Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Hoher Blutdruck trotz Behandlung
Etwa 1,4 Milliarden Menschen weltweit litten im Jahr 2024 an Bluthochdruck. Betroffen sind vor allem Einwohner von Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, nur etwa jeder fünfte erhält eine adäquate Behandlung. In Deutschland sind rund 20 Millionen Erwachsene zwischen 30 und 79 Jahren von Bluthochdruck betroffen, bei nur etwa der Hälfte davon ist die Erkrankung unter Kontrolle. Welche Ursachen gibt es für eine resistente Hypertonie und was kann man dagegen tun?Show moreMit Vitamin D gegen Schwangerschaftsdiabetes?
Hinweise auf präventiven Schwellenwert verdichten sich
Ein Vitamin-D-Mangel ist in der Allgemeinbevölkerung mehr die Regel als die Ausnahme; bei Adipösen und Schwangeren ist er aber besonders häufig. Das Defizit steigert ihr Risiko, einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln, wie aktuelle Studien zeigen. Eine vorbeugende Supplementierung könnte sich zukünftig an einem Schwellenwert orientieren, der auch bei anderen Organsystemen wie den Knochen präventiv wirksam ist.Show moreGinkgo-Extrakte ohne Nutzen für Alzheimer-Prävention?
Doppelblindstudie zieht negative Bilanz
In Deutschland sind rund 1,3 Millionen Menschen von einer Demenz betroffen. Zur Prävention von Demenzerkrankungen wird sowohl in der Selbstmedikation, aber auch unter ärztlicher Verordnung ein Standardextrakt aus Ginkgo-Blättern eingesetzt, dessen Wirksamkeit wird jedoch kontrovers diskutiert. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse der GuidAge-Studie zeigen keinen Unterschied zwischen Probanden unter Placebo und solchen, die den standardisierten Ginkgo-Extrakt erhielten. In einem Kommentar wurde denn auch gefordert, die Wirksamkeit des pflanzlichen Präparats in größeren Studien nachzuweisen.Show moreNeuer Wirkstoff Brentuximab
Das Antikörperkonjugat Brentuximab Vedotin (Adcetris®; Takeda) steht kurz vor der europäischen Zulassung. Es wird bei bestimmten fortgeschrittenen Lymphomen eingesetzt, die eine Überexpression von CD30-Zellen aufweisen. Dank einer speziellen Linker-Technologie wird der zytotoxische Wirkstoffanteil in die Tumorzelle eingeschleust und entfaltet erst dort seine Wirkung.Show moreFitte Dicke sterben später
Fett-Muskelmasse-Verteilung beeinflusst Mortalität
Das Phänomen, dass ein erhöhtes Körpergewicht bei gleichzeitig gutem Fitnesszustand beim Eintreten einer chronischen Erkrankung im Vergleich zu einem normalen BMI und gleichzeitig geringerer Muskelmasse von Vorteil ist, wurde bereits bei kardiovaskulären Erkrankungen und dem damit verbundenen Mortalitätsrisiko beschrieben. Für die Arbeitsgruppe um Carnethon der Nortwestern University in Chicago Anlass genug, sich mit dem kardiovaskulären und Gesamt-Mortalitätsrisiko von normal- und übergewichtigen Diabetikern zu beschäftigen.Show moreHohe Effektivität der Impfung gegen Rotaviren
Deutlich weniger Hospitalisierungen
Rotaviren sind die häufigste Ursache für schwere, akute Durchfallerkrankungen weltweit. Bis zum Ende des dritten Lebensjahres haben mehr als 90% aller Kinder eine Infektion durchgemacht. Schwerste Krankheitsverläufe sind in der Altersgruppe zwischen sechs Monaten und zwei Jahren zu finden. Belgien war das erste Land in der EU, das eine routinemäßige Impfung gegen Rotaviren in das Impfprogramm für Kinder aufnahm. Eine belgische Fallkontrollstudie zeigt jetzt den Erfolg dieser Impfung, die zu einer deutlichen Reduktion der Rotavirus-bedingten Hospitalisierung von Kleinkindern geführt hat.
Show moreB-Vitamine und Folsäure zur Schlaganfallprävention
Antithrombotika vermindern positive Effekte
Hohe Homocysteinspiegel gelten als Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse. Eine logische Schlussfolgerung wäre, diese zu senken, um beispielsweise Schlaganfälle zu verhindern. Dass dies funktioniert, konnte bisher jedoch nicht eindeutig belegt werden. Nun scheint man eine Ursache dafür identifiziert zu haben. In einer Posthoc-Analyse der VITATOPS-Studie (Vitamins to prevent stroke), war die Supplementation nur bei den Patienten effektiv, die keine Wirstoffe wie ASS oder Clopidogrel einnahmen.Show moreDie Priscus-Liste im Test
Praktikabilität und Vergleich mit internationalen PIM-Listen
Svenja Siebert, Barbara Elkeles, Georg Hempel, Julia Kruse, Martin Smollich | Die 2010 publizierte Priscus-Liste ist inzwischen umfassend bekannt und besitzt einen festen Stellenwert in der geriatrischen Pharmakotherapie. Sie listet 83 Wirkstoffe auf, die als potenziell inadäquate Medikation (PIM) für ältere Patienten eingestuft werden. Damit liefert die Priscus-Liste Ärzten und Apothekern ein Werkzeug, um die Medikation geriatrischer Patienten insbesondere unter den Aspekten Arzneimitteltherapiesicherheit und Prävention unerwünschter Arzneimittelwirkungen zu bewerten. Im Rahmen einer interprofessionell durchgeführten Untersuchung wurde nun erstmals die klinische Praktikabilität der Priscus-Liste im geriatrischen Alltag ermittelt und mit anderen PIM-Listen verglichen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie publiziert [1].Show moreDuogynon: Zusammenhang mit Fehlbildungen nicht belegt
Retrospektive statistische Auswertung vorgestellt
Bis in die 1970er Jahre wurde die Kombination aus Progesteron und Östradiol (Duogynon®) zum hormonellen Nachweis einer Schwangerschaft verwendet. In den Folgejahren wurde immer wieder die Frage gestellt, ob seine Anwendung in der Frühschwangerschaft Fehlbildungen bei Neugeborenen hervorrufen könnte. Obwohl die Zulassung nach schriftlichem Verzicht von Schering 1980 erloschen ist, erfasst und prüft das BfArM weiterhin Berichte über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Duogynon® .Show moreRizatriptan gegen Migräne
Auch für Kinder und Jugendliche geeignet
Rizatriptan ist zur Behandlung der Migräne auch für Kinder und Jugendliche geeignet. Das zeigte sich jetzt in einer Studie mit 977 jungen Patienten. Die neuen Daten, die jetzt in der Fachzeitschrift Cephalalgia veröffentlicht wurden, haben in den USA bereits die Zulassung des Wirkstoffs Rizatriptan für Kinder ermöglicht und könnten jetzt auch das Prüfverfahren für die EU beschleunigen.
Show moreLieferengpass für Daunorubicin
Therapie von Leukämie-Patienten gefährdet
Anfang September wird ein vorübergehender Engpass für Daunorubicin erwartet. Lieferschwierigkeiten bei der Versorgung mit Zytostatika traten in jüngster Zeit häufiger auf und werden von Fachgesellschaften mit Sorge betrachtet.
Show moreInhalative Glucocorticoide hemmen das Wachstum
Erwachsene kleiner nach Asthmatherapie in der Kindheit
Die dauerhafte Anwendung von Glucocorticoiden bei Kindern vor der Pubertät mit persistierendem Asthma führt zu einer zeitweisen Verlangsamung des Wachstums. Bisher wurde vermutet, dass es sich hier nur um eine Wachstumsverzögerung handele, die keine Auswirkung auf die am Ende des Wachstums erreichte Körpergröße hätte. Eine aktuelle doppelblinde, placebokontrollierte Studie weist aber doch auf eine geringere Größe der in der Kindheit Behandelten im Erwachsenenalter hin.
Show moreSchlafapnoe als Risikofaktor für Hypertonie
Nutzen einer Überdruck-Beatmung
Zwei kürzlich veröffentlichte Studien untersuchten bei Schlafapnoe-Patienten den Nutzen einer Überdruckbeatmung (CPAP) für das kardiovaskuläre Outcome, insbesondere die Entwicklung eines Bluthochdrucks. Die Atemaussetzer im Schlaf sind ein Risiko für die Entwicklung einer Hypertonie. Es zeigten sich Hinweise darauf, dass eine Überdruckbeatmung dieses Risiko reduzieren kann.Show morePsoriasis umfassend behandeln
Was TNF-α-Inhibitoren bei Psoriasis leisten können
Die TNF-alpha-Blockade ist fester Bestandteil der Psoriasis-Therapie. Bei einem Teil der Patienten lässt sich nur damit das primäre Ziel, ein PASI 75, erreichen. Unverzichtbar sind TNF-alpha-Inhibitoren auch bei Psoriasis-Arthritis und der Nagelpsoriasis. Aktuelle Daten zu den beiden TNF-alpha-Inhibitoren Infliximab und Adalimumab wurden anlässlich der 23. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München präsentiert.Show moreArzneimittelinteraktionen
Verstehen, vermitteln und vermeiden
Ruwen Böhm, Kirstin Reinecke, Ekkehard Haen, Ingolf Cascorbi, Thomas Herdegen | Unerwünschte Arzneimittelinteraktionen sind häufig, gefährden den Therapieerfolg und führen zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen. Das Wissen darum und die Aufklärung der Patienten durch Arzt und Apotheker sind unabdingbar für eine sichere Arzneimitteltherapie. Bei OTC-Arzneimitteln mit Interaktionspotenzial sind die Apotheker in besonderem Maße gefordert. Arzneimittelinteraktionen entstehen durch verschiedene galenische, pharmakokinetische und pharmakodynamische Mechanismen, die im Folgenden erklärt werden. Veränderungen der Pharmakokinetik werden am Beispiel von Cytochrom-P450-Isoenzymen in weiteren Artikeln vorgestellt.Show moreKurz gemeldet: Arrhythmien unter Domperidon | Gestörter Riechsinn bei Mäusen repariert | FDA: Linaclotid bei chronischer Obstipation
Gabapentin mildert Schwere und Häufigkeit von Husten
Antiepileptikum ist bei chronischem Husten wirksam
Die Ursache für Husten kann sehr unterschiedlich sein, und der Husten selbst ist lediglich ein Symptom und dient der Reinigung der Atemwege. Dauert der Husten über einen Zeitraum von mehreren Wochen, sollte er ärztlich abgeklärt werden. Eine medikamentöse Therapie gestaltet sich bei ungeklärter Ursache oft als schwierig. Eine kleine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie zeigt jetzt eine deutliche Besserung der Symptomatik durch das Antiepileptikum Gabapentin.Show moreMikronährstoffe für sportlichen Erfolg
Metabolic Tuning und die Paralympics 2012
Nachdem die olympischen Spiele in London am 12. August zu Ende gegangen sind, finden derzeit die Paralympics in der britischen Hauptstadt statt. Eine erfolgreiche deutsche Teilnehmerin ist die Schwimmerin Kerstin Bruhn. Sie setzt im Training und Wettkampf unter anderem auf eine optimale Mikronährstoffversorgung. Ein Anlass für uns, das Thema Mikronährstoffe und Sport hier aufzugreifen.Show moreRuxolitinib gegen Myelofibrose
EU-Zulassung für den ersten JAK-Inhibitor
Jetzt hat die Europäische Kommission den neuen Wirkstoff Ruxolitinib (vorgesehener Handelsname Jakavi®) zur Behandlung der lebensbedrohlichen Myelofibrose zugelassen. Wie Novartis mitteilte, beruht die Entscheidung auf den positiven Daten einer klinischen Studie.Show moreNeuer Wirkstoff bei Mukoviszidose
Ivacaftor verbessert gestörten Chloridionentransport
Der neue Wirkstoff Ivacaftor (Kalydeco®) ist angezeigt zur Behandlung der zystischen Fibrose (CF, Mukoviszidose) bei Patienten ab sechs Jahren mit einer G551D-Mutation im CFTR-Gen. Ivacaftor steigert die Aktivität der defekten Kanäle bei Patienten mit G551D-Mutation. Dadurch normalisiert sich der Ionentransport durch die Kanäle, was zu weniger zähflüssigen Sekreten und somit zu einer Milderung der Krankheitssymptome führt.Show moreArthrosepatienten unterstützen
Pharmazeutische Betreuung verbessert die Versorgung von Patienten mit Osteoarthritis
Patienten mit einer Kniegelenksarthrose sind häufige Apothekenkunden. Eine Studie aus Vancouver zeigt, dass diese im Rahmen einer pharmazeutischen Betreuung besser versorgt werden können. Es besserte sich die Qualität der Versorgung sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität der betroffenen Patienten.Show moreStudie zum Brustkrebsrisiko von Spironolacton
Keine Risikoerhöhung für Frauen über 55 Jahre
Im Rahmen einer retrospektiven vergleichenden Kohortenstudie haben Mackenzie und Kollegen in Großbritannien den Einfluss auf das Brustkrebsrisiko bei Frauen über 55 Jahren durch die Einnahme von Spironolacton untersucht. Das Ergebnis zeigt – allerdings mit Einschränkung der zur Verfügung stehenden Datenlage – kein erhöhtes Brustkrebsrisiko für diese spezielle Patientengruppe.Show moreNackenschmerzen topisch behandeln
Diclofenac-Gel beweist klinische Wirksamkeit
Bei akuten Nackenschmerzen verzichten die meisten Betroffenen zunächst auf einen Arztbesuch und behandeln sich selbst. Zur Wirksamkeit topischer Medikamente bei Nackenschmerzen gibt es bislang nur wenig wissenschaftliche Evidenz. Nun hat erstmals eine placebokontrollierte Studie die Effektivität von topischem Diclofenac bei diesen Beschwerden dokumentiert.Show moreRechtliches
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