Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Gonorrhö: wenn Standardtherapien versagen
Gonorrhö ist eine weltweit verbreitete sexuell übertragbare Infektionskrankheit. Im Jahr 2020 schätzte die WHO die Zahl der Neuinfektionen mit N. gonorrhoeae bei Erwachsenen im Alter von 15 bis 49 Jahren auf über 82 Millionen. Gonorrhö ist behandelbar, jedoch erschwert das Auftreten von antibiotikaresistenten Erregern zunehmend die Therapie. Die Entwicklung neuer Antibiotika ist entscheidend, um diese Bedrohung zu verringern. Welche Resistenzen liegen vor und wie ist der aktuelle Stand der Forschung?Show moreBitte drei Gramm weniger Salz
Nur drei Gramm weniger Salz am Tag könnte zehntausenden Menschen das Leben retten, rechnete eine Epidemiologin im "New England Journal of Medicine" vor. Gerade die in den USA weitverbreitete Fastfood-Küche gilt als sehr salzhaltig, weshalb die FDA über eine Deklarationspflicht der Speisewürze nachdenkt.Show moreTrabectedin: Zulassung bei Weichteil- und Ovarialkarzinom
Trabectedin (Yondelis®) hat seit einigen Jahren seinen Stellenwert bei der Sekundärtherapie der selten vorkommenden fortgeschrittenen Weichteilsarkome. Neu ist seine Zulassung beim rezidivierten Ovarialkarzinom. Hier wird Trabectedin in Kombination mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin (Caelyx®) in der Zweit- und Dritt-Linien-Therapie eingesetzt.Show moreβ-Amyloid-Protein bei Morbus Alzheimer antimikrobiell aktiv
Ablagerungen in der grauen Hirnsubstanz gelten als Früherkennungszeichen der Alzheimer-Krankheit. Die Hauptbestandteile dieser Plaques, die β-Amyloid-Proteine, wurden bislang als Stoffwechselendprodukte angesehen, die bei Hirnprozessen anfallen, und sogar als "Müll" bezeichnet. Jetzt haben amerikanische Wissenschaftler für das β-Amyloid-Protein ausgeprägte antimikrobielle Eigenschaften nachgewiesen. Sie vermuten, dass das Protein ein ganz normaler Bestandteil des hirninternen Immunsystems ist. Dies könnte zu völlig neuen Therapieansätzen führen.Show moreTrockenextrakt aus Grünem Tee gegen Feigwarzen
Feigwarzen sind lästig, kommen immer wieder und sind ansteckend. Seit März steht mit Veregen® 10% Salbe eine neue, verschreibungspflichtige Therapieoption zur Verfügung. Der gereinigte Trockenextrakt aus Blättern des Grünen Tees hat vor allem einen Vorteil: die niedrige Rezidivrate. Show moreHörschäden durch Analgetika: ein neues Problem?
Als Anfang März 2010 die Nachricht die Runde machte, dass Schmerzmittel zu Hörverlust führen können, reagierten selbst Experten mit Verwunderung. Hintergrund war eine Auswertung der Health Professionals Follow-up Study, in der der Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Analgetika-Konsum und Hörschäden nachgegangen worden war. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick beunruhigend. Insbesondere Männer unter 60 Jahren scheinen gefährdet, schwerhörig durch Schmerzmittel zu werden. Wir haben die Ergebnisse der Studie von Curhan et al. von verschiedenen Experten analysieren lassen. Sie äußern Zweifel an der Aussagekraft der Studie und weisen auf viele offene Fragen hin.Show more„Nutzen und Risiken bei Rosiglitazon abwägen“
In die Diskussion um Nutzen und Risiken des Antidiabetikums Rosiglitazon hat sich jetzt auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) eingeschaltet. Hintergrund sind Forderungen in den USA, Rosiglitazon wegen einer erhöhten Kardiotoxizität und damit verbundenen Todesfällen vom Markt zu nehmen. Diese Gefahr kann die DDG aufgrund der vorliegenden Daten nicht erkennen. Sie fordert aber die Ärzte auf, gemeinsam mit den Patienten zu entscheiden, ob der Einsatz von Glitazonen sinnvoll ist.Show moreVerzerrte Wahrnehmung
Immer mehr Kinder sind übergewichtig oder sogar adipös. Eltern nehmen das offenbar häufig nicht wahr. So unterschätzen einer Untersuchung zufolge viele Eltern das Körpergewicht bei ihren Kindern, obwohl sie ihr eigenes Gewicht sehr genau einschätzen.Show moreLeptin senkt Blutzuckerspiegel bei Mäusen mit Typ-1-Diabetes
Nicht nur Insulin, auch das Fetthormon Leptin senkt bei Mäusen mit Typ-1-Diabetes den Blutzuckerspiegel. US-Wissenschaftler zeigten, dass eine Monotherapie mit Leptin der konventionellen Behandlung mit Insulin gleichwertig war. Die diagnostische Bestimmung der HbA1C -Werte zeigte sogar überlegene Ergebnisse. Da sich Leptin positiv auf den Fettstoffwechsel auswirkt und somit möglicherweise das Risiko für koronare Erkrankungen mindert, könnte eine Kombinationstherapie von Insulin mit Leptin bei nicht-übergewichtigen Patienten von Vorteil sein.Show moreModerne Krebsmedizin: Fortschritte und Herausforderungen
Rund eineinhalb Millionen Menschen leben derzeit in Deutschland mit einer Krebserkrankung, die in den vorangegangenen fünf Jahren entdeckt wurde – Tendenz steigend. Ein Grund ist der zunehmende Anteil alter Menschen an der Bevölkerung, ein anderer sind die Fortschritte der Krebstherapie. Sie sorgen nicht nur für mehr Heilungserfolge, sondern vor allem dafür, dass Tumorpatienten länger als früher mit der Erkrankung leben. Beide Entwicklungen stellen die moderne Krebsmedizin vor erhebliche Herausforderungen, wie beim 29. Deutschen Krebskongress deutlich wurde.Show moreGrüner Tee gegen Warzen – ist das ein Erfolgskonzept?
In klinischen Phase-III-Studien zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei immunkompetenten Patienten zeigte sich, dass die dreimal tägliche Behandlung mit Veregen 10% über bis zu 16 Wochen signifikant wirksamer war als die Behandlung mit Placebo in Bezug auf die vollständige sichtbare Abheilung aller äußerlichen Feigwarzen im Genital- und Perianalbereich. Wir sprachen mit Prof. Dr. Eggert Stockfleth vom Hauttumorcentrum Charité (HTCC) an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Berlin, über die Einsatzmöglichkeiten der Salbe aus Grünem Tee-Extrakt.Show moreGelenkverschleiß: Da kann man nichts machen ... oder?
Empfehlungen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft zur Arthrosetherapie
Von Kirsten Lennecke
Hunderte Tuben Diclofenac-Gel gehen jeden Tag über den HV-Tisch in unseren Apotheken. Diese Gele werden bei akuten Verletzungen wie Prellungen und Zerrungen verwendet, aber sehr häufig auch langfristig gegen Arthrose. Die Patienten behandeln damit Schmerzen in den Knien, in der Hüfte, in der Schulter. Fragt man sie, wie es ihnen hilft, so fragen die Patienten oft zurück: "Wieso fragen Sie? Haben Sie denn eine andere, eine bessere Empfehlung?" Der Markt mit Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln zur Behandlung von Arthrose ist groß und unübersichtlich. Welche Therapieempfehlungen gibt die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft? Welche Empfehlung können Apotheker darüber hinaus geben?
Show moreMagnesium, Kalium und Zink bei Diabetikern oft kritisch
Mineralstoffe und andere Mikronährstoffe besitzen im Zusammenhang mit ernährungsassoziierten Krankheiten wie Diabetes mellitus ein hohes präventivmedizinisches und therapeutisches Potenzial. Eine Unterversorgung mit Mineralstoffen wie Magnesium kann bei Diabetikern die Stoffwechseleinstellbarkeit beeinträchtigen und das Risiko für Mikro- und Makroangiopathien fördern. Im Hinblick auf die diätetische Versorgung, die diabetische Stoffwechsellage und die medikamentöse Therapie müssen bei Diabetikern die Mineralstoffe Magnesium, Kalium und Zink als kritisch bewertet werden [1].Show moreGlatirameracetat im Frühstadium wirksam
Die frühzeitige Gabe von Glatirameracetat (Copaxone®) kann die Konversion zur klinisch manifesten multiplen Sklerose verzögern. So das Ergebnis einer internationalen, multizentrischen Studie mit knapp 500 Patienten. Den Studienautoren und Kommentatoren zufolge zeigen diese Resultate, dass Glatirameracetat ähnlich wirksam ist wie Beta-Interferone.Show moreMucopolysaccharid im Tierversuch wirksamer als Heparin
Sowohl Mucopolysaccharidpolysulfat (MPS) als auch Heparin haben eine durchblutungsfördernde und gerinnungshemmende Wirkung. Sie eignen sich daher besonders zur Verhinderung und Behandlung von Hämatomen. Die Wirkung beider Substanzen auf verschiedene Parameter der Blutgerinnung wurde jetzt im Tierversuch überprüft. Dabei zeigte sich, dass die Wirksamkeit von MPS der von Heparin nach topischer Applikation offensichtlich überlegen ist.Show moreAntibiotika bei Streptokokken-A-Infekt nicht routinemäßig
Halsschmerz ist ein häufiges Symptom, über das Apothekenkunden klagen. Dann stellt sich insbesondere bei Kindern auch die Frage nach einer Streptokokken-A-Pharyngitis – und damit auch nach der Notwendigkeit eines Antibiotikums. Doch selbst wenn Streptokokken nachgewiesen werden, ist eine routinemäßige Antibiotikagabe nicht indiziert. So die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) in der neuen S3-Leitlinie "Halsschmerz".Show moreTamoxifen nicht zusammen mit Paroxetin einsetzen
Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) und die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft e.V. (DPhG) warnen in einer gemeinsamen Stellungnahme vor gleichzeitiger Paroxetin- und Tamoxifen-Einnahme. Anlass sind die Ergebnisse einer im British Medical Journal veröffentlichten Kohortenstudie, nach der bei Brustkrebspatientinnen unter gleichzeitiger Paroxetin- und Tamoxifen-Einnahme die Sterblichkeitsrate höher lag als bei anderen Antidepressiva.Show moreImpfstoffe durch Zucker tropentauglich und preisgünstiger
Britische Wissenschaftler haben eine effektive und preiswerte Technik entwickelt, Impfstoffe gegen hohe Temperaturen widerstandsfähig zu machen: Lebende Impfviren werden in eine Zuckerlösung gegeben und dann langsam auf einem Filter getrocknet. Als Testorganismen wurden ein Adenovirus und ein Vaccinia-Virus eingesetzt. Der Impfstoff kann nach Rehydration verwendet werden; die Testviren überlebten mehrere Monate bei Temperaturen von 45 °C. Klinische Studien müssen nun Sicherheit und Wirksamkeit der temperaturstabilen Impfstoffe belegen.Show moreZu intensive Behandlung erhöht das Mortalitätsrisiko
In jüngster Zeit mehren sich Untersuchungen, die die These stützen, dass unter bestimmten Umständen eine strenge HbA1c-Einstellung in Nähe des Normwertes bei Typ-2-Diabetikern mit einer höheren Mortalität assoziiert ist, als eine konventionelle Therapie. Eine retrospektive Kohortenstudie, die die Daten von fast 50.000 Patienten mit Typ-2-Diabetes analysierte, bestätigte nun diese Vermutung.Show moreGeneralprobe für eine Pandemie
Nochmal Glück gehabt? Im Rückblick stellt sich der bisherige Verlauf der Neuen Grippe (umgangssprachlich Schweinegrippe) wie eine Probe für den wirklichen Ernstfall dar: Eine Pandemie war es mit Blick auf die weltweite Ausbreitung des A(H1N1)-Virus von Mensch zu Mensch. Aber, dank der schwachen Pathogenität des Virus, kein Vergleich zu den Katastrophen früherer globaler Influenzawellen. Für die Impfstoffproduktion und die Wirksamkeit zieht der Hersteller eine positive Bilanz. Doch bleiben hier auch Fragen offen, die auf einem Symposium diskutiert wurden.Show moreSchwerhörig durch Schmerzmittel?
Acetylsalicylsäure, Paracetamol und nicht-steroidale Antirheumatika scheinen vor allem bei Jüngeren zu einem Verlust des Hörvermögens zu führen. Besonders gefährdet sind nach einer Auswertung der Health Professionals Follow-up-Study unter 50-jährige Männer, die regelmäßig Paracetamol einnehmen.Show moreErhöhtes Diabetesrisiko unter Statinen?
Eine aktuelle Metaanalyse zeigt einen Zusammenhang zwischen einer Statintherapie und dem vermehrten Auftreten von Diabetes. Da aber das diabetogene Risiko der Statine als gering eingestuft wird, erscheint derzeit keine Intervention bei mit Statinen behandelten Patienten erforderlich. Der Nutzen der Statine wird höher eingeschätzt als ihr vergleichsweise geringer Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.Show moreImmunglobulin zur Reinfektionsprophylaxe
Das Hepatitis-B-Immunglobulin Zutectra® ist seit Ende 2009 in Europa zur HBV-Reinfektionsprophylaxe bei erwachsenen, HBV-DNA-negativen Patienten ab dem sechsten Monat nach einer Lebertransplantation zugelassen. Es wird subkutan injiziert und ist seit 15. Februar 2010 in Deutschland verfügbar.Show moreKieselalgen als Hoffnungsträger für Leukämietherapie
Eine Arbeitsgruppe der norwegischen Universität Bergen untersuchte Extrakte aus verschiedenen Kieselalgen (Diatomeen) in Screeningversuchen auf ihre Wirksamkeit an Leukämiezelllinien. Die Ergebnisse zeigen ermutigende zelltoxische Eigenschaften. Sogar Zellklone mit bekannter Resistenz gegen Zytostatika wurden von den Einzellerextrakten in die Knie gezwungen.Show moreRechtliches
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