Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Eigenbrauer-Syndrom: Kein Alkohol konsumiert, aber trotzdem betrunken?
„Herr Polizist, ich habe keinen Tropfen getrunken, auch wenn das Messgerät 2,1 Promille anzeigt.“ Was nach schlechter Ausrede klingt, ist tatsächlich möglich. Menschen, die unter dem Eigenbrauer-Syndrom leiden, werden betrunken, ohne Alkohol zu konsumieren. Er wird von ihrem eigenen Körper produziert.Show moreDas Potenzial der Phytotherapie nutzen
Seit sieben Jahren dürfen Ärzte in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen keine pflanzlichen Arzneimittel mehr auf GKV-Rezept verordnen. Dabei erfreuen sich Phytopharmaka einer wachsenden Wertschätzung – nicht nur bei Patienten, sondern auch bei den Hausärzten. Das ist keineswegs paradox: Die "typischen" Patienten des Hausarztes sind vor allem ältere, chronisch multimorbide Menschen. Für viele ihrer Beschwerden eignen sich zugelassene Phytopharmaka wegen ihres günstigen Nutzen-Risiko-Profils.Show moreKrankheiten und das Verursacherprinzip
Die Gesundheitskosten explodieren, Krankenkassen melden Defizite, die Politik ringt um einen Ausgleich, sie versucht zu sparen bei den Apothekern, bei den Ärzten, bei den Krankenhäusern, bei den Arzneimittelherstellern, bei sich selbst (?). Darauf möchte Prof. Dr. H. P. T. Ammon, Altpräsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft und Altpräsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, aufmerksam machen. Niemand habe bisher darüber diskutiert, ob Einsparungen auch beim Patienten selbst möglich sind.Show moreImmunmodulator Ipilimumab als neuer Therapieansatz
Ipilimumab (Yervoy®) ist seit Juli 2011 für die Therapie des fortgeschrittenen, nicht-resezierbaren oder metastasierten Melanoms bei Erwachsenen zugelassen, die bereits zuvor einer Behandlung unterzogen wurden. Der Wirkmechanismus des neuen Immuntherapeutikums ist indirekter Art und beruht auf einer T-Zell-vermittelten, gegen den Tumor gerichteten Immunantwort. Ipilimumab stellt die erste Therapieoption mit einem signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben seit über 30 Jahren dar.Show moreErnährung bei Schichtarbeit – Essen zu unmöglichen Zeiten
Immer mehr Arbeitsabläufe der modernen Berufswelt folgen nicht mehr dem biologischen Rhythmus des Menschen. Neben der Medizin, der chemischen und der Schwerindustrie, sind auch viele Diensleistungsbereiche, etwa im Verkehrswesen, der Energiewirtschaft oder der Kommunikationsbranche rund um die Uhr gefragt. Der Anteil der Schichtarbeiter nimmt somit stetig zu. Wie wirkt sich dieser veränderte Tagesrhythmus auf die Ernährung und Gesundheit aus? Folge 8 unserer Reihe "Ernährungs-Update" gibt Antworten auf diese Frage.Show moreDreierkombination wirkt auch bei starken Kopfschmerzen
Die fixe Kombination aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein ist unabhängig von der Kopfschmerzdiagnose bei der Behandlung starker Kopfschmerzattacken wirksam, sicher und verträglich – so das Resultat einer aktuellen Post-hoc-Analyse an Patienten, die unter starken Kopfschmerzen litten. Dieses Ergebnis wurde über ein auf dem 15. Kongress der International Headache Society (IHS) ausgestelltes Poster publiziert.Show moreWirken Mirtazapin und Sertralin bei Demenzpatienten?
Obwohl Demenzkranke häufig unter Depressionen leiden, gab es bislang wenige Studien zur antidepressiven Therapie dieses Patientenkollektivs. Eine englische Arbeitsgruppe untersuchte daher Wirksamkeit und Sicherheit von Sertralin und Mirtazapin bei depressiven Demenzpatienten. Ihr Fazit: Beide Mittel wirken nicht besser als Placebo.Show moreEffektive Immunsuppression mit Costimulations-Blocker
Die Vielfalt heutiger Immunsuppressiva hat das Akutversagen einer transplantierten Niere weitgehend gebannt. Die Einjahres-Überlebensrate von Transplantat und Patient liegt aktuell bei etwa 90%. Weniger gut sieht es mit der langfristigen Prognose aus. Herausforderungen sind, die Nierenfunktion länger aufrecht zu erhalten, und metabolische Nebenwirkungen der Immunsuppression zu mindern. Eine neue Option eröffnet die Zulassung des selektiven T-Zell-Costimulationsblockers Belatacept (Nulojix® , ausgesprochen [nu‘lo:jiks]).Show moreAus die Laus! Machen Sie mit!
Vorbeugen, behandeln, schützen: Das Laus-Stop der Firma Rausch bietet sich als natürlich wirksame Kur gegen Kopfläuse und Nissen an. Mit einer Aktion für die Beratung, Vorbeugung und Hilfe können die Apotheken wichtige Akzente in ihrer Kundenberatung setzen.Show moreBrentuximab vedotin hilft beim Hodgkin-Lymphom
Brentuximab vedotin (Adcetris TM ) ist ein Antikörperkonjugat, bei dem der Antikörper mit einigen Molekülen Monomethyl-Auristatin gekoppelt ist. In den USA wurde bereits eine Zulassung für die Behandlung des Hodgkin-Lymphoms erteilt.
Show moreLinagliptin für die Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen
Der lang wirkende Hemmer der Dipeptidyl-Peptidase 4(DPP-4) Linagliptin (Trajenta ® ) hat in Kombination mit Metformin und Metformin plus Sulfonylharnstoff die Zulassung für die Behandlung von Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle erhalten.
Show moreNebenwirkungen und Arzneimittelinteraktionen
Wie bei den Benzodiazepinen oder den Corticosteroiden sind bei den Opioiden grundsätzlich die Wirkungen (Analgesie, Sedierung, Entspannung, Unterdrückung des Hustenreizes) nicht von den Nebenwirkungen (Sucht, Atemdepression, Obstipation, Übelkeit, Miosis) zu trennen, da die analgetisch wirksamen Opioidrezeptoren eben das gesamte Wirkspektrum vermitteln (Tab. 2, Abb. 9). Die analgetische Selektivität ist daher nur relativ und verschwindet mit zunehmender Potenz der Opioide bzw. mit zunehmender Dosierung.Show morePflanzlicher Wirkstoff hemmt Osteoklasten
Ein Wirkstoff aus der Immergrünen Magnolie verspricht einen neuen Ansatz in der Osteoporosetherapie: Wie ein Forscherteam vom Institut für Biochemie und Molekularen Medizin der Universität Bern herausgefunden hat, hemmt der Magnolieninhaltsstoff 4-O-Methylhonokiol die Entstehung der Osteoklasten und kann so den Knochenabbau im menschlichen Körper bremsen.Show moreDas körpereigene Opioidsystem
Die therapeutischen Opioidwirkstoffe wirken ebenso wie die missbräuchlich verwendeten Opium-Drogen über die Stimulation der körpereigenen Opioidrezeptoren. Diese Rezeptoren und ihre endogenen Liganden, die Endorphine und Endomorphine – Kunstworte aus "endogen" und "Morphin" – dienen primär der eigenen Schmerzabwehr sowie der Koordination von vegetativen Funktionen und der psychischen Motivierung unter schmerzhaften-stressvollen Bedingungen.Show moreDermatologische Therapien – Neues und Bewährtes
Shampoo – wichtige topische Therapieform
Von Sabine Wanderburg
Ein Haustier leidet unter Juckreiz, Papeln, Pusteln, Krusten oder Haarausfall – welche Ursachen kommen infrage und welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Was ist bei der Behandlung zu beachten? Wann machen Shampoos Sinn und wie werden sie richtig angewendet? Der folgende Überblick umfasst wichtige antiparasitäre, antibakterielle sowie immunsuppressive und immunmodulatorische Therapieverfahren bei dermatologischen Erkrankungen. Vorgestellt werden ausgewählte Therapiesituationen, in denen besonders interessante, beratungsbedürftige oder relativ neue Arzneimittel zum Einsatz kommen.Show moreWie wirksam ist die H.-pylori-Eradikation in Lateinamerika?
Zur Eradikation des weltweit verbreiteten Magenkeims Helicobacter pylori werden verschiedene Therapieschemata empfohlen. Bezüglich ihrer Wirksamkeit gibt es offenbar große regionale Unterschiede, wie eine in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlichte Untersuchung gezeigt hat.Show more
Opioide
Opioide sind die wichtigsten Schmerzmittel im klinischen Alltag, die bei starken bis stärksten Schmerzen ausreichend analgetisch wirken. Doch sprechen nicht alle Schmerzen auf Opioide an, und Nebenwirkungen begrenzen den Einsatz. Daher sollten Opioide nicht unkritisch verordnet werden. Grundsätzlich gehört die Verordnung von Opioiden und das Ausstellen von BtM-Rezepten zum Handwerk eines jeden Arztes, zumal jeder Patient einen Anspruch auf eine bestmögliche Schmerzlinderung besitzt. Für den Apotheker ist das Wissen vom Umgang mit den Nebenwirkungen und den vielfältigen Darreichungsformen alltagsrelevant.
Von Thomas Herdegen
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Die Opioidwirkstoffe
Das individuelle Wirkprofil der Opioide ergibt sich aus ihrer Affinität zu und intrinsischen Aktivität an den µ-Opioid-Rezeptoren sowie einer komplexen Kinetik mit Anflutung und Rückverteilung. Die Einteilung in schwache und starke Opioide spiegelt auch die Unterstellung unter die BtMVV wider.Show moreKlinischer Einsatz von Opioiden
"Divinum est sedare dolorem" – der Schmerzhemmung der Opioide werden schon in antiken Zivilisationen göttliche Eigenschaften zugeschrieben, was sich auch in der Namensableitung von Morpheus, dem Gott des Schlafes, abbildet. Im ambulanten Bereich sind die Opioid-Therapeutika die wichtigsten Analgetika bei starken Schmerzen, wobei Entspannung und Wohlgefühl die Schmerzlinderung unterstützen können.Show moreSaxagliptin im Vergleich mit Sulfonylharnstoff
Saxagliptin (Onglyza™) ist ein DPP(Dipeptidyl-Peptidase)-4-Inhibitor, der nur einmal täglich eingenommen werden muss. Saxagliptin senkt in Kombination mit Metformin den HbA1c -Wert mindestens so effektiv wie das Duo Metformin/Sulfonylharnstoff, allerdings mit einem weitaus geringeren Risiko für Hypoglykämien.Show morePegloticase fördert die Ausscheidung von Harnsäure
Pegloticase ist ein Polyethylenglycol-Konjugat einer rekombinant hergestellte Uricase zur Behandlung der Gicht. In zwei Studien mit Patienten, die auf eine konventionelle Gichttherapie nicht ansprachen, senkte Pegloticase die Harnsäurekonzentration unter 6 mg/dl.Show moreBei Appendizitis immer gleich unters Messer?
In einer französischen Interventionsstudie wurde an 243 Patienten mit einer akuten Blinddarmentzündung untersucht, ob eine antibiotische Behandlung eine effektive Alternative zur chirurgischen Entfernung des Wurmfortsatzes ist. Durch die Antibiotikatherapie bei erwachsenen Patienten mit unkomplizierter Appendizitis konnten zwar zwei Drittel aller Operationen vermieden werden. Die Rate der Peritonitis-Komplikationen war jedoch erhöht.Show moreBardoxolon bessert Nierenfunktion bei Diabetikern
Bardoxolon ist ein neuer Wirkstoff, der das Fortschreiten der Niereninsuffizienz beim Typ-2-Diabetes mellitus verlangsamen soll. In einer Phase-II-Studie konnte die tägliche Einnahme von Bardoxolon die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bei Typ-2-Diabetikern steigern.Show moreRechtliches
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