Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Lebenslange Last: Adipositas im Kindes- und Jugendalter
Die Zahlen sind alarmierend: Nahezu jeder fünfte Jugendliche in Deutschland bringt zu viel Gewicht auf die Waage. Wer aber schon als Kind übergewichtig oder adipös ist, bleibt das häufig auch im Erwachsenenalter, mit weitreichenden Folgen für die Gesundheit. Das Verständnis und die Therapie der Erkrankung befinden sich jedoch im Wandel. Insbesondere die Inkretinmimetika eröffnen neben den etablierten multimodalen Lebensstilinterventionen völlig neue Perspektiven, um die lebenslange Last frühzeitig zu senken.Show more
Stillstand der geordneten Bewegungen
Die Parkinson-Erkrankung ist ein vielschichtiges neurologisches Syndrom, bei dem Störungen der Bewegungen dominieren, aber auch vegetative, affektive und kognitive Störungen auftreten. Die kausale Therapie wie Transplantation von Stammzellen ist (noch) keine breite Therapieoption, aber die symptomatisch orientierte Pharmakotherapie erreicht über viele Jahre eine Stabilisierung der Bewegungsstörungen. Die dopaminerge Pharmakotherapie, das heißt die Parkinson-Therapie im engeren Sinne, verbessert aber hauptsächlich nur die motorischen Symptome. | Von Thomas Herdegen
Show moreNeuer Cholesterinsenker Pitavastatin
Pitavastatin ist ein neues Statin, das zur Senkung erhöhter Gesamt-Cholesterin- und LDL-Cholesterin-Spiegel eingesetzt wird. Es wurde in Großbritannien als Referenzland zugelassen, die Zulassung in anderen europäischen Ländern wird derzeit beantragt.Show morePharmakotherapie des Parkinson-Syndroms
Im Zentrum der Parkinson-Therapie steht die Supplementierung des fehlenden Dopamins mit L-Dopa, Dopamin-Rezeptor-Agonisten und Hemmstoffen der metabolisierenden Enzyme wie der DDC, COMT und MAO-B. Eine differenzielle Pharmakotherapie vermag die schweren Symptome der Parkinson-Krankheit so zu bessern, dass nach Diagnosestellung eine über 20 Jahre reichende, befriedigende Lebensqualität zu erzielen ist. L-Dopa ist die wirkungsvollste Substanz gegen das am meisten belastende Hauptsymptom Akinese, verursacht aber selbst komplexe und schwer zu therapierende Wirkungsfluktuationen und Dyskinesien. Die nicht-dopaminergen Störungen werden so therapiert wie bei Nicht-Parkinson-Patienten.Show moreKlinik und Pathogenese des Parkinson-Syndroms
Das Parkinson-Syndrom ist eine Störung des Alters, unter der 1% der über 60-Jährigen und 3% der über 80-Jährigen leiden (0,3% der Gesamtbevölkerung). Damit ist das Parkinson-Syndrom nach den Demenz-Erkrankungen die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Seine klinische Bedeutung liegt nicht nur in der motorischen Behinderung, sondern in zahlreichen anderen Störungen des autonomen Nervensystems und in der hohen Komorbidität für affektive (meist depressive) und kognitive (meist demenzielle) Störungen.Show moreAuch Nichtdiabetiker nehmen unter Inkretintherapie ab
In der Diabetestherapie sind sie schon etabliert: Gliptine und GLP-1-Rezeptoragonisten, die physiologische Effekte der Darm-Inkretine verstärken bzw. nachahmen. Sie lösen keinen Unterzucker aus und machen die Patienten nicht dicker, als sie ohnehin sind. Mehr noch: Unter GLP-1-Agonisten sinkt das Körpergewicht. Das macht sie interessant für die Adipositastherapie, in der es an zugelassenen Substanzen mangelt. Neue Studien zeigen: Man muss nicht diabetisch sein, um unter Inkretinmimetika abzunehmen.Show moreHantaviren auf dem Vormarsch
Die Zahl der Hantaviren-Infektionen in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen. Bis zum Juli 2010 wurden dem Robert-Koch-Institut bereits 1148 Fälle gemeldet. Im Vergleichszeitraum 2009 waren es lediglich 25 Fälle. Die Virusinfektion wird vorwiegend durch Rötelmäuse übertragen und verursacht zumeist plötzlich einsetzendes hohes Fieber mit unspezifischen grippeähnlichen Symptomen. Bei einem Teil der Patienten kann es zu einer dialysepflichtigen Niereninsuffizienz kommen, die reversibel ist.Show moreNeues Taxan bei hormonrefraktärem Prostatakarzinom
Die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat dem Mikrotubuli-Inhibitor Cabazitaxel (vorgesehener Handelsname Jevtana®) in Kombination mit Prednison die Zulassung zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem, hormonrefraktärem Prostatakarzinom erteilt, die zuvor mit einem Docetaxel-haltigen Therapieregime behandelt wurden. Ein Zulassungsdossier über das neue Taxan Cabazitaxel wird derzeit auch von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), geprüft.Show moreFlohbefall bei Tieren – ganzjährig aktuell
Damit Flöhe kein Massenproblem werdenVon Sabine Wanderburg
Allein beim Gedanken an Flöhe fangen viele Menschen an sich zu kratzen. Kein Wunder, denn der Befall mit den Lästlingen verursacht bei Mensch und Tier erheblichen Juckreiz. Flohbefall ist bei Hunden und Katzen häufig und tritt ganzjährig auf, da Flöhe und deren Eier, Larven und Puppen in geheizten Räumen problemlos überwintern können. Schon wenige Flöhe können aufgrund der explosionsartigen Vermehrungsrate innerhalb kurzer Zeit zu einem Massenbefall, vor allem von Entwicklungsstadien, im ganzen Haus führen. Zudem können Flöhe allergische Reaktionen auslösen und eine Rolle als Vektor für verschiedene Krankheitserreger spielen. Gute Gründe, diese Parasiten zu bekämpfen oder – besser noch – einem Flohbefall vorzubeugen. Da viele Produkte für diesen Zweck nicht verschreibungspflichtig sind, kommt der Beratung in der Apotheke eine besondere Rolle zu.
Show moreKetoprofen, Modafinil und retardierte Opioide im Visier
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA hat im Rahmen seiner jüngsten Tagung wichtige Empfehlungen zu Ketoprofen, Modafinil und retardierten Opioiden abgegeben. Die Empfehlungen sind der Europäischen Kommission zur Entscheidung zugeleitet worden. Erst wenn die Entscheidungen vorliegen, werden sie für die Mitgliedstaaten rechtlich bindend.Show moreVaginalgel zeigt protektive Wirkung gegen HI-Viren
Auf der Welt-Aids-Konferenz in Wien wurden neue Ergebnisse zum Kampf gegen die Infektionskrankheit vorgestellt. Besonderes Interesse erregte eine südafrikanische Studie zur Entwicklung eines Vaginalgels mit dem antiviralen Wirkstoff Tenofovir, das das Ansteckungsrisiko für Frauen signifikant senken konnte. Eine weitere Präsentation zeigte die Ergebnisse amerikanischer Wissenschaftler, die zwei neue HIV-Antikörper entdeckten. Im Labor stoppten diese 90% aller bekannten Varianten des HI-Virus, wodurch neue Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen die Infektionskrankheit geweckt werden.Show moreFDA gegen Bevacizumab bei fortgeschrittenem Brustkrebs
Am 20. Juli 2010 wandte sich ein Ausschuss der US-Gesundheitsbehörde FDA gegen den Einsatz des Angiogenese-Hemmers Bevacizumab beim fortgeschrittenen metastasierten Mammakarzinom. Die Mitglieder des externen Gremiums erachteten das Nutzen-Risiko-Verhältnis aufgrund der Ergebnisse zweier klinischer Studien für zu gering.Show moreNoch kein Aus für Rosiglitazon
Fragen zur kardiovaskulären Sicherheit des Antidiabetikums Rosiglitazon beschäftigen weiter die Überwachungsbehörden. Den Forderungen nach einer Marktrücknahme sind weder die Europäische Arzneimittelagentur EMA noch die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA in ihren Mitte Juli durchgeführten Beratungen nachgekommen. Die Prüfung dauert an. In die zur Zeit laufende Postmarketingstudie TIDE dürfen jedoch keine neuen Teilnehmer mehr aufgenommen werden.Show moreStörungen des Fructosestoffwechsels
Zu den in der Nahrung vorkommenden Monosacchariden gehört neben Glucose und Galactose auch Fructose. Auch als Fruchtzucker bekannt, findet man Fructose vor allem in Früchten, Honig sowie in Spuren im Großteil aller Pflanzen [1]. Fructose ist somit ein verbreiteter Nahrungsmittelinhaltsstoff und leistet einen wichtigen Beitrag zur Kohlenhydratversorgung. Durch einen angeborenen Enzymdefekt kann der Fructosestoffwechsel im menschlichen Organismus allerdings gestört sein. Fructose wird dann von Anfang an nicht vertragen. Zudem kann eine Fructosemalabsorption oder Sorbitunverträglichkeit auftreten, die durch ein defektes Monosaccharidtransportsystem im Dünndarm gekennzeichnet ist [2]. Welche Folgen diese Störungen für die Ernährung von Kindern haben, zeigt der folgende Artikel.Show moreHoffnungsvoller Neuanfang?
Nach der Marktrücknahme von Exubera® 2008 ist es um inhalative Insuline still geworden. In den Forschungslaboren pharmazeutischer Hersteller scheint dieser Ansatz aber weiter verfolgt zu werden. Eine Studie stellte die Kombination von schnellwirksamem, inhalativem Insulin zu den Mahlzeiten mit Basalinsulin zur Nacht im Vergleich zu einer intensivierten Therapie bei schlecht eingestelltem Typ-2-Diabetes auf den Prüfstand. Das Studienziel der Nicht-Unterlegenheit wurde dabei erreicht.Show moreNeues vom ASCO 2010
"Kein Durchbruch, interessante Studienergebnisse, hin zur personalisierten Medizin", so können die Ergebnisse des diesjährigen amerikanischen Krebskongresses ASCO zusammengefasst werden. Im Folgenden werden einige neue Aspekte zur medikamentösen Therapie einzelner Tumorarten zusammengefasst.Show moreBTM, Insulin und Pille im Gepäck
Mit Medikamenten richtig auf Reisen gehenVon Beate Fessler
Auch kranke Menschen können und wollen in die Ferne reisen, selbst wenn sie regelmäßig Insulin spritzen müssen oder ein Betäubungsmittel benötigen. Kein Problem! Doch vor Reiseantritt sind genauere Überlegungen notwendig, etwa die Einfuhr von Betäubungsmitteln ins Reiseland oder die Applikation der Arzneimittel bei Zeitverschiebungen. Hier einige Tipps für die Kundenberatung.
Show moreWarum Sellerie antientzündlich wirkt
Dass verschiedene Lebensmittel antientzündliche Wirkungen entfalten können, ist seit Langem bekannt. Neue Details dazu, wie verschiedene antientzündliche Komponenten wirken, haben US-amerikanische Wissenschaftler vor Kurzem bekannt gegeben.Show moreDer Rote-Hand-Brief und sein Pendant in anderen Ländern
Wie werden neue Risiken zu Arzneimitteln kommuniziert?Von Elizabeth Storz
Der Erkenntnisstand eines Arzneimittels ändert sich nach der Zulassung fortlaufend. Um den Fachkreisen in der täglichen Praxis schnell Informationen zu erheblichen, neu erkannten Arzneimittelrisiken zukommen zu lassen, verschicken die pharmazeutischen Hersteller diese wichtigen Risikoinformationen mit speziell gekennzeichneten Briefen. In Deutschland sind das die sogenannten Rote-Hand-Briefe.
Show more„Gesündere“ Pommes durch Reduktion von Transfettsäuren
Führende Fast-Food-Ketten, darunter McDonalds und Burger King, haben den Anteil an Transfettsäuren in ihren Frittierfetten offenbar deutlich reduziert. Das berichten Wissenschaftler der Minnesota School of Public Health.Show moreNaltrexon zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit
Der oral wirksame, lang wirkende spezifische Opioidantagonist Naltrexon (Adepent®) kann angewendet werden als Teil eines umfassenden Therapieprogramms gegen Alkoholabhängigkeit zur Reduktion des Rückfallrisikos, als unterstützende Behandlung in der Abstinenz und zur Minderung des Verlangens nach Alkohol. Ab 1. August 2010 soll nach Angaben von Desitin Adepent® in Deutschland auf den Markt kommen.Show moreNeuer PDE-4-Hemmer Roflumilast
Der Hemmer der Phosphodiesterase 4 (PDE 4) Roflumilast (Daxas®) ist begleitend zur bronchodilatatorischen Dauertherapie bei schwerer COPD in Verbindung mit chronischer Bronchitis bei erwachsenen Patienten mit häufigen Exazerbationen indiziert. Der neue Wirkstoff soll am 1. August auf den Markt kommen.Show moreÜber die Hälfte der Erwachsenen erhält zu wenig Vitamin D
Vitamin D zählt zu den Vitaminen, mit denen viele Menschen nicht ausreichend versorgt sind. Das Ausmaß des Mangels beschreibt der Vitaminforscher Anthony Norman in der aktuellen Ausgabe von "Endocrine Today". Demnach hat mehr als die Hälfte aller Menschen in Nordamerika und Westeuropa ein VitaminD-Defizit.Show moreKurz wirksame Insulinanaloga fangen Blutzuckerspitzen ab
Eine möglichst optimale Blutzuckerkontrolle ist bei Menschen mit Typ-2-Diabetes auch aus kardiovaskulärer Sicht erstrebenswert. Und oft nur durch eine Insulintherapie zu erreichen. Dabei sollte nicht nur der HbA1c -Wert, sondern auch der postprandiale Blutzucker im Blick behalten werden.Show moreRechtliches
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