Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Auf der Zielgeraden: BTK-Inhibitor bei MS, neue Gentherapie und siRNA
In ihrer April-Sitzung gibt die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Startschuss zur Zulassung für drei neue Arzneimittel. Neben einem Bruton-Tyrosinkinase-Hemmer zur Behandlung der sekundär progredienten multiplen Sklerose (MS) erteilt der Ausschuss für Humanarzneimittel auch ein positives Votum für eine neue Gentherapie zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie sowie für eine siRNA.Show moreNicht zu schnell und nicht zu tief
Ziel einer Hypertonie-Behandlung ist es, die Blutdruckwerte zu senken, um eventuellen Schäden an Organen und Gefäßen vorzubeugen. Dabei wird oft das Ziel verfolgt, den Blutdruck so niedrig wie möglich zu halten, da dies langfristig die Gesundheit fördern soll. Eine neue amerikanische Studie zeigt nun allerdings, dass – ähnlich wie bei erhöhten Blutdruckwerten – auch eine zu aggressive Senkung des Blutdrucks zu Schäden an den Nieren führen kann und sich das Sterberisiko erhöht.Show moreSeit 35 Jahren für Sie da
Alles begann im Jahr 1975, als Apotheker Klaus Heinze die Hirsch Apotheke in Lörrach übernahm und sie gemeinsam mit seiner Frau, Apothekerin Christine Heinze, mehrere Jahre führte. Obwohl das Ehepaar 1975 bereits mit einer Apotheke und zwei kleinen Kindern mitten im Leben stand, gingen ihnen die Ideen nicht aus.Show moreDigoxin erhöht das Sterberisiko
Obwohl Digoxin international in verschiedenen Leitlinien zur Behandlung von Vorhofflimmern genannt wird, liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit vor. In einer groß angelegten amerikanischen Studie wurde nun die Mortalität in Zusammenhang mit der Einnahme von Digoxin bei Vorhofflimmern untersucht. Show moreGenau hinschauen!
Von Claudia Bruhn | Berichtet ein Kunde über Beschwerden im Bereich der Augen, so kann ein tiefer Blick in dieselben für die Beratung hilfreich sein. Auch wenn die Diagnose dem Haus- oder Augenarzt vorbehalten bleibt, lassen sich Betroffene in der Apotheke gern Mittel zur kurzfristigen Symptomlinderung empfehlen. Darüber hinaus können sie gegebenenfalls dazu motiviert werden, den Arztbesuch nicht lange aufzuschieben. Show moreKein Schutz vor Brustkrebs
ck | Eine Auswertung der Women’s Health Initiative (WHI) hatte 2009 ergeben, dass Frauen, die zur Behandlung einer Osteoporose Bisphosphonate einnahmen, zu einem Drittel seltener an Brustkrebs erkrankten. Diese Ergebnisse wurden heftig diskutiert, und nun zeigt die Auswertung von zwei randomisierten Studien, dass Bisphosphonate nicht das Brustkrebsrisiko reduzieren. Show more
„Marcumar für meine Frau“
Jede zwischenmenschliche Kommunikation basiert auf einem Informationsaustausch zwischen den Teilnehmern. Dabei sollte die inhaltliche Nachricht des Senders im Idealfall als identischer Sachinhalt vom Empfänger aufgenommen werden. Dass dies nicht immer ohne Probleme möglich ist, zeigen Missverständnisse, die auch im Apothekenalltag regelmäßig auftreten und ein z.T. nicht unerhebliches Risikopotenzial darstellen – so können z.B. Falscheinnahmen oder Fehldosierungen die Folge sein. Die Ursachen für solche Kommunikationsprobleme sind sehr unterschiedlich. Ein Beispiel zeigt die folgende Beratungssituation.Show moreDie schnelle Nummer 4?
Nach Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil ist Avanafil (Spedra®) Wirkstoff Nummer vier aus der Gruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmer zur Behandlung der erektilen Dysfunktion bei Männern. Ein Jahr nachdem Sildenafil aus der Patentpflicht entlassen wurde, versucht man nun mit Avanafil Anteile auf dem heiß umkämpften Markt zu erobern. Dies könnte über das Versprechen gelingen, dass Avanafil schneller als seine Konkurrenten wirkt und demnach spontaneren Geschlechtsverkehr ermöglicht. Wirkung und Nebenwirkungen sind ähnlich denen der älteren PDE-5-Hemmer.Show more
Ein Patient mit koronarer Herzkrankheit
Sigfried Wenzel ist ein 74-jähriger Stammkunde Ihrer Apotheke. Er berichtet Ihnen, dass er in letzter Zeit unter Schwindel und schwankendem Blutdruck leidet. Bei körperlichen Tätigkeiten, wie Treppensteigen ist er schnell aus der Puste. Außerdem berichtet er von Schmerzen in den Knien. Im Gespräch erfahren Sie, dass Herr Wenzel keinen Alkohol trinkt, sich aufgrund der Knieschmerzen wenig bewegt und dass er vor zehn Jahren aufgehört hat, zu rauchen. Ab und zu trinkt er eine Tasse Kaffee. Die Patientenziele sind nicht erreicht und Herr Wenzel ist nicht optimal mit seiner bisherigen Therapie eingestellt. Schwindel und Blutdruckschwankungen sowie Schmerzen in den Knien machen einen dringenden Medikationscheck notwendig.
Show moreGleiche Quelle, gleiche Wirkung?
Von Markus Veit | Pflanzliche Arzneimittel in Deutschland sind bis auf eine Ausnahme nicht mit vollständigen Dossiers, sondern basierend auf ihrer allgemeinen medizinischen oder tradierten Anwendung zugelassen oder registriert (s. DAZ 2014, Nr. 31, S. 44). Dabei stellt sich nun die Frage, inwieweit man Produkte, die aus dem gleichen Pflanzenausgangsmaterial hergestellt wurden, vergleichen kann, oder – im Apothekenalltag wichtiger – wann auf pharmakologische und klinische Daten, die mit einer spezifischen Zubereitung erhalten wurden, Bezug genommen werden kann. Letztlich geht es darum, unter welchen Bedingungen Produkte, mit denen keine spezifischen Daten etabliert wurden, gleich oder austauschbar mit solchen sind, mit denen Daten generiert wurden.Show more
Unterversorgt
Von Verena Stahl | Ein im Rahmen der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) oft vernachlässigter Aspekt ist die Unterversorgung mit Arzneimitteln (engl. underprescribing). Zu Unrecht, denn die Nichtverordnung einer indizierten Arzneimitteltherapie stellt ebenso eine Fehlverordnung und wichtige Ursache unzureichender Behandlungsqualität dar wie die Überversorgung mit Arzneimitteln. Dies ist insbesondere bei den kardiovaskulären Erkrankungen brisant, deren Morbidität und Letalität sich mit medikamentöser Therapie relevant reduzieren lässt. Gerade ältere Patienten und Frauen erhalten nicht alle bei ihnen indizierten Arzneimittel, trotz oft vorhandener Polypharmazie.Show moreRechtliches
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