Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Wann droht ein Serotonin-Syndrom?
Die 64-jährige Frau W. hat gegen ihre Schmerzen zur Überbrückung bis zu ihrer Hüftoperation Tramadol retard 150 mg verordnet bekommen. Laut Kundendatei nimmt sie seit Längerem Citalopram 20 mg ein. Der Interaktionscheck zeigt eine schwerwiegende Interaktion mit Risiko für Krampfanfälle und Serotonin-Syndrom. Doch was genau ist das Serotonin-Syndrom?Show moreBrentuximab vedotin hilft beim Hodgkin-Lymphom
Brentuximab vedotin (Adcetris TM ) ist ein Antikörperkonjugat, bei dem der Antikörper mit einigen Molekülen Monomethyl-Auristatin gekoppelt ist. In den USA wurde bereits eine Zulassung für die Behandlung des Hodgkin-Lymphoms erteilt.
Show moreLinagliptin für die Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen
Der lang wirkende Hemmer der Dipeptidyl-Peptidase 4(DPP-4) Linagliptin (Trajenta ® ) hat in Kombination mit Metformin und Metformin plus Sulfonylharnstoff die Zulassung für die Behandlung von Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle erhalten.
Show moreNebenwirkungen und Arzneimittelinteraktionen
Wie bei den Benzodiazepinen oder den Corticosteroiden sind bei den Opioiden grundsätzlich die Wirkungen (Analgesie, Sedierung, Entspannung, Unterdrückung des Hustenreizes) nicht von den Nebenwirkungen (Sucht, Atemdepression, Obstipation, Übelkeit, Miosis) zu trennen, da die analgetisch wirksamen Opioidrezeptoren eben das gesamte Wirkspektrum vermitteln (Tab. 2, Abb. 9). Die analgetische Selektivität ist daher nur relativ und verschwindet mit zunehmender Potenz der Opioide bzw. mit zunehmender Dosierung.Show morePflanzlicher Wirkstoff hemmt Osteoklasten
Ein Wirkstoff aus der Immergrünen Magnolie verspricht einen neuen Ansatz in der Osteoporosetherapie: Wie ein Forscherteam vom Institut für Biochemie und Molekularen Medizin der Universität Bern herausgefunden hat, hemmt der Magnolieninhaltsstoff 4-O-Methylhonokiol die Entstehung der Osteoklasten und kann so den Knochenabbau im menschlichen Körper bremsen.Show moreDas körpereigene Opioidsystem
Die therapeutischen Opioidwirkstoffe wirken ebenso wie die missbräuchlich verwendeten Opium-Drogen über die Stimulation der körpereigenen Opioidrezeptoren. Diese Rezeptoren und ihre endogenen Liganden, die Endorphine und Endomorphine – Kunstworte aus "endogen" und "Morphin" – dienen primär der eigenen Schmerzabwehr sowie der Koordination von vegetativen Funktionen und der psychischen Motivierung unter schmerzhaften-stressvollen Bedingungen.Show moreDermatologische Therapien – Neues und Bewährtes
Shampoo – wichtige topische Therapieform
Von Sabine Wanderburg
Ein Haustier leidet unter Juckreiz, Papeln, Pusteln, Krusten oder Haarausfall – welche Ursachen kommen infrage und welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Was ist bei der Behandlung zu beachten? Wann machen Shampoos Sinn und wie werden sie richtig angewendet? Der folgende Überblick umfasst wichtige antiparasitäre, antibakterielle sowie immunsuppressive und immunmodulatorische Therapieverfahren bei dermatologischen Erkrankungen. Vorgestellt werden ausgewählte Therapiesituationen, in denen besonders interessante, beratungsbedürftige oder relativ neue Arzneimittel zum Einsatz kommen.Show moreWie wirksam ist die H.-pylori-Eradikation in Lateinamerika?
Zur Eradikation des weltweit verbreiteten Magenkeims Helicobacter pylori werden verschiedene Therapieschemata empfohlen. Bezüglich ihrer Wirksamkeit gibt es offenbar große regionale Unterschiede, wie eine in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlichte Untersuchung gezeigt hat.Show more
Opioide
Opioide sind die wichtigsten Schmerzmittel im klinischen Alltag, die bei starken bis stärksten Schmerzen ausreichend analgetisch wirken. Doch sprechen nicht alle Schmerzen auf Opioide an, und Nebenwirkungen begrenzen den Einsatz. Daher sollten Opioide nicht unkritisch verordnet werden. Grundsätzlich gehört die Verordnung von Opioiden und das Ausstellen von BtM-Rezepten zum Handwerk eines jeden Arztes, zumal jeder Patient einen Anspruch auf eine bestmögliche Schmerzlinderung besitzt. Für den Apotheker ist das Wissen vom Umgang mit den Nebenwirkungen und den vielfältigen Darreichungsformen alltagsrelevant.
Von Thomas Herdegen
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Die Opioidwirkstoffe
Das individuelle Wirkprofil der Opioide ergibt sich aus ihrer Affinität zu und intrinsischen Aktivität an den µ-Opioid-Rezeptoren sowie einer komplexen Kinetik mit Anflutung und Rückverteilung. Die Einteilung in schwache und starke Opioide spiegelt auch die Unterstellung unter die BtMVV wider.Show moreKlinischer Einsatz von Opioiden
"Divinum est sedare dolorem" – der Schmerzhemmung der Opioide werden schon in antiken Zivilisationen göttliche Eigenschaften zugeschrieben, was sich auch in der Namensableitung von Morpheus, dem Gott des Schlafes, abbildet. Im ambulanten Bereich sind die Opioid-Therapeutika die wichtigsten Analgetika bei starken Schmerzen, wobei Entspannung und Wohlgefühl die Schmerzlinderung unterstützen können.Show moreSaxagliptin im Vergleich mit Sulfonylharnstoff
Saxagliptin (Onglyza™) ist ein DPP(Dipeptidyl-Peptidase)-4-Inhibitor, der nur einmal täglich eingenommen werden muss. Saxagliptin senkt in Kombination mit Metformin den HbA1c -Wert mindestens so effektiv wie das Duo Metformin/Sulfonylharnstoff, allerdings mit einem weitaus geringeren Risiko für Hypoglykämien.Show morePegloticase fördert die Ausscheidung von Harnsäure
Pegloticase ist ein Polyethylenglycol-Konjugat einer rekombinant hergestellte Uricase zur Behandlung der Gicht. In zwei Studien mit Patienten, die auf eine konventionelle Gichttherapie nicht ansprachen, senkte Pegloticase die Harnsäurekonzentration unter 6 mg/dl.Show moreBei Appendizitis immer gleich unters Messer?
In einer französischen Interventionsstudie wurde an 243 Patienten mit einer akuten Blinddarmentzündung untersucht, ob eine antibiotische Behandlung eine effektive Alternative zur chirurgischen Entfernung des Wurmfortsatzes ist. Durch die Antibiotikatherapie bei erwachsenen Patienten mit unkomplizierter Appendizitis konnten zwar zwei Drittel aller Operationen vermieden werden. Die Rate der Peritonitis-Komplikationen war jedoch erhöht.Show moreBardoxolon bessert Nierenfunktion bei Diabetikern
Bardoxolon ist ein neuer Wirkstoff, der das Fortschreiten der Niereninsuffizienz beim Typ-2-Diabetes mellitus verlangsamen soll. In einer Phase-II-Studie konnte die tägliche Einnahme von Bardoxolon die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bei Typ-2-Diabetikern steigern.Show moreMusik kann Krebspatienten helfen
Die Diagnose Krebs bringt für viele Betroffene großes emotionales und körperliches Leid. Dass Musik positive Auswirkungen auf Krebspatienten hat, belegt ein Cochrane Review: In Studien konnte die Stimmung verbessert und Ängste gemindert werden. Auch Schmerzen wurden reduziert, auch wenn dieser Effekt nur mäßig war. Show moreKooperation mit den Unsichtbaren
Rund zwei Kilo wiegt das Immunsystem eines gesunden Erwachsenen. Es verteilt sich über den gesamten Körper. Eine bedeutende Rolle spielt in diesem System der Darm. Hier sind rund 70 Prozent des Immunsystems lokalisiert und hier setzt auch eine Gruppe von Wirkstoffen an, die zunehmend Interesse findet: die Probiotika.Show moreSelbstmedikation bei Senioren
Lehren aus der Priscus-Liste
Von Elisabeth Thesing-Bleck und Iris Hinneburg
Die Arzneitherapie geriatrischer Patienten ist keine einfache Aufgabe. Häufig müssen Senioren anders behandelt werden als jüngere Erwachsene mit der gleichen Erkrankung. Es sind nicht nur Kontraindikationen, die auf Komorbiditäten beruhen, sondern auch Interaktionen bei der Anwendung mehrerer Arzneimittel zu beachten. Einige Arzneistoffe sind bei älteren Patienten problematisch, weil sie alterstypische Beschwerden verstärken oder vermehrt zu Nebenwirkungen führen können. Hilfestellung bei der seniorengerechten Auswahl von Arzneistoffen bietet die Priscus-Liste, die im Herbst 2010 veröffentlicht wurde [7]. Sie nennt 83 Wirkstoffe, die bei geriatrischen Patienten häufig nicht angemessen sind. Meistens handelt es sich dabei um verschreibungspflichtige Arzneistoffe, doch die Liste führt auch einige Arzneistoffe aus dem OTC-Bereich auf.Show moreParacetamol, Ibuprofen oder eine Kombination?
In einer englischen Studie wurden Wirksamkeit und Sicherheit einer kurz- und einer längerfristigen Einnahme von Paracetamol, Ibuprofen oder einer Kombination beider Wirkstoffe zur Linderung von Knieschmerzen in der Selbstmedikation untersucht. Das Fazit: Die Kombination ist effektiver, aber mit mehr Nebenwirkungen verbunden.Show moreBRAF-Inhibitor Vemurafenib bringt den Durchbruch
Nachdem die Therapiemöglichkeiten bislang begrenzt waren und zudem lange stagnierten, deutet sich nunmehr der Durchbruch beim fortgeschrittenen malignen Melanom an: Durch gleich zwei neue Behandlungsoptionen – die Aktivierung des Immunsystems durch Ipilimumab (Yervoy®) und vor allem durch die Blockade des Ras/RAF/MEK-Signalwegs durch den BRAF-Inhibitor Vemurafenib – lässt sich das Überleben der Patienten signifikant verlängern. In den USA wurde bereits eine Zulassung für Vemurafenib (Zelboraf®) erteilt.Show moreAgranulozytosen im Zusammenhang mit Metamizol
Durch die bedenkliche Zunahme der Meldungen von Agranulozytosen im Zusammenhang mit Metamizol hält die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) eine Erinnerung an diese seit Langem bekannte unerwünschte Arzneimittelwirkung für erforderlich.Show moreBotulinum bei Harninkontinenz
Botulinumtoxin Typ A (Botox®) hat über das Verfahren zur gegenseitigen Anerkennung mit Irland als Referenzland eine Zulassung zur Behandlung der Harninkontinenz bei Erwachsenen mit neurogener Detrusorüberaktivität bei einer neurogenen Blasenfehlfunktion erhalten.Show moreKörpereigener Abwehrstoff bindet Viren an die Zelle
Der körpereigene Eiweißstoff Tetherin (CD317) spielt eine wichtige Rolle beim Schutz menschlicher Zellen vor einer Infektion mit Viren, indem es die Freisetzung von Viruspartikeln verhindert. CD317 ist vor allem gegen Viren wirksam, die eine Hülle besitzen, unter anderem gegen das Grippevirus, das HI- und das Lassa-Virus. Wie Heidelberger Wissenschaftler jetzt zeigten, wird Tetherin – anders als bislang angenommen – fast überall im Körper gebildet. Die Ergebnisse stellen Behandlungskonzepte infrage und zeigen neue Anwendungsmöglichkeiten auf.Show moreAuch Patienten mit Rheuma vor Infektionen schützen
Bei Patienten mit einer rheumatischen Erkrankung ist das Infektionsrisiko erhöht. Ihr Immunstatus ist dennoch häufig mangelhaft. Das sollte sich ändern. Denn die Mehrheit der Impfungen zeigt auch bei ihnen eine hohe Effektivität und löst keinen Krankheitsschub aus.Show moreRechtliches
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