
Pharmazie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Wer zahlt die Mehrkosten bei Fampyra?
Die Fampridin-Generika sind weg, der Festbetrag dennoch niedrig: MS-Patient*innen, die Fampyra® brauchen, zahlen pro Vier-Wochen-Packung über 80 Euro. Oder übernehmen die Krankenkassen in diesem Ausnahmefall die Mehrkosten? Die DAZ hat recherchiert.Show more

Schwierige Versorgung, kritische Äußerung und schmerzhafte Nebenwirkung
Gesundheitskarte für Flüchtlinge - ja oder nein, Bürokratie für einen Arztbesuch, Probleme mit der Abrechnung der Rezepte, es läuft noch nicht alles rund bei der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge. Die noch nicht registrierten Flüchtlinge wären hingegen froh, wenn sie diese Probleme hätten, weil das gleichbedeutend mit einem Zugang zur Regelversorgung wäre. Sie sind auf die Hilfe Ehrenamtlicher und Spenden angewiesen. Mehr dazu sowie zu neuen kritischen Äußerungen der Frauenärzte zur „Pille danach“, schmerzhaften Nebenwirkungen von DPP-4-Inhibitoren und weiteren Themen dieser Woche in unserer Wochenschau. Show more
Gelenkschmerzen unter DPP-4-Hemmern
Laut einer aktuellen Warnung der amerikanischen Aufsichtsbehörde FDA können DPP-4-Hemmer, eine Wirkstoffgruppe zur Behandlung des Typ-2-Diabetes, Gelenkschmerzen verursachen. Diese verschwanden zwar bisher in allen Fällen nach Absetzen der Präparate wieder, waren aber mitunter so stark, dass die Patienten stationär aufgenommen werden mussten. Show moreArzneimittelinteraktionen
Die Arzneimittelinteraktionen (Tab. 5 und 6) orientieren sich überwiegend an der Fachinformation und den Interaktionen, die in der ABDATA-Datenbank aufgeführt sind. Interaktionen der ABDATA-Datenbank, die nur vorsichtshalber zu überwachen sind (niedrigste Risikostufe), werden nicht beschrieben.1. Veränderung der Wirkung bzw. Nebenwirkung von Antikonvulsiva durch komedizierte Wirkstoffe | ||
betroffenes Antikonvulsivum | verändert durch | Veränderung und Mechanismus |
|---|---|---|
a. Hemmstoffe der neuronalen Erregung | ||
| Carbamazepin | Diuretika, serotonerge AntidepressivaMAO-HemmstoffeFlupirtinFluvoxamin, FluoxetinHypnotika, Sedativa, Alkohol | SIADH, unter anderem durch Natrium-Verlust und Flüssigkeitsretentiontheoretisch: Serotonin-SyndromHepatotoxizität Akkumulation von Carbamazepin durch Abbau-HemmungSedierung, Reaktionsvermögen ↓ |
| Oxcarbazepin | Diuretika | SIADH, Hyponatriämie |
| Gabapentin | Mg- und Al-haltige Antazida | mäßiger Wirkverlust |
| Pregabalin | OpioideH1-Blocker | verstärkte ObstipationAppetitsteigerung (?) |
| Lamotrigin | Estrogen-haltige Kontrazeptiva | Wirkverlust |
| Phenytoin | Amiodaron, Antikonvulsiva | Wirkverstärkung durch CYP2C9/19-Hemmung |
| Valproat | Acetylsalicylsäure | Wirkverstärkung durch Verdrängung aus der Plasma-Protein-Bindung |
| Zonisamid | CYP3A4-Induktoren | Wirkverlust |
b. Verstärker der neuronalen Hemmung | ||
| Tiagabin | CYP3A4-Induktoren | Wirkverlust |
2. Beeinflussung von Wirkstoffen durch Antikonvulsiva | ||
Antikonvulsivum | betroffener Wirkstoff | Veränderung und Mechanismus |
a. Hemmstoffe der neuronalen Erregung | ||
| Carbamazepin | CYP3A4- und 2C9-Substrate: Kontrazeptiva, Phenprocoumon, Azol-Antimykotika, Z-Substanzen, Ciclosporin (Tacrolimus?)β-Blocker, VerapamilLithium | Wirkverlust durch beschleunigten Abbau via CYP3A4- oder CYP2C19-InduktionAV-Block durch Hemmung der Erregungsausbreitunginitiale Neurotoxizität (unklarer Mechanismus) |
| Oxcarbazepin | prinzipiell wie Carbamazepin | |
| Eslicarbazepin | CYP3A4-Substrate wie Estrogene, Phenprocoumon und Ciclosporin | Wirkverlust durch beschleunigten Abbau |
| Lamotrigin | Estrogen-haltige Kontrazeptiva | eventuell Wirkverlust |
| Perampanel | Gestagen-haltige Kontrazeptiva | Wirkverlust |
| Phenytoin | Estrogen- und Gestagen-haltige KontrazeptivaClozapin, Metamizol | WirkverlustAgranulozytose |
| Rufinamid | Kontrazeptiva | Wirkverlust durch CYP3A4-Induktion |
| Valproat | Benzodiazepine | Wirkverstärkung durch Hemmung des Abbaus |
b. Verstärker der neuronalen Hemmung | ||
| Benzodiazepine | sedierende Wirkstoffe | Wirkverstärkung |
| Phenobarbital | CYP3A4- und CYP2C9-Substrate wie Estrogene, Phenprocoumon, TheophyllinTetracycline, Griseofulvin, Methotrexat, Ciclosporin | Wirkverlust durch CYP-InduktionWirkverlust durch Verstärkung des Abbaus |
| Primidon | wie Phenobarbital | |
Antikonvulsivum | 2. Antikonvulsivum | (Plasmaspiegel-)Veränderung des 2. Antikonvulsivums |
|---|---|---|
| Carbamazepin (CBZ) | EthosuximidPhenytoinPerampanel | AbnahmeZu- und AbnahmeAbnahme |
| Felbamat | PhenytoinValproat | Zunahme durch CYP2C9/19-HemmungZunahme durch Oxidations-Hemmung |
| Lamotrigin | Carbamazepin, Phenytoin, PrimidonValproat | Abnahme durch UGT1A4-InduktionZunahme durch UGT1A4-Hemmung |
| Phenytoin | CarbamazepinLamotriginFelbamat | Zu- und Abnahme der PlasmakonzentrationAbnahme durch UGT1A4-InduktionAbnahme |
| Phenobarbital, Primidon | LamotriginFelbamat | Abnahme durch UGT1A4-InduktionAbnahme |
| Sultiam | Phenytoin | Zunahme (durch CYP2C9/19-Hemmung?) |
| Valproat | BenzodiazepineEthosuximidLamotriginPhenobarbital, PrimidonRufinamidFelbamatPhenytoin | Zunahme durch Hemmung des AbbausZunahmeZunahme durch UGT1A4-Hemmung (HWZ steigt von 25 auf 60 Stunden)Zunahme durch CYP2C9-HemmungZunahme durch Hemmung der ClearanceZunahmeMenge des freien Phenytoins steigt, erhöhtes Risiko für Phenytoin-Nebenwirkungen |
| CYP3A4-Induktoren | Perampanel, Tiagabin, Zonisamid | Wirkverlust |
Antikonvulsiva
Die Antikonvulsiva lassen sich nur schwer klassifizieren. Weder die pharmakodynamischen Eigenschaften noch die Indikationen bieten sich als Grundlage für eine vernünftige Einteilung von Antikonvulsiva an. Die einfache Einteilung in Pharmako-logisch! erfolgt danach, ob das Antikonvulsivum die Erregung hemmt oder die Hemmung verstärkt.Show more
Epilepsie und Antikonvulsiva
Epileptische Anfälle sind häufige Erkrankungen. Die Gabe von Antikonvulsiva ist die wichtigste therapeutische Maßnahme, um die pathologische Erregung im Gehirn zu unterdrücken. Diese sehr heterogene und vielfältige Gruppe von Medikamenten stellt eine große Herausforderung für das Apothekerteam dar. Die kompetente Beratung erfordert das Grundverständnis des Krankheitssyndroms sowie Kenntnisse über die vielfältigen Wirkstoffe, ihre Nebenwirkungen und ihr Interaktionspotenzial.
Von Thomas Herdegen

Systematisch gegen Fälschungen
Gefälschte Medikamente stellen eine große Gefahr für die Arzneimittelsicherheit dar. Dies gilt umso mehr, wenn Fälschungen in der legalen Vertriebskette auftauchen. Auch wenn Kritiker immer wieder betonen, dass diese Gefahren außerhalb der legalen Vertriebswege viel größer sind, hat sich Deutschland mit dem SecurPharm-Projekt an die Spitze der Umsetzung der europäischen Arzneimittelfälschungsrichtlinie gesetzt.
Von Benjamin Wessinger
Blutzucker und Gewicht gemeinsam senken
Das GLP-1 Analogon Liraglutid ist seit 2009 in Deutschland erhältlich und wird in Kombination mit anderen Antidiabetika zur Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen eingesetzt. Ein neues Indikationsgebiet ist die Behandlung von Übergewicht bei Adipösen und Personen mit assoziierten Komorbiditäten. Eine Studie hat nun den Effekt von Liraglutid auf die Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern untersucht.Show moreSicheres und effektives Hirndoping möglich
Modafinil (Vigil®), ein Wirkstoff aus der Gruppe der Psychostimulanzien und derzeit ausschließlich zur Behandlung der Narkolepsie indiziert, wird aufgrund seiner zentral aktivierenden Effekte auch mit einer möglichen kognitiven Leistungssteigerung assoziiert. Forscher der University of Oxford haben nun im Rahmen eines systematischen Reviews die Wirksamkeit von Modafinil als Neuro-Enhancer evidenzbasiert bewertet.Show moreAlternative zum Blockbuster
jb | Abasaglar® – der Name leitet sich ab von „analoges Basalinsulin glargin“. Ab 1. September ist unter diesem Handelsnamen das erste Biosimilar eines Analoginsulins in Deutschland erhältlich. Das Präparat, das von Boehringer Ingelheim und Lilly gemeinsam vermarktet wird, ist das erste Insulin-glargin-Biosimilar, das die Anforderungen der europäischen Zulassungsbehörde erfüllt hat. Bisherige Versuche vor allem von Firmen aus dem asiatischen Raum, ein Nachahmerpräparat zum Original Insulin glargin, Lantus® in Europa auf den Markt zu bringen, waren gescheitert. Show more
Novartis: IQWiG blendet Versorgungsalltag aus
Dass das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) dem Biologikum Cosentyx® (Secukinumab) keinen Zusatznutzen bescheinigt, kann man beim Hersteller „in keiner Weise“ nachvollziehen. Die Empfehlung des Instituts „blendet den Versorgungsalltag in der dermatologischen Praxis aus“, betont Novartis und setzt jetzt auf den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), der die endgültige Entscheidung über den Zusatznutzen treffen wird. Show moreRechtliches
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