Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Risdiplam so früh wie möglich anwenden
Die spinale Muskelatrophie gehört zu den schwerwiegendsten genetisch bedingten neuromuskulären Erkrankungen des Kindesalters. Lange Zeit gab es keine orale Therapieoption. Das änderte sich 2021 mit Risdiplam, einem oralen niedermolekularen RNA-modifizierenden Wirkstoff.Show moreUltra-Langzeitinsulin Degludec
Hoffen auf seltenere nächtliche Hypoglykämien
Das neue ultra-langwirksame Basalinsulin Insulindegludec wurde in zwei Phase-III-Studien mit einem herkömmlichen Basalinsulin verglichen. Bei diesem Vergleich erwies sich Insulindegludec als ebenso wirksam wie Insulinglargin. Ein Pluspunkt für Insulindegludec ist das leicht reduzierte nächtliche Hypoglykämierisiko.
Show moreMariendistelextrakt wirkungslos bei Hepatitis C?
Orales Silymarin in Studie erfolglos
Über 400.000 Menschen sind in Deutschland von einer Hepatitis C betroffen. Die Infektionskrankheit zeichnet sich durch eine hohe Chronifizierungsrate aus, die zu schweren Leberschädigungen führen kann. Da einige Patienten auf die Standardtherapie nicht ansprechen, wurde ein Silymarin-Extrakt eingesetzt, der in einer Pilotstudie vielversprechende Resultate geliefert hatte. Eine aktuelle randomisierte kontrollierte US-Studie zeigt jetzt die Wirkungslosigkeit des Präparats Legalon forte® bei chronischer Hepatitis C.
Show moreGut versorgt in der Kürze
Ernährungstherapie bei Kurzdarmsyndrom (Ernährungs-Update 2012)
Wenn Teile des Darms fehlen oder in ihrer Funktion eingeschränkt sind, hat dies natürlich Konsequenzen für die Nährstoffversorgung. Bei Patienten mit einem Kurzdarmsyndrom stehen ernährungsmedizinische Maßnahmen daher ganz oben auf dem Therapieplan. Das Ziel: eine orale Ernährungsweise, mit der der Patient optimal mit allen Nährstoffen versorgt ist.Show moreVon der WHO zugelassene Antimalariamittel wirkungslos
Zu geringer Wirkstoffgehalt durch Produktionsmängel
Auf die Gefährlichkeit von gefälschten und gepanschten Arzneimitteln gegen Malaria und die Bedeutung für die Zunahme von Resistenzbildungen bei Plasmodium-Stämmen ist kürzlich hingewiesen worden. Wie eine amerikanische Studie jetzt zeigt, enthielten etwa 10% der von der WHO zugelassenen Antimalaria-Medikamente nicht die geforderte Menge an Wirkstoff. In einer weiteren Studie wurden ebenfalls von der WHO zugelassene Präparate gegen Tuberkulose und andere bakterielle Infektionen untersucht, auch fast 7% dieser Produkte wurden als mangelhaft eingestuft.Show moreErster bundesweiter Aktionstag gegen den Schmerz
„Jeder soll wissen, was bei Schmerzen zu tun ist“
Schmerzpatienten sind in Deutschland noch immer unterversorgt. Es fehlen bis zu 2500 schmerztherapeutische Einrichtungen. Kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen und andere psychotherapeutische Verfahren werden zu selten genutzt. Darauf wiesen Schmerzexperten auf dem ersten bundesweiten Aktionstag gegen den Schmerz in München hin. Sie fordern eine bessere Aufklärung der Patienten, mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit und individuelle multimodale Therapiekonzepte.
Show moreMethylphenidat bei Parkinson
Im Anfangsstadium sind Parkinson-Patienten gut mit einer Dopamin-Substitutionstherapie zu behandeln. Doch bei Fortschreiten der Erkrankung stößt diese Therapie an Grenzen. Eine Möglichkeit bei noch bestehendem Ansprechen auf L-Dopa ist die tiefe Hirnstimulation. Wenn auch hier ein befriedigender Erfolg ausbleibt, könnte die Gabe des für die ADHS-Behandlung zugelassenen Psychoanaleptikums Methylphenidat eine Option sein.
Show moreAbspecken mithilfe eines Schwangerschaftshormons?
Bedenklicher Diättrend aus den USA
Der Wunsch nach einer schnellen und vor allem bequemen Gewichtsreduktion treibt immer wieder seltsame Blüten. Ein bedenklicher Diättrend kommt aktuell aus den USA: Abspecken mithilfe des Schwangerschaftshormons HCG (humanes Choriongonadotropin), das unter die Haut injiziert wird.Show moreNeues Antiepileptikum Perampanel
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur hat Ende Mai eine positive Stellungnahme zum Einsatz von Perampanel (vorgesehener Handelsname Fycompa®, Firma Eisai) zur Zusatztherapie fokaler Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei Epilepsiepatienten ab zwölf Jahren abgegeben. Perampanel soll in den kommenden Monaten auf den Markt kommen.
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Therapeutisches Team
Kommunikation zwischen Apotheker und Arzt zum Wohl des Patienten
Verena Stahl | Die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Ärzten spielt eine Schlüsselrolle bei der Optimierung der Patientenversorgung. Entscheidend ist, nicht nur auf der Sachebene sondern auch durch den Einsatz guter Kommunikationstechniken zu überzeugen.Show moreHer2-positiver Brustkrebs
Für die Inhibition der Effekte des Her2/neu-Wachstumsfaktors kann entweder der Rezeptor extrazellulär gehemmt werden oder aber intrazellulär über die Tyrosinkinasehemmung (s. Kasten). Mit der Frage, welche Option sich für den Einsatz in welcher Krankheitsphase am besten eignet, beschäftigten sich auch Experten während des amerikanischen Krebskongresses (ASCO) in Chicago. Eine Studie zeigte, dass Trastuzumab offensichtlich einen Vorteil in der metastasierten Situation hat, die andere, dass es in der Neoadjuvanz eventuell sogar von Vorteil ist, beide zusammen einzusetzen.Show moreTriptane und Psychopharmaka
Viele Menschen leiden sowohl unter Migräne als auch unter Depressionen. Im Vordergrund der medikamentösen Therapie beider Erkrankungen stehen Arzneistoffe, die die Serotonin-Wirkung verstärken: Triptane und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bzw. Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI). Bei gleichzeitiger Anwendung muss zumindest aufgrund theoretischer Überlegungen von einem erhöhten Risiko für ein Serotonin-Syndrom ausgegangen werden. Doch die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) gibt Entwarnung, das Risiko sei sehr gering.
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Parkinson-Therapie nach der Uhr
Parkinson-Patienten sind ähnlich wie Diabetiker darauf angewiesen, beeinträchtigte, reduzierte oder versiegte Steuerungsfunktionen des Körpers medikamentös zu substituieren. Die Nachahmung der physiologischen Neurotransmitter- oder Hormonausschüttung stellt dabei eine wesentliche Herausforderung in der Therapie der jeweiligen degenerativen Erkrankung dar. Patienten werden daher in Abhängigkeit ihres Krankheitsstadiums und ihrer Krankheitsaktivität individuell mit verschiedenen Wirkstoffen therapiert. Dabei ist die exakte und pünktliche Einnahme der Medikation entscheidend für den täglichen und langfristigen Therapieerfolg.
Show moreNahrungsmittelallergien nicht unterschätzen
Reaktionen auf Milch und Eier besonders häufig
Allergische Reaktionen auf spezielle Nahrungsmittel werden bei Kindern und Teenagern häufig nicht richtig ernst genommen. Das ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Beobachtungsstudie.Show more
Eine Parkinson-Patientin mit Sturzneigung
Hildegard P. ist 75 Jahre alt und verwitwet. Sie lebt allein und konnte sich trotz ihrer Erkrankungen bisher noch selbst versorgen. Als der Krankenhausapotheker sie kennenlernt, ist sie bereits seit zehn Tagen in der Klinik. Sie wurde von der Unfallchirurgie in die Akutgeriatrie verlegt. / Von Markus Zieglmeier, Hartmut Derendorf und Robert HermannShow more
Kampf gegen Malaria
Dihydroartemisinin-Piperaquin (Eurartesim ®) ist die erste Artemisinin-Kombinationstherapie für die Behandlung von unkomplizierter Malaria, die von der EMA zugelassen wurde.Show moreIn der Pipeline: SGLT-2-Inhibitor Empagliflozin
Der in der klinischen Entwicklung befindliche SGLT-2-Inhibitor Empagliflozin kann allein oder zusammen mit Metformin den HbA1c, den Nüchternblutzucker und das Körpergewicht über bis zu 90 Wochen bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes reduzieren. Darüber informierten jetzt Boehringer Ingelheim und Eli Lilly and Company.
Show moreHäufigkeit nosokomialer Infektionen unverändert
Die Vermeidung von Infektionen im Krankenhaus- und Pflegebereich erfordert wegen der mit dem Aufenthalt verbundenen erhöhten Applikation von Antibiotika und der möglichen Entwicklung von Resistenzen besondere Aufmerksamkeit. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat jetzt die Ergebnisse einer repräsentativen Prävalenz-Studie vorgelegt, die Teil einer europaweiten Erhebung ist. Danach ist die Häufigkeit nosokomialer Infektionen gegenüber einer ähnlichen Untersuchung von 1994 weitgehend unverändert, während der Anteil der mit Antibiotika behandelten Krankenhauspatienten deutlich gestiegen ist.
Show moreDabrafenib verlängert progressionsfreies Überleben
Der selektive BRAF-Kinase-Inhibitor Dabrafenib reduziert im Vergleich zur Dacarbazin-Standardtherapie bei metastasierten Melanomen das Progressionsrisiko um 70%. Außerdem weist Dabrafenib eine hohe Wirksamkeit bei Hirnmetastasen auf und führt zu weniger schweren Hauttoxizitäten als sein Vorgänger Vemurafenib. Mit Dabrafenib gibt es erstmals eine systemische Arzneimitteltherapie, die das Überleben von Melanompatienten mit multiplen Hirnmetastasen verlängern kann.Show moreBehandlung der medikamentenresistenten Tuberkulose
Die pädiatrische multi-medikamentenresistente (multidrug-resistant, MDR) Tuberkulose ist ein wachsendes Problem der öffentlichen Gesundheit, sie macht schätzungsweise etwa 15% aller weltweiten Fälle der MDR-Tuberkulose aus. In einer Studie wurde untersucht, ob die Behandlung der MDR-Tuberkulose bei Kindern erfolgreich ist.
Show moreBei Progress: Fortführen, abbrechen oder kombinieren?
Einer britischen Studie zufolge verlangsamt bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Erkrankung die kontinuierliche Einnahme von Donepezil das Fortschreiten der Demenz, wenn auch nur in geringem Ausmaß. Es erscheint also sinnvoll, die Therapie mit dem Cholinesterase-Hemmer weiterzuführen. Die Kombination mit Memantin – ein in den USA häufig gewähltes Regime – zeigte in der Studie keinen additiven Effekt.
Show moreSenkt Kaffee das Risiko für Basalzellkarzinome?
Etwa 171.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an einem Basalzellkarzinom. Dieser "weiße Hautkrebs" tritt meist zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf. Kaffee – vor allem aber das in ihm enthaltene Coffein – kann offensichtlich das Risiko für ein Basalzellkarzinom deutlich senken, wobei die präventive Wirkung von der Menge des Kaffeekonsums abhängig ist. Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung von zwei großen Studien mit nahezu 113.000 Probanden aus dem Gesundheitswesen, deren Teilnehmer über mehr als 20 Jahre beobachtet wurden.
Show moreGemüse und Obst in der Prävention
Gemüse und Obst gelten gemeinhin als Inbegriff einer "gesunden Ernährung", liefern sie doch reichlich Vitamine und Mineralstoffe, lösliche Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Über diese Inhaltsstoffe modifizieren Gemüse und Obst eine Reihe physiologischer Abläufe, die mit der Entstehung von verschiedenen Krankheiten, u. a. Tumor- und Herz-Kreislauferkrankungen sowie Hypertonie in Zusammenhang stehen [5 – 7; 9; 1113]. Dennoch wird immer kontrovers diskutiert, welche Bedeutung Gemüse und Obst bei der Krankheitsvorbeugung zukommt. Wie es um die wissenschaftliche Datenbasis der bekannten Kampagne "5 Portionen Gemüse und Obst am Tag" bestellt ist, wurde jetzt von einer Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) systematisch evaluiert [2 – 3].
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Grapefruitsaft
Inhaltsstoffe von Grapefruitsaft bergen ein hohes Interaktionspotenzial und können damit die Arzneimitteltherapie-Sicherheit (AMTS) gefährden. Auf der Liste möglicher Interaktionspartner findet man neben Statinen, HIV-Proteasehemmern, Immunsuppressiva, Antihistaminika und psychotropen Substanzen auch namhafte Vertreter kardiovaskulärer Wirkstoffe. Sie stehen im Mittelpunkt dieses AMTS-Spezial-Beitrags.
Show moreEltrombopag stimuliert Knochenmark | QT-Zeitverlängerung unter Ondansetron | Zonisamid als Monotherapie bei Epilepsie
Dequaliniumchlorid und Clindamycin gleichwertig
Bakterielle Vaginosen sind bei Frauen im gebärfähigen Alter die häufigste Ursache für Störungen der Vaginalflora. Behandelt werden sie mit Metronidazol (oral oder intravaginal) oder Clindamycin in Form einer 2%igen Vaginalcreme. Alternativ dazu könnte zukünftig das bakterizid wirkende Chinolonderivat Dequaliniumchlorid empfohlen werden, da es in einer randomisierten Studie der Clindamycin-Behandlung nicht unterlegen war.Show moreRechtliches
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