (HTCC) an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Berlin, über die Einsatzmöglichkeiten der Salbe aus Grünem Tee-Extrakt.Show moreGelenkverschleiß: Da kann man nichts machen ... oder?
Empfehlungen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft zur Arthrosetherapie
Von Kirsten Lennecke
Hunderte Tuben Diclofenac-Gel gehen jeden Tag über den HV-Tisch in unseren Apotheken. Diese Gele werden bei akuten Verletzungen wie Prellungen und Zerrungen verwendet, aber sehr häufig auch langfristig gegen Arthrose. Die Patienten behandeln damit Schmerzen in den Knien, in der Hüfte, in der Schulter. Fragt man sie, wie es ihnen hilft, so fragen die Patienten oft zurück: "Wieso fragen Sie? Haben Sie denn eine andere, eine bessere Empfehlung?" Der Markt mit Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln zur Behandlung von Arthrose ist groß und unübersichtlich. Welche Therapieempfehlungen gibt die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft? Welche Empfehlung können Apotheker darüber hinaus geben?
Show moreMagnesium, Kalium und Zink bei Diabetikern oft kritisch
Mineralstoffe und andere Mikronährstoffe besitzen im Zusammenhang mit ernährungsassoziierten Krankheiten wie Diabetes mellitus ein hohes präventivmedizinisches und therapeutisches Potenzial. Eine Unterversorgung mit Mineralstoffen wie Magnesium kann bei Diabetikern die Stoffwechseleinstellbarkeit beeinträchtigen und das Risiko für Mikro- und Makroangiopathien fördern. Im Hinblick auf die diätetische Versorgung, die diabetische Stoffwechsellage und die medikamentöse Therapie müssen bei Diabetikern die Mineralstoffe Magnesium, Kalium und Zink als kritisch bewertet werden [1].Show moreGlatirameracetat im Frühstadium wirksam
Die frühzeitige Gabe von Glatirameracetat (Copaxone®) kann die Konversion zur klinisch manifesten multiplen Sklerose verzögern. So das Ergebnis einer internationalen, multizentrischen Studie mit knapp 500 Patienten. Den Studienautoren und Kommentatoren zufolge zeigen diese Resultate, dass Glatirameracetat ähnlich wirksam ist wie Beta-Interferone.Show moreMucopolysaccharid im Tierversuch wirksamer als Heparin
Sowohl Mucopolysaccharidpolysulfat (MPS) als auch Heparin haben eine durchblutungsfördernde und gerinnungshemmende Wirkung. Sie eignen sich daher besonders zur Verhinderung und Behandlung von Hämatomen. Die Wirkung beider Substanzen auf verschiedene Parameter der Blutgerinnung wurde jetzt im Tierversuch überprüft. Dabei zeigte sich, dass die Wirksamkeit von MPS der von Heparin nach topischer Applikation offensichtlich überlegen ist.Show moreRechtliches
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