Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Eisenmangelanämie: Fraktur-Risiko Ferricarboxymaltose?
Intravenös verabreichte Eisenpräparate werden vor allem dann eingesetzt, wenn eine orale Therapie nicht ausreicht, nicht vertragen wird oder eine rasche Behandlung der Eisenmangelanämie erforderlich ist. Eine retrospektive Kohortenstudie zeigt nun, dass zwei häufig eingesetzte Eisenkomplexe den Knochenstoffwechsel unterschiedlich beeinflussen können.Show more
Eine Patientin mit Verhütungswunsch
Frau Sarah Müller (37 Jahre) kommt in Ihre Apotheke und legt Ihnen eine Privatverordnung über Yara Hexal 30® (Ethinylestradiol 0,03 mg, Drospirenon 3 mg) vor. Sie kommt gerade von ihrem Gynäkologen und berichtet, dass sie eine neue Pille verordnet bekommen hat. | Von Ina Richling, Robert Hermann und Hartmut Derendorf
Show moreIhre Arzneimittelkommission kritisiert aber einige Schwachstellen
Stellungnahmen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) zur frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel konnten in einigen Fällen die Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) beeinflussen. Einzelne Verfahrensschritte seien noch deutlich verbesserungsfähig, sagte ihr Vorsitzender, Prof. Wolf Dieter Ludwig. Insgesamt aber zieht die AkdÄ zwei Jahre nach dem AMNOG-Launch eine positive Zwischenbilanz. Das "segensreiche Gesetz" habe mit der frühen Bewertung des (Zusatz-)Nutzens einen überfälligen Paradigmenwechsel vollzogen.Show moreAsparaginase in der Onkologie | Sechsfachimpfstoff für Säuglinge zugelassen
Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie gelindert
Mehrere Zytostatika weisen ein hohes neurotoxisches Potenzial auf, was zu schmerzhaften peripheren Neuropathien und in deren Folge zu Dosisreduktionen oder Abbrüchen einer Chemotherapie führen kann. Wie in einer aktuellen Studie festgestellt wurde, können die Beschwerden mithilfe des Antidepressivums Duloxetin gelindert werden.Show more
Verhüten ohne Risiko
Die Auswahl der passenden Methode
Von Ina Richling, Robert Hermann und Hartmut Derendorf | Kaum eine Substanzklasse wird von so vielen jungen, an sich gesunden Frauen angewendet wie hormonale Kontrazeptiva. Auch wenn einige von ihnen aufgrund ihres erhöhten Thromboserisikos in letzter Zeit etwas in Verruf geraten sind, gibt es keinen Anlass, hormonale Kontrazeptiva generell zu verteufeln. Grundvoraussetzung für eine sichere Anwendung ist allerdings die individuelle Auswahl des richtigen Präparats für die jeweilige Patientin. Gegebenenfalls muss auch auf nicht-hormonale Alternativen zurückgegriffen werden. Dann steht einer sicheren und wirksamen Verhütung nichts im Wege.Show moreG-BA unterzieht sechs Wirkstoffgruppen der Prüfung
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, nach welchen Kriterien er Arzneimittel des Bestandsmarkts zur Nutzenbewertung aufruft. Zugleich hat er die ersten Präparate bestimmt, deren Zusatznutzen in den nächsten Monaten unter die Lupe genommen wird. Den Anfang macht das gegen starke chronische Schmerzen eingesetzte Tapentadol (Palexia®, Grünenthal). Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Arzneimittel, zeigte sich erfreut: Man habe ein "willkürfreies" und "nicht bauchgesteuertes" Modell für den Bestandsmarktaufruf vorgelegt.Show moreMuskelrelaxanzien, die die Lücke schließen könnten
Gleich zwei zentrale Muskelrelaxanzien sorgten in den letzten Wochen für Diskussionen: Zu Tolperison und Tetrazepam hatten Berichte über gehäuft aufgetretene schwerwiegende Nebenwirkungen zu entsprechenden Reaktionen der Zulassungsbehörden geführt. Welche Alternativen stehen zur Verfügung, falls die noch ausstehenden finalen Bewertungen zu Indikationseinschränkungen oder sogar zum Ruhen der Zulassung führen?Show more
Pille vergessen – was nun?
Von Verena Stahl | Gibt man in die Internetsuchmaschine Google den Begriff "Pille vergessen" ein, erhält man fast eine halbe Million Treffer. Diese erstaunlich hohe Trefferanzahl spricht Bände. Sie verdeutlicht einerseits, dass es scheinbar häufig Probleme bei der regelmäßigen Einnahme der beliebtesten Verhütungsmethode – der Pille – gibt. Sie zeigt mit ihren unzähligen Einträgen in Internetforen andererseits, dass bei diesem sensiblen Thema oft Beratungsbedarf besteht und weitreichende Folgen befürchtet werden. Nicht wenige Anwenderinnen suchen in der Apotheke Rat und wollen kompetent beraten werden.
Show moreNeue Therapieoption für Dialysepatienten
Colestilan (BindRen®) ist ein Phosphatbinder zur Behandlung der Hyperphosphatämie bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung im Stadium 5, die sich einer Hämodialyse oder Peritonealdialyse unterziehen. Durch die Bindung von Phosphat aus der Nahrung im Verdauungstrakt senkt Colestilan die Phosphatkonzentration im Serum.Show moreVerdacht auf erhöhtes Thromboembolierisiko
Der Überschuss von endogenem Cortison wird mit einem erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) in Zusammenhang gebracht, aber inwiefern auch exogen zugeführte Corticosteroide die Inzidenz von venösen Thromboembolien erhöhen, war bisher unklar. Eine dänische Kohortenstudie zeigte eine deutliche Risikoerhöhung ganz besonders für Lungenembolien bei Patienten unter Glucocorticoid-Therapie.Show moreAlte Krankheit mit neuem Gesicht
Wie verlaufen Windpocken bei Kindern, die eigentlich dagegen geimpft sind? Ist der Krankheitsverlauf in geimpften und ungeimpften Kindern derselbe? Mit dieser Frage beschäftigte sich kürzlich die kanadische Wissenschaftlerin Jessica C. Stovel.Show moreNutzen überwiegt dennoch Risiko
Eine Metaanalyse hat gezeigt, dass innerhalb von sechs Wochen nach einer Impfung gegen die pandemische Influenza A/H1N1 ein 2,35-fach erhöhtes Risiko besteht, am Guillain-Barré-Syndrom (GBS) zu erkranken. Ausgewertet wurden die Daten von 23 Millionen Personen, die sich während der Pandemie 2009 in den USA impfen ließen. Auch eine epidemiologische Studie des Paul-Ehrlich-Instituts weist auf ein erhöhtes Risiko hin.Show moreNur Panikmache oder wirklich ein Grund zur Sorge?
SARS 2002/2003, Vogelgrippe 2006, Schweinegrippe 2009, Coronavirus und Vogelgrippe 2013 – mehr oder weniger regelmäßig werden die Zeitungen geflutet von neuen viralen Erregern. Besteht Grund zur Sorge? Ein Meinungsbeitrag von Ilse Zündorf und Theo Dingermann.Show moreRuhen der Zulassung empfohlen
Das Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) bei der EMA empfiehlt, die Zulassung Tetrazepam-haltiger Arzneimittel ruhen zu lassen. Das ist das Ergebnis einer Neubewertung des Wirkstoffes aufgrund von Berichten über schwere Hautreaktionen und Kontaktdermatitiden unter Tetrazepam, die auf Antrag der französischen Aufsichtsbehörde gestartet worden war. Experten befürchten, dass durch das Ruhen der Zulassung und den erforderlichen Rückruf Tetrazepam-haltiger Arzneimittel eine große therapeutische Lücke entstehen wird, da keine gut erprobten Alternativen zur Verfügung stehen.Show moreKardiovaskuläre Risiken von Makrolid-Antibiotika
Makrolid-Antibiotika geraten immer mehr unter Verdacht, das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse und kardiovaskulär bedingter Mortalität zu erhöhen. Unter der Therapie mit allen Wirkstoffen der Gruppe sind eine Verlängerung des QT-Intervalls sowie eine Ausbildung von lebensgefährlichen Torsade-de-pointes-Arrhythmien belegt. Aber auch lange nach Absetzen von Clarithromycin können sich kardiovaskulär bedingte Ereignisse und Todesfälle manifestieren, wie britische Wissenschaftler jetzt feststellten.Show moreBegünstigt ein Mangel an Melatonin Typ-2-Diabetes?
Das Epiphysen-Hormon Melatonin steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus, ist aber auch an zahlreichen weiteren physiologischen Prozessen beteiligt. Melatonin-Rezeptoren finden sich in vielen Geweben. Unter anderem soll Melatonin das Risiko beeinflussen, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Die Ergebnisse einer Fall-Kontroll-Studie, die im Rahmen der großen Nurses’ Health Study stattfand, bestätigen einen Zusammenhang zwischen geringer Melatonin-Sekretion und Typ-2-Diabetes.Show moreRheuma erhöht das Herzinfarktrisiko
(hel). Bei Menschen mit entzündlichem Rheuma ist das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich erhöht. Eine frühzeitige Behandlung des Rheumas könnte Betroffene auch vor den Gefäßschäden und ihren tödlichen Folgen schützen, wie die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) jetzt mitteilte.Show moreErhöhtes Risiko bei hochpotenten Wirkstoffen
Akutes Nierenversagen unter einer Statintherapie wurde bisher meist nur in Zusammenhang mit der schwerwiegenden Komplikation Rhabdomyolyse betrachtet. Doch möglicherweise sind auch andere Faktoren nierenschädigend. Dies diskutieren Autoren einer Auswertung von Kohortenstudien und Metaanalysen mit über zwei Millionen Patienten aus Kanada, den USA und Großbritannien. Darin zeigte sich unter Behandlung mit den hochpotenten Wirkstoffen Atorvastatin, Rosuvastatin und Simvastatin eine signifikant erhöhte Rate von Hospitalisierungen infolge eines akuten Nierenversagens.Show moreFrauen in der Postmenopause profitieren
Die Langzeiteinnahme niedrig dosierter Acetylsalicylsäure besitzt hohe Relevanz in der Sekundärprävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Doch auch chemopräventive Effekte von ASS gelangen zunehmend in den Fokus medizinischen Interesses. Daten der Observationsstudie Women’s Health Initiative (WHI) zeigen, dass die regelmäßige Einnahme von ASS einen protektiven Einfluss auf die Melanomentstehung bei postmenopausalen Frauen besitzt.Show moreKeine Auswirkungen auf die fetale Entwicklung in der Embryonalphase
Eine große epidemiologische Studie zeigte keinen Zusammenhang zwischen der mütterlichen Einnahme von Ondansetron während der Schwangerschaft und dem Auftreten fetaler Störungen. Obwohl ein potenzielles Risiko nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, erachten die Studienautoren die Einnahme von Ondansetron in der frühen Schwangerschaft für unbedenklich.Show moreL-Carnitin: nicht nur nutzlos, sondern schädlich
(jb). Der Verzehr von viel rotem Fleisch erhöht das Risiko für Herzerkrankungen, und zwar unabhängig vom Fett- und Cholesterol-Gehalt. Das gilt als belegt. US-amerikanische Forscher könnten jetzt die Ursache gefunden haben: L-Carnitin im Zusammenspiel mit Darmbakterien. Show moreFrühe Therapie kann Chronifizierung stoppen
Bei der Therapie von peripheren neuropathischen Schmerzen kommt es weniger auf die Ursache des Schmerzsyndroms an, als vielmehr auf die Frühzeitigkeit von Diagnose und Behandlung. Je kürzer die Schmerzkarriere, desto besser das Therapieansprechen und der Schutz vor Rezidiven. Das zeigen aktuelle Studiendaten mit hochdosiertem topischem Capsaicin.Show moreRechtliches
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