Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Eigenbrauer-Syndrom: Kein Alkohol konsumiert, aber trotzdem betrunken?
„Herr Polizist, ich habe keinen Tropfen getrunken, auch wenn das Messgerät 2,1 Promille anzeigt.“ Was nach schlechter Ausrede klingt, ist tatsächlich möglich. Menschen, die unter dem Eigenbrauer-Syndrom leiden, werden betrunken, ohne Alkohol zu konsumieren. Er wird von ihrem eigenen Körper produziert.Show moreVorteile gegenüber oraler Schmerztherapie?
Warum die transdermale Analgetika-Applikation nur selten überzeugend istKay Brune, Erlangen-Nürnberg
Die transdermale Applikation von Analgetika erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Dieses gilt einerseits für die Cyclooxygenasehemmer (NSAR), die z. B. in Form des Diclofenac und Ibuprofens in immer neuen galenischen Formulierungen (Creme, Gel, Lotion, Spray etc.) auf den Markt kommen. Dabei steht die Vorstellung im Vordergrund, man könne durch topische Applikation über z. B. schmerzhaften Gelenken und anderen Bindegewebsstrukturen einen direkten Effekt auslösen, ohne durch eine systemische Aufnahme des Wirkstoffes eine Belastung des gesamten Körpers in Kauf zu nehmen [1, 17, 28]. Auf der anderen Seite werden hochwirksame Opioide als Pflaster transdermal appliziert, um die bei oraler Gabe für viele Wirkstoffe dieser Gruppe unumgängliche gastrointestinale/hepatische Inaktivierung zu umgehen. Beide Überlegungen scheinen plausibel. Aber werden die therapeutischen Ziele wirklich erreicht und, wenn ja, werden sie mit (zusätzlichen) unerwünschten Wirkungen erkauft?
Show moreSchwangere oft mit Vitamin D unterversorgt
Dass Vitamin D, was die Versorgung weiter Bevölkerungsteile angeht, zu den kritischen Vitaminen zählt, ist bekannt. Aktuell hat nun eine US-amerikanische Studie ergeben, dass die Mehrzahl der schwangeren Frauen mit dem Vitamin unterversorgt ist. Da ein guter Vitamin-D-Status der Mutter nicht nur für sie selbst, sondern auch für das Ungeborene wichtig ist, sollte dies unbedingt geändert werden.Show moreInfliximab plus Azathioprin bei Morbus Crohn überlegen
Bisher war die vergleichende Wirksamkeit und Sicherheit einer Therapie mit Infliximab und/oder Azathioprin bei Morbus Crohn unbekannt. In einer internationalen Vergleichsstudie konnte nun erstmals die Überlegenheit einer Therapie mit Infliximab sowie mit einer Kombination von Infliximab und Azathioprin gegenüber einer herkömmlichen Azathioprin-Monotherapie bei Patienten mit einem mittleren bis schweren Schub einer Morbus-Crohn-Erkrankung nachgewiesen werden.Show moreEine Proteinfessel für unbekannte Grippeviren
Gegen neuartige Influenzaviren hat der Mensch zumeist keine vorab bestehende Immunität. Dennoch sollte das Immunsystem des Körpers in der Lage sein, möglichst rasch nach einer Infektion Schutzmechanismen gegen den unbekannten Erreger zu aktivieren. Berliner und Freiburger Wissenschaftler haben jetzt die Struktur eines Proteins aufgeklärt, das eine Art Fußangel bildet. Wichtige Bestandteile des Influenzavirus werden so in der infizierten Zelle gefesselt und inaktiviert [1]. Auf diese effektive Weise können auch neuartige Viren daran gehindert werden, sich ungehemmt zu vermehren.Show more„PCV in Rotavirusimpfstoffen keine Gefahr“
Nicht nur in dem Rotavirusimpfstoff Rotarix® befinden sich Spuren von porcinen Circoviren (PCV). Sie konnten jetzt auch in Rotateq® nachgewiesen werden. Die FDA hatte zunächst die Nutzung von Rotarix® ausgesetzt und empfohlen, auf Rotateq® auszuweichen. Die EMA und das Paul-Ehrlich-Institut hatten Rotarix® trotz der Kontamination für sicher gehalten. Aufgrund der neuen Datenlage hat nun die FDA die Aussetzung der Nutzung von Rotarix® wieder aufgehoben. Impfungen sind auch in den USA wieder mit beiden Rotavirusimpfstoffen möglich.Show moreAmifampridin gegen Muskelschwäche
Amifampridin (3,4-Diaminopyridin, Firdapse®) ist zur symptomatischen Behandlung des seltenen Lambert-Eaton-Myasthenischen Syndroms (LEMS) bei Erwachsenen indiziert. Der Wirkstoff blockiert spannungsabhängige Kaliumkanäle, verlängert dadurch die Depolarisation der präsynaptischen Zellmembran, verbessert die Acetylcholinfreisetzung an den Synapsen, beschleunigt die Erregungsleitung und verbessert letztendlich die Muskelfunktion.Show moreAls Vorspeise bitte Karotten
Ein wichtiges Ziel in der Ernährungsberatung ist es, den Obst- und Gemüsekonsum der Menschen zu steigern. Bei amerikanischen Vorschülern ist dies durch die Einführung von Karotten als Vorspeise gelungen. Die Kinder aßen nicht nur durch die Karotten selbst mehr Gemüse, sondern griffen auch beim nächsten Gang verstärkt zu dieser Lebensmittelgruppe.Show moreVerbesserte Prognose bei Gallenkarzinomen
Mit einer zytotoxischen Kombinationstherapie kann das Überleben bei malignen Tumorerkrankungen der Gallenblase und Gallengänge signifikant verbessert werden. Dieses Ergebnis einer aktuellen englischen Studie führt möglicherweise zur Etablierung eines bislang ausstehenden Therapiestandards.Show moreFrühe Kombinationstherapie reduziert Anfallsfrequenz
Epileptologen suchen den Weg zu einer rationalen Kombinationstherapie. Nach einem Entwicklungsschub in den letzten Jahren stehen mehr als 20 Medikamente zur Anfallskontrolle zur Verfügung. Da zwei von drei Patienten lebenslang behandelt werden, sind verträgliche und interaktionsarme Wirkstoffe die erste Wahl. Sie ermöglichen, nach Jahren einer "dogmatischen" Monotherapie, ein "Revival" der Kombinationstherapie. Eine aktuelle Praxisstudie belegt den Nutzen von Zonisamid als add on zu einer bestehenden Monotherapie.Show moreTomaten weniger belastet
Tomaten sind eine der beliebtesten Gemüsesorten in Deutschland. Erfreuliche Meldung von Greenpeace für alle Liebhaber: Die Schadstoffbelastung bei Tomaten ist gesunken. Allerdings hat sich die Vielfalt der eingesetzten Gifte vergrößert.Show moreNeue Meningokokken-Vakzine gegen vier Serogruppen
Mit Menveo® wurde in Europa der erste Konjugatimpfstoff zugelassen, der vor vier der fünf bedrohlichen Meningokokken-Serotypen schützt, nämlich vor den Serotypen A, C, W-135 und Y. Das bedeutet einen verbesserten Schutz vor lebensbedrohlichen invasiven Meningokokken-Erkrankungen auch auf Reisen. Denn die Epidemiologie der Meningokokken-Serotypen variiert von Kontinent zu Kontinent. Gerade Jugendliche, die ein erhöhtes Risiko für Meningokokken-Erkrankungen haben und gleichzeitig gerne und häufig auf Reisen gehen, profitieren von der quadrivalenten Vakzine.Show morePrävention mit Dutasterid?
Die vierjährige Einnahme des 5-alpha-Reduktase-Hemmers Dutasterid senkt das Risiko, in diesem Zeitraum ein Prostatakarzinom zu detektieren, so das Resultat einer aktuellen Studie. Ob diese Feststellung eine klinische Relevanz aufweist und ob Dutasterid zur Prävention eingesetzt werden kann, ist noch unklar.Show moreVon Beginn an gut ernährt bei Phenylketonurie
Phenylketonurie, kurz PKU, gehört zu den häufigsten angeborenen Stoffwechselerkrankungen in Deutschland. Dabei ist die Umwandlung der unentbehrlichen Aminosäure Phenylalanin in Tyrosin gestört. Wird auf diese Erkrankung nicht mit diätetischen Maßnahmen reagiert, kommt es bei betroffenen Kindern zu geistiger Behinderung, verzögerter körperlicher Entwicklung und neurologischen Symptomen [1]. Im folgenden Beitrag werden wir die Phenylketonurie sowie die Bedeutung der Ernährung näher betrachten.Show moreNateglinid und Valsartan bei Prädiabetes enttäuschend
In einer der weltweit größten Interventionsstudien zur Therapie von Patienten mit einem Prädiabetes ließ der Hersteller Novartis seine Medikamente Nateglinid und Valsartan an mehr als 9000 Probanden testen. Die Ergebnisse der sogenannten NAVIGATOR- Studie, die jetzt veröffentlicht wurden, sind jedoch ernüchternd: Beide Arzneimittel konnten die Rate von kardiovaskulären Komplikationen nicht senken [1, 2]. Lediglich das Antihypertonikum Valsartan zeigte eine geringe Wirkung bei der Prävention von Diabetes-Neuerkrankungen.Show moreHyperforin-haltige Dermatika bei Neurodermitis
Neue Erkenntnisse zum Wirkmechanismus
Von K. Leuner, M. Kraus, W. H. Boehnke, C. M. Schempp, W. E. Müller
Die atopische Dermatitis (Neurodermitis) ist eine entzündliche Hauterkrankung, die sehr viel häufiger Kinder als Erwachsene betrifft (Prävalenz 10 –20% vs. 1 – 3%) [27]. Da die Erkrankung nicht heilbar ist, kommt der symptomatischen Therapie eine umso größere Rolle zu. Ein hier verwendeter Wirkstoff ist Hyperforin, dessen Wirkmechanismus weitgehend aufgeklärt ist.
Show moreNeue Therapie-Option gegen Malaria entdeckt
Um ihr eigenes Überleben zu sichern, überschwemmen Malariaparasiten befallene Leberzellen mit einem Hemmstoff, der den Selbstmord der Zellen verhindert. Wissenschaftler vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg identifizierten den Hemmstoff als Protease-Inhibitor, der eine wichtige Rolle beim Eindringen der Parasiten in die Leberzellen, während ihrer Vermehrung in den Zellen und schließlich auch bei ihrer Freisetzung ins Blut spielt [1]. Ein möglicher neuer Therapie-Ansatz könnte in einer Blockade des Hemmstoffs bestehen.Show moreErfolgreich altern – so lautet das Ziel
Altern muss nicht zwangsläufig mit Gebrechen einhergehen. Vielmehr sollte das Ziel darin bestehen, "erfolgreich" zu altern und bis ins "vierte Lebensalter" ein Höchstmaß an Funktionalität und emotionalem Wohlbefinden zu erhalten. Um dies zu realisieren, sind nicht nur die Betroffenen, sondern auch die sie Behandelnden gefordert. Dabei muss stets hinterfragt werden, ob die geplanten Therapiemaßnahmen adäquat, angepasst und im individuellen Fall sinnvoll und nutzbringend sind.Show moreDuale Hemmung der Thrombozytenaggregation verlängern?
Die Frage, wie lange Patienten nach der Implantation eines medikamentenbeschichteten Koronarstents eine duale Thrombozytenaggregationshemmung erhalten sollen, ist selbst in Fachkreisen noch immer umstritten. Um Nutzen und Risiken der verlängerten dualen Thrombozytenaggregationshemmung besser abschätzen zu können wertete eine Forschergruppe nun zwei groß angelegte Studien aus. Die Erkenntnisse blieben jedoch vage.Show morePUFA punkten
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFA) sind gesund. Das ist mittlerweile bekannt. Aktuell konnte in einer Metaanalyse bei 13.600 Personen gezeigt werden, dass die Fettsäuren, die vor allem in pflanzlichen Ölen wie Raps- oder Sonnenblumenkernöl vorkommen, in der Lage sind, das Risiko für koronare Herzkrankheiten (KHK) zu senken.Show moreAntibiotika-Prophylaxe moderat wirksam
Einer australischen Studie zufolge senkt eine langfristige antibiotische Prophylaxe bei prädisponierten Kindern die Häufigkeit von Harnwegsinfekten. Der moderate Nutzen war in allen Subgruppen nachweisbar.Show more100 Prozent Saft für die Gesundheit
Kinder und Jugendliche, bei denen regelmäßig unverdünnter Fruchtsaft auf den Tisch kommt, sind insgesamt besser mit Nährstoffen versorgt bzw. weisen eine höhere Ernährungsqualität auf als Kinder, zu deren Speiseplan kein reiner Saft gehört. Das wurde auf dem Experimental Biology Jahrestreffen berichtet.Show moreWarnung vor falscher Anwendung von Rivastigmin-Pflaster
Die Novartis Pharma GmbH hat mehrere Berichte über Fehlanwendungen ihres Rivastigmin-Pflasters (Exelon® , Prometax®) zum Anlass genommen, auf die Bedeutung der sachgemäßen Anwendung und Verabreichung hinzuweisen. Medizinisches Fachpersonal wird in einem Schreiben an seine Aufklärungspflicht erinnert.Show moreSchlafstörungen ohne Hangover behandeln
Schlafstörungen lassen sich ohne Hangover mit definierten Präparaten aus Baldrian, Hopfen und Passionsblume behandeln. Sie wirken ähnlich wie Benzodiazepine über die Verstärkung GABAerger Effekte im Zentralnervensystem. Dennoch beeinflussen sie den physiologischen Schlaf weniger. Vor allem mindern sie nicht die Leistungsfähigkeit am Tag, wie Studien belegen. Wichtig ist die Aufklärung der meist älteren Patienten darüber, was normaler, gesunder Schlaf ist. Darüber kursieren viele Mythen.Show moreNicht nur aufs Herz, sondern auch auf die Nieren prüfen
Lange Zeit stand das Herz im Fokus der medizinischen Bemühungen. Die Nieren wurden demgegenüber vernachlässigt. Dabei steigert auch eine Niereninsuffizienz das kardiovaskuläre Risiko. Sich früher zumindest bei Patienten mit Hypertonie und/oder Diabetes um eine adäquate Diagnostik einer Nierenschädigung zu bemühen, haben Mediziner beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden gefordert.Show moreProbiotika zeigen bei Zöliakie Benefit
Probiotische Bakterien können bei Patienten mit einer gluteninduzierten Enteropathie das Krankheitsgeschehen positiv beeinflussen. Das ist das Ergebnis eines Laborversuchs, den spanische Wissenschaftler aktuell durchgeführt haben. Sie hoffen, auf der Basis ihrer Erkenntnisse neue Ernährungskonzepte für Betroffene entwickeln zu können.Show moreRechtliches
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