Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Salbutamol-Sprays: Fehlversorgung enthüllt
Eine vermeintliche Reklamation wegen eines „defekten“ Inhalators entpuppte sich als Ausgangspunkt für die Aufdeckung einer komplexen Fehlversorgung: Mangelhafte Inhalatorpflege, Fehlinterpretation der Asthmatherapie und ein Versorgungsbruch in einer Arztpraxis. Der CIRS-Fall zeigt exemplarisch, wie sich hinter Alltagsproblemen relevante Risiken für die Arzneimitteltherapiesicherheit verbergen können und welche Schlüsselrolle Apotheken beim Erkennen und Unterbrechen solcher Fehlerketten spielen.Show moreMucopolysaccharid im Tierversuch wirksamer als Heparin
Sowohl Mucopolysaccharidpolysulfat (MPS) als auch Heparin haben eine durchblutungsfördernde und gerinnungshemmende Wirkung. Sie eignen sich daher besonders zur Verhinderung und Behandlung von Hämatomen. Die Wirkung beider Substanzen auf verschiedene Parameter der Blutgerinnung wurde jetzt im Tierversuch überprüft. Dabei zeigte sich, dass die Wirksamkeit von MPS der von Heparin nach topischer Applikation offensichtlich überlegen ist.Show moreAntibiotika bei Streptokokken-A-Infekt nicht routinemäßig
Halsschmerz ist ein häufiges Symptom, über das Apothekenkunden klagen. Dann stellt sich insbesondere bei Kindern auch die Frage nach einer Streptokokken-A-Pharyngitis – und damit auch nach der Notwendigkeit eines Antibiotikums. Doch selbst wenn Streptokokken nachgewiesen werden, ist eine routinemäßige Antibiotikagabe nicht indiziert. So die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) in der neuen S3-Leitlinie "Halsschmerz".Show moreTamoxifen nicht zusammen mit Paroxetin einsetzen
Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) und die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft e.V. (DPhG) warnen in einer gemeinsamen Stellungnahme vor gleichzeitiger Paroxetin- und Tamoxifen-Einnahme. Anlass sind die Ergebnisse einer im British Medical Journal veröffentlichten Kohortenstudie, nach der bei Brustkrebspatientinnen unter gleichzeitiger Paroxetin- und Tamoxifen-Einnahme die Sterblichkeitsrate höher lag als bei anderen Antidepressiva.Show moreImpfstoffe durch Zucker tropentauglich und preisgünstiger
Britische Wissenschaftler haben eine effektive und preiswerte Technik entwickelt, Impfstoffe gegen hohe Temperaturen widerstandsfähig zu machen: Lebende Impfviren werden in eine Zuckerlösung gegeben und dann langsam auf einem Filter getrocknet. Als Testorganismen wurden ein Adenovirus und ein Vaccinia-Virus eingesetzt. Der Impfstoff kann nach Rehydration verwendet werden; die Testviren überlebten mehrere Monate bei Temperaturen von 45 °C. Klinische Studien müssen nun Sicherheit und Wirksamkeit der temperaturstabilen Impfstoffe belegen.Show moreZu intensive Behandlung erhöht das Mortalitätsrisiko
In jüngster Zeit mehren sich Untersuchungen, die die These stützen, dass unter bestimmten Umständen eine strenge HbA1c-Einstellung in Nähe des Normwertes bei Typ-2-Diabetikern mit einer höheren Mortalität assoziiert ist, als eine konventionelle Therapie. Eine retrospektive Kohortenstudie, die die Daten von fast 50.000 Patienten mit Typ-2-Diabetes analysierte, bestätigte nun diese Vermutung.Show moreGeneralprobe für eine Pandemie
Nochmal Glück gehabt? Im Rückblick stellt sich der bisherige Verlauf der Neuen Grippe (umgangssprachlich Schweinegrippe) wie eine Probe für den wirklichen Ernstfall dar: Eine Pandemie war es mit Blick auf die weltweite Ausbreitung des A(H1N1)-Virus von Mensch zu Mensch. Aber, dank der schwachen Pathogenität des Virus, kein Vergleich zu den Katastrophen früherer globaler Influenzawellen. Für die Impfstoffproduktion und die Wirksamkeit zieht der Hersteller eine positive Bilanz. Doch bleiben hier auch Fragen offen, die auf einem Symposium diskutiert wurden.Show moreSchwerhörig durch Schmerzmittel?
Acetylsalicylsäure, Paracetamol und nicht-steroidale Antirheumatika scheinen vor allem bei Jüngeren zu einem Verlust des Hörvermögens zu führen. Besonders gefährdet sind nach einer Auswertung der Health Professionals Follow-up-Study unter 50-jährige Männer, die regelmäßig Paracetamol einnehmen.Show moreErhöhtes Diabetesrisiko unter Statinen?
Eine aktuelle Metaanalyse zeigt einen Zusammenhang zwischen einer Statintherapie und dem vermehrten Auftreten von Diabetes. Da aber das diabetogene Risiko der Statine als gering eingestuft wird, erscheint derzeit keine Intervention bei mit Statinen behandelten Patienten erforderlich. Der Nutzen der Statine wird höher eingeschätzt als ihr vergleichsweise geringer Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.Show moreImmunglobulin zur Reinfektionsprophylaxe
Das Hepatitis-B-Immunglobulin Zutectra® ist seit Ende 2009 in Europa zur HBV-Reinfektionsprophylaxe bei erwachsenen, HBV-DNA-negativen Patienten ab dem sechsten Monat nach einer Lebertransplantation zugelassen. Es wird subkutan injiziert und ist seit 15. Februar 2010 in Deutschland verfügbar.Show moreKieselalgen als Hoffnungsträger für Leukämietherapie
Eine Arbeitsgruppe der norwegischen Universität Bergen untersuchte Extrakte aus verschiedenen Kieselalgen (Diatomeen) in Screeningversuchen auf ihre Wirksamkeit an Leukämiezelllinien. Die Ergebnisse zeigen ermutigende zelltoxische Eigenschaften. Sogar Zellklone mit bekannter Resistenz gegen Zytostatika wurden von den Einzellerextrakten in die Knie gezwungen.Show moreUS-Gutachter fordern Marktrücknahme von Rosiglitazon
In den USA werden Forderungen laut, Rosiglitazon wegen seiner Kardiotoxizität vom Markt zu nehmen. Das ist der New York Times vom 20. Februar 2010 zu entnehmen, die sich auf einen vertraulichen Regierungsbericht beruft. Allein im dritten Quartal 2009 sollen der FDA 304 Todesfälle unter dem Glitazon gemeldet worden sein. Die Gutachter des Berichts sehen in Pioglitazon eine wesentlich risikoärmere Alternative: Pro Monat könnten rund 500 Herzinfarkte und 300 Fälle von Herzinsuffizienz verhindert werden, wenn auf Rosiglitazon zugunsten von Pioglitazon verzichtet würde, so die Hochrechnung.Show moreFrühjahrszeit ist Diätzeit
Überblick über die Diätenlandschaft und Bewertung einzelner Konzepte
Von Beatrice Rall
Die Fastenzeit hat begonnen. Viele Menschen nehmen sie zum Anlass, für eine Weile bewusst auf bestimmte Lebens- und Genussmittel zu verzichten, z. B. auf Süßigkeiten oder Alkohol. Für andere ist sie der Beginn einer Frühjahrsdiät, mit deren Hilfe sie über den Winter angefuttertes "Hüftgold" wieder loswerden wollen. Wir nehmen die Fastenzeit als Aufhänger für einen Überblick über die derzeitige Diätenlandschaft. Welche Diätkonzepte sind zum Abnehmen geeignet, welche empfehlen sich nur für den Einstieg in eine längerfristige Diät und von welchen sollte man besser ganz die Finger lassen? Das erfahren Sie auf den folgenden Seiten.
Show moreErhöhtes Mortalitätsrisiko bei Lungenkrebs
Eine Post-hoc-Analyse der Women’s Health Initiative (WHI) kommt zum Schluss, dass die postmenopausale Estrogen- und Progesterongabe das Risiko für die Sterblichkeit an Lungenkrebs erhöht. Dieses Ergebnis gesellt sich zu den bereits bekannten unerwünschten Wirkungen einer Hormonersatztherapie und wird von einem Kommentator als "weiterer Sargnagel der postmenopausalen Hormongabe" bezeichnet.Show moreDie Haut im pharmazeutischen Fokus
Fortbildungsveranstaltung der Apothekerkammer und DPhG Hamburg
Bericht von Müller-Bohn
Die Haut macht mit einem Gewicht von 10 bis 20 Kilogramm etwa ein Sechstel der Körpermasse aus. Mindestens ebenso groß dürfte ihr Anteil an der pharmazeutischen Praxis sein. Schwerpunkte bilden dabei die Behandlung von Hautkrankheiten, die Pflege der Altershaut, mögliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen an der Haut und die pharmazeutischen Herausforderungen bei der Wahl des Vehikels für topische Arzneizubereitungen. Als wichtigste Funktion bildet die Haut eine Barriere zum Schutz und zur Abwehr. Das Erfüllen dieser Aufgabe kann vergleichsweise einfach anhand des transepidermalen Wasserverlustes gemessen werden. Zusätzliche Kriterien sind die Hydratation und die Penetration von Fremdstoffen. Weitere Aufgaben der Haut sind Ausscheidung, Stoffwechsel und Sensorik. Diese Funktionen können in etwa 3000 bekannten Krankheitsbildern gestört sein.
Show moreDiabetiker können von Vitamingaben profitieren
Vitamine sind für alle Menschen essenzielle Mikronährstoffe. Während Gesunde ihren Vitaminbedarf durch eine abwechslungsreiche Kost mit ausreichend Obst und Gemüse in der Regel decken können, haben bestimmte Personengruppen ein erhöhtes Risiko für einen Vitaminmangel und damit verbundene Komplikationen. Dazu zählen unter anderem Diabetiker, die wir im Folgenden genauer unter die Lupe nehmen wollen.Show moreModerater Sport tut Herzkranken gut
Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz nehmen seltener als andere Herzkranke an Rehabilitationsmaßnahmen teil. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass spezielle Trainingsprogramme ihre Belastbarkeit erhöhen und die Lebensqualität steigern können.Show moreMultimodale Behandlung als neues Therapiekonzept
Wie Trendforscher prognostizieren, werden die Gesellschaften in Ländern mit hoher Lebenserwartung schon bald mit erheblichen Herausforderungen durch die hohe Anzahl kognitiv beeinträchtig-ter Menschen zu kämpfen haben, wenn es keine effektive Therapien zur Verhinderung oder Behandlung von Alzheimer und verwandten Demenzen gibt. Nach Schätzungen werden sich die Demenz-Prävalenzraten innerhalb eines Geburtenjahrgangs ab dem 65. Lebensjahr alle fünf Jahre verdoppeln. Neue und innovative Konzepte für die Demenztherapie sind daher unabdingbar.Show moreWie sich Mikroorganismen zu Biofilmen zusammenrotten
Bestimmte Mikroorganismen können von einer Lebensform als bewegliche Einzelgänger zur sesshaften Koloniebildung übergehen. Dieser als Biofilm bezeichnete Zustand verhilft ihnen zu einem größeren Widerstand gegen widrige Umweltbedingungen. So wird die Resistenz gegen Antibiotika erhöht, aber auch die Fähigkeit, durch Interaktion im Biofilm Infektionen auszulösen. Wissenschaftler haben jetzt für Cholera-Vibrionen entscheidende Komponenten des Signalwegs zur Biofilm-Bildung aufgeklärt. Damit eröffnen sich auch Optionen für neue Therapieansätze.Show moreKommt der Impfstoff gegen Helicobacter pylori?
Mit weltweit nahezu einer Million Neuerkrankungen pro Jahr ist das Magenkarzinom die zweithäufigste maligne Erkrankung und hat zudem bei begrenzten therapeutischen Optionen eine sehr schlechte Prognose. Ein zentraler Faktor in der Pathogenese der Erkrankung ist das gramnegative Bakterium Helicobacter pylori. Seit etwa 20 Jahren wird an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen den Erreger von Magengeschwüren geforscht, bislang erfolglos. Jetzt zeigte eine klinische Studie von Magdeburger Medizinern, die einen Impfstoff mit einer neuartigen Zusammensetzung testeten, positive Ergebnisse.Show moreBluthochdruck wirkungsvoll senken
Ein erhöhter Blutdruck erhöht das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt. Als hyperton und damit behandlungsbedürftig gelten heute Blutdruckwerte von über 140/90 mmHg, die mehrfach in Ruhe gemessen wurden. Heute stehen eine Vielzahl von Wirkstoffen und Therapieprinzipien zur Verfügung. Die meisten Patienten benötigen für eine effektive Blutdruckkontrolle eine individuell abgestimmte, komplexe Kombinationstherapie.Show moreRasches Handeln ist nötig
Ein akuter Herzinfarkt erfordert rasches Handeln. Wenn die verstopften Herzkranzgefäße schnell wieder durchgängig gemacht werden, können Gewebeschäden verhindert werden. Ziel ist es, durch den möglichst frühen Einsatz kathetergestützter Interventionen und den Einsatz von Thrombozytenaggregationshemmern das Ausmaß der Myokardschäden zu reduzieren und die Restenoseraten deutlich zu senken.Show moreAtherosklerose: besiegbar, aber nicht besiegt
Auf dem diesjährigen Pharmacon Davos sorgten die Vorträge zur Atherosklerose-Entstehung und zur Bedeutung der Risikofaktoren für Diskussionsstoff. Seit Jahren vertritt Prof. Dr Sucharit Bhakdi die Hypothese, dass die Entstehung der Atherosklerose nur eine Ursache hat: eine Überlastung des Abtransports von Cholesterin aus der Gefäßwand. Danach werden Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes mellitus erst dann gefährlich, wenn zuviel LDL in die Gefäßwand eindringt und nicht mehr über HDL entsorgt werden kann (DAZ 2010, Nr. 5, S. 98).Show moreParoxetin lässt Brustkrebssterblichkeit steigen
Werden Brustkrebspatientinnen mit Tamoxifen und parallel dazu mit dem Antidepressivum Paroxetin behandelt, wird die Umwandlung von Tamoxifen in seine aktiven Metaboliten eingeschränkt. Als Folge dieser Wechselwirkung steigt die Brustkrebssterblichkeit bei den betroffenen Patientinnen. Das hat eine im British Medical Journal veröffentlichte Kohortenstudie gezeigt.Show moreRechtliches
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