Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Eisenmangelanämie: Fraktur-Risiko Ferricarboxymaltose?
Intravenös verabreichte Eisenpräparate werden vor allem dann eingesetzt, wenn eine orale Therapie nicht ausreicht, nicht vertragen wird oder eine rasche Behandlung der Eisenmangelanämie erforderlich ist. Eine retrospektive Kohortenstudie zeigt nun, dass zwei häufig eingesetzte Eisenkomplexe den Knochenstoffwechsel unterschiedlich beeinflussen können.Show moreNSAR Phenylbutazon in Fertiggerichten
Jeden Tag tauchen neue Meldungen über weitere Fertigprodukte auf, in denen als Rindfleisch deklariertes Pferdefleisch enthalten ist. Das ist zwar aus Sicht des Verbraucherschützers fragwürdig, stellt aber an sich keinerlei gesundheitliche Bedrohung dar. Nun wurde in einigen Proben der Stoff Phenylbutazon nachgewiesen. Ein Analgetikum aus der Gruppe der NSAR, das aufgrund seines Nebenwirkungspotenzials bei Menschen nur noch äußerst sparsam eingesetzt wird. Im Pferdesport wird es zur Leistungssteigerung verwendet.Show moreValproinsäure in der Schwangerschaft meiden
Der Gebrauch von Arzneimitteln in der Schwangerschaft ist kritisch und sollte auf das notwendige Minimum begrenzt werden. Es gibt jedoch Erkrankungen, die unbehandelt ein größeres Risiko für Mutter und/oder Kind darstellen als die Arzneimitteltherapie. Die Epilepsie ist so eine behandlungspflichtige Erkrankung. Die teratogenen Risiken von Antiepileptika sind bekannt. Eine Studie ergab nun, dass vor allem die Behandlung von schwangeren Epilepsie-Patientinnen mit Valproinsäure die kognitive Entwicklung der Kinder nachhaltig schädigen kann.Show more
Lithium in der Schwangerschaft
Verena Stahl | Die Hälfte aller bipolar erkrankten Frauen befindet sich im gebärfähigen Alter und viele von ihnen haben, wie nicht erkrankte Frauen gleichen Alters auch, einen Kinderwunsch. Nicht wenige von ihnen fürchten jedoch Fehlbildungen des Kindes durch die bei bipolarer Störung eingesetzten Medikamente und lehnen eine Schwangerschaft daher ab. Andere wiederum ängstigen sich berechtigterweise vor einem Rückfall, sollten sie die Medikamente während der Schwangerschaft absetzen müssen.
Show moreBei Kombination mit MTX kann Dosis reduziert werden
Bei Patienten mit mittelschwerer aktiver rheumatoider Arthritis kann durch die Kombinationstherapie mit Methotrexat und Etanercept eine niedrige Krankheitsaktivität erreicht werden. Diese kann auch erhalten werden, wenn die Dosis von Etanercept reduziert wird, wie die PRESERVE-Studie zeigte.Show more
Ein Patient mit bipolarer Störung
Markus Schmidt ist ein 38-jähriger Patient. Er kommt in die Apotheke und Sie bemerken, dass er zitterige Hände hat und auch etwas benommen zu sein scheint. Er wünscht eine Packung Ibuprofen 400 mg. | Von Martina Hahn, Hartmut Derendorf und Sibylle Roll
Show moreAxitinib bei Nierenzellkarzinom
Seit September 2012 ist der Tyrosinkinase-Inhibitor Axitinib (Inlyta®) zur Zweit-Linien-Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms zugelassen. Axitinib wird nach Versagen einer Behandlung mit Sunitinib oder einem Zytokin eingesetzt und ermöglicht so eine effektive Weiterbehandlung, die sich in einem verlängerten progressionsfreien Überleben niederschlägt.Show moreTNF-Antagonist könnte Option bei Therapieresistenz und erhöhten Entzündungswerten sein
Eine erhöhte Plasmakonzentration an proinflammatorischen Biomarkern wird mit einer Therapieresistenz gegenüber konventionellen Antidepressiva in Verbindung gebracht [1]. In einer klinischen Studie wurde nun untersucht, ob der spezifische TNF-Antagonist Infliximab eine neue immunologische Option zur Behandlung einer therapieresistenten Depression sein könnte. Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Entzündungsmarkern und antidepressiver Wirkung.Show moreForderung nach verstärktem Einsatz von Naproxen
Mit Schlagzeilen wie: "Diclofenac trotz übler Nebenwirkungen oft verkauft – Forscher sehen nun starke Gründe, die Zulassung zurückzuziehen" wird zurzeit vor gefährlichen Nebenwirkungen von Schmerzmitteln gewarnt. Besonders im Fokus steht Diclofenac, vor dem wieder einmal wegen kardiovaskulärer Risiken gewarnt wird. Als risikoärmere Alternative wird Naproxen angepriesen.Show moreBessere Adhärenz durch vier Wirkstoffe in einer Kapsel
Die Idee, kardiovaskuläre Risikopatienten mit einem ganzen Cocktail an Medikamenten in nur einer einzigen Tablette zu versorgen, ist nicht neu. Bereits in den 90er Jahren wurde ernsthaft über das Konzept der "Polypille" nachgedacht. Als Wirkstoffkandidaten für eine fixe Kombination wurden Plättchenhemmer, Cholesterinsenker und Hochdruckpräparate wie Calciumantagonisten, ACE-Hemmer, Betablocker und Diuretika ins Spiel gebracht. Demgegenüber hat sich eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Simon Thom vom Imperial College, London (UK), mit der Frage beschäftigt, ob sich die Adhärenz verbessern lässt, wenn mehrere Medikamente bei klarer Indikationsstellung in einer Kapsel zusammengefasst werden.Show moreSchwangere können gegen Influenza geimpft werden
Laut einer norwegischen Studie mit Daten von mehr als 100.000 Schwangeren konnte während der Pandemie 2009/2010 durch Impfung gegen H1N1 das Erkrankungsrisiko um 70% gesenkt werden. Bei Schwangeren, die sich hatten impfen lassen, kam es nicht – wie zunächst befürchtet – zu einer höheren Totgeburtenrate. Fast doppelt so hoch war diese dagegen bei einer Grippeerkrankung in der Schwangerschaft.Show moreLängeres Überleben durch Angiogenesehemmung
Bereits 1971 wurde die Antiangiogenese als neues Konzept für die Tumortherapie postuliert. Aflibercept (Zaltrap®), ein neuer Angiogenese-Hemmstoff, ist ein rekombinantes Fusionsprotein und inhibiert die Wachstumsfaktoren VEGF-A, VEGF-B und PIGF. Aflibercept wurde in Kombination mit einer Irinotecan/5-Fluorouracil/Folinsäure-Chemotherapie zur Behandlung Erwachsener mit metastasiertem kolorektalem Karzinom zugelassen, die auf ein Oxaliplatin-haltiges Therapieregime nicht angesprochen haben oder bei denen es danach zu einer Krankheitsprogression kam. Zaltrap® soll zum 1. März 2013 eingeführt werden.Show moreKeine Korrelation erkennbar
In der Literatur finden sich widersprüchliche Daten, die auf ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale Tumore im Zusammenhang mit der Einnahme von Bisphosphonaten hindeuten. Also wurde in einer großangelegten Fall-Kontroll-Studie untersucht, ob es eine Korrelation zwischen der Einnahme dieser Osteoporose-Mittel und dem Auftreten bestimmter Krebsarten gibt. Nun kann Entwarnung gegeben werden: Es wurde kein Zusammenhang festgestellt.Show moreExenatid und Liraglutid im direkten Vergleich
Glucagon-like-peptide (GLP)-1-Agonisten verbessern die glykämische Kontrolle und senken das Körpergewicht von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. In der DURATION-6-Studie wurden die GLP-1-Rezeptor-Agonisten Exenatid und Liraglutid erstmals direkt miteinander verglichen, wobei sich beim primären Studienendpunkt ein leichter Vorteil für Liraglutid zeigte.Show moreZweiwöchige Sequenztherapie gegen H. pylori
Kann die Tripeltherapie als verbreiteter Standard bei der H.-pylori -Eradikation durch eine sequenzielle Behandlung abgelöst werden? Dies war die Fragestellung einer großangelegten Studie aus Taiwan, die eine Sequenztherapie über 10 bzw. 14 Tage mit einer 14-Tage-Tripeltherapie verglich. Es zeigte sich eine Überlegenheit beider Sequenztherapien, statistisch signifikant war der Unterschied nur bei zweiwöchiger Behandlung. Besondere Beachtung fanden die Untersuchungen der Autoren zum Einfluss der Antibiotikaresistenz auf den Therapieerfolg.Show morePhytotherapeutika in der alternativen Tumortherapie
In der alternativen Krebstherapie spielen Phytopharmaka keine unerhebliche Rolle. Teils, weil der Patient der Pflanze eine besondere, nebenwirkungsarme Heilkraft zuspricht, teils durch die geschickte, mitunter skrupellose Vermarktung einzelner Hersteller oder "Wunderheiler". Welche Toxizitäten pflanzliche Krebsmittel der Alternativmedizin aufweisen, erläuterte Prof. Dr. Thomas Zilker, München, am 27. Januar 2013 beim 21. NZW in Hamburg-Harburg.Show morePro und Kontra regelmäßiger Mammographie
Eine Analyse des britischen Screening-Programms zur Früherkennung von Mammakarzinomen kommt zum Schluss, dass dank frühen Diagnosen die tumorbedingte Sterblichkeit gesenkt werden kann. Diesem Benefit steht aber ein hoher Anteil an Überdiagnosen gegenüber.Show moreErkältungshusten
Von falschen Hoffnungen und wirksamen Phytopharmaka
Sabine Werner | Die Therapie eines hartnäckigen Erkältungshustens ist eine alltägliche Beratungssituation in der Apotheke. Häufigste Ursache ist eine akute Infektion der oberen Atemwege. Da auch ein banaler Erkältungshusten oft quälend ist, erwartet der Patient in der Apotheke Hilfe, vor allem bei einer längeren Krankheitsdauer. Dass die Erwartungen von Patienten an die Geschwindigkeit, mit der ein Erkältungshusten wieder abklingt, meist falsch sind, zeigte eine Studie aus den USA.Show moreGute Heilungschancen durch Stuhltransplantation
Seit der Einführung von Breitbandantibiotika ist die Antibiotika-induzierte Diarrhö eine bekannte Nebenwirkung. Dadurch können sich Keime wie Clostridium difficile im Darm ausbreiten. Beobachtungsstudien mit der fäkalen Transplantation zeigten positive Effekte bei der Wiederherstellung einer gesunden Darmflora [2]. Dabei werden Portionen des Mikrobioms aus dem Darm eines Spenders auf den Erkrankten übertragen. So soll die Darmflora wieder in den gesunden Zustand versetzt werden. Jetzt zeigte eine erste klinische Studie eine überzeugende Wirkung der Transplantation von Fäzes bei der Behandlung chronischer Infektionen mit Clostridium difficile.Show moreBei akuten unkomplizierten Infektionen nutzlos
Eine akute Bronchitis gehört zu den häufigsten Krankheitsbildern in Apotheke und Allgemeinarztpraxis und wird oft antibiotisch behandelt. Eine Antibiose bringt aber bei akuten unkomplizierten Infektionen der unteren Atemwege keine Vorteile, wie jetzt gezeigt werden konnte.Show moreHeilung auch ohne Chemo möglich – mit Arsentrioxid
(aj). Die akute promyeloische Leukämie ist eine seltene, sehr aggressive Untergruppe der akuten myeloischen Leukämie. Standardtherapien sind Chemotherapie-Kombinationen. Jetzt hat eine deutsch-italienische Forschergruppe gezeigt, dass eine kurative Behandlung ohne Chemotherapie möglich ist.Show more
Des Helfers Helfer
Was das Cave-Modul für die Therapiesicherheit leisten kann
Andreas Niclas Förster | Zum Alltag in der Apotheke gehört seit vielen Jahren die Nutzung elektronischer Unterstützung. Vom Wareneingang, bis zur Abgabe von Arzneimitteln beschäftigen sich sämtliche Mitarbeiter mit dem Warenwirtschaftssystem, sie pflegen Daten ein und erhalten Informationen aufgrund des Abgleichs mit der Datenbank des Servers. Auch bei der apothekerlichen Aufgabe, die Sicherheit der Arzneimitteltherapie zu gewährleisten, können solche elektronischen Unterstützungsmaßnahmen genutzt werden.Show moreRechtliches
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