Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
PDE-4-Inhibitoren: Zielgerichteter Eingriff ins Immunsystem
Die Hemmung der Phosphodiesterase 4 hat sich zur Entzündungshemmung bewährt, etwa bei Roflumilast (COPD) oder Apremilast (Psoriasis). Doch gastrointestinale Nebenwirkungen schränken den oralen Einsatz ein. Inhalative Applikation, spezifische PDE-4B-Inhibitoren sowie neue topische Wirkstoffe zeigen, wie sich die Klasse weiterentwickelt.Show more
Eine „tierische“ Apotheke
Von Peter Ditzel | Schon das Schaufenster zeigt es: Hier gibt es Tierarzneimittel mit Beratung. Apotheker Alexander Jaksche hat Tierarzneimittel zu einem Schwerpunkt in seiner Apotheke gemacht. Neben einem großen Sortiment an Präparaten für Vierbeiner kann die Apotheke die Herrchen und Frauchen der Patienten mit einem Rundum-Beratungsangebot überzeugen.Show moreAssoziation mit kindlichen Autismus-Störungen
Eine schwedische Studie vermutet einen Zusammenhang mit kindlichen Autismus-Spektrum-Störungen und der mütterlichen Einnahme von Antidepressiva während der Schwangerschaft. Ob diese Assoziation auf die Depression der Mutter oder auf die medikamentöse Therapie zurückzuführen ist, bleibt zu klären.Show moreRechtliche Hintergründe, praktische Aspekte und mögliche Folgen
Von Thomas Müller-Bohn | Die Trennung der Heilkunde in den Arzt- und den Apothekerberuf ist seit über 750 Jahren bewährt, weil sie eine Kontrolle ermöglicht und Anreize zu übermäßiger Arzneimittelverordnung verhindert. Eine Ausnahme von diesem Prinzip bildet in Deutschland das tierärztliche Dispensierrecht. Doch sprechen einige Signale aus der EU dafür, dass diese Ausnahme bald beendet werden könnte. Dann kämen auf die Apotheker neue anspruchsvolle Aufgaben und zusätzliche Umsätze zu. Ob die Erträge ebenso steigen würden, hinge jedoch von vielen Details ab, weil für Tierarzneimittel eine Höchst- und keine Festpreisregel gilt.Show moreSelektiver Guanylatcyclase-C-Rezeptor-Agonist gegen Reizdarmsyndrom mit Obstipation
Für die Therapie des mittelschweren bis schweren Reizdarmsyndroms mit Obstipation steht mit Linaclotid (Constella®) eine neue verschreibungspflichtige Therapieoption für Erwachsene zur Verfügung. Der erste Vertreter einer innovativen Wirkstoffklasse, den selektiven Guanylatcyclase-C (GC-C)-Rezeptor-Agonisten, beschleunigt die Darmpassage und wirkt gleichzeitig gegen den Abdominalschmerz. Da Linaclotid direkt im Gastrointestinaltrakt wirkt und eine geringe Bioverfügbarkeit hat, ist die Verträglichkeit gut. Ab 1. Mai ist das Präparat in Deutschland verfügbar.Show moreNeue Optionen bei multipler Sklerose
Im Mittelpunkt des Interesses bei der Therapie der multiplen Sklerose stehen immunmodulatorische Arzneimittel, die den Krankheitsverlauf langfristig beeinflussen. Die etablierten Produkte müssen jedoch injiziert werden. Mit Fingolimod wurde das erste oral anwendbare Arzneimittel mit langfristigem Effekt verfügbar, doch bald dürften weitere oral einsetzbare Substanzen folgen. Einen Überblick über diese neuen Arzneimittel gab Prof. Dr. Markus Schwaninger, Lübeck, beim Fortbildungskongress der Apothekerkammer Schleswig-Holstein am 14. April in Damp.Show moreAufteilung – Alltagsgewohnheiten – pharmazeutische Besonderheiten
Von Sabine Wanderburg | Zur Pharmazie gehören Arzneimittel für Menschen und Tiere gleichermaßen, aber im Apothekenalltag kommen Tierarzneimittel eher selten vor. Insbesondere verschreibungspflichtige Tierarzneimittel werden in deutschen Apotheken kaum abgegeben, weil die Tierärzte dies im Rahmen ihres Dispensierrechts übernehmen. Im Zuge der politischen Diskussion über das tierärztliche Dispensierrecht könnten Tierarzneimittel aber auch für Apotheker zunehmend interessant werden: Welche Arzneimittel für Tiere sind in der Praxis relevant? Welche Unterschiede bestehen zu Humanarzneimitteln? Was könnte auf die Apotheken zukommen, falls das tierärztliche Dispensierrecht fällt oder eingeschränkt wird?Show moreKeine leberschädigende Wirkung
Orlistat ist ein beliebter Wirkstoff zur Gewichtsreduktion und wird mit steigenden Temperaturen in den nächsten Monaten sicherlich auch wieder verstärkt in der Apotheke nachgefragt werden. Nun erschien im BMJ erneut ein Artikel zu Nebenwirkungen von Orlistat [1]. Wie ist die aktuelle Sicherheitslage, wie sollte beraten werden?Show moreLaut Studie kein Nutzen oder sogar höhere Sterberate
Können beatmete Patienten auf der Intensivstation von Glutamin, Antioxidanzien und Spurenelementen profitieren? Da die bisherige Datenlage uneinheitlich ist, wurde zu dieser Frage eine internationale, randomisierte Studie mit deutscher Beteiligung aufgelegt. Darin hatten Vitamine und Selen keinen positiven Einfluss auf die 28-Tage-Sterberate. Die Verabreichung von Glutamin erwies sich sogar als schädlich – in der Studie nahm die Mortalität zu.Show moreRückblick auf zwei Jahre frühe Nutzenbewertung
Betrachtungen der Marktteilnehmer
Vertreter des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), der AOK Niedersachsen, der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) und des Verbandes forschender Pharma-Unternehmen (vfa) diskutierten beim Zwischenahner Dialog am 19. April über die frühe Nutzenbewertung für innovative Arzneimittel. Es gab Lob vom G-BA, aber die Industrie bleibt bei ihrer vielfältigen Kritik. Die AOK bedauert, dass das Verfahren die Krankenkassenausgaben bisher nur um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag gesenkt habe.Show more
Eine Patientin mit Verhütungswunsch
Frau Sarah Müller (37 Jahre) kommt in Ihre Apotheke und legt Ihnen eine Privatverordnung über Yara Hexal 30® (Ethinylestradiol 0,03 mg, Drospirenon 3 mg) vor. Sie kommt gerade von ihrem Gynäkologen und berichtet, dass sie eine neue Pille verordnet bekommen hat. | Von Ina Richling, Robert Hermann und Hartmut Derendorf
Show moreIhre Arzneimittelkommission kritisiert aber einige Schwachstellen
Stellungnahmen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) zur frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel konnten in einigen Fällen die Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) beeinflussen. Einzelne Verfahrensschritte seien noch deutlich verbesserungsfähig, sagte ihr Vorsitzender, Prof. Wolf Dieter Ludwig. Insgesamt aber zieht die AkdÄ zwei Jahre nach dem AMNOG-Launch eine positive Zwischenbilanz. Das "segensreiche Gesetz" habe mit der frühen Bewertung des (Zusatz-)Nutzens einen überfälligen Paradigmenwechsel vollzogen.Show moreAsparaginase in der Onkologie | Sechsfachimpfstoff für Säuglinge zugelassen
Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie gelindert
Mehrere Zytostatika weisen ein hohes neurotoxisches Potenzial auf, was zu schmerzhaften peripheren Neuropathien und in deren Folge zu Dosisreduktionen oder Abbrüchen einer Chemotherapie führen kann. Wie in einer aktuellen Studie festgestellt wurde, können die Beschwerden mithilfe des Antidepressivums Duloxetin gelindert werden.Show more
Verhüten ohne Risiko
Die Auswahl der passenden Methode
Von Ina Richling, Robert Hermann und Hartmut Derendorf | Kaum eine Substanzklasse wird von so vielen jungen, an sich gesunden Frauen angewendet wie hormonale Kontrazeptiva. Auch wenn einige von ihnen aufgrund ihres erhöhten Thromboserisikos in letzter Zeit etwas in Verruf geraten sind, gibt es keinen Anlass, hormonale Kontrazeptiva generell zu verteufeln. Grundvoraussetzung für eine sichere Anwendung ist allerdings die individuelle Auswahl des richtigen Präparats für die jeweilige Patientin. Gegebenenfalls muss auch auf nicht-hormonale Alternativen zurückgegriffen werden. Dann steht einer sicheren und wirksamen Verhütung nichts im Wege.Show moreG-BA unterzieht sechs Wirkstoffgruppen der Prüfung
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, nach welchen Kriterien er Arzneimittel des Bestandsmarkts zur Nutzenbewertung aufruft. Zugleich hat er die ersten Präparate bestimmt, deren Zusatznutzen in den nächsten Monaten unter die Lupe genommen wird. Den Anfang macht das gegen starke chronische Schmerzen eingesetzte Tapentadol (Palexia®, Grünenthal). Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Arzneimittel, zeigte sich erfreut: Man habe ein "willkürfreies" und "nicht bauchgesteuertes" Modell für den Bestandsmarktaufruf vorgelegt.Show moreMuskelrelaxanzien, die die Lücke schließen könnten
Gleich zwei zentrale Muskelrelaxanzien sorgten in den letzten Wochen für Diskussionen: Zu Tolperison und Tetrazepam hatten Berichte über gehäuft aufgetretene schwerwiegende Nebenwirkungen zu entsprechenden Reaktionen der Zulassungsbehörden geführt. Welche Alternativen stehen zur Verfügung, falls die noch ausstehenden finalen Bewertungen zu Indikationseinschränkungen oder sogar zum Ruhen der Zulassung führen?Show more
Pille vergessen – was nun?
Von Verena Stahl | Gibt man in die Internetsuchmaschine Google den Begriff "Pille vergessen" ein, erhält man fast eine halbe Million Treffer. Diese erstaunlich hohe Trefferanzahl spricht Bände. Sie verdeutlicht einerseits, dass es scheinbar häufig Probleme bei der regelmäßigen Einnahme der beliebtesten Verhütungsmethode – der Pille – gibt. Sie zeigt mit ihren unzähligen Einträgen in Internetforen andererseits, dass bei diesem sensiblen Thema oft Beratungsbedarf besteht und weitreichende Folgen befürchtet werden. Nicht wenige Anwenderinnen suchen in der Apotheke Rat und wollen kompetent beraten werden.
Show moreNeue Therapieoption für Dialysepatienten
Colestilan (BindRen®) ist ein Phosphatbinder zur Behandlung der Hyperphosphatämie bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung im Stadium 5, die sich einer Hämodialyse oder Peritonealdialyse unterziehen. Durch die Bindung von Phosphat aus der Nahrung im Verdauungstrakt senkt Colestilan die Phosphatkonzentration im Serum.Show moreVerdacht auf erhöhtes Thromboembolierisiko
Der Überschuss von endogenem Cortison wird mit einem erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) in Zusammenhang gebracht, aber inwiefern auch exogen zugeführte Corticosteroide die Inzidenz von venösen Thromboembolien erhöhen, war bisher unklar. Eine dänische Kohortenstudie zeigte eine deutliche Risikoerhöhung ganz besonders für Lungenembolien bei Patienten unter Glucocorticoid-Therapie.Show moreAlte Krankheit mit neuem Gesicht
Wie verlaufen Windpocken bei Kindern, die eigentlich dagegen geimpft sind? Ist der Krankheitsverlauf in geimpften und ungeimpften Kindern derselbe? Mit dieser Frage beschäftigte sich kürzlich die kanadische Wissenschaftlerin Jessica C. Stovel.Show moreNutzen überwiegt dennoch Risiko
Eine Metaanalyse hat gezeigt, dass innerhalb von sechs Wochen nach einer Impfung gegen die pandemische Influenza A/H1N1 ein 2,35-fach erhöhtes Risiko besteht, am Guillain-Barré-Syndrom (GBS) zu erkranken. Ausgewertet wurden die Daten von 23 Millionen Personen, die sich während der Pandemie 2009 in den USA impfen ließen. Auch eine epidemiologische Studie des Paul-Ehrlich-Instituts weist auf ein erhöhtes Risiko hin.Show moreRechtliches
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